Frequently Asked Questions

Hier finden Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen rund ums Kraftwerk Moorburg – aber auch um Kohlekraftwerke im Allgemeinen.

Notwendigkeit und Einsatz von Kohlekraftwerken

  • Warum braucht man heute noch Kohlekraftwerke?

    Alle Studien, auch von Umweltschutzverbänden, kommen zu dem Ergebnis, dass der Strombedarf in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten nicht allein durch Strom aus regenerativen Quellen gedeckt werden kann. Solange hier nicht neue Technologien für Stromerzeugung oder -speicherung gefunden werden, wird ein mehr oder weniger großer Teil des Strombedarfes weiterhin durch konventionelle Stromerzeugung gedeckt werden müssen. Schließlich stehen Wind- und Sonnenenergie nicht 365 Tage im Jahr rund um die Uhr so verlässlich zur Verfügung, wie Industrie und Haushalte Energie benötigen.

    Auch ist es nicht möglich, ein gesamtes Stromnetz nur mit vielen kleinen regenerativen Erzeugungseinheiten stabil zu betreiben. Deshalb wird auch heute schon das Kraftwerk Moorburg oft vom Netzbetreiber selbst dann zumindest mit einem Block in Betrieb gehalten, wenn es eine relativ hohe Einspeisung aus Windenergieanlagen gibt. Mit seiner Flexibilität, innerhalb von nur 10 Minuten seine Leistung um 500 MW zu erhöhen oder abzusenken – das ist fast ein Drittel des Hamburger Stromverbrauchs – kann das Kraftwerk Moorburg die zum Teil sehr starken Schwankungen bei den Erneuerbaren schnell und zuverlässig ausgleichen.

    Dazu und zu weiteren Themen rund um die Energiewende finden sich mehr interessante Informationen in einem Vortrag von Professor Hans-Werner Sinn aus dem Jahr 2013, seinerzeit Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung.

  • Warum braucht Hamburg das Kraftwerk Moorburg?

    Die Hansestadt wächst unaufhaltsam: Krankenhäuser, Firmen, Geschäfte und die Hamburger Familien brauchen Energie und vor allem Versorgungssicherheit. Seit der Abschaltung der beiden Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel musste Hamburg seinen Strom weitgehend aus anderen Regionen importieren. Das neue Kraftwerk Moorburg deckt mit mehr als zehn Milliarden Kilowattstunden im Jahr jetzt wieder fast den kompletten Strombedarf der Stadt.

  • Wie positionieren sich Umweltorganisationen zu Kohlekraftwerken?

    Im Zusammenhang mit Klimawandel und CO2 Emissionen stehen Umweltorganisationen der Verstromung von Kohle zunehmend kritisch gegenüber. Gemein ist ihnen die Forderung nach einem Ausstieg aus der Nutzung von fossilen Brennstoffen zur Energiegewinnung. Dies umfasst nicht nur den Sektor der Stromerzeugung, sondern beispielsweise auch den Einsatz von Benzin- und Dieselkraftstoffen in Verbrennungsmotoren von Fahrzeugen sowie die Heizung von Gebäuden, die heute mehrheitlich durch Öl- und Gasheizungen erfolgt. Große Unterschiede bestehen jedoch in der zeitlichen Perspektive der erhobenen Forderungen nach einem Ausstieg aus der Kohleverstromung.

    In den Medien und auch aus Teilen der Politik sind vereinzelt unrealistische Forderungen nach einem sofortigen Kohleausstieg oder 100% erneuerbaren Energien zu hören. Wo diese Fragen mit mehr Sachverstand angegangen werden, entwerfen Umweltorganisationen zusammen mit Experten Szenarien für einen schrittweisen „Kohleausstieg“ im Laufe der nächsten Jahrzehnte.
    Zusammen mit dem europäischen Climate Action Network (CAN) hat beispielsweise die Umweltorganisation Greenpeace eine Studie zum europäischen Kohleausstieg erarbeitet, die einen kompletten Ausstieg bis 2050 als möglich einschätzt. Zur Studie gelangen Sie hier.
    Für Deutschland hält Greenpeace in einer anderen Studie den Ausstieg aus der Kohleverstromung sogar schon bis 2040 für möglich, nachzulesen hier.

    Vattenfall und auch das Team des Kraftwerks Moorburg verschließen sich keiner sachlich geführten Diskussion zu diesem Thema. Einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz sehen wir aber auch darin, dass wir mit modernster Technik und effizienter Fahrweise ältere Kohlekraftwerke ersetzen und damit bei der Stromerzeugung in Deutschland heute jährlich mehr als 2,3 Mio Tonnen CO2 weniger freigesetzt werden, als wenn statt des neuen Kraftwerks Moorburg ältere Kohlekraftwerke weiter in Betrieb bleiben müssten.

  • Wann wird das Kraftwerk Moorburg eingesetzt?

    Über den Einsatz des Kraftwerks, also die Höhe der Netzeinspeisung, entscheidet der Lastverteiler. Dieser muss zu jedem Zeitpunkt für den aktuell verbrauchten Strom die gleiche Menge Stromerzeugung vorhalten. Vereinfacht gesagt funktioniert das wie folgt: Die Einspeisung von erneuerbaren Energien hat Vorrang, können diese den Bedarf nicht decken, werden in der Reihenfolge ihrer Erzeugungskosten konventionelle Kraftwerke dazugeschaltet. Zunächst die mit den günstigsten Erzeugungskosten, das sind in der Regel Braunkohlekraftwerke, dann Steinkohlekraftwerke (und hier zuerst effiziente neue wie das Kraftwerk Moorburg), zuletzt dann bei Bedarf auch Gaskraftwerke.
    Etwas komplexer wird die Auswahl des Lastverteilers jedoch z.B. dann, wenn nicht genug Übertragungsleitungen vorhanden sind, um den an einer Stelle (z.B. Norddeutschland) erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien an entfernte Orte mit hohem Strombedarf (z.B. Süddeutschland) weiterzuleiten. Auch wenn der Anteil der mit Windstärke und Bewölkung schwankenden Einspeisung aus erneuerbaren Quellen zu hoch wird muss der Lastverteiler hier zum Teil von der oben beschriebenen Logik abweichen und größere konventionelle Kraftwerke wie das Kraftwerk Moorburg zur Stabilisierung des Netzes zumindest mit Schwachlast in Betrieb lassen, auch damit diese bei Bedarf (Abflauen des Windes, Aufziehen von Bewölkung) schnell wieder ihre Leistung erhöhen können.
    Kernkraftwerke spielen hier übrigens eine Sonderrolle, da sie nicht einfach aus- und wieder eingeschaltet werden können. Heute kommt ihnen noch eine wichtige Rolle bei der Grundlastversorgung und der Netzstabilität zu, nach dem Betriebsende des letzten norddeutschen Kernkraftwerks in Brokdorf wird Moorburg mindestens einen großen Teil dieser Aufgabe ebenfalls mit übernehmen.

Technische Daten, Wirkungsgrad

  • Wieviel Strom kann das Kraftwerk Moorburg erzeugen?

    Das Kraftwerk Moorburg könnte im Jahr etwa 14 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugen, wenn beide Blöcke durchgängig mit Volllast in Betrieb wären. Das entspricht fast dem gesamten Strombedarf der Hamburger Industriebetriebe und Haushalte.
    Das Kraftwerk passt seinen Betrieb jedoch der Einspeisung von Wind und Sonne an und gleicht bei Bedarf durch schnelles Herunter- oder Herauffahren der eigenen Leistung deren Schwankungen aus. Somit beträgt die eigentliche Stromproduktion weniger als die 14 Milliarden Kilowattstunden im Jahr, je nachdem, wie oft und wie stark der Wind weht und die Sonne scheint.

