Aktuelle Presseschau

Hier werden wir Sie künftig über relevante Veröffentlichungen zum Kraftwerk Moorburg, zum Bezirk Moorburg sowie allgemein zur Energiepolitik auf dem Laufenden halten.

  • Presseschau vom 05.07.2019

    Im deutschen Stromnetz sei es im Juni laut FAZ mehrmals zu chaotischen Zuständen gekommen. Die kritische Lage konnte nur mit Hilfe aus den Nachbarländern bereinigt werden. Auf Anfrage der Zeitung gaben die vier Netzbetreiber demnach zu: „Die Lage war sehr angespannt und konnte nur mit Unterstützung der europäischen Partner gemeistert werden.“ An der Börse schossen die Kurzfristpreise für Strom in die Höhe. Als eine Konsequenz aus den Turbulenzen, die das gesamte europäische Stromnetz in Mitleidenschaft zogen, verdoppelten die Netzbetreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und Transnet-BW die vorgehaltene Minutenreserve von Freitag auf Samstag auf 2000 Megawatt. Es sei unklar geblieben, wie weit das Land von einem Blackout entfernt war (Bezahlinhalt):

    >> FAZ

    Auch das Handelsblatt beschäftigte sich mit dem Thema. „Die Situation war kritisch“, hieß es demnach aus Kreisen eines Netzbetreibers. In der Spitze fehlten sechs Gigawatt an Leistung. Das entspricht in etwa der Leistung von sechs großen Kernkraftwerken. Der Puffer, den die Netzbetreiber zum kurzfristigen Eingreifen bisher zur Verfügung gehalten haben, betrug nur drei Gigawatt. „Da durfte nicht mehr viel passieren“, hieß es weiter aus Kreisen, so das Blatt:

    >> HANDELSBLATT

    Das Stromnetz ist auch in Hamburg an mehreren Tagen im Juni in eine kritische Situation geraten, weil zeitweise weniger Strom produziert wurde als benötigt, so das Hamburger Abendblatt. Ein Blackout habe nach Einschätzung der Bundesnetzagentur aber nicht gedroht. Neben dem Import von Strom zum Ausgleich der Unterversorgung trug auch eine Reduzierung des Verbrauchs zur Lösung der Situation bei. Firmen, die viel Strom verbrauchen, wurden gebeten, ihre Produktion wenn möglich zu drosseln. Eine solche Anfrage erhielt das Hamburger Aluminiumwerk von Trimet. „Wir haben auf Anforderung der Netzbetreiber unsere Leistungen erheblich reduziert und damit einen erheblichen Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes in Hamburg geleistet“, sagte dem Abendblatt Klaus Schweininger aus dem Management des Werkes auf Altenwerder (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Führende CDU-Politiker haben sich laut eines Berichts der Tagesschau gegen den Vorstoß von CSU-Chef Markus Söder für einen rascheren Ausstieg aus der Kohleverstromung ausgesprochen. „Wir sind alle gut beraten, wenn wir jetzt diesen Kohlekompromiss so durchziehen“, sagte demnach Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus vor einer Sitzung des CDU-Vorstands in Berlin. Ähnlich äußerten sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und der niedersächsische CDU-Chef Bernd Althusmann. Der Beitrag verweist auch auf einen Hintergrundbericht zum Thema:

    >> TAGESSCHAU

    Klimaforscher haben laut eines Beitrags der SZ berechnet, wie stark die bestehende und geplante fossile Infrastruktur das Klima belaste. Demnach gefährden bereits die existierenden Kohlekraftwerke, Fabriken und Autos das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Etliche Staaten planen zudem neue Kohle- und Gaskraftwerke, was den Spielraum weiter einenge, insbesondere in China, aber auch in Schwellenländern wie Vietnam sind zahlreiche weitere fossile Kraftwerke in Bau oder in Planung – oft ohne in Deutschland übliche Umweltstandards:

    >> SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Der Energiekonzern EnBW hat seinen Block am Braunkohlekraftwerk in Lippendorf bei Leipzig wegen mangelnder Nachfrage im Sommer und eines sinkenden Großhandelspreises vorerst vom Netz genommen. „Der Einsatz unserer Kraftwerke richtet sich generell  nach den jeweils aktuellen Gegebenheiten am Strommarkt“, erklärte laut BILD ein Konzernsprecher. Deshalb sei die Entscheidung gefallen, den Block in Lippendorf nicht am Markt zu betrieben. Das Kraftwerk südlich von Leipzig teilt sich die Karlsruher EnBW mit dem Lausitzer Braunkohlekonzern Leag:

    >> BILD

    Etwa 800 Aktivistinnen und Aktivisten haben laut ZEIT die Bahnstrecke vor dem Kohlekraftwerk Neurath im rheinischen Braunkohlerevier blockiert. Sie durchbrachen eine Polizeikette und besetzten sieben Gleise, wie eine Sprecherin der Polizei Aachen sagte. Hunderte verbrachten auch die Nacht auf den Gleisen. Das linke Bündnis Ende Gelände hatte zu den Protesten aufgerufen. Angesichts der Klimakrise fordert es den sofortigen Kohleausstieg und kritisierte, dass es die EU-Staats- und Regierungschefs beim Gipfel in Brüssel nicht geschafft haben, alle EU-Staaten zur Klimaneutralität bis 2050 zu verpflichten:

    >> ZEIT ONLINE

    Mit zunehmender Digitalisierung und dem Zusammenwachsen von Stromnetzen und Internet ist die Gefahr in Deutschland deutlich gestiegen, das Hacker den Zugang zu Strom und Wasser manipulieren. Recherchen von „Welt am Sonntag“ hätten laut SHZ Anfang des Jahres ergeben, dass Sicherheitsbehörden immer mehr Cyberangriffe verzeichnen. Demnach soll sich auch die Angriffsart geändert, denn oft gehe es nicht mehr darum, Geld zu erpressen, sondern durch die Störung der Wasser oder Stromversorgung gezielt zu sabotieren. Um auf diese wachsende Gefahr zu reagieren, sei in Essen ein Trainingszentrum vom deutschen Stromnetzbetreiber Innogy eröffnet worden. Dort solle die Abwehr digitaler Attacken geübt werden. Auch andere Energieversorger und Netzbetreiber sollen in Essen testen können, ob ihre Sicherheitsvorkehrungen gegen Eindringlinge funktionieren. Das Trainingszentrum ist nach Angaben von Innogy das erste dieser Art im deutschsprachigen Raum:

    >> SHZ

    Vor zehn Jahren hätten sich sich die G20-Staaten, also die 20 größten Volkswirtschaften der Welt,  laut eines Beitrags des österreichischen Der Standard darauf geeinigt, Subventionen für klimaschädliche Rohstoffe wie Kohle oder Öl auslaufen zu lassen. Daraus sei wenig geworden. In den drei Jahren von 2014 bis 2017 hätten die G20-Mitglieder die Subventionen für Kohlekraftwerke mehr als verdoppelt. Das zeige ein Bericht, den das in London ansässigen Overseas Development Institute (ODI) am Dienstag veröffentlicht hat. Die größten Volkswirtschaften unterstützen demnach Kohleenergie mit 47 Milliarden Dollar pro Jahr:

    >> DER STANDARD

  • Presseschau vom 21.06.2019

    Der Energieversorger Vattenfall und dessen Unternehmenschef Magnus Hall haben ein bemerkenswertes Ziel formuliert: Innerhalb einer Generation solle Vattenfall weltweit ohne fossile Brennstoffe auskommen. Auf eine exakte Jahreszahl legt sich Hall zwar nicht fest, er grenzt den Zeitraum aber ein: Ob man nun 2040 oder erst 2045 CO2-neutral arbeiten werde, sei nicht entscheidend, so Hall. Das Hamburger Abendblatt nimmt diese Aussagen zum Anlass, die Umweltbilanz des Unternehmens insbesondere in Hamburg zu beleuchten und lässt dabei zahlreiche Kritiker zu Wort kommen.  Dabei wird deutlich, wie energiepolitische Entscheidungen der Vergangenheit von der Hamburger Politik getrieben wurden und welche komplexe Gemengelage in Hinblick auf Versorgungssicherheit und bundespolitischen Rahmenbedingungen besteht, innerhalb derer sich die Marktteilnehmer bewegen müssen (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Hamburg möchte bis 2030 aus der Kohlenutzung bei der Erzeugung von Fernwärme aussteigen.Ausgenommen bleibt industriell genutzte Wärme und Prozessdampf. Die Bürgerschaft hat dazu mit der Mehrheit von SPD und Grünen ein Kohleausstiegsgesetz verabschiedet, das ein Ergebnis der Einigung von SPD und Grünen mit der Volksinitiative „Tschüss Kohle“ ist. Demnach soll bereits 2025 überprüft werden, ob auch ein früherer Ausstieg möglich ist. Nach den rot-grünen Plänen soll künftig eine Kombination aus erneuerbaren Energien, Abwärme und Erdgas die Kohlekraftwerke Wedel und Tiefstack ersetzen. In dem Antrag wird allerdings angekündigt, dass sich die bisher für 2022/23 geplante Abschaltung des alten Kohlekraftwerks Wedel nun wohl bis 2025 verzögen wird. Die Forderung von CDU und FDP, die Wärme aus dem ohnedies laufenden Kohlekraftwerk Moorburg zu nutzen, lehnten Redner von SPD und Grünen erneut ab. CDU-Umweltpolitiker Stephan Gamm attestierte Rot-Grün eine „Bilanz des Scheiterns“. Der (vom Volk beschlossene) Rückkauf der Energienetze habe zwei Milliarden Euro gekostet und für die Klimabilanz nichts gebracht. Die rot-grünen Pläne führten dazu, dass das alte Kraftwerk Wedel länger laufe. Zudem gebe es auch nach viereinhalb Jahren keine Entscheidung darüber, wie die Fernwärme künftig erzeugt werden solle. FDP-Fraktionschef Michael Kruse kritisierte, dass die Moorburg-Wärme nun weiter ungenutzt in Luft und Elbe lande. Auch hier berichtet das Abendblatt (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Das Handelsblatt warnt davor, den mühsam erzielten Kohlekompromiss erneut aufzuschnüren. 2038 möge zwar nicht das mutigste Datum für den Kohleausstieg sein. Aber mit Blick auf die Versorgungssicherheit sei dieses Ziel vernünftig und für Deutschland bereits so ein enormer Kraftakt. Angesicht erneuter Proteste für eine schnellere Energiewende konstatiert das Blattt, dass knapp 20 Jahre für einen Klimaschützer wie eine Ewigkeit erscheinen mögen. Für den kompletten Umbau der Energieversorgung eines Landes, noch dazu in einer Industrienation, seien zwei Jahrzehnte aber ein Parforceritt. In 20 Jahren wolle Deutschland ja nicht nur ohne Kohlekraftwerke auskommen, sondern im Gegensatz zu anderen Ländern auch ohne Kernenergie:

    >> HANDELSBLATT

    Ein Stromausfall, der wie in Argentinien und Uruguay Teile eines ganzen Kontinents betrifft, schien in Europa lange als kaum vorstellbar. Doch die Bedingungen verändern sich zum schlechteren, so die WELT. Ein Grund dafür sei der deutsche Kohleausstieg. „Ursache für den Anstieg der Versorgungsunterbrechung in Mittel- und Niederspannungsebene in Deutschland sind vor allem die Zunahme extremer Wettereignisse“, erklärte der Vizepräsident der Bundesnetzagentur, Peter Franke: „Die Energiewende und der steigende Anteil dezentraler Erzeugungsleistung haben weiterhin keine negativen Auswirkungen auf die Versorgungsqualität.“ Es bleibe aber die Frage, so das Blatt, welche Folgen der Atom- und Kohleausstieg haben werden. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mahne bereits, dass schon in wenigen Jahren nicht mehr genug Kraftwerkskapazitäten bereitstehen werden, um die Spitzenlast in Deutschland zu decken. Zwar seien derzeit noch Kraftwerke mit einer Kapazität von 4,4 Gigawatt im Bau. Doch stillgelegt würden bis 2023 rund 18,6 Gigawatt. Damit sinkt die von Wind und Sonne unabhängige, gesicherte Leistung von derzeit 90 auf dann nur noch 75,3 Gigawatt – zu wenig, um die deutschen Spitzenlast von 81 Gigawatt in einer kalten Dunkelflaute noch zu decken (Bezahlinhalt):

    >> WELT

    Was Politik erreicht, wenn sie die Menschen vor Wandel und sozialem Abstieg schützen will, lässt sich nach Auffassung des Berliner Tagesspiegels derzeit in der Lausitz beobachten. Es werde nichts erreicht, nicht einmal mit 17 Milliarden Euro, die die Bundesregierung nach den Empfehlungen der Kohlekommission über verschiedene Fördertöpfe in den kommenden Jahren für die Lausitz bereitstellen wolle, um der Bergbauregion über die Folgen des Kohleausstiegs hinwegzuhelfen. Ab 2038 soll der Tagebau ruhen, und sämtliche Braunkohlekraftwerke sollen vom Netz genommen sein. Der Beitrag schildert, dass Ausgleichszahlungen nicht ankämen und zu einer politischen Radikalisierung in der Region führen würden:

    >> TAGESSPIEGEL

     

     

  • Presseschau vom 07.06.2019

    Hamburg treibt derzeit den Umbau seiner Fernwärmeversorgung voran. Nach dem erfolgreichen Rückkauf des Netzes von Vattenfall durch die Stadt sollen die Energiequellen in den kommenden Jahren erneuert und zugleich vielfältiger werden. Eine dieser Quellen könnte der Kupferkonzern Aurubis werden, ginge es nach Ulf Gehrckens, der als Senior Vice President Corporate Energy & Climate Affairs bei Aurubis für Themen wie Energiewende und Nachhaltigkeit zuständig ist. Gespräche mit der Stadt würden bereits laufen, um ein „wirtschaftlich tragbares Projekt“ hieraus zu machen. Neben einer Einigung wäre auch ein Anschluss der Leitung des Energieversorgers Enercity an einen Knotenpunkt in der Nähe der Spaldingstraße an das bisherige Fernwärmenetz von Vattenfall vonnöten:

    >> WELT

    Spiegel Online berichtet von einer neuen Studie der Experten des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung. Die Studie rechne unter anderem vor, dass der Kohleausstieg allein nicht den erhofften Effekt für den Klimaschutz bringe und die Emissionen sogar ansteigen lassen könnte. Als Lösung schlagen die Forscher vor, die bereits länger diskutierte CO2-Bepreisung einzuführen und Emissions-Zertifikate zu löschen, um eine Verlagerung des Kohlestroms in deutsche Nachbarländer wie etwa Polen zu verhindern:

    >> SPIEGEL ONLINE

    Harte Kritik aus den Reihen der CDU: In der Unionsfraktion gebe es Widerstand gegen die Milliardenhilfen für die Kohleregionen und Befürchtungen über höhere Strompreise, weiß die ZEIT ONLINE. Die finanzielle Unterstützung der betroffenen Regionen werde dort keine blühenden Landschaften erschaffen, so CDU-Bundestagsabgeordneter und Haushaltspolitiker Axel E. Fischer. Auch andere CDU-Politiker warnen vor steigenden Strompreisen, einer Gefahr für die Versorgungssicherheit und Produktionsverlagerungen ins Ausland:

    >> ZEIT ONLINE

    Streit in NRW: ein breites Zivilbündnis bitte den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet um ein Moratorium zum Erhalt bedrohter Dörfer und des Hambacher Waldes. RWE treibe die Braunkohletagebaue Hambach und Garzweiler entgegen den Empfehlungen der Kohlekommission weiter voran. So zerstöre das Unternehmen bereits Infrastruktur und baue Pumpanlagen für den geplanten Tagebau. RWE seinerseits rechtfertige sich damit, dass es richtig sei, rechtzeitig Vorbereitungen zum Aufrechterhalten der Verkehrsverbindungen zu treffen, so das Portal energiezukunft.eu:

    >> ENERGIEZUKUNFT.EU

    Von einem Rückgang der Kohleverstromung in Deutschland berichtet die taz. Von Januar bis Ende Mai habe die Nettostromerzeugung aus Braunkohle um 17 Prozent zum Vorjahreswert und aus Steinkohle sogar um 22 Prozent abgenommen. Der Windstrom hingegen habe um 19 Prozent zugelegt. Grund hierfür sei unter anderem das nachlassende Interesse an deutschem Kohlestrom im Ausland sowie der gestiegene CO2-Preis im Emissionshandel:

    >> TAZ

  • Presseschau vom 24.05.2019

    Nach monatelangen intensiven Verhandlungen haben sich die Hamburger Regierungsparteien und die Volksinitiative „Tschüss Kohle“ auf einen gemeinsamen Ausstiegspfad verständigt. Er entspricht weitgehend der bisherigen Senatspolitik, ist aber verbindlicher. Hamburg will ab 2030 für seine Versorgung mit Fernwärme keine Kohle mehr verbrennen. Das ist der zentrale Inhalt der Vereinbarung, so WELT. Die Bürgerschaft solle die Vereinbarung als Gesetz verabschieden. Hamburg wäre damit das erste Bundesland, das sich gesetzlich auf ein Pflichtdatum für den Kohleausstieg in der Wärmeversorgung festlegt. Für das Heizkraftwerk Moorburg bedeutet die Vereinbarung, dass eine Nutzung dessen Fernwärme im Bereich der Wohnungswirtschaft nicht stattfinden wird, die Stromerzeugung habe aber Bestand. Das Hamburger Fernwärmenetz wird nach dem Volksentscheid von 2013 derzeit vom Energieversorger Vattenfall an die Stadt übertragen. Sobald dieser Prozess abgeschlossen sei, sollen erneuerbare Energien, Abwärme und Erdgas die bisherigen Heizkraftwerke Wedel und Tiefstack ablösen (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert die Hamburger Bürgerschaft auf, „umgehend den Klimanotstand für Hamburg zu erklären“. Alle bisherigen Programme und Maßnahmen zum Klimaschutz seien gescheitert, sagte der Hamburger BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch laut des Senders n-tv. Den Klimawandel aufzuhalten, sei ein globales Projekt, entgegnet der Umweltexperte der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Stephan Gamm. „Hamburg zum Notstandsgebiet erklären zu wollen, ist wirkungsloser Populismus.“ Das „Lieblingsprojekt der Umweltschützer“, der Rückkauf der Strom-, Gas- und Fernwärmenetze, werde Hamburg bis Ende dieses Jahres rund zwei Milliarden Euro gekostet haben, „ohne dass auch nur ein einziges CO2-Molekül eingespart“ werde. „Dieses Geld hätte deutlich sinnvoller in klimawirksame Lösungen investiert werden müssen.“ Der Sender zitiert auch den FDP-Bürgerschaftsabgeordneten Duwe: „In Hamburg wäre es ein Anfang, Fernwärme aus dem Kraftwerk Moorburg zu nutzen, anstatt die CO2-Schleuder Wedel länger am Netz zu lassen.“ Dass der CO2-Ausstoß verringert werden müsse, sei klar. „Dem Klima ist es aber egal, wo CO2-Emissionen gesenkt werden.“

    >> N-TV

    Die FDP Hamburg hat die aus ihrer Sicht zu hohen Beraterkosten beim Kauf des Fernwärmenetzes von Betreiber Vattenfall durch die Stadt kritisiert. Anlass seien eine Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage des FDP-Fraktionschefs Michael Kruse. Danach seien für Beratungsleistungen im Zuge der nötigen Ausgliederung („Carve Out“) von Betriebsteilen aus der Vattenfall Wärme GmbH bereits 741.727 Euro an das Beratungsunternehmen e.eventure consulting geflossen, insgesamt sind für diesen Auftrag rund 1,1 Millionen Euro veranschlagt. Im neuen Wärmekonzept sollen Industriebetriebe, Müllverbrennung und ein auf der Dradenau geplantes neues Gas-Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerk die Wärme liefern. Da weite Teile davon südlich der Elbe erzeugt werden, sei der Bau einer Wärmeleitung unter der Elbe notwendig. Das dafür notwendige Genehmigungsverfahren habe laut der aktuellen Senatsantwort noch nicht begonnen. Auch könne der Senat noch keine Details zu den Einzelprojekten nennen. FDP-Fraktionschef Kruse werfe dem Senat zudem vor, einen Anschluss des Vattenfall-Kohlekraftwerks Moorburg an die Fernwärme aus ideologischen Gründen zu verhindern – zumal Vattenfall eine Umstellung Moorburgs auf andere Brennstoffe prüfe. „Wenn Moorburg umgestellt wird, entfällt die Begründung für das Gaskraftwerk, das der grüne Umweltsenator Jens Kerstan bauen möchte“, zitiert das Abendblatt(Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

  • Presseschau vom 10.05.2019

    Auf dem Dach des Kohlekreislagers des Heizkraftwerks Moorburg erntet Vattenfall künftig Solarstrom. Die technische Umsetzung dieser PV-Dachanlage sei laut der Zeitung für kommunale Wirtschaft allerdings nicht einfach gewesen: Da die Kuppel des Kohlekreislagers einen Neigungswinkel von 47 Grad hat, mussten bei der Installation der knapp 2500 Paneele auch ständig zwei ausgebildete Höhenkletterer eingesetzt werden. Eine weitere Herausforderung habe der Blitzschutz der Anlage bedeutet. Es können nun pro Jahr 700 MWh in das 10-kV-Netz eingespeist werden. Insgesamt seien nun 750 KWp Leistung auf dem Dacht des Kohlelagers installiert. Rein rechnerisch können dadurch bis zu 250 Einfamilienhaushalte mit Energie versorgt und 10.000 Tonnen CO2 eingespart werden:

    >> Zeitung für kommunale Wirtschaft

    Die Engie-Gruppe hat ihre Beteiligung an den Kohlekraftwerken in Bremen-Farge, dem bayerischen Zolling, Wilhelmshaven sowie Rotterdam verkauft. Das Kohlekraftwerk in Bremen-Farge bekommt damit voraussichtlich im Sommer einen neuen Eigentümer. Wie der lokale Nachrichtendienst buten un binnen meldet, gehört das Kraftwerk künftig der amerikanischen Riverstone Holding. Für die rund 100 Beschäftigten im Kohlekraftwerk in Bremen-Farge werde sich laut Werksleitung durch den Eigentümerwechsel aber nichts ändern. In den drei deutschen Werken arbeiten insgesamt rund 300 Beschäftigte:

    >> buten un binnen

    Die deutschen Kohlekraftwerke sollen spätestens in 20 Jahren abgeschaltet werden. Sie einfach abzubauen sei jedoch nicht sinnvoll, sagen Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR laut des IT-Nachrichtendienstes golem.de. Die Anlagen sollten dann, statt Strom aus der Verbrennung von Kohle zu gewinnen, Strom von Windkraftwerken speichern. Die Idee der Forscher sei, die alten Kohlekraftwerke in Speicher umzubauen, in denen elektrische Energie in Form von Wärme gespeichert wird. Third Life nenne sich dieses Konzept unter Bezug auf den Lebenszyklus von Kohlekraftwerken: Das erste Leben des Kohlekraftwerks sei das, wofür es gebaut wurde: Strom durch die Verbrennung von Kohle zu gewinnen. In ihrem zweiten Leben können Kohlekraftwerke zu Gaskraftwerken umgebaut werden. Durch die Verbrennung von Gas werden die Emissionen von Kohlendioxid (CO2) zumindest reduziert. Das dritte Leben sei dann die Speichernutzung:

    >> golem.de

    Die Funktionsweise der Speicherlösung beleuchtet die WELT in ihrem Beitrag zum selben Thema. Immer dann, wenn überschüssiger Strom verfügbar sei, also die Sonne intensiv scheine oder der Wind stark wehe, soll dieser dazu verwendet werden, in Ex-Kohlekraftwerken flüssiges Salz auf über 400 Grad Celsius zu erhitzen. Bei Bedarf könne das heiße Flüssigsalz zum Erzeugen von Dampf genutzt und so die Kraftwerksturbinen zum Erzeugen von Strom angetrieben werden. Ein Teil der vorhandenen Infrastruktur eines Kohlekraftwerks könnte also von dem Speicherkraftwerk weiterhin genutzt werden:

    >> WELT

    Die Titelgeschichte des SPIEGEL dieser Woche beschäftigt sich mit dem aus Sicht des Blattes katastrophalen Status der Energiewende in Deutschland. Für den Umbau des deutschen Energiesystems fehlten Kraftwerke, Netze und Speicher. Der Staat habe Milliardensummen vergeudet und den Ausstieg aus der Kernenergie nicht mit ausreichenden flankierenden Maßnahmen unterstützt (Bezahlinhalt):

    >> Spiegel Online

    Spektakuläre Bilder aus den USA bringt SPIEGEL online. Die Kühltürme des 55 Jahre alten Brayton Point Power Plant an der US-Küste wurden durch eine kontrollierte Sprengung zerstört:

    >> Spiegel Online

     

  • Presseschau vom 26.04.2019

    Der zwischen der Stadt und dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall vereinbarte Rückkauf des Hamburger Fernwärmenetzes für 950 Millionen Euro sei von der EU-Kommission als „beihilfefrei“ und „marktkonform“ beurteilt worden, berichtet die WELT. Die Übernahme sei ohne Auflagen genehmigt worden. Während der Umweltschutzverband BUND die Entscheidung begrüße, gebe es Kritik aus verschiedenen Richtungen. Neben der weiteren Verschuldung der Hansestadt wird dabei besonders die Gefahr von Preissteigerungen für Endverbraucher bei der Fernwärme moniert, auch sei der weitere Betrieb des veralteten Kraftwerks Wedel dadurch nicht geklärt:

    >> WELT

    Das Hamburger Abendblatt veröffentlicht einen Leserbrief, der die Zustimmung der EU-Kommission zum Rückkauf des Hamburger Fernwärmenetzes zum Anlass nimmt, die Sinnhaftigkeit des Verzichts auf die Nutzung der Abwärme des Heizkraftwerks Moorburg in Frage zu stellen. Der Leser schreibt laut Abendblatt: „Auf die Abwärme aus dem Kraftwerk Moorburg zu verzichten bedeutet, das diese Wärme sinnlos und schädlich in die Umwelt entsorgt werden muss, die notwendige Wärme soll mit CO2 produzierenden Gaskraftwerken und Müllverbrennungsanlagen erzeugt werden, ironischerweise mit Kraft-Wärme-Kopplung, also mit Abwärmenutzung. Eine ehrliche CO2-Bilanz mit und ohne Abwärmenutzung vom Kraftwerk Moorburg würde helfen, die richtigen Entscheidungen zu fällen, ökologisch wie auch ökonomisch.“

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Mit dem schleppenden Verlauf von Verkehrs- und Industrieprojekten in Deutschland beschäftigt sich die WELT. Der Normenkontrollrat, ein beim Bundeskanzleramt angesiedeltes Beratungsgremium, hat dazu ein Gutachten vorgelegt mit dem Ziel, Prozesse zur Verhinderung von Bauvorhaben rechtskonform schneller zu machen. Als Präzendenzfälle werden die Genehmigungen für den Bau des Heizkraftwerks Moorburg und die Hamburger Elbvertiefung hervorgehoben. Das Gutachten fordert u.a. einen „umweltfachlichen Entscheidungsspielraum“ für Genehmigungsbehörden, um wichtige Entscheidungen außerhalb irreversibler Aktivitäten nicht durch Nutzung der gerichtlichen Überprüfung unbotmäßig zu verzögern:

    >> WELT

    Eine andere Möglichkeit zum „Zwischenlagern“ von elektrischer Energie haben laut eines Berichts der WELT Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) vorgestellt. Sie wollen Kohlekraftwerke zu Wärmespeicherkraftwerken umbauen und sie so zu einem zentralen Element einer CO2-freien Energieversorgung machen. Immer dann, wenn überschüssiger Strom verfügbar sei, also die Sonne intensiv scheine oder der Wind stark wehe, solle dieser dazu verwendet werden, in Ex-Kohlekraftwerken flüssiges Salz auf über 400 Grad Celsius zu erhitzen. Bei Bedarf könne das heiße Flüssigsalz zum Erzeugen von Dampf genutzt und so die Kraftwerksturbinen zum Erzeugen von Strom angetrieben werden. Ein Teil der vorhandenen Infrastruktur eines Kohlekraftwerks könnte also von dem Speicherkraftwerk weiterhin genutzt werden:

    >> WELT

  • Presseschau vom 05.04.2019

    Vom „Stillstand in Deutschlands modernstem Kohlekraftwerk“ berichtet der Deutschlandfunk. Das Kohlekraftwerk Datteln 4 stehe sinnbildlich für die vielen offenen Fragen bei der Energiewende. Das Werk stand 2017 schon kurz vor dem Betriebsstart. Nach den Beschlüssen der Kohlekommission werde es nun womöglich nie ans Netz gehen. Mehr als 1,5 Milliarden Euro habe das Kraftwerk bisher gekostet, im Sommer 2020 sollte es eigentlich starten:

    >> DEUTSCHLANDFUNK

    Die Uniper Kraftwerke GmbH plant am Standort Gelsenkirchen, die Stromerzeugung in den dortigen Steinkohlekraftwerks-Blöcken einzustellen. Dafür wird für einen dreistelligen Millionenbetrag eine neue Gas- und Dampfanlage (GuD) mit zwei Gasturbinen und einem Dampfkessel errichtet. Befeuert wird das neue Werk mit Erdgas, voraussichtlich ab 2022. Die Blöcke B, C und D ders Kohlekraftwerks wurden bereits 2014 stillgelegt. Die Kraftwerkstechnik dient Uniper seither als Ersatzteillager für die beiden verbliebenen 50 Jahre alten Blöcke:

    >> WAZ

    Nach fast 50 Jahren wurde das Gemeinschaftskraftwerk auf dem Kieler Ostufer stillgelegt. Die SHZ berichtet. „Hier wird eine bewährte Anlage abgeschaltet, die voll funktionsfähig ist“ zitiert das Blatt den technischen Geschäftsführer des Werks. Bis zur letzten Minute sei das Werk „wie ein Uhrwerk“ gelaufen. Ab Mai ist das sogenannte Stilllegungs-Team, bestehend aus 20 Personen, mit der Vorbereitung des Rückbaus beschäftigt. Bis Jahresende wird es auf zwei Mitarbeiter reduziert, die ab 2020 dann auch den Rückbau begleiten. Bei der Abschaltung des Werks, so die SHZ, war Elektromeister Gerd Schmidt dabei. Der heute 84-Jährige hatte schon 1970 bei der Einweihung die Stromleitung freigegeben:

    >> SHZ

    Ihren Blick auf die aktuell laufende Hannover-Messe richtet die WELT. Das Geschäft mit Turbinen und anderen Energieerzeugern läge am Boden. In der Energiewirtschaft würden die Zweifel wachsen, ob Deutschland Leitmarkt für Kraftwerkstechnik bleiben kann. Dabei müssten laut eines Sprechers aus der Wirtschaft neue Kraftwerke gebaut werden. Geschähe dies nicht, würden die aktuellen Überkapazitäten in wenigen Jahren nicht nur vollständig abgebaut sein. „Vielmehr laufen wir sehenden Auges spätestens im Jahr 2023 in eine Unterdeckung bei der gesicherten Leistung“, zitiert das Blatt. In vier Jahren würden demnach nur noch rund 67.000 Megawatt gesicherte Kapazität zur Verfügung stehen, obwohl Deutschland in Spitzenzeiten 81.000 Megawatt verbraucht. Käme es zu einer „kalten Dunkelflaute“ ohne nennenswerten Wind- und Solarstrom, wäre die deutsche Stromversorgung in diesen Stunden, Tagen oder Wochen auf ausländische Lieferungen zwingend angewiesen:

    >> WELT

    Die Ziele der Energiewende werden laut eines Berichts der WELT verfehlt. Es gäbe trotz der hohen Investitionen keine Senkung der Kohlendioxid-Emissionen, keinen geringeren Energieverbrauch, keine höhere Energieproduktivität und nicht mehr eingesetzte regenerative Energien, wie der Bundesrechnungshof schon vor Monaten festgestellt habe. Dafür zahlten die deutschen Verbraucher und Unternehmen die höchsten Strom- und Gaspreise der Welt:

    >> WELT

    Es sei ein fast schon dramatisches Zeugnis, das die Bundesregierung vom Weltwirtschaftsforum (WEF) erhält, so der Branchendienst business insider. Im weltweiten Energiewende-Index schneide Deutschland mit Platz 17 enttäuschend ab. Staaten wie Singapur oder Uruguay lägen mit Rang 13 und 11 vor Deutschland. Bewertet wurden insgesamt 115 Länder nach Preisniveau, Energiesicherheit und Nachhaltigkeit.

