Notfallpläne zur Corona-Situation

Das Heizkraftwerk Moorburg speist aus seinen zwei Blöcken mit jeweils 750 MW Leistung Strom in das 400 kV-Höchstspannungsnetz ein und trägt damit neben dem Kernkraftwerk Brokdorf nennenswert zur Versorgungssicherheit des Großraums Hamburg bei.

Daher werden in Moorburg grundsätzlich für verschiedene Krisensituationen Notfallpläne vorgehalten, in denen Maßnahmen und Prozesse zur Bewältigung von Krisensituationen festgelegt sind, die auch für die aktuelle Corona-Situation angewendet werden können. In der Zeit der so genannten vorpandemischen Phase bis zu einem akuten Erkrankungsfall bei einem auf dem Gelände des Kraftwerks Beschäftigten oder in seinem Umfeld werden die Notfallmaßnahmen zusätzlich durch einen seit Februar eigens einberufenen Pandemie-Planungsstab laufend auf die erwartete Corona-Infektion überprüft und gegebenenfalls angepasst. Angesichts der inzwischen eingetretenen Allgemeinlage ist Ende der vergangenen Woche der Krisenstab des Kraftwerks einberufen worden, welcher nun die vom Planungsstab vorbereiteten Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten und zur Gewährleistung eines sicheren Betriebs der Anlage fortführt.

Im hochmodernen Heizkraftwerk werden viele Prozesse bei der Strom- und Dampferzeugung automatisiert gesteuert, ganz ohne menschliche Eingriffe funktioniert der Betrieb aber nicht. Die Notfallpläne enthalten daher Szenarien für den Umgang mit stark eingeschränkter Verfügbarkeit von Personal sowie Betriebsstoffen. Maßnahmen reichen dabei von einfachen Hygieneregeln über die Abschirmung kritischer Arbeitsbereiche bis hin zu einer vollständigen Umstrukturierung von Schichtarbeitsmodellen. Grundsätzlich folgen wir dabei den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zum Umgang mit der Pandemie. Bereits frühzeitig erfolgt eine Fokussierung aller Ressourcen nur noch auf die für den sicheren Betrieb des Kraftwerks erforderlichen Kernprozesse. Arbeiten, die nicht für den sicheren Betrieb erforderlich sind, können auf spätere Zeit verschoben werden. Im Vorfeld minimieren wir dadurch die Zahl der im Kraftwerk tätigen Menschen auf das notwendige Minimum. Die Lagerreichweite unserer Betriebsstoffe wird wo erforderlich auf den jeweils maximalen Stand erhöht. Sofern es im Kraftwerk tatsächlich zu Infektionen kommt, werden umgehend alle in den Notfallplänen beschriebenen Maßnahmen umgesetzt.

Wir gehen deshalb davon aus, einzelne Erkrankungsfälle ohne wesentliche Einschränkungen des Betriebs auffangen zu können. Hier greifen die beschriebenen Verhaltensmaßregeln und prozessualen Schutzmaßnahmen im Betrieb. Sukzessive Einschränkungen des Produktionsbetriebs wären bei Fortschreiten der Pandemie mit Einfluss auf die Kernprozesse dennoch nicht ganz auszuschließen. Infektionen in nicht prozess-kritischen Bereichen des Kraftwerks, z.B. in allen Verwaltungsbereichen begegnen wir gegebenenfalls durch umgehende Isolation ganzer Abteilungen (Home Office).