     

  • Wie ist der Wirkungsgrad des Kraftwerks?

    Bei Kühlung des Kraftwerks mit Elbwasser (Durchlaufkühlung) beträgt der Nettowirkungsgrad des Kraftwerks 46,5 Prozent. Bei Kühlturmbetrieb (Kreislaufkühlung) beträgt der Nettowirkungsgrad des Kraftwerks 45,4 Prozent. Bei maximaler Fernwärmeauskopplung im Standardbetrieb steigt der Wirkungsgrad des Kraftwerks auf bis zu 57,2 Prozent. Bei optimierter Fernwärmeauskopplung steigt der Wirkungsgrad auf über 60 Prozent.
    Zum Vergleich: Ältere Kohlekraftwerke haben in der Regel nur einen Wirkungsgrad von 30-35 Prozent, brauchen also pro erzeugter Kilowattstunde Strom fast 50 Prozent mehr Kohle als das Kraftwerk Moorburg.

  • Warum wird die in Moorburg entstehende Wärme nicht für die Fernwärmeversorgung genutzt?

    Bis heute wurde der beantragte Bau einer Fernwärmetransportleitung, um Moorburg an das bestehende Fernwärmenetz anzubinden, nicht genehmigt.
    Derzeit gibt es zwar keinerlei Aktivitäten oder Vorbereitungen für den Bau einer Fernwärmeleitung aus Moorburg, Vattenfall bemüht sich allerdings weiter darum, die Genehmigung dafür zu erhalten, da man sich aus Gründen der Versorgungssicherheit für die Hamburger Fernwärmekunden die Option einer Fernwärmeauskopplung aus dem Kraftwerk Moorburg offen halten muss.
    Dass die geplante Leitung bisher nicht gebaut wurde, hat unter anderem zur Folge, dass das alte Kohlekraftwerk in Wedel nun nicht wie geplant durch Moorburg ersetzt werden konnte und nun bis mindestens 2021 weiter in Betrieb bleiben muss, um den Westen Hamburgs mit Fernwärme zu versorgen. Die in Moorburg bei der Stromerzeugung entstehende Wärme wird derweil ungenutzt in die Luft und die Elbe abgegeben, nur ein kleiner Teil kann in Zukunft als Prozessdampf genutzt werden.

  • Wieviel Kohle wird verbrannt, um einen durchschnittlichen Haushalt mit Strom zu versorgen?

    Zur Versorgung eines durchschnittlichen Familienhaushalts mit 3.500 Kilowattstunden Stromverbrauch im Jahr werden im Kraftwerk etwas mehr als eine Tonne Steinkohle verbrannt.

  • Wie hoch sind die Schornsteine des Kraftwerks?

    Die beiden Schornsteine des heutigen Kraftwerks sind 137 Meter hoch und damit fast 120 Meter kürzer als die 256 Meter hohen Schornsteine des an gleicher Stelle bis 2001 betriebenen Gaskraftwerks. Die Höhe wurde von Sachverständigen im Genehmigungsprozess so festgelegt, dass keine Auswirkungen auf die Anwohner zu erwarten sind.

Fragen rund um die Steinkohle

  • Wieviel Kohle wird in Moorburg verbrannt?

    Im Jahr 2015, als beide Blöcke noch in der Inbetriebsetzung waren,  wurden in Moorburg ca. 1,9 Millionen Tonnen verbrannt, im ersten Halbjahr 2016 waren es ca. 1,0 Millionen Tonnen.

  • Woher kommt die Steinkohle für das Kraftwerk Moorburg?

    Deutschland hat sich entschieden, die eigene Kohleförderung bis 2018 vollständig einzustellen, da die Kosten für deutsche Steinkohle ein Vielfaches des Weltmarktpreises betragen und diese daher subventioniert werden muss. Die heute in Deutschland noch geförderten Mengen sind nicht mehr auf dem Markt verfügbar, sondern schon für bestimmte deutsche Kraftwerke „reserviert“. Daher muss das Kraftwerk Moorburg die benötigte Steinkohle importieren.
    2016 wurde in Moorburg ausschließlich Steinkohle aus Russland und aus den USA verbrannt, in der Inbetriebsetzungsphase wurde auch Kohle aus Polen und Südafrika verbrannt.
    Kohle aus Kolumbien, gegen deren Einsatz Umweltschützer wegen der Bedingungen vor Ort immer wieder besonders scharf  protestieren, wurde in Moorburg noch nie eingesetzt. Trotzdem gab es bereits Proteste gegen den angeblichen Einsatz dieser Kohle in Moorburg – auch ein Grund, weshalb wir auf dieser Seite ausführlicher als bisher informieren möchten.

     

  • Wie kommt die Kohle nach Moorburg?

    Die Kohle wird mit sogenannten Panmax Schiffen mit einer Ladegröße bis zu 70.000 Tonnen angeliefert und am kraftwerkseigenen Hafen entladen.

  • Was ist der Unterschied zwischen Braunkohle und Steinkohle?

    Kurzgesagt das Alter: Würde man Braunkohle weitere 200-300 Millionen Jahre im Boden lassen, würde sie durch den Druck mit der Zeit zu Steinkohle. Der wichtigste Unterschied in der Zusammensetzung ist, dass Braunkohle zu ca. 50 Prozent aus Wasser besteht und daher einen deutlich geringeren Brennwert hat. Daher ist die Förderung in der Regel auch nur dort wirtschaftlich, wo man die Kohle im Tagebau abbauen und gleich neben dem Tagebau im Kraftwerk verbrennen kann. Das deutlich teurere Abbauen aus unterirdischen Kohleminen und ein weiter Transport lohnt sich nur für die höherwertige Steinkohle.
    Aufgrund des geringeren Heizwertes muss man, um die gleiche Menge Energie freizusetzen, außerdem mehr Tonnen Braunkohle verbrennen als Steinkohle, daher entsteht pro Kilowattstunde Strom auch ca. 20-25 Prozent mehr CO2. Deswegen, sowie wegen der in Braunkohle meist auch höheren Anteile an Schwefel steht die Braunkohle bei Umweltschützern noch viel stärker in der Kritik als die Verbrennung von Steinkohle.

  • Wie unterscheiden sich unterschiedliche Steinkohlesorten und ist es wichtig, woher die Kohle kommt?

    Auch verschiedene Steinkohlesorten haben z.T. unterschiedlich hohe Brennwerte, auch können sich die Anteile an Asche, Feuchtigkeit und weiteren enthaltenen Stoffen unterscheiden. Besonders deutlich wird das beim Schwefelgehalt: So gibt es Kohlen mit weniger als einem und andere Sorten mit vier oder mehr Prozent Schwefelanteil. Kohlesorten mit sehr hohem Schwefelanteil kann das Kraftwerk Moorburg gar nicht „rein“ verbrennen, da wir sonst die scharfen Hamburger Grenzwerte für Schwefeloxide nicht einhalten könnten. Zu gering darf der Schwefelanteil aber auch nicht sein, da sonst unser Prozess der Rauchgasentschwefelung nicht optimal funktionieren würde. 
Um einen insgesamt möglichst optimalen Prozess bei Verbrennung, Schlackebildung und Qualität der Asche sicherzustellen, aber natürlich auch die Grenzwerte immer einhalten zu können, verbrennen wir in Moorburg in der Regel einen Mix aus zwei verschiedenen Kohlesorten.