    >> BUSINESS INSIDER

  • Presseschau vom 25.03.2019

    Nach dem Beschluss der Kohlekommission verhandele der Energieversorger RWE erstmals mit der Bundesregierung über Abschaltungen, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Der Konzern fordere dafür hohe Entschädigungen. Bislang seien Unternehmen wie RWE davon ausgegangen, dass sie ihre Meiler bis in die 2040er-Jahre betreiben könnten. Wenn der Staat nun die Ratschläge der Kohlekommission in ein Gesetz gieße, wollten die Betreiber für ihr entgangenes Geschäft entschädigt werden, so die Süddeutsche Zeitung in ihrem Beitrag. Der Artikel zitiert zudem RWE-Chef Schmitz zu den Erfolgsaussichten der Energiewende: „Ohne den Netzausbau können wir die Energiewende und den Kohleausstieg vergessen“, so Schmitz demnach, und „Es funktioniert einfach nicht, wenn man gleichzeitig gegen Kohle, gegen Windräder, gegen neue Netze, eigentlich gegen alles ist.“:

    >> SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Der Kraftwerksbetreiber Uniper sehe laut eines Beitrags der Recklinghäuser Zeitung unter Berufung auf eine dpa-Meldung noch Chancen für die Inbetriebnahme seines großen Steinkohlekraftwerks in Datteln, das nach dem Willen der Kohlekommission nicht angeschaltet werden soll. Das Unternehmen verwies dabei auf die «gewaltigen Investitionen», die kompensiert werden müssten. Der Energiekonzern habe nach früheren Angaben weit mehr als 1,5 Milliarden Euro für das Kraftwerk ausgegeben. Uniper wolle weiterhin den Kohlemeiler im kommenden Jahr in Betrieb nehmen:

    >> RECKLINGHAEUSER ZEITUNG

    Deutsche Wirtschaftsprofessoren hegen tiefe Skepsis gegenüber dem Kohle-Ausstieg. Laut eines Beitrags der Kyffhäuser Nachrichten unter Berufung auf ein Panel der FAZ seien lediglich 27 Prozent von 143 befragten Lehrstuhlinhabern überzeugt, dass durch den deutschen Ausstieg in Europa der Ausstoß von Kohlendioxid verringert werden könne, 42 Prozent der Befragten sagen, das sei nicht der Fall. Nur eine Minderheit von 31 Prozent der Volkswirte sei der Meinung, Deutschland habe eine Vorreiterrolle beim globalen Klimaschutz:

    >> KYFFHAEUSER NACHRICHTEN

    Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) wolle laut eines Interviews mit der taz, dass Deutschland sich auf internationaler Ebene zum Kohleausstieg verpflichtet. Die Bundesrepublik solle der „Powering Past Coal Alliance“ (PPCA) beitreten, die für den Kohleausstieg wirbt. Der deutsche Kohlekompromiss, so der Branchendienst Klimareporter dazu, genüge den politischen Forderungen des Bündnisses aber eigentlich nicht. Der seitens der PPCA als Vorbild und Erfolgsgeschichte besonders gelobte britische Kohleausstieg sei außerdem nur möglich gewesen, da das Land anders als Deutschland weiterhin an der Kernkraft festhält:

    >> TAZ

    >> KLIMAREPORTER

    Spätestens 2030 wolle die Stadt Berlin aus der Kohle aussteigen. Bis dahin müssen drei Kraftwerke, die mitten in der Stadt noch Steinkohle verheizen, vom Netz, so der RBB in einem Beitrag. Der Sender befragte Betreiber Vattenfall zu dessen Plänen für die Umsetzung und die zukünftigen Energiequellen. Geplant sei u.a. die größte Power-to-Heat-Anlage Deutschlands, die prinzipiell wie ein Wasserkocher funktioniere. Sie erzeuge Wärme aus erneuerbarem Strom, der an windigen und sonnigen Tagen durch Solaranlagen und Windräder gewonnen werde:

    >> RBB

    Das Portal Lokalkompass berichtet vom Betriebsende des STEAG-Kraftwerks in Lippolthausen und anlässlich dieses Ereignisses ausführlich zu den Konsequenzen, die eine solche Maßnahme für das Werk, dessen Mitarbeiter und die betroffenen Gemeinden hat. Der umfassend bebilderte Beitrag lässt auch zahlreiche Mitarbeiter des Kraftwerks zu Wort kommen:

    >> LOKALKOMPASS

  • Presseschau vom 08.03.2019

    Die Hamburger FDP hat Umweltsenator Jens Kerstan (GRÜNE) vorgeworfen, die Bürgerschaft vor der Entscheidung zum Rückkauf der Fernwärme im Herbst 2018 nicht ausreichend informiert zu haben. Anlass des Vorwurfs ist die massive Kostensteigerung beim geplanten Bau einer neuen Anlage zur Müllverwertung im Stellinger Moor. Das laut Stadtreinigung „deutschlandweit einzigartige Zentrum für Ressourcen und Energie (ZRE)“ solle von 2023 an 140.000 Tonnen Hausmüll sortieren, Biogas gewinnen und in einem „Biomasse- und Ersatzbrennstoffheizkraftwerk“ auch Strom und Wärme produzieren. Nun aber müsse das Unternehmen einräumen, dass das ZRE nicht nur rund ein Jahr später fertig, sondern auch deutlich teurer werde. Statt der ursprünglich geschätzten 220 Millionen Euro oder der 2018 veranschlagten 235 Millionen Euro soll die Anlage nun 325 Millionen Euro kosten. Preiserhöhungen für Verbraucher, so der Vorwurf der Kritiker, seien nun nicht mehr zu verhindern. Das Abendblatt berichtet (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Der Berliner Senat für Finanzen teilte laut eines Berichts des Handelsblatts mit, dass der Landesbetrieb Berlin Energie im Verfahren zur Vergabe der entsprechenden Konzession das beste Angebot abgegeben habe und damit das Berliner Stromnetz übernehmen könne. Die Entscheidung trifft den schwedischen Energiekonzern Vattenfall. Dessen Tochter Stromnetz Berlin und das Vorgängerunternehmen Bewag hatten seit mehr als 20 Jahren das Netz in der Hauptstadt gemanagt. Berlin sei damit der jüngste Fall einer inzwischen langen Reihe an Rekommunalisierungen: Bundesweit versuchen Städte und Gemeinden seit Jahren, den Betrieb von Strom- und Gasnetzen wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. 2014 hatte Vattenfall bereits in Hamburg nach einem Volksentscheid die Konzessionen für das Stromnetz verloren, ebenfalls an die Stadt:

    >> HANDELSBLATT

    Statt Braunkohlestrom könnte am RWE-Kraftwerk Weisweiler künftig Wärme aus der Tiefe gewonnen werden. Laut eins Berichts von RTL solle dort mit Probebohrungen erkundet werden, ob warmes Wasser aus tiefen Gesteinsschichten in ein bestehendes Fernwärmenetz eingespeist werden kann. „Nordrhein-Westfalen verfügt über hohe geologische Potenziale für eine ökonomische und sichere Nutzung von tiefer Erdwärme“, zitiert der Sender einen Sprecher des Geologischen Dienst NRW. Die Bohrung stehe auch auf der Liste der Kohlekommission mit Projekten für den Strukturwandel in der Braunkohlerevieren. „Tiefengeothermie bietet die Chance, Wärme klimaneutral zu erzeugen und kann außerdem einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten“, sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) in einer Mitteilung:

    >> RTL.DE

    Nach einem Bericht des WDR wurden 2017 insgesamt 1,6 Millionen Tonnen Abfälle und Produktionsrückstände in nordrhein-westfälischen Kohlekraftwerken verbrannt. Das NRW-Umweltministerium nannte demnach auf Anfrage 56 verschiedene Stoffe – von Klärschlämmen über Lösemittel bis hin zu alten Maschinen- und Getriebeölen. Bundesweit würden jährlich mehr als fünf Millionen Tonnen Abfall und Produktionsrückstände in Kohlekraftwerken entsorgt. Größter Einzelposten sei Klärschlamm. In Nordrhein-Westfalen machen die Reste aus den kommunalen und industriellen Kläranlagen etwa die Hälfte der mitverbrannten Stoffe aus:

    >> WDR

    In einem Report befasst sich das Bundesamt für Naturschutz mit den negativen Folgen der Energiewende für die Umwelt in Deutschland. Vor allem Windenergieanlagen seien durch ihre Größe und Wirkung auf Natur und Landschaft problematisch. Demnach seien jetzt schon viele Gegenden Deutschlands durch erneuerbare Energien „überprägt“, z.B. durch Windparks im hohen Norden, durch Maisfelder und Biomasseanlagen oder große Photovoltaikanlagen im Süden. Zwar sei die Akzeptanz für die Energiewende nach wie vor groß, sie liege weitgehend konstant um die 60 Prozent. Allerdings ändere sich das häufig bei konkreten Projekten. Die Süddeutsche Zeitung beschäftigt sich mit dem Report:

    >> SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Der Ausbau der Stromnetze wird deutlich teurer als geplant, meldet das Handelsblatt: Noch 2017 ging man von Investitionen ins Übertragungsnetz in Höhe von 33 Milliarden Euro aus. Die Berliner Ratingagentur Scope Ratings komme jedoch zu dem Ergebnis, dass die Übertragungsnetzbetreiber 52 Milliarden Euro bis 2030 investieren werden. Der massive Ausbau der Übertragungsnetze wird erforderlich, weil sich die Stromerzeugung in Deutschland komplett verändert. Immer mehr Strom wird in den Windparks im Norden und Nordosten Deutschlands erzeugt. Von dort muss er in die Verbrauchszentren im Süden und Westen der Republik geleitet werden. Während es im Norden ein Überangebot an Strom gibt, ist er im Süden oft knapp. Weil die Übertragungsnetze im Moment noch nicht entsprechend ausgebaut sind, müssen im Norden häufig Windkapazitäten abgeregelt werden. Der Strom kann dann nicht in den Süden transportiert werden. Hilfsweise müssten im Süden oftmals alte Kraftwerke angeworfen werden, oft muss auch Strom aus dem benachbarten Ausland, auch gewonnen in Kern- oder Kohlekraftwerken, zugekauft werden:

    >> HANDELSBLATT

     

  • Presseschau vom 22.02.2019

    Für Diskussionen sorgte ein Bericht des Magazins SPIEGEL, nach dem der schwedische Energiekonzern Vattenfall beim Vertrag zum Rückkauf des Hamburger Fernwärmenetzes gegenüber dem Hamburger Senat und der Bürgerschaft falsche Angaben gemacht haben soll. Demnach solle der Konzern nicht ernsthaft geplant haben, den bei Vertragsabschluss 2014 vereinbarten Bau eines GuD-Kraftwerks (Gas und Dampf) in Wedel als Ersatz für das alte Kohlekraftwerk umzusetzen. Zahlreiche Medien griffen das Thema auf, darunter das Hamburger Abendblatt, und dokumentieren, dass sowohl der Bau des GuD-Werks als auch eine alternative Vereinbarung ohne dessen Bau im zwischen Vattenfall und der Stadt ausgehandelten Vertrag vorgesehen war. Nach der Bürgerschaftswahl 2015 und der Regierungsbeteiligung der Grünen fiel die Entscheidung durch die Stadt, auf den Bau eines solches Kraftwerks doch zu verzichten, womit die zweite Vertragsvariante und der dort vereinbarte Kaufpreis griff:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    In Wedel geht der Streit um das dortige alte Kohlekraftwerk indes weiter. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, hat die dortige Bürgerinitiative, wie vom Kieler Umweltministerium gefordert, eine Stellungnahme durch den beauftragten Gutachter erstellen lassen. In der elfseitigen Ergänzung führe der Sachverständige noch einmal genauer die bereits erhobenen Vorwürfe auf wie eine defekte Rauchgasanlage des Kraftwerks als Ursache für die Ausstöße sowie die Folge der sauren Partikel, die laut Gutachter durchaus eine ätzende Wirkung auf Autolack haben können. Beides wird von der zuständigen Aufsichtsbehörde des Landes (LLUR) bislang als falsch zurückgewiesen mit Hinweis auf ein TÜV-Gutachten:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Die in der Kohlekommission vertretenen Umweltverbände werfen dem Energiekonzern RWE „ Preistreiberei“ beim Kohleausstieg vor und verlangen ein Eingreifen von Kanzlerin Angela Merkel. „Was wir fordern, ist eine Intervention der Bundeskanzlerin“, zitiert der Sender n-tv Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat demnach eine Regierungserklärung zum Ausstieg aus der Stromgewinnung aus Kohle angekündigt. Die Kohlekommission hatte ein Konzept für einen Kohleausstieg bis spätestens 2038 vorgelegt:

    >> N-TV

    Die WELT beschäftigt sich in einem Meinungsartikel mit Alternativen zur Kohle nach dem Ausstiegsbeschluss der Kohlekommission. Der Ausstieg aus der Kohleindustrie bis 2030 erhielt zwar Zustimmung von allen Seiten. Umweltverbände zeigten sich ebenso erfreut wie Wirtschaftsverbände. Spätestens 2038 soll das letzte Kohlekraftwerk vom Netz gehen. Bis dahin muss Deutschland seinen Energiebedarf ohne Kohle und Kernkraft sicherstellen. Nur die Verteilung der zugesagten 40 Milliarden sei noch völlig offen. Der Kommentator sucht nach Lösungen, um hier eine sinnvolle Verteilung zu gewährleisten:

    >> WELT

    Ein monumentales Stück Industriegeschichte ist an der Dortmunder Stadtgrenze in Schutt und Asche gelegt worden. Kesselhaus, Kühlturm und Schornstein des stillgelegten Steinkohlekraftwerks Knepper wurden „geradezu lehrbuchmäßig“ gesprengt. RP online berichtet von einem imposanten Schauspiel ohne jedwede Komplikationen in einem Printbeitrag mit begleitendem Video:

    >> RP-ONLINE

    Ergänzend zum Vorbeitrag: Vom Alltag eines Unternehmens, dass sich mit dem Abbruch von Kraftwerken beschäftigt, berichtet die Wirtschaftswoche (Bezahlinhalt):

    >> WIRTSCHAFTSWOCHE

    Bemerkenswert offen bewertet ein Beitrag des Wall Street Journal die deutsche Energiepolitik: Diese sei „die dümmste der Welt“. Der Ausstieg aus der Kernenergie wie auch aktuell aus der Kohleverstromung sei falsch und werde laut Meinung des Blatts sehr wahrscheinlich dazu führen, dass zukünftig Kohlestrom aus Drittländern importiert werden müsse. Die Subventionierung regenerativer und unzuverlässiger Energien verhindere zudem die wirtschaftlich sinnvolle Nutzung von Gas anstelle der Kohle. Insgesamt, so das WSJ, sei zu hoffen, dass der oder die Nachfolgerin Angela Merkels als Bundeskanzlerin es schaffe, einige der getroffenen energiepolitischen Entscheidungen zu revidieren (englischer Text, Bezahlinhalt):

    >> WALL STREET JOURNAL

  • Presseschau vom 08.02.2019

    Nach dem beschlossenen Kohlekompromiss fordert der Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden, der mehr als 270 Unternehmen mit rund 40.000 Beschäftigten im Hamburger Süden vertritt, laut eines Berichts von Harburg Aktuell ein Umdenken des Hamburger Senats in der Energiepolitik. „Der Anschluss des Kraftwerks Moorburg an das Hamburger Fernwärmenetz muss jetzt neu geprüft werden“, wird der Vorstandsvorsitzende Arnold G. Mergell zitiert. „Dies würde die Effizienz von Moorburg weiter erhöhen, eine schnelle Abschaltung der Dreckschleuder Wedel ermöglichen und viel Geld der Steuerzahler für ein zusätzliches Gaskraftwerk sparen.“ Unabhängig vom endgültigen Weg des Kohleausstiegs gelte für Hamburg und besonders für den Hamburger Süden, dass das Heizkraftwerk Moorburg als eines der modernsten und effizientesten Kraftwerke Europas bis mindestens 2038 am Netz bleiben solle:

    >> HARBURG AKTUELL

    Der schwedische Energiekonzern Vattenfall setzt laut eines Berichts des Hamburger Abendblatts auch im Fall des nun beschlossenen Kohleausstiegs in Deutschland auf eine lange Restlaufzeit seines Heizkraftwerks Moorburg. „Moorburg sollte ganz klar bis zur letzten Phase laufen dürfen“, sagte Vorstandschef Magnus Hall in einem Interview. „Die Anlage ist brandneu und sehr effizient.“ Vattenfall könne sich nötigenfalls auch vorstellen, das erst 2015 in Betrieb genommeneKraftwerk anders zu befeuern, etwa mit Biomasse. (Bezahlinhalt)

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Das Kohlekreislager für das Heizkraftwerk Moorburg erhält eine Photovoltaikanlage. Der Branchendienst Sonne Wind Wärme berichtet, dass die ersten von insgesamt 2464 PV-Modulen bereits Ende November 2018 montiert wurden. Nach der Fertigstellung sollen etwa 4.000 Quadratmeter Dachfläche durch PV-Module mit einer Leistung von 750 kWp bedeckt sein. Kurzfristig sollen alle PV-Module installiert sein und der erste Solarstrom vom Dach des Kohlekreislagers fließen. Das Heizkraftwerk Moorburg trägt mit seiner Leistung von 1654 MW wesentlich zur Energieversorgung von Hamburg bei. „Klar ist, dass eine Solaranlage auf dem Dach der Kohlekreislager kein fossilfreies Heizkraftwerk aus Moorburg macht. Aber wir leisten gerne einen Beitrag zum Ausbau des Solarenergie-Portfolios von Vattenfall und freuen uns über diese sonnige Erweiterung an unserem Standort“, wird Markus Weissermel, kaufmännischer Geschäftsführer des Heizkraftwerks, zitiert:

    >> SONNEWIND&WÄRME

    Die FAZ fasst die Ergebnisse der Arbeit der Kohlekommission zusammen: Deutschland solle nach dem Willen des von der Regierung eingesetzten Gremiums bis spätestens Ende 2038 die Stromgewinnung aus Kohle beenden. Im Jahr 2032 solle überprüft werden, ob das Ausstiegsdatum angesichts der Lage und im Einvernehmen mit den Betreibern auf frühestens 2035 vorgezogen werden kann. Die Kohleländer sollen über 20 Jahre 40 Milliarden Euro vom Bund bekommen. Darüber hinaus heißt es im Abschlussbericht, ein Erhalt des umkämpften Hambacher Forsts sei wünschenswert. Bei den Verhandlungen sei lange Zeit insbesondere umstritten gewesen, bis wann und in welchen Schritten die Stromgewinnung aus Kohle in Deutschland enden solle. Bis 2022 sollen nun insgesamt 12,5 Gigawatt Leistung aus dem Netz genommen werden, davon drei Gigawatt Braunkohle. Zusammen haben die Kohlekraftwerke derzeit eine Leistung von rund 45 Gigawatt. Rund ein Drittel des Stroms kommt heute aus Kohlekraftwerken:

    >> FAZ

    Das Handelsblatt fasst die Stellungnahmen der von der Entscheidung betroffenen Interessensgruppen, aus der Politik, der Wirtschaft und Verbänden in seinem Beitrag zusammen:

    >> HANDELSBLATT

    Positiv sieht die Kommentatorin des Deutschlandfunks die Arbeit der Kohlekommission. Man könne „nicht genug würdigen“, was die sogenannte Kohlekommission geschafft habe. Nach monatelangen Debatten einigten sich die Mitglieder nahezu einstimmig auf einen geregelten und sozial abgefederten Ausstieg aus der Kohleverstromung. Braunkohle- und Steinkohlekraftwerke sollen bis spätestens zum Jahr 2038 vom Netz. Die Kommission sei „ein Demokratielabor“, in dem die unterschiedlichsten Akteure mit zum Teil völlig konträren Interessen es geschafft haben, sich zu einigen:

    >> DEUTSCHLANDFUNK

    Kritisch beschäftigt sich das Handelsblatt in einem Namenbeitrag des FDP-Politikers Christian Lindner mit dem Ergebnis der Arbeit der Kohlekommission. Dessen Kompromissvorschlag sei „pure Ideologie“, so Lindner:

    >> HANDELSBLATT

    Laut des Bunds der Energieverbraucher hat der Bundesrechnungshof mit deutlichen Worten kritisiert, wie die Energiewende durch das Bundeswirtschaftsministerium umgesetzt wird. Sein Bericht richte sich an den Bundestag und die Bundesregierung und wurde im Internet veröffentlicht, der BdE gibt die Zusammenfassung auf seiner Website wider. Fazit: „Trotz des erheblichen Einsatzes von Personal und Finanzmitteln erreicht Deutschland die Ziele bei der Umsetzung der Energiewende bisher überwiegend nicht.“

    >> BUND DER ENERGIEVERBRAUCHER

    Mit der Umsetzung der Energiewende steige der Stromanteil aus fluktuierenden erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne. Am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) untersuchen Forscher laut Branchendienst IWR die Einsetzbarkeit von Kraftwerken als Wärmespeicher. Konventionelle Kraftwerke könnten demnach zu Wärmespeicherkraftwerken mit Flüssigsalz als Speichermedium umgerüstet werden. Dabei könne der Großteil der bestehenden Infrastruktur inkl. der Turbinen weitergenutzt werden:

    >> IWR

  • Presseschau vom 25.01.2019

    Vor dem Kohlegipfel im Bundeskanzleramt hat der Bundesverband für Emissionshandel und Klimaschutz (BVEK) grundsätzliche Kritik an den geplanten Kraftwerksstilllegungen geübt. Für den gewünschten Klimaschutzeffekt müsste kein deutsches Kraftwerk abgeschaltet werden, sagt der BVEK-Vorsitzende Jürgen Hacker im Gespräch mit der WELT. Die Milliardensummen für Entschädigungszahlungen und den Strukturwandel in den Braunkohlegebieten könne sich die Bundesregierung sparen. Grund: Innerhalb des europäischen Emissionshandels genüge es, die verfügbare Menge an CO2-Berechtigungen zu kaufen und aus dem Verkehr zu ziehen:

    >> WeLT

    Sat1 Regional berichtet aus Wedel vom dortigen Kraftwerk mit einem Videobeitrag. Es geht erneut um die Partikel, die das Kraftwerk ausstößt. Ein neues Gutachten besage, dass diese eben doch umwelt- und gesundheitsschädlich sind. Betreiber Vattenfall hatte das bislang immer dementiert. Der Bericht lässt die dortige Bürgerinitiative und die zuständige Behörde im Interview zu Wort kommen, nicht jedoch den Betreiber:

    >> SAT1 REGIONAL

    Der NDR betrachtet das Thema differenzierter: Die Partikel des Ascheregens, den das Kohlekraftwerk in Wedel (Kreis Pinneberg) ausstößt, sollen für Schäden an Autos und Dächern verantwortlich sein. Ein Gutachten, das Anwohner auf eigene Kosten in Auftrag gegeben hatten, bestätigte dies. Doch nun zweifele das Umweltministerium dieses Gutachten an. Es werde bemängelt, dass in keinem einzigen konkreten Fall die Schäden nachgewiesen wurden. Auch hier findet sich ein Videobeitrag:

    >> NDR

    Immer wieder kommt es zu kritischen Situationen bei der Energieversorgung, wenn Solar- und Windkraftanlagen zu wenig Strom liefern. Dann müssen Industrieanlagen abgeschaltet werden. Die Netzschwankungen könnten aber noch schlimmer werden. Die FAZ beschäftigt sich ausführlich mit dem Thema und schildert insbesondere, welche zum Teil gravierenden Folgen diese Schwankungen auf Industriezweige haben, die einen besonders hohen Bedarf an Energie und deren unterbrechungsfreier Lieferung haben. Der Beitrag stellt das Zitat eines Managers aus einem solchen Betrieb ans Ende: „Die Entscheidung zum Ausstieg aus der Kernenergie in Verbindung mit Überlegungen, die Braunkohleverstromung schon in Kürze erheblich zu senken, erscheint riskant“:

    >> FAZ

    Der Kohleausstieg gilt als eines der größten Projekte der Energiewende. Wie die WELT nun berichtet, werden zunächst vor allem Kraftwerke im Westen stillgelegt. Das Verschonen des Ostens habe auch mit den kommenden Landtagswahlen zu tun. Aktuell zeichneten sich zwei Wochen vor Ende der Arbeit der Kohlekommission die Grundzüge des geplanten Kohleausstiegs im Rheinischen, Mitteldeutschen, Helmstedter und Lausitzer Revier ab. Fest stehe, dass der ostdeutsche Braunkohlekonzern Leag keine kurzfristigen Opfer erbringen müsse. Der Grund laut WELT: Die nach der Wende erneuerten Kraftwerke seien hocheffizient, zugleich sei ein sozialverträglicher Strukturwandel in der Lausitz deutlich schwerer zu organisieren als im Rheinischen Revier westlich von Köln. Weitaus wichtiger, so vermutet das Blatt, dürfe jedoch sein, dass in zwei von drei ostddeutschen Braunkohle-Ländern, nämlich Sachsen und Brandenburg, in diesem Jahr Landtagswahlen bevorstehen:

    >> WeLT

    Die Kohlekommission schlage wegen des vorzeitigen Abschaltens von Kraftwerken eine umfangreichere Entschädigung für die Betreiber vor als bisher bekannt, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Zudem sollen industrielle und auch private Stromverbraucher vor einem möglichen Preisanstieg geschützt werden. „Es ist ein Ausgleich zu schaffen, der Unternehmen und private Haushalte vom Strompreisanstieg entlastet, der durch die politisch beschleunigte Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung entsteht“, heiße es im neuesten Entwurf der Kommission. Das Enddatum für die letzte Anlage wird darin jedoch vorerst weiter offengelassen:

    >> SUEDDEUTSCHE

    Kein Land der Welt investiert so viel Geld in erneuerbare Energien wie China. 2017 flossen laut der taz global rund 200 Milliarden US-Dollar in neue Solarzellen, Windparks, Wasserkraftwerke oder Biomasseanlagen – 45 Prozent davon in China. Das bringe Peking immer wieder großes Lob unter Klimaschützern ein. Doch das, so das Blatt, sei nur die halbe Geschichte. Ein neuer Report des Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) zeige, dass China auch den weltweiten Ausbau von Kohlekraftwerken maßgeblich finanziere. Insgesamt werden derzeit Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 399 Gigawatt global gebaut oder geplant – die meisten davon in Bangladesch, Vietnam, Südafrika, Pakistan und Indonesien. Zum Vergleich: Die rund 150 Kohlekraftwerke in Deutschland haben eine Leistung von 45 Gigawatt:

    >> TAZ

    19 Jahre lang hat Bernhard Michels als Geschäftsführer das Kohle-Kraftwerk im niedersächsischen Mehrum geleitet. Aus Anlass seines Ruhestands sprach die HAZ mit ihm über Klimawandel, die Energiewende und die Zukunft der Kohle:

    >> HILDESHEIMER ALLGEMEINE ZEITUNG

     

  • Presseschau vom 11.01.2019

    Im resümierenden Interview zum Jahr 2018 mit dem Hamburger Abendblatt äußert sich der Hamburger Umweltsenator Jens Kerstan (GRÜNE) zum derzeit laufenden Rückkauf des Fernwärmenetzes in Hamburg und die Planungen für den Ersatz des Kohlekraftwerks in Wedel. Dieses, so behauptet Kerstan, solle angeblich nach der Heizperiode 2022/23 abgeschaltet werden und auch das Kohlekraftwerk Tiefstack solle angeblich „Mitte des nächsten Jahrzehnts“ nicht mehr mit Kohle befeuert werden. Ziel sei es, den Hamburger Klimaplan fortzuschreiben und Maßnahmen ausarbeiten, um das Klimaziel zu erreichen, bis 2030 den CO2-Ausstoß um 50 Prozent zu reduzieren. Dass das zur Prüfung der Rechtmäßigkeit der Übernahme des Fernwärmenetzes laufende EU-Verfahren noch Änderungen oder gar eine Rückabwicklung ergibt, befürchtet der Senator nicht:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Mit dem Kraftwerk in Wedel beschäftigt sich der NDR. Seit mehreren Jahren sorgt der Ascheregen, den das Kohlekraftwerk ausstößt, dort für Diskussionen. Zuletzt hatte ein Gutachten, das von der Betreiberfirma Vattenfall in Auftrag gegeben worden war, die Partikel als weder gesundheits- noch umweltschädlich eingestuft. Eine neue Untersuchung, die im Auftrag der Bürgerinitiative „Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel“ erstellt wurde, lege nun das Gegenteil nahe. Ein Sachverständiger habe in der Untersuchung herausgefunden, in den Partikeln sei ungewöhnlich viel Schwefel enthalten. In Verbindung mit Wasser könnte eine ätzende Verbindung entstehen, die zum Beispiel für Lackschäden bei Autos sorge. Nun will der Sachverständige ein ausführliches Gutachten vorlegen. Das wolle das schleswig-holsteinische Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume dann prüfen:

    >> NDR

    Aus dem Kohlekraftwerk in Frimmersdorf berichtet die NGZ Online. Das Kraftwerk sei jetzt mit der Sicherheitsbereitschaft in einen „Dornröschenschlaf“ versetzt worden. Bis zum Jahr 2021 kann das Werk zwar noch wieder zeitweilig hoch gefahren werden, wenn es einen akuten Versorgungsengpass in der Stromversorgung geben sollte. Danach werden die übrig geblieben Kraftwerksblöcke „Paula“ und „Quelle“ stillgelegt und zurückgebaut. Der Bericht beobachtet den aktuellen „Produktionsleiter ohne Produktion“, der über die „Geisterstadt“ der 500 Meter langen leergeräumten ehemaligen Haupthalle des Kohlekraftwerks wache, und schildert die Arbeiten, die in einem Kraftwerk anfallen, auch wenn es aktuell nicht in Betrieb ist:

    >> RP-ONLINE

    Mit den Plänen der Bundesregierung zur Umsetzung der Energiewende in Deutschland im Jahr 2019 beschäftigt sich die Südddeutsche Zeitung. Ein Treffen der Kanzlerin mit Mitgliedern der sog. Kohlekommission sei nun erforderlich, um den ins Stocken geratenen Prozess bei der Ermittlung eines Fahrplans zum Kohleausstieg wieder ins Rollen zu bringen. Der Artikel schildert die schwierige Gemengelage und unterschiedlichen Interessen der beteiligten Kreise:

    >> SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Auch das Handelsblatt behandelt das Thema. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wolle die zähen Verhandlungen über den Kohleausstieg beschleunigen und habe für den 15. Januar ein Treffen im Kanzleramt angesetzt. Eingeladen seien demnach die Ministerpräsidenten der Länder Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen, in denen Braunkohle gefördert wird, die zuständigen Bundesminister und die vier Vorsitzenden der sogenannten Kohlekommission.
    Die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ sollte ursprünglich bis Ende November ein Enddatum für die klimaschädliche Braunkohleverstromung und Alternativen für die Beschäftigten formulieren. Zuletzt hieß es, Anfang Februar solle ein Konzept vorliegen, wie und wann Deutschland aus der Kohleverstromung aussteigt. Betroffen sind vor allem die Lausitz in Brandenburg und das Rheinische Revier.

    >> HANDELSBLATT

    Von „Irrsinn“ spricht ebenfalls das Handelsblatt in einem Bericht aus dem bayerischen Irsching bei Ingolstadt. Dort zeige die Energiewende schon seit Jahren ihre absurde Seite: Dort stehen zwei hochmoderne, vergleichsweise saubere Gaskraftwerke, die eigentlich perfekt den Strom liefern könnten, den Wind- und Solaranlagen in vielen Stunden witterungsbedingt nicht produzieren. Gerade durch den Boom der erneuerbaren Energien seien die Anlagen aber unrentabel geworden und die Betreiber wollen sie stilllegen. Jetzt wird Betreiber Uniper allerdings genau an diesem Standort sogar ein neues Gaskraftwerk bauen. Das kündigten der Stromproduzent und Netzbetreiber Tennet dem Blatt zufolge an. Obwohl die bestehenden Kraftwerke hocheffizient seien, lohne sich der Betrieb wirtschaftlich nicht. In den vergangenen Jahren waren sie kaum noch am Netz, weil die Großhandelspreise die Kosten nicht decken konnten. Die Preise wiederum waren im Keller, weil der Markt mit Wind- und Solarstrom geflutet wurde, der zu festen Vergütungen vorrangig ins Netz eingespeist wird. Das neue Kraftwerk hingegen werde als „besonderes netztechnisches Betriebsmittel“ auf alternativer gesetzlicher Grundlage geplant und soll „in besonderen Notsituationen als Sicherheitspuffer in der Stromversorgungbereit stehen“:

    >> HANDELSBLATT

    Der Bau eines neuen Gaskraftwerks auf dem Stadtwerke-Gelände in Unterföhring wird immer wahrscheinlicher. Das städtische Energie-Unternehmen hat laut Süddeutscher Zeitung offiziell die Genehmigung einer solchen Anlage beantragt, der Rat der Gemeinde Unterföhring soll nun darüber entscheiden. Die neue Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD), mit der sowohl Strom als auch Wärme erzeugt werden können, könnte den Kohleblock ersetzen, der nach den Vorgaben eines Bürgerentscheids bis Ende 2022 abgeschaltet werden muss:

    >> SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Anlässlich der Stilllegung der letzten Zeche im Ruhrgebiet und dem damit verbundenen Ende der Steinkohleförderung in Deutschland bilanziert die Süddeutsche Zeitung die Entwicklung dorthin und beschäftigt sich mit dem schon in Gang befindlichen Strukturwandel in der Region:

    >> SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    Die Erneuerbaren Energien haben in Deutschland im vergangenen Jahr genauso viel Strom erzeugt wie Braun- und Steinkohle. Dies gehe laut BR aus dem Energiewende-Rückblick der Organisation Agora Energiewende hervor, der Anfang des Jahres vorgestellt wurde. Den konkreten Zahlen zufolge waren es jeweils gut 35 Prozent der Gesamtproduktion, inklusive der häufig nicht eingerechneten Eigenstromproduktion der Industrie. Im Ergebnis war es deutlich mehr Solarstrom und ein regelrechter Einbruch bei der Steinkohle. Das hat dazu geführt, dass Erneuerbare Energien und Kohle jetzt bei der Stromproduktion in Deutschland gleichgezogen hätten. Nicht verändert hat sich dabei der Anteil der Braunkohle. Mit ihr kann nach wie vor vergleichsweise günstig Strom erzeugt werden, allerdings zum Preis eines hohen CO2-Ausstoßes:

    >> BR.DE

  • Presseschau vom 21.12.2018

    Der größte Stromspeicher Deutschlands entsteht bis 2020 am Leag-Standort Schwarze Pumpe. Eine „BigBattery“ soll die Flexibilität des Kohle-Kraftwerksparkes deutlich erhöhen. Mit diesem Speicher könne man künftig auf die Sekunde genau auf den Strombedarf der Netzbetreiber reagieren, ohne die Kraftwerksblöcke drosseln zu müssen, so LR Online in seinem Beitrag. Bereits im kommenden Jahr beginne der Bau der auf der Lithium-Ionen-Technologie basierenden Riesenbatterie, die dann der größte Batteriespeichers in Europa sein wird:

    >> LR ONLINE

    Aus dem Kohlekraftwerk Neurath berichtet RP Online mit einem Portrait des dortigen Leiters Produktion. Wurde bis vor einigen Jahren noch unabhängig vom Strombedarf das Kraftwerk immer auf voller Leistung gefahren, so sei die Produktionsleitung mittlerweile mit einem hoch komplexen und anspruchsvollen Regelungssystem betraut, das die Produktionsleistung dem jeweiligen Strompreis und der Bedarfsabfrage anpasse. Dazu werde die Kohlestromproduktion in Neurath auch regelrecht der Witterung angepasst: Gibt es viel Strom aus der Windenergie oder aus den Solaranlagen, wird die Kohleleistung entsprechend reduziert. Innerhalb von fünf Minuten kann die Leistung im Kraftwerk hoch- oder heruntergefahren werden. Dazu verfolge die Leitung aus eine Vielzahl von elektronisch übermittelten Wetter-, Strompreis-, Strombedarfs- und Alternativenergiekurven:

    >> RP ONLINE

    Die UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz hat nach zähen Verhandlungen ein umfassendes Regelwerk für die praktische Umsetzung des Pariser Klimaabkommens gebilligt. Kernziel sei es, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Umweltverbände zeigten sich unzufrieden und mahnten zu mehr Klimaschutz und Solidarität mit armen Ländern. Die deutsche Umweltministerin Schulze hatte auf der Konferenz mit einem Bündnis aus Industrie- und Entwicklungsländern mehr Ehrgeiz im Klimaschutz gefordert. Deutschland hinke den eigenen Zielen seit längerem hinterher. Derzeit berät eine Kommission, wie der Ausstieg aus der Kohle-Stromproduktion laufen soll. Die FAZ hat den Bericht:

    >> FAZ

    Staatliche Förderungen für den Kohlestrom laufen ab 2025 in der EU aus. Darauf verständigten sich laut eines Berichts des österreichischen Kurier die Vertreter der EU-Institutionen in Brüssel unter österreichischem Ratsvorsitz. Die Einigung erfolge im Rahmen der EU-Energiemarktregulierung „Clean Energy Package“. Nach dem Klimagipfel in Kattowitz und der vereinbarten Reduktion von CO2-Emissionen bei Neuwagen um 37,5 Prozent sei dies ein weiterer „Meilenstein für mehr Klimaschutz“ in Europa.

    >> KURIER.AT

    Die Partei Die Grünen fordert die Abschaltung aller elf Kohlekraftwerke in Niedersachsen. Aus ihrer Sicht sollte zuerst das seit gut 40 Jahren laufende Kraftwerk in Mehrum (Landkreis Peine) vom Netz genommen werden. Ein Konzept, wie die Produktion ersetzt werden solle, wurde jedoch nicht genannt. Dem niedersächsischen Umweltministerium zufolge werden im Land derzeit elf Kraftwerksblöcke mit Steinkohle betrieben. Neben Mehrum und Wilhelmshaven gebe es Standorte in Hannover und Braunschweig. Außerdem betreibt die Nordzucker AG ein Kraftwerk in Uelzen und VW gleich vier Kraftwerke in Wolfsburg. Seine Steinkohlekraftwerke wolle Volkswagen nach eigenen Angaben auf Erdgasbetrieb umstellen. Für die Modernisierung zahle VW 400 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme soll zwischen 2021 und 2022 erfolgen. Der NDR hat den Bericht:

    >> NDR

    Die Kohlepolitik Chinas steht im Kreuzfeuer der Kritik. Während sich Peking im Inland bemühe, die Kohleenergie zu drosseln, verkauft es Kohlekraftwerke nach Asien, Afrika und in den Nahen Osten. „China ist weltweit führend bei Investitionen, die seine Wirtschaft schrittweise unabhängig von Kohleenergie machen“, zitiert der Sender n.-tv Tim Buckley vom US-Forschungsinstitut für Energiewirtschaft IEEFA. „Aber im Ausland investiert China weiter in zahlreiche Kohleprojekte, die in direktem Widerspruch zur nationalen Energiestrategie stehen.“

    >> N-TV

     

  • Presseschau vom 07.12.2018

    Geplant war, dass die Kohlekommission ihre Arbeit bis Ende dieses Jahres abschließt. Doch die Diskussion über einen Ausstiegsplan aus der Kohleverstromung brauche mehr Zeit, so die Vorsitzenden der Kommission. Neues Abschlussdatum sei jetzt der 1. Februar 2019. Der Deutschlandfunk rechnet in seinem Beitrag mit erheblichen politischen Folgeschäden:

    >> DEUTSCHLANDFUNK

    Auch n-tv beschäftigt sich mit der Verzögerung des Abschlussberichts: Es solle nun vor allem auf Druck der Kohleländer noch einmal vertieft über neue Jobs und Perspektiven gesprochen werden. Die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ kann nur unverbindliche Vorschläge machen, die Umsetzung liege bei der Politik:

    >> N-TV

    Nach Informationen des SPIEGEL, der sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt, sehe ein erster Entwurf für einen Abschlussbericht vor, die Bundesregierung solle „eine Einigung über mögliche Entschädigungsleistungen für die Betreiber“ aushandeln. Demnach soll das Gros der Kraftwerke bis 2030 geschlossen werden. Den Anfang machen sollen Anlagen in Westdeutschland:

    >> SPIEGEL ONLINE

    Ebenfalls der SPIEGEL beschäftigt sich mit der Profitabilität von Kohlekraftwerken. Laut einer bislang unveröffentlichten Studie des Londoner Analysehauses Carbon Tracker, die dem Magazin vorläge, erwirtschaften 42 Prozent von 6685 weltweit untersuchten Meilern bereits jetzt Verluste. Bis 2040 werde der Anteil der Kraftwerke mit Minuszahlen auf mehr als 70 Prozent steigen, prognostizieren die Autoren – und das sogar bei niedrigeren Brennstoffkosten als heute:

    >> SPIEGEL ONLINE

    Die polnische Regierung arbeite laut Branchendienst energate messenger an einer neuen Energiestrategie. Demnach plane das Land, als Ersatz für Kohleverstromung in die Kernenergie einzusteigen und bis 2033 seinen ersten Reaktor zu errichten, berichtet der Dienst unter Berufung auf die „Märkische Oderzeitung“. Als Standorte kommen offenbar die Standorte Zarnowiec und Kopalino nordwestlich von Danzig infrage. Die polnische Stromversorgung beruht bislang zu 80 Prozent auf Kohlekraftwerken. Der Klimaschutz ist für Polen, Gastgeberland der aktuellen Klimakonferenz, eine besondere Herausforderung. Ziel der neuen Energiestrategie sei es, den Anteil der dominanten Kohle am Strommix durch Erneuerbare und Kernenergie bis 2030 auf 60 Prozent zu senken. (Bezahlinhalt)

    >> ENERGATE MESSENGER

    Jahrzehntelang demonstrierten Umweltaktivisten gegen Atomstrom. Nun propagieren einige die Rückkehr zur Kernenergie und berufen sich dafür auf Berechnungen des Weltklimarats. Das ZDF schildert in einem Feature die Hintergründe, die Akteure der neuen Bewegung „Nuclear Pride“ und ihre Argumentation. Zwar seien Wind- und Sonnenenergie erneuerbare Energieformen, doch CO2 emittieren sie trotzdem, beispielsweise bei der Herstellung der Anlagen. Auch Biomasse sei zwar erneuerbar, produziere aber viel CO2. Kernenergie hingegen stoße im Betrieb überhaupt kein CO2 aus und im gesamten Lebenszyklus nur sehr wenig, zitiert der Beitrag einen Aktivisten der Bewegung. Etwa ein Dutzend Umwelt- und Pro-Atomkraft-Gruppen in ganz Europa unterstützen „Nuclear Pride“ mittlerweile, darunter Ökogruppen aus der Schweiz, Finnland, den Niederlanden und Deutschland:

    >> ZDF

  • Presseschau vom 23.11.2018

    Ein klares Bekenntnis zum Standort Hamburg gibt Gunnar Gröbler, Vorstandsmitglied für erneuerbare Energien des Versorgers Vattenfall, im Interview mit der WELT. Vor allem bei der Energiewende wolle der Konzern in Norddeutschland nun aber durchstarten. Schwerpunkt dabei seien erneuerbare Energien und die Wasserstoffwirtschaft. Innerhalb einer Generation wolle man „fossilfrei“ Energie produzieren:

    –> WELT

    Vattenfall wird zum Jahreswechsel keine Erhöhung der Strompreise in Hamburg vornehmen. „Zum 1. Januar gibt es keine Veränderungen“, sagte eine Sprecherin dem Hamburger Abendblatt. Einige Preisbestandteile wie Netzentgelte, die einen wesentlichen Teil des Strompreises ausmachen, seien noch nicht final bestätigt. Ein Großteil des in Hamburg genutzten Stroms wird im Heizkraftwerk Moorburg produziert:

    –> Abendblatt

    Die Zeitung für kommunale Wirtschaft ZfK dokumentiert den formalen Abschluss der Rekommunalisierung des Fernwärmenetzes in Hamburg durch den entsprechenden Beschluss der Hamburger Bürgerschaft am 14. November. SPD, Grüne und Linke votierten für den Deal, bei dem die Stadt 950 Mio. Euro für das Netz an Versorger Vattenfall zahlen muss. Kritik kam von FDP-Fraktionschef Michael Kruse: „Einen Rückkauf, der Steuerzahlergeld verschwendet, die Fernwärmepreise verteuert und die Umwelt belastet, haben die Hamburgerinnen und Hamburger nicht gewollt – ganz gleich, wie sie beim Volksentscheid abgestimmt haben.“ Auch der CDU-Abgeordnete Stephan Gamm betonte, preisgünstige und klimafreundliche Energieerzeugung werde mit diesem rot-grünen Konzept nicht erreicht:

    –> ZfK

    RWE-Vorstand Rolf Martin Schmitz hat laut eines Berichts von RP online die Rolle von konventionellen Kohle- und Gas-Kraftwerken für die Sicherheit der Energieversorgung in Nordrhein-Westfalen betont. Schmitz sagte demnach im Rahmen der Mönchengladbacher Wirtschaftsgespräche: „Solange es noch keine ausreichenden Energiespeicher für Strom aus erneuerbaren Energien gibt, brauchen wir konventionelle Kraftwerke für die sichere Energieversorgung.“ Der gleichzeitige vollständige Ausstieg sowohl aus der Kernenergie als auch aus der Stromerzeugung aus Braunkohle sei „zu viel für unser Land“. Derzeit erarbeitet die Kohlekommission ein Ausstiegsszenario für den Kohleausstieg. Der Bericht wird in Kürze vorgelegt:

    –> RP online

    Die Kohlekommission habe sich, ebenfalls laut eines Berichts von RP Online, auf erste Eckpunkte geeinigt: Danach soll der Kohleausstieg in drei Phasen (bis 2022, bis 2030, bis zum noch strittigen Enddatum) erfolgen und nach dem Vorbild Atomausstieg im Konsens mit den Energiekonzernen und gegen Entschädigungen: „Um ein rechtssicheres Vorgehen zu gewährleisten, empfiehlt die Kommission bis 2022 Stilllegungen, die im Einvernehmen mit den jeweiligen Kraftwerksbetreibern erfolgen“, heißt es demnach in einem ersten Entwurf der Kommission. Streit gibt es noch über den genauen Umfang der Stilllegungen in den einzelnen Phasen, das Enddatum und über einen Umsiedlungsstopp bei den Tagebauen.