  • Was passiert mit der Asche?

    Die Asche wird in den Elektrofiltern fast vollständig aus den Rauchgasen herausgefiltert und zunächst in den drei ca. 80 Meter hohen Aschesilos an der Westseite des Kraftwerksgeländes (neben dem Kattwykdamm) zwischengelagert. Aus den Silos kann die Asche dann sowohl auf LKW als auch auf spezielle Schiffe verladen werden; der größte Teil wird per Schiff abgeholt. So geht die Asche als Baustoff zu nordeuropäischen Baustoffbetrieben und geht dort z.B. in die Zementproduktion ein.

  • Warum produziert das Kraftwerk auch Gips?

    Für die Rauchgasentschwefelung wurde in Moorburg ein Verfahren gewählt, bei dem mit Calciumcarbonat in Form von Kreide eine Suspensionslösung in ganz feinen Tropfen in die Rauchgaskanäle eingedüst wird. Dabei kommt es im ersten Schritt zu einer chemischen Reaktion mit dem nach der Verbrennung noch in den Rauchgasen enthaltenem Schwefel (SO2). Dabei wird der Schwefel nahezu vollständig gebunden und es entstehen Calciumsulfit (CaSO3) und Wasser (H2O). Im zweiten Schritt wird dann durch Eindüsung von Oxidationsluft Calciumsulfat (CaSO4 x 2 H2O) erzeugt, besser bekannt als Gips. Am Ende kommt aus den Schornsteinen in Moorburg das sogenannte „Reingas“, das nur noch 2-5 Prozent des in den Rauchgasen nach der Verbrennung ursprünglich enthaltenen SO2 enthält.

     

  • Kann das Kraftwerk Moorburg Biomasse (z.B. Holz) mitverbrennen?

    In manchen, insb. älteren Kohlekraftwerken werden der Kohle weitere Brennstoffe beigemischt, z.B. Klärschlamm oder Holzpellets. Im Heizkraftwerk Moorburg würde ein solcher Einsatz weiterer Brennstoffe jedoch nicht nur den Wirkungsgrad der hochspezialisierten Anlage verringern (für die gleiche Strommenge müsste man also mehr verbrennen) und die Instandhaltungskosten deutlich erhöhen (Ablagerungen in den Brennerleitungen aufgrund der faserigen Struktur), sondern auch erhebliche logistische Probleme verursachen. Selbst eine Beimischung im Bereich nur weniger Prozent würde den Aufbau zusätzlicher Lagerflächen und den Einsatz dutzender Lkw pro Tag erfordern, was unsere strengen Genehmigungsauflagen gar nicht zulassen.
    Hinzu kommt ein Mengenproblem: Die in Hamburg benötigten und in Moorburg erzeugten Strommengen sind so groß, dass – zur Veranschaulichung einmal ganz grob hochgerechnet – alle 225.000 Hamburger Stadtbäume schon nach weniger als einem Jahr verfeuert wären.
    Fazit: Die Beimischung von z.B. Holzpellets ist eine gute Idee, aber eher für ältere kleinere Kraftwerke, die über eine weniger hoch spezialisierte Technologie verfügen und logistisch günstig gelegen sind, um die erforderlichen Mengen zu erhalten und zu lagern.

Rauchgasemissionen, Quecksilber

  • Wie werden die Rauchgase in Moorburg gereinigt?

    Die Rauchgasreinigung in Moorburg besteht aus drei Stufen:

    • Stufe 1: Stickoxide werden an Katalysatorblechen in Stickstoff und Wasser gespalten, also in normale Bestandteile der Luft.

    • Stufe 2: Aschestaubpartikel werden elektrostatisch aufgeladen und aus dem Rauchgas abgeschieden, die Asche anschließend als Rohstoff für die Zementproduktion genutzt.

    • Stufe 3: Schwefel wird durch Einsprühen einer Kreidemehlsuspension gebunden, es entstehen Gips und Wasser.

    So bleibt die Anlage bei Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid 50 Prozent und bei Stickoxid sogar 65 Prozent unter den gesetzlichen Grenzwerten der 13. Bundesimmisionsschutzverordnung (BImschV).
    Auch der durch das Kraftwerk verursachte Staub führt zu keiner messbaren Erhöhung der Belastung der Hamburger Luft. Dafür sorgen neben der Rauchgasreinigung die geschlossenen Kohlekreislager sowie die abgedeckte Kohleförderanlage.

  • Was kommt trotz Rauchgasreinigung noch aus den Schornsteinen?

    Bei der Rauchfahne aus den Schornsteinen handelt es sich um ca. 99,93 Prozent Wasserdampf und ca. 0,07 Prozent Kohlendioxid (CO2). Von Schadstoffen wie NOx und SOx sind am Schornsteinaustritt nur noch sehr geringe Mengen nachweisbar, die weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Die genauen Werte dazu sind täglich im Internet abrufbar.

  • Wie werden die Emissionen des Kraftwerk Moorburg gemessen?

    Die für die Umwelt und die Anwohner relevanten Schadstoffemissionen für Staub, Kohlenmonoxid (CO), Stickoxide (NOx), Schwefeldioxid (SO2) und Quecksilber (Hg) werden direkt in den Schornsteinen der beiden Blöcke mit speziell dafür zugelassenen und behördlich kalibrierten Messeinrichtungen kontinuierlich gemessen. Diese Daten werden direkt online an die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt übertragen, welche die Einhaltung der Grenzwerte überwacht.

    Zusätzlich werden diese sowie weitere, noch in deutlich geringeren Mengen auftretende Schadstoffkonzentrationen (z.B. Dioxine/Furane und Ammoniak) wiederkehrend in unregelmäßigen Abständen von einem zugelassenen Messinstitut ermittelt.

  • Welche Grenzwerte gelten für das Kraftwerk Moorburg?

    Für das Kraftwerk Moorburg gelten eine Vielzahl von Grenzwerten, in der Regel sind Höchstwerte festgesetzt sowohl für die Mittelwerte pro halber Stunde als auch für die Mittelwerte pro Tag und pro Jahr. Ferner gelten die Werte aus dem bundesweiten Bundesimmisionsschutzgesetz (Großfeuerungsanlagenverordnung -13. BlmSchV), zusätzlich aber auch die von der Hamburger Genehmigungsbehörde definierten und z.B. bei NO2, SO2 und CO noch einmal deutlich verschärften Grenzwerte der Hamburger Genehmigungsbehörde.

    Die nachfolgende Tabelle zeigt z.B. für Stickstoff, dass als Halbstundenmittelwert 200 mg/m3, als Tages- und als Jahresmittelwert 100 mg/m3 eingehalten werden müssen. Die aktuellen Tagemittelwerteveröffentlich das Kraftwerk Moorburg jeden Tag im Internet unter https://corporate.vattenfall.de/uber-uns/geschaftsfelder/erzeugung/bauprojekte/Moorburg/umweltdaten-ubersicht/

     1. Jahresmittelwerte (JMW):  
    a) Gesamtstaub 10 mg/m3
    c) Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid, angegeben als Stickstoffdioxid NOx  70 mg/m3
    e) Quecksilber Hg  0,01 mg/m3
    2. Tagesmittelwerte (TMW):
    a) Gesamtstaub 10 mg/m3
    b) Kohlenmonoxid CO 100 mg/m3
    c) Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid, angegeben als Stickstoffdioxid NOx 70 mg/m3
    d) Schwefeldioxid und Schwefeltrioxid, angegeben als Schwefeldioxid SO2 100 mg/m3
    e) Quecksilber Hg 0,03 mg/m3
    3. Halbstundenmittelwerte (HMW) (kontinuierliche Messung):
    a) Gesamtstaub 20 mg/m3
    b) Kohlenmonoxid CO 200 mg/m3
    c) Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid, angegeben als Stickstoffdioxid NOx 200 mg/m3
    d) Schwefeldioxid und Schwefeltrioxid, angegeben als Schwefeldioxid SO2 200 mg/m3
    e) Quecksilber Hg 3
  • Wer überwacht die Einhaltung dieser Grenzwerte?

    Halbstundenmittelwerte, Tagesmittelwerte und Jahresmittelwerte werden von einem zugelassenen und regelmäßig überprüften Emissionsauswerterechner auf die Kraftwerkswarte übertragen. Die Behörde für Umwelt und Energie hat direkten Zugriff auf diese Daten (sogenannte „Emissionsfernüberwachung“). Grenzwertverletzungen würden vom Rechner aktiv an die Behörde übermittelt.

    Somit wird die Einhaltung der Grenzwerte sowohl vom Kraftwerksteam als auch der Behörde für Umwelt und Energie online überwacht. Außerdem wäre jede Überschreitung von Tagesmittelwerten auch im Internet unter dem oben angeführten Link für jedermann sichtbar.

  • Warum ist die sichtbare Rauchfahne manchmal weiß und manchmal grau?

    Dies liegt ausschließlich an den Lichtverhältnissen, denn was am Austritt der Schornsteine sichtbar ist, immer das gleiche: Wasserdampf. Hat man die Sonne an einem klaren Tag im Rücken, erscheint die Dampffahne strahlend weiß, steht die Sonne hinter den Schornsteinen, erscheint die Dampffahne verschattet dunkel.
    Hierzu hat es bereits zahlreiche Anrufe von Bürgern wegen angeblichen „schwarzen Rauchs“ aus Moorburg bei Medien, der Umweltbehörde und sogar der Polizei gegeben, es lag jedoch stets am beschriebenen Lichteffekt.

  • Wie hoch ist die Quecksilberbelastung durch das Kraftwerk Moorburg?

    Das Kraftwerk Moorburg bleibt im derzeitigen Betrieb deutlich unter den genehmigten Grenzwerten – und erfüllt sogar bereits die neuen, noch schärferen EU-Richtlinien. In den ersten Monaten seit Aufnahme des regulären Betriebs lagen die Quecksilberemissionen des Blocks B im Mittel bei nur 0,004 mg/m3 – das ist die Hälfte des geplanten zukünftigen Grenzwertes. Wir erreichen diese erfreulich niedrigen Werte durch eine effiziente Verbrennungstechnik und die moderne Rauchgasreinigung. Der Quecksilberausstoß des Kraftwerks Moorburg ist damit um ein Vielfaches geringer als die zulässige Maximalmenge, die immer wieder in der öffentlichen Diskussion genannt wird.
 Die Emissionen werden kontinuierlich gemessen und mit der Aufnahme des Dauerbetriebes je Block direkt an die zuständige Behörde übertragen. Die Daten sind auch für Sie im Internet zugänglich unter www.vattenfall.de/moorburg.

  • Warum darf in Deutschland mehr Quecksilber ausgestoßen werden als in den USA?

    Bei den Grenzwerten für Quecksilber gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen den USA und Europa. Der Ansatz in Europa ist ganzheitlich: Die Immissionen werden in Bezug auf alle sogenannten Schutzgüter – also Boden, Luft und Wasser – betrachtet. So haben wir in Deutschland sehr strenge Grenzwerte für die Einleitung in Gewässer und sehr hohe Anforderungen an die Qualität der Kraftwerks-Nebenprodukte (zum Beispiel Asche und Gips). Das ist in den USA so nicht der Fall, dort liegt der Schwerpunkt auf den Luftemissionen – die Belastung der Menschen durch Quecksilber im Wasser sowie die Vermeidung von giftigen Abfällen werden weniger berücksichtigt. Beispielsweise reduzieren viele amerikanische Kraftwerksbetreiber mit der Beimischung von Bromiden den Quecksilbergehalt. Dabei entsteht jedoch in großem Ausmaß giftiger Sondermüll. Im Gegensatz dazu ist das Ziel der deutschen Gesetzgebung, die Summe der Immissionen auf alle Schutzgüter möglichst gering zu halten und nicht einen sehr niedrigen Grenzwert bei einem einzelnen Schutzgut mit höheren Emissionen bei anderen zu erkaufen. Wer nur selektiv auf die Luftgrenzwerte in den USA verweist, vergleicht also Äpfel mit Birnen.

  • Warum wird in den Medien und im Internet immer wieder über einen Quecksilberausstoß des Kraftwerks Moorburg von angeblich mehr als einer Tonne pro Jahr berichtet?

    Das fragen wir uns auch! Mit der Realität hat es jedenfalls nichts zu tun.

  • Wieviel Schwefelsäure stößt das Kraftwerk Moorburg aus?

    Im Kraftwerk Moorburg entsteht keine Schwefelsäure. Aus dem in der Steinkohle enthaltenen Schwefel entsteht bei der Verbrennung Schwefeldioxid (SO2). Dieses wird jedoch in der Rauchgasentschwefelungsanlage zu mehr als 95 Prozent in Gips umgewandelt; dieser Gips wird anschließend an die Baustoffindustrie verkauft. Nur die verbleibenden weniger als fünf Prozent des SO2 werden noch mit den Rauchgasen ausgestoßen. SO2 war bekannt als ein Verursacher des sogenannten „sauren Regens“, denn in großen Mengen kann sich SO2 mit der Feuchtigkeit der Luft in Schwefelsäure verwandeln. Dies war insbesondere in den 1970er- und 1980er-Jahren ein Problem, als es noch keine Rauchgasentschwefelungsanlagen gab und der SO2-Ausstoß vieler Anlagen mehr als 1.000 mg/m3 betragen konnte. Heute liegen die deutschen Grenzwerte für Schwefeldioxid bei 150 mg/m3; außerdem darf ein Schwefelabscheidegrad von mindestens 85 Prozent nicht unterschritten werden. Für das Kraftwerk Moorburg hat die Stadt Hamburg sogar nur 100 mg/m3 genehmigt; der tatsächliche Ausstoß in den vergangenen Monaten lag bei durchschnittlich 36 mg/m3. In diesem Bereich hat sich also in den letzten Jahrzehnten sowohl im Umweltrecht und als auch in der Technologie viel getan, so dass heute niemand Sorge vor saurem Regen durch das Kraftwerk Moorburg haben muss.

Kohlendioxid(CO₂)

  • Warum steht Kohlendioxid (kurz CO2) in der Kritik?

    Kohlendioxid ist weder giftig noch ein Schadstoff, auch wenn dies immer wieder einmal zu lesen ist. CO2 ist jedoch ebenso wie Methan (Erdgas) und Ozon ein sogenanntes „Treibhausgas“, das mit zur globalen Erwärmung beiträgt.
    Auch wenn die vom Menschen verursachten CO2-Emissionen nur einen Bruchteil des Kohlendioxidausstoßes aus natürlichen Quellen ausmachen, tragen sie doch zur Erhöhung des CO2-Anteils in der Atmosphäre bei, der seit einigen Jahrzehnten zu beobachten ist.

  • Wieviel CO2 stößt das Kraftwerk Moorburg aus?

    Bei einem durchschnittlichen Betrieb mit 7.500 Volllaststunden im Jahr erzeugt das Kraftwerk rund 11,5 Terawattstunden (TWh) Strom und setzt dabei rund 8,7 Millionen Tonnen CO2 frei.

     

     

  • Warum kann auch ein Kohlekraftwerk helfen, den CO2 Ausstoß zu reduzieren?

    Der Ausstoß von CO2 im Kraftwerk Moorburg ist durch den hohen Wirkungsgrad der neuen Anlage um ca. 2,3 Millionen Tonnen pro Jahr geringer, als die bei der Erzeugung der gleichen Strommenge in älteren Steinkohlekraftwerken erzeugte Menge an Kohlendioxid. Das spart jedes Jahr so viel CO2 ein, wie 1,2 Millionen Autos im gleichen Zeitraum im Durchschnitt ausstoßen.
    An Tagen, in denen in Deutschland nicht alle Kohlekraftwerke in Betrieb sein müssen, um den aktuellen Strombedarf zu decken, verdrängt das Kraftwerk Moorburg schon heute diese älteren Anlagen. Mittelfristig werden die älteren Anlagen durch die neueren Anlagen ganz aus dem Markt gedrängt und außer Betrieb gehen.

  • Wie wird der CO2-Ausstoß gemessen?

    Als Betreiber des Kraftwerks Moorburg unterliegen wir der Emissionshandelspflicht und müssen daher regelmäßig die CO2-Emissionen aller CO2-Quellen im Kraftwerk nachweisen. Neben der rechnerischen Ableitung der CO2-Frachten aus der Menge und Qualität der eingesetzten Brennstoffe werden dazu kontinuierlich an zwei verschiedenen Messstellen im Abgaskanal jedes Kessels Messungen des CO2-Gehaltes im Rauchgasstrom durchgeführt. Technisch basieren diese Messungen auf optischen Verfahren (Spektralanalyse), welche die CO2-Konzentration im Rauchgas sowie deren Volumenströme erfassen und die Gesamtmenge in Tonnen richtig und in Echtzeit ermitteln.

  • Muss das Kraftwerk Moorburg für diesen CO2-Ausstoß bezahlen?

    Das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz verpflichtet das Kraftwerk Moorburg, über das Europäische Emissionshandelssystem eine dem Ausstoß entsprechende Menge so genannter CO2-Zertifikate (Ein Zertifikat = Berechtigung zum Ausstoß einer Tonne Kohlendioxid) zu ersteigern und an die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt abzuführen. Die Gesamtmenge der von der DEHSt in den Umlauf gebrachten CO2-Zertifikate ist beschränkt. Jedoch werden die Zertifikate an der Börse frei gehandelt, ihr Preis bildet sich damit auf der Grundlage von Angebot und Nachfrage. Von Januar bis August 2016 bewegte der Preis sich zwischen 5 und 8 € pro Tonne Kohlendioxid.

  • Ist eine Abscheidung des CO2 aus Moorburg möglich (sog. CSS)?

    CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS,  engl. Carbon Dioxide Capture and Storage) beschreibt einige großtechnische Vorhaben mit dem Ziel der Reduzierung von CO2-Emissionen in die Atmosphäre durch die technische Abspaltung am Kraftwerk und Einlagerung in unterirdische Lagerstätten. Das Kraftwerk Moorburg ist grundsätzlich für die Abscheidung von CO2 ausgelegt. Technisch befinden sich die Verfahren zur Abscheidung von CO2 jedoch noch in der Entwicklung. Darüber hinaus fehlen derzeit in Deutschland aber auch die gesetzlichen Voraussetzungen für die Nutzung geeigneter unterirdischer Lagerstätten, da fast alle Bundesländer eine unterirdische Lagerung von CO2 explizit verboten haben.

Wassernutzung, Kühlturm

  • Was muss bei einem Kraftwerk gekühlt werden?

    Die Kühlung des Wasser-Dampf-Kreislaufs ist der Hauptanteil an der Kraftwerkskühlung. Der gasförmige Dampf, der im Kessel durch die Verbrennung der Steinkohle erzeugt wurde und der die Turbine zur Stromerzeugung antreibt, wird am Turbinenaustritt mit Hilfe von Kühlwasser wieder zurück in den flüssigen Zustand kondensiert. Da bislang in Moorburg keine Fernwärmeauskopplung realisiert wurde, bei der man diese Wärme sinnvoll hätte nutzen können, wird diese Wärme entweder an die Elbe (sogenannte Durchlaufkühlung) oder über den Kühlturm an die Luft (sogenannte Kreislaufkühlung) abgegeben. Die abgeführte Wärme aus dem Wasser-Dampf-Kreislauf beträgt ca. 780 Megawatt.
    Hinzu kommt noch die Kühlung von Pumpen und Lüftern im Wasser-Dampf-Kreislauf. Diese beträgt ca. 30 Megawatt. Diese Wärmemenge würde ausreichen um zehntausende Haushalte in Hamburg zu heizen und mit warmem Wasser zu versorgen.

  • Wieviel Wasser entnimmt das Kraftwerk Moorburg dafür aus der Elbe?

    Bei Durchlaufkühlung benötigt das Kraftwerk für beide Blöcke 64 m3/s zur Kühlung, wenn diese im Volllastbetrieb sind. Diese Wassermengen gehen nicht in den eigentlichen Kraftwerksprozess ein, sondern nehmen nur beim „Durchlaufen“ über eine Rohrwand Wärme auf, die sie ableiten.
    In Kreislaufkühlung mit dem Kühlturm muss nur eine viel geringere Wassermenge entnommen werden, um die Verdunstungsverluste, die sich durch die Kühlung mit dem Kühlturm ergeben, zu ersetzen. Die Entnahmemenge beträgt dann 1 m3/s.

  • Wie werden die Fische geschützt?

    Um bei der Entnahme des Kühlwassers aus der Elbe möglichst wenige Fische beeinträchtigen, wurde im Kraftwerk Moorburg eine Kombination verschiedener Anlagen und Vorrichtungen eingegebaut. Zunächst ist vor dem Entnahmebauwerk unter Wasser eine elektrische Fischscheuchanlage installiert. Diese sorgt durch Aufbau eines elektrischen Feldes dafür, dass Fische sich im Bereich vor dem Bauwerk unwohl fühlen und diesen Bereich meiden bzw. sich dort nicht aufhalten.
    Nach der Entnahme aus der Elbe wird das Kühlwasser zunächst durch einen Grobrechen (Spaltbreite 3 cm) und anschließend durch einen Feinrechen gefiltert. Der Feinrechen ist gleichzeitig eine Fischrückführanlage. Fische, welche an dieser sogenannten Multidiskanlage ankommen, werden aus dem Wasser gehoben und über eine Rohrleitung zurück in die Elbe gespült. Die Funktion der Anlage und die Anzahl entnommener Fische wird täglich durch ein Fachinstitut kontrolliert, und zwar in einem eigens zu diesem Zweck entwickelten Monitoringgebäude unterhalb des Geländeniveaus.

  • Wie viele Fische wurden bisher am Kraftwerk Moorburg beeinträchtigt?

    Als relevante und besonders schützenswerte Fischarten sind in der Genehmigung des Kraftwerks Moorburg die sogenannten „anadromen FFH-Arten“ definiert, dies sind Lachs, Schnäpel, Maifisch, Flussneunauge und Meerneunauge.
    Im ersten Betriebsjahr von März 2015 bis Februar 2016 wurden am Kraftwerk Moorburg trotz Elektrofischscheuchanlage 652 Fische dieser Arten am Grobrechen oder in der Fischrückführungsanlage nachgewiesen. Als geschädigt gezählt wurden davon 78 Fische (diese Anzahl errechnet sich gemäß eines von der Genehmigungsbehörde definierten Zählverfahren, bei dem Jungfische oder bereits erkrankte Tiere nur anteilig gezählt werden).

  • Warum hat Vattenfall eine Fischaufstiegsanlage in Geesthacht gebaut?

    Während des Genehmigungsverfahrens für das Kraftwerk Moorburg kam die Überlegung auf, dass trotz der Schutzmaßnahmen am Kraftwerk eine große Zahl von Fischen bei der Kühlwasserentnahme beeinträchtigt werden könnte. Um den Gesamtschaden zu begrenzen, welcher für schützenswerte Fischarten entsteht, wurde daher als eine der vielen Genehmigungsauflagen die Errichtung einer Fischaufstiegsanlage festgelegt. Durch diese in Geesthacht errichtete Anlage können 46 nachgewiesene Fischarten wieder den Oberlauf der Elbe erreichen und sich dort umfangreicher vermehren. Die bisherigen Auswertungen haben gezeigt, dass die Beeinträchtigung der Fischfauna durch den Kraftwerksbetrieb nur gering ist.

    Der Nutzen der Fischtreppe ist jedoch deutlich größer als erwartet. Im ersten Betriebsjahr des Kraftwerks konnten mehr als 32.000 Fische der relevanten Arten über die Fischtreppe in Geesthacht aufsteigen und damit Laichgründe im Oberlauf der Elbe erreichen.

  • Wozu gibt es den Hybridkühlturm?

    Die im Kraftwerksbetrieb entstehende Wärme muss abgeleitet bzw. die Anlagen müssen gekühlt werden. Idealerweise nutzt man die Wärme aus Kraftwerken für die Heizungen der umliegenden Wohngebiete, indem man heißes Wasser dorthin leitet und abgekühltes Wasser zurückbekommt.
    Da das Kraftwerk Moorburg jedoch bislang nicht an das Hamburger Fernwärmenetz angeschlossen wurde, bleiben nur die Optionen einer Kühlung mit Flusswasser (die meisten Kraftwerke liegen dafür direkt an einem Flussufer) oder mit einem Kühlturm.
    Nun liegt das Kraftwerk Moorburg zwar direkt an der Süderelbe, darf das Wasser aus der Elbe aber nur unter sehr strengen Auflagen nutzen. Steigt die Elbtemperatur, fällt der Sauerstoffgehalt oder sinkt die Menge mitgeführten Wassers unter gewisse Schwellenwerte, wird die zulässige Entnahmemenge zunächst gesenkt und die zulässige Erwärmung begrenzt. Ab bestimmten Schwellenwerten wird eine Wasserentnahme dann sogar komplett untersagt. Um in diesen Zeiten, typischerweise in den Sommermonaten, nicht das Kraftwerk abstellen zu müssen, wurde der Hybridkühlturm errichtet.
    Während in den meisten Kraftwerken die Kühltürme 150-200 Meter hoch sind und große Wasserdampfschwaden ausstoßen, kann unser Hybridkühlturm mit seiner Technologie auf nur 60 Metern Höhe eine Schwadenbildung weitgehend verhindern (siehe unten) und kann anderen Hamburger Bauwerken die Ehre überlassen, als höchste Gebäude die Silhouette unserer Hansestadt zu dominieren.

     

  • Warum kommen manchmal Schwaden aus dem Kühlturm?

    Der Kühlturm des Kraftwerks Moorburg ist weltweit ein Unikat: Mit 72 hausgroßen Ventilatoren ist er technisch so konstruiert, dass er eine Bildung von Wasserdampfschwaden weitgehend verhindern kann. Delegationen aus Südkorea und Chile haben ihn bereits besichtigt und interessieren sich für die Technologie.
    Bei Temperaturen unter 5 Grad und gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit ist eine Bildung von Dampfschwaden nach der Regeln der Physik aber auch mit unserem Kühlturm und seiner schon sehr großen Auslegung nicht mehr vermeidbar, dies sieht auch die uns erteilte Genehmigung ausdrücklich vor. Da der Kühlturm jedoch in der Regel nur in den warmen Sommermonaten eingesetzt werden soll (siehe nächste Frage), sollte die 5 Grad Grenze nur selten erreicht werden und der Kühlturm daher die meiste Zeit im Jahr – wenn überhaupt in Betrieb – schwadenfrei arbeiten.

  • Warum wird der Kühlturm nicht das gesamte Jahr über benutzt?

    Für den Betrieb des Kühlturms mit seinen 72 Ventilatoren von 8 Metern Durchmesser und zahlreichen zusätzlichen Pumpen muss das Kraftwerk einen Teil seines erzeugten Stroms gleich wieder selbst verbrauchen. Außerdem kann das Kühlwasser durch den Kühlturm nicht ganz so weit heruntergekühlt werden, wie mit Elbwasser. All dies zusammen senkt den Wirkungsgrad des Kraftwerks von 46,5 Prozent bei Elbwassernutzung auf 45,1 Prozent im Betrieb mit Kühlturm. Das bedeutet, dass für die Einspeisung der gleichen Menge Strom im Endeffekt mehr Kohle verbrannt werden muss. Sowohl für die Stromerzeugungskosten als auch für den Klimaschutz wäre das ein Nachteil. Daher wird in Zeiten, in denen keine Bedenken aus Sicht des Gewässerschutzes bestehen, Wasser aus der Elbe zur Kühlung genutzt. Erst ab Überschreitung bestimmter Werte für Temperatur, Sauerstoffgehalt oder Wassermenge der Elbe wird der Kühlturm eingesetzt, typischerweise in den Sommermonaten.

Lärm

  • Wie laut ist das Kraftwerk Moorburg?

    In der Genehmigung des Kraftwerks sind einzuhaltende Lärmgrenzwerte festgelegt. Diese betragen von 6-22 Uhr 54 Dezibel(A) und von 22-6 Uhr 44 Dezibel(A). Diese Werte müssen an einem durch die Genehmigungsbehörde festgelegten Immissionsort im Ort Moorburg eingehalten werden.
    Zum besonderen Schutz des benachbarten Ortsteils Moorburg ist außerdem ein Schutzstreifen mit dichter, hochstämmiger Bepflanzung im Bereich westlich des Kraftwerks vorgesehen.

  • Wie werden die Lärmemissionen gemessen?

    Spätestens 21 Monate nach Aufnahme des Dauerbetriebs werden wir, wie in unseren Genehmigungsauflagen festgelegt, ein zugelassenes Messinstitut beauftragen, Schalldruckpegelmessungen bei höchster Betriebslast durchzuführen. Die Ausführung der Messung wird hierbei im Vorfeld mit der Behörde abgestimmt.

  • Wieviel Lkw-Verkehr entsteht durch das Kraftwerk Moorburg?

    Durch den eigenen Hafen, in dem neben Kohle auch Ammoniak per Schiff angeliefert sowie Asche und Gips verladen werden können, entsteht am Kraftwerk Moorburg im Vergleich zu anderen Kraftwerken nur ein sehr geringer Lkw-Verkehr für den regulären täglichen Betrieb. Im Jahr 2015 waren es, wenn man die Transporte nicht mitzählt, die noch mit dem Bau des Kraftwerks zu tun hatten, etwa 52 Lkw pro Werktag (Mo-Fr), welche tagsüber zum Kraftwerk fuhren. Nachts finden keine Transporte statt. An Wochenendtagen haben wir im Durchschnitt nur am Samstag einen Lkw pro Tag, Sonntags wurden und werden überhaupt keine Transporte durchgeführt.

Umweltschutz

  • Was tut das Kraftwerk Moorburg für den Umweltschutz?

    Als unseren wichtigsten Beitrag zum Umweltschutz sehen wir, dass wir den elektrischen Strom möglichst effizient und mit geringstmöglichem Einsatz von Brenn- und Betriebsstoffen erzeugen. Dabei hilft uns unsere moderne Anlage und der hohe Wirkungsgrad, wir arbeiten aber auch im täglichen Betrieb daran, das komplexe Zusammenspiel der unterschiedlichen Systeme im Kraftwerk immer weiter verbessern. Vom Anpressdruck der Mahlwalzen in den Kohlemühlen bis hin zu den Mengen und Temperaturen der in die Kessel eingeblasenen Verbrennungsluft optimieren wir ganz viele Stellgrößen, um jede Kilowattstunde Strom mit möglichst wenig Kohleeinsatz erzeugen zu können.
    Auch eine Nutzung der bei der Stromerzeugung entstehenden Wärme sehen wir als Beitrag zum Umweltschutz: Statt an anderen Orten zusätzlich Gas oder Kohle zu verbrennen und zusätzliches CO2 auszustoßen, könnte unsere Wärme als Prozessdampf oder Fernwärme genutzt werden. Wir suchen weiter nach Möglichkeiten hierfür und freuen uns, mit der Holborn Raffinerie einen ersten Abnehmer gefunden zu haben.
    Einen großen Beitrag zum Umweltschutz leisten wir natürlich auch durch unsere Rauchgasreinigung sowie beim Schutz der Fische bei der Kühlwasserentnahme (mehr Informationen dazu weiter oben bei den Fragen zu diesem Thema).
    Zusätzlich zu erwähnen wären hier weitere Umweltschutzmaßnahmen, die im Zusammenhang mit dem Bau des Kraftwerks umgesetzt wurden. So wurde z.B. der auf dem Kraftwerksgelände liegende Arm der alten Süderelbe mit einer Stauwand so gestaltet, dass ein Mindestwasserstand von 1,10 Metern gehalten wird. Dadurch wurde eine Ausspülung von Schlick aus der alten Süderelbe verhindert, ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tiere geschaffen und eine Sauerstoffzehrung im Gewässer verhindert. Zusätzlich wurde im Altengammer Priel eine Flusswattfläche im Mittellauf der Elbe geschaffen, der Lebensraum für viele Tierarten sowie Rast- und Futterflächen für Zugvögel bietet.

Arbeitsplätze, Jobangebote, Praktika

  • Wieviele Menschen arbeiten im Kraftwerk Moorburg?

    Im Kraftwerk Moorburg arbeiten ca. 170 eigene Mitarbeiter, davon ca. 70 im Schichtdienst, um die Anlage Tag und Nacht und 365 Tage im Jahr sicher zu betreiben. Die zweitgrößte Gruppe sind die ca. 40 Mitarbeiter der Werkstatt. Etwa 15 Ingenieure arbeiten im Anlagenmagement und dem Technischen Büro. Die übrigen Mitarbeiter verteilen sich auf Bereiche wie das kaufmännische Büro, die Ver- und Entsorgung, die Arbeitsvorbereitung, die Betriebsverwaltung sowie auf Arbeitssicherheit, Brandschutz und Umweltschutz.
    Hinzu kommen ca. 200 dauerhafte Fremdfirmenmitarbeiter, welche zum Teil im Schichtdienst (z.B. Ent- und Beladung von Schiffen, Reinigung der Anlagen, Werkschutz), zum Teil nur an Werktagen im Kraftwerk tätig sind (z.B. Lager, Dokumentation, Kantine, Wartungen).
    In Revisionszeiten kommen bis zu 500 weitere Fremdfirmenmitarbeiter hinzu, welche dann für einige Wochen genau vorbereitete Reparaturprogramme abarbeiten, um den Kraftwerksblock nur möglichst kurz vom Netz nehmen zu müssen.

  • Gibt es offene Stellen im Kraftwerk oder bei Dienstleistern?

    Aktuell gibt es im Kraftwerk keine offenen Stellen, wenn es externe Ausschreibungen gibt, erfolgen diese über das Jobportal von Vattenfall.
    Immer wieder suchen allerdings Lieferanten und bei uns tätige Fremdfirmen aktiv nach neuen Mitarbeitern. Wir überlegen, diesen Firmen auf unserer Internetseite die Möglichkeit zu bieten, sich dort vorzustellen. Dies steht auf unserer Liste der möglichen Erweiterungen unserer Internetseite.

  • Kann man im Kraftwerk Moorburg eine Ausbildung machen?

    Ja! Im Jahr 2016 haben die ersten drei Azubis ihre Ausbildung im Kraftwerk Moorburg begonnen, zwei als Mechatroniker in der Werkstatt und einer im kaufmännischen Bereich. Zukünftig wollen wir pro Jahr mindestens zwei weitere Azubis aufnehmen.
    Bewerbungen können gerne direkt an das Kraftwerk gerichtet werden, gehen dann jedoch in den gemeinsamen Bewerbungsprozess aller Hamburger Standorte von Vattenfall und Stromnetz Hamburg ein.

  • Kann man im Kraftwerk Moorburg ein Praktikum machen oder eine Studienarbeit schreiben?

    Bisher haben bereits mehrere Schüler ein Praktikum für zwei Wochen in unserer Werkstatt gemacht, dies ist jedoch nur für eine kleine Anzahl Praktikanten und nicht das ganze Jahr über möglich, da z.B. in Revisionszeiten die Arbeitsbelastung im Kraftwerk sehr hoch ist und wir die Praktikanten auch gut betreuen wollen.
    Auch Ingenieurpraktika und Diplom- / Masterarbeiten gab es bereits mehrere, hier müssen jedoch Thema und Kandidat zu uns passen – mit guten Ideen oder spannendem Lebenslauf gerne bewerben, interessante technische und wirtschaftliche Themen gibt es bei uns immer wieder.

Besichtigungen und Veranstaltungen

Sonstiges/Kurioses

  • Wie groß ist das Kraftwerksgelände?

    Der Moorburger Standort an der Süderelbe hat Tradition für die Energieversorgung der Stadt Hamburg. Auf der rund 286.500 m2 großen Fläche an der Süderelbe befand sich über 25 Jahre lang bis 2004 ein mit Gas und Öl befeuertes 1.030-Megawatt-Kraftwerk der Hamburger Electricitäts Werke (HEW).

  • Wieviel hat der Bau des Kraftwerks Moorburg gekostet?

    Der Bau des Kraftwerks kostete rund 2,8 Milliarden Euro.

  • Wieviel Kilometer Kabel sind im Kraftwerk Moorburg verlegt?

    Beim Bau des Kraftwerks wurden mehr als 5.000 Kilometer Kabel verlegt: Etwa 45.000 Elektrokabel mit einer Gesamtlänge von ca. 3.500 Kilometern sowie etwa 17.000 Leittechnikkabel mit einer Gesamtlänge von ca. 1700 Kilometern. Allein in den E-Technikkabeln stecken mehr als 2400 Tonnen Kupfer.

  • Wieviel Stahl und Beton wurden in Moorburg verbaut?

    Insgesamt wurden etwa 120.000 Tonnen Bewehrungsstahl, mehr als 3.700 Gründungspfähle mit einer Gesamtlänge von ca. 45 Kilometern, sowie 80.000 Tonnen Baustahl verbaut. Hinzu kamen etwa 470.000 Tonnen Beton.

  • Wieviele Schiffe kommen jedes Jahr nach Moorburg?

    Wir rechnen mit circa 120 bis 150 Schiffen pro Jahr, etwa zwei Drittel davon für die Anlieferung von Kohle, die übrigen für den Abtransport von Gips und Flugasche.

  • Warum verklagt die EU-Kommission derzeit die Bundesrepublik Deutschland wegen des Kraftwerks Moorburg?

    Die EU-Kommission hat gegen die Bundesrepublik Deutschland ein sogenanntes Vertragsverletzungsverfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen die EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie eingeleitet. Dabei geht es im Kern um die sehr formale Frage, ob die zusammen mit dem Kraftwerk Moorburg errichtete Fischaufstiegsanlage bei Geesthacht eine sog. Schadensbegrenzungsmaßnahme oder lediglich eine sog. Ausgleichsmaßnahme für am Kraftwerk entstehende Schäden ist.
    Nach Auffassung der Bundesrepublik Deutschland und der Stadt Hamburg (vertreten durch die Behörde für Umwelt und Energie) ist für die Einhaltung des europäischen Rechts die Stabilität der Fischpopulationen in den Schutzgebieten entscheidend und die Fischtreppe damit eine „Schadensbegrenzungsmaßnahme“. Mit Blick auf die gesamten Fischpopulationen wird ein möglicher Schaden für die Fischpopulation durch die Kühlwasserentnahme am Kraftwerk Moorburg dadurch begrenzt, dass anderen Fischen der Population in Geesthacht der Aufstieg in den Oberlauf der Elbe ermöglicht wird, und diese Fischart sich daher besser vermehren und entwickeln kann.
    Umweltverbände halten dem die Auffassung entgegen, dass nach europäischem Recht nicht die Fischpopulation, sondern jeder einzelne Fisch am Kraftwerk Moorburg zu schützen sei. Die Verbesserung für die Fischpopulation als Ganzes sei daher keine Schadensbegrenzungsmaßnahme, sondern eine Schadensausgleichsmaßnahme. Sollte der EuGH diese Auffassung teilen, hätte die Stadt Hamburg einen Formfehler bei der Genehmigung des Kraftwerks gemacht.

    Am 09.03.2016 hat die EU-Kommission ihre Klagebegründung abgegeben, das Verfahren wird nun vor dem Europäischen Gerichtshof geführt. Mit einem Urteil ist nicht vor Ende 2017 zu rechnen.

  • Wieviele Nebenbestimmungen muss das Kraftwerk Moorburg einhalten?

    Insgesamt muss das Kraftwerk Moorburg 2537 Nebenbestimmungen einhalten. Diese reichen von den sehr strengen Grenzwerten für Schadstoffe und Lärm über den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und das tägliche Fischmonitoring bis hin zur vorgeschriebenen Anzahl überdachter Fahrradstellplätze und der Herkunft der auf den Parkplätzen zu pflanzenden Bäume.

  • Warum gibt es so oft Tests der Alarmanlagen?

    Jeden Mittwoch um 12:00 Uhr mittags gibt es für ca. eine Minute einen Test unserer Alarmierungsanlage. Hinzu kommt unregelmäßig, jedoch mindestens einmal im Jahr, ein größerer Test durch den TÜV. Diese Tests sind so gesetzlich vorgeschrieben.
    Bei den größeren Tests informieren wir unsere direkten Anwohner per Rundmail – schreiben Sie einfach eine kurze Mail an moorburg@vattenfall.de, um in unseren Mailverteiler aufgenommen zu werden.

  • Warum wird der Strom immer teurer?

    Der Strompreis für Privatkunden setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. Entscheidend sind dabei drei Preiskomponenten:
    · Der Preis für die Beschaffung sowie den Vertrieb des Stroms,
    · Die Entgelte für die Netznutzung
    · Die staatlich veranlassten Preisbestandteilen wie zum Beispiel Steuern und EEG-Umlage.

    Der Anteil für Beschaffung und Vertrieb des Stromes – auch als Wettbewerbsanteil bezeichnet – beträgt nur rund ein Fünftel des Strompreises. Diese Kosten entstehen für den Stromeinkauf, für die Verwaltung und für den Vertrieb. Dieser Wettbewerbsanteil wird durch den Stromanbieter beeinflusst und bildet sich durch Angebot und Nachfrage am Markt.
    Die Erzeugungskosten, die Bestandteil dieser Komponente sind, betragen derzeit im Durchschnitt rund 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Bei den Stromerzeugern wie dem Kraftwerk Moorburg kommen also nur etwas mehr als 10% des Strompreises, den Sie als Privatkunde bezahlen, an. An uns kann der Anstieg Ihrer Rechnungen in den letzten Jahren also nicht gelegen haben…

    Für die Nutzung der Stromnetze, also den Transport und die Verteilung von Energie, erheben die Netzbetreiber die für alle Stromvertriebe geltenden Netzentgelte. Diese werden durch die Bundesnetzagentur festgelegt und haben am Strompreis ebenfalls einen Anteil von fast einem Fünftel.

    Den größten Anteil am Strompreis haben mit mehr als 50 % die staatlich veranlassten Preisbestandteile. Sie bestehen aus Steuern, Abgaben und Umlagen und werden von allen Stromkunden über den Strompreis getragen. Den größten Anteil neben den Steuern macht dabei die EEG-Umlage aus, mit der Wind- und Solarerzeugung subventioniert wird. 2017 wird dieser Anteil ca. 7 Cent pro Kilowattstunde betragen.

    Eine Darstellung der Bundesnetzagentur veranschaulicht dies:

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    Weitere Informationen erhalten Sie beispielsweise auf den Seiten der Bundesnetzagentur oder des Bundeswirtschaftsministeriums unter den folgenden Adressen:

    Bundesnetzagentur
    BMWI

  • Wem gehört das Kraftwerk Moorburg und wem gehört Vattenfall?

    Das Kraftwerk Moorburg ist Eigentum der Vattenfall Kraftwerk Moorburg GmbH, die eine hundertprozentige Tochter der Vattenfall GmbH mit Sitz in Berlin ist. Die Vattenfall GmbH ihrerseits ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Vattenfall AB mit Sitz in Stockholm/Schweden. Die Vattenfall AB befindet sich im Besitz des Schwedischen Staats.

  • Wo zahlt Vattenfall seine Steuern?

    Vattenfall zahlt Steuern überall dort, wo Betriebsstätten unterhalten werden, z.B. in Hamburg für das Kraftwerk Moorburg. Neben Körperschaft- und Gewerbesteuern, die vergleichbar mit der Einkommensteuer für Privatpersonen sind, zahlt Vattenfall auch Stromsteuern, Grundsteuern, und Umsatzsteuern.

Kontakt

Vattenfall Heizkraftwerk Moorburg GmbH
Moorburger Schanze 2
21079 Hamburg

Möchten Sie uns im
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Rufen Sie uns an unter:
040 570 11 32 00

moorburg@vattenfall.de

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Über das Unternehmen

Die Vattenfall Heizkraftwerk Moorburg GmbH betreibt am Standort Hamburg Moorburg eines der effizientesten und umweltfreundlichsten Steinkohlekraftwerke Europas. Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 2015 deckt das Kraftwerk ca. 80 % des Hamburger Strombedarfs und leistet als größtes Kraftwerk Norddeutschlands einen entscheidenden Beitrag zu Stromversorgung und Netzstabilität der gesamten Region.