    –> RP online


    Gegen mögliche Entschädigungen für Betreiber von Kohlekraftwerken, die aus Klimaschutzgründen stillgelegt werden, spricht sich die taz aus. Die Betreiber von Kohlekraftwerken hätten in der Regel keinen Anspruch auf eine Entschädigung. Zu diesem Schluss käme ein Rechtsgutachen des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags, das dem Blatt vorläge. Die Stilllegung stelle rechtlich gesehen keine Enteignung dar, schreiben die Bundestagsjuristen. Denn „bloße Umsatz- und Gewinnchancen für die Zukunft“ würden „nicht von der Eigentumsgarantie umfasst“. Lediglich bei Anlagen, die noch nicht abgeschrieben sind oder kürzlich modernisiert wurden, käme in Einzelfällen ein finanzieller Ausgleich für die Betreiber infrage:

    –> taz

    Der Tagesspiegel beschäftigt sich in einem Kommentar mit dem wahren Preis für CO2-Emissionen. Kohle werde in den kommenden Jahren am Markt unwirtschaftlicher werden: Die Preise aus dem Europäischen Emissionshandel (EU ETS) drückten bereits auf die Kraftwerksbetreiber. Zugleich werde Wind- und Sonnenenergie günstiger. Trotzdem solle die Politik den EU ETS im Auge behalten. Denn wenn der Zertifikatepreis in Zukunft nicht den „wahren“ Preis der Kohle mit Umwelt- und Gesundheitsbelastungen widerspiegele, sollte nachjustiert werden:

    –> Tagesspiegel

    Das Wirtschaftsmagazin Aktiv beschäftigt sich mit internationalen Planungen zum Neubau von Kohlekraftwerken. Insbesondere in China, Indien und Vietnam würden in großem Stil Neubauten geplant. Insgesamt seien weltweit fast 1.300 Projekte für Kraftwerke mit insgesamt mehr als 600 Gigawatt Leistung in Umsetzung. Die Umsetzung der weltweiten Klimaschutzziele sei vor diesem Hintergrund problematisch, einzig ein weltweit einheitlicher Preis für CO2-Emissionszertifikate könne ein Steuerungsinstrument bilden:

    –> Aktiv online


    Der Deutschlandfunk führte ein Gespräch mit dem Leiter des Energiewende-Thinktanks Agora, Patrick Graichen. Nach dessen Aussage müssten eine ganze Reihe von Kohlekraftwerken vom Netz genommen werden, damit Deutschland seine Ziele für den Klimaschutz erreichen kann. Die Strompreise müssten deswegen aber nicht steigen: „Neue Wind- und Solaranlagen sind nicht unser Kostenthema“, zitiert der DLF den Experten. Ein Kostenproblem beim Strompreis seien lediglich die „ historischen“ Kosten aus den Anfangsjahren der Energiewende, nicht aber die regenerativen Energien.

    –> Deutschlandfunk

  • Presseschau vom 09.11.2018

    Die Diskussion über das Ergebnis des Volksentscheids zum Münchener Heizkraftwerk Nord geht weiter. Auf den Tag genau ein Jahr nach dem Bürgerentscheid „Saubere Luft“, wonach der Kohleblock des Heizkraftwerks Nord vorzeitig bis Ende 2022 abgeschaltet werden soll, brachte laut eines Berichts der Süddeutschen Zeitung die Fraktion FDP-Hut eine neue Abstimmung über das Thema ins Spiel. Die Stadträte fordern von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bis spätestens Ende Januar Aufklärung darüber, wie eine etwaige Versorgungslücke nach dem Aus des Kraftwerks vermieden werden könne. Auf dieser Grundlage solle der Stadtrat dann gegebenenfalls die Münchner aufrufen, erneut über die Abschaltung zu entscheiden:

    >> SUEDDEUTSCHE ZEITUNG

    In einer Serie befragt der Branchendienst energate messenger zentrale Akteure der Energiebranche zu ihren Erwartungen an die Arbeit der Kohlekommission. Hans Wolf von Koeller, Bevollmächtigter der Geschäftsführung und Leiter Energiepolitik bei der Steag GmbH, bemängelt im Gespräch mit dem Dienst, dass wichtiger als ein eher symbolisches Ausstiegsdatum ein breiter politischer Konsens darüber sei, wie die drei energiepolitischen Ziele Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit getragen von einer breiten Akzeptanz auch bei einem allmählichen Ausphasen der konventionellen Kraftwerke erreicht werden könnten. Die Schließung von Kohlekraftwerken allein helfe nicht, wird von Koeller zitiert:

    >> ENERGATE MESSENGER

    Mit einer schnellen und massiven Stilllegung von Braunkohlekapazitäten sei laut Märkischer Onlinezeitung das nationale Klimaziel 2020 einer Studie zufolge zumindest drei Jahre später erreichbar. Dafür müssten neun Gigawatt Braunkohleleistung heruntergefahren werden bei einer gleichzeitigen höheren Auslastung von Gas- und Steinkohlekraftwerken. Dies sei das Ergebnis einer Analyse des Beratungsunternehmens Aurora Energy Research im Auftrag der Lobbyorganisation Zukunft Erdgas. Die Studie komme kurz vor der entscheidenden Phase der Regierungskommission zum Ausstieg aus der Kohleverstromung, dabei geht es vor allem um Braunkohle. Das Gremium soll bis Ende über den Fahrplan zum Kohleausstieg entscheiden:

    >> MOZ.DE

    Die Stahlindustrie in Deutschland hat in einem Beitrag des Handelsblatts vor einer raschen Stilllegung der Kohlekraftwerke gewarnt. Ein Ausstieg aus der Kohleverstromung dürfe der Industrie nicht schaden und sollte nicht übereilt erfolgen, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, dem Blatt zufolge. Durch den damit verbundenen Anstieg der Strompreise wären Zusatzkosten für die Stahlindustrie von 140 bis 220 Millionen Euro im Jahr zu erwarten. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Branchen wie der Stahlindustrie nicht zu gefährden, müssten solche Strompreissteigerungen auf geeignete Weise ausgeglichen werden, forderte der Cheflobbyist der Stahlindustrie:

    >> HANDELSBLATT

    In Almería in Südspanien testet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) neue Solar-Technologien. Bei einem Projekt sind zwei große Behälter mit einer Salzschmelze gefüllt. Im ersten Behälter ist das flüssige Salz 200 Grad Celsius heiß, im zweiten 400 Grad. Das Aufheizen von 200 auf 400 Grad übernimmt Thermoöl, das sich seinerseits in großen Parabolspiegeln Energie von der Sonne holt. Soll Strom erzeugt werden, fließt die 400-Grad-Schmelze in einen Wärmetauscher und erhitzt dort Wasser. Unter hohem Druck treibt der Wasserdampf dann Turbine und Stromgenerator an. Die Schmelze selbst kühlt sich auf 200 Grad ab und fließt in den ersten Behälter zurück. Auch Kohlekraftwerke erzeugen ihren Strom letztlich aus hoch konzentrierter Wärme, nur wird diese durch eine CO2-intensive Verbrennung bereitgestellt. Würde man stattdessen eine „grüne“ Wärmeerzeugung einsetzen, so eine These, könnte ein Kohlekraftwerk dekarbonisiert weiterlaufen. Die Frankfurter Rundschau berichtet über eine entsprechende Idee des Direktors des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik in Stuttgart. Derzeit führe das DLR Gespräche mit dem RWE-Konzern über eine Studie, die den Umbau von Kohlekraftwerken zu Wärmespeicherkraftwerken erkunden und evaluieren soll:

    >> FRANKFURTER RUNDSCHAU

    In fünf Städten Nordrhein-Westfalens ist mit Bürgerfesten Abschied vom Steinkohle-Bergbau genommen worden. Zu den Veranstaltungen unter dem Motto „Danke, Kumpel“ in Essen, Bottrop, Dinslaken, Hamm und Ibbenbühren hatte der Bergbaukonzern RAG eingeladen. Mit den Veranstaltungen sollte noch einmal bewusst gemacht werden, welche Leistungen die Bergleute in den vergangenen Jahrzehnten vollbrachten. Ende Dezember schließt mit der Zeche Prosper Haniel in Bottrop das letzte deutsche Steinkohle-Bergwerk. Die RP Online berichtet:

    >> RP ONLINE

  • Presseschau vom 26.10.2018

    Eine erhitzte Debatte um Sinn und Unsinn des vom Senat beschlossenen Rückkaufs des Fernwärmenetzes haben sich die rot-grüne Landesregierung und die Opposition im Hamburger Rathaus geliefert. Nach einer nüchtern-sachlichen Regierungserklärung von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) wurde der Rückkauf höchst kontrovers diskutiert. Die taz fasst die unterschiedlichen Positionen und Argumente zusammen. Für das Heizkraftwerk Moorburg unmittelbar relevant ist ein Zitat des Abgeordneten Michael Kruse (FDP): „Mit Wedel wird die Laufzeit des dreckigsten Kohlekraftwerks der Republik verlängert, damit Moorburg, das sauberste Kohlekraftwerk des Landes, nicht ans Fernwärmenetz angeschlossen werden muss“ zitiert das Blatt. Tatsächlich gehe das alte Kraftwerk Wedel nun nicht wie geplant 2021, sondern frühestens 2024 vom Netz, weil Fernwärmequellen fehlen. Langfristig setze Rot-Grün auf regenerative Fernwärmeerzeugung, doch dafür gebe es noch keinen detaillierten Plan:

    >> TAZ

    Das Hamburger Nachrichtenportal Fink erklärt die gesamte Thematik rund um den Netzrückkauf noch einmal anschaulich in 5 einfachen Punkten:

    >> FINK.HAMBURG

    Mit den Folgen des Rückkaufs des Fernwärmenetzes für den Hamburger Westen beschäftigt sich das Elbe Wochenblatt. In den Kraftwerken Wedel und Tiefstack werde derzeit noch Kohle verbrannt, dies soll sich bis 2025 unter anderem durch eine geplante Fernwärmeleitung unter der Elbe („Südvariante“) ändern, in die Industrieabwärme eingespeist werden könnte.
    „Wir peilen an, das Kohlekraftwerk Wedel bis 2022/23 vom Netz zu nehmen und durch dezentrale und größtenteils Erneuerbare Energiequellen zu ersetzen“, zitiert das Blatt Umweltbehörden-Sprecher Dube: „2025 soll dann das Kraftwerk Tiefstack umgerüstet und ohne Kohle betrieben werden.“ Das Kraftwerk Moorburg, obwohl bereits Produzent von ungenutzter Wärme, wird nicht an das Fernwärmenetz angeschlossen:

    >> ELBE WOCHENBLATT

    Wirtschaftsminister Peter Altmeier (CDU) soll Überlegungen angestellt haben, im Zuge des kommenden Kohleausstiegs das aktuell im Bau befindliche Uniper-Kraftwerk Datteln 4 gar nicht mehr ans Netz zu lassen. Dies würde das Aus vor dem eigentlichen Start bedeuten, der für Sommer 2020 geplant ist. Bis Mitte Dezember habe die eingesetzte Kohlekommission Zeit, ihre Formulierungen zum Kohleausstieg der Regierung zur Entscheidung vorzulegen. Sollte Datteln 4 nicht mehr ans Netz gebracht werden, müsste Uniper – so die Vereinbarung des Voreigentümers E.ON mit der Stadt – das Kraftwerk komplett zurückbauen. Die Dattelner Morgenpost lässt dazu auch den Bürgermeister der Gemeinde Dora zu Wort kommen. Ein Aus von Datteln 4 wäre zunächst für diesen „nicht gut für die Gewerbesteuerentwicklung der Stadt und volkswirtschaftlich zu kurz gedacht“. Dora  hält es klimatechnisch für die falsche Entscheidung, alte Braunkohlekraftwerke am Netz zu halten, und ein modernes, effizientes Steinkohlekraftwerk nicht ans Netz zu lassen, nur um aus Lobby-Gründen ein Unternehmen mit alten Kraftwerken zu bevorzugen, zitiert das Blatt:

    >> DATTELNER MORGENPOST

    Die deutsche Wirtschaft hat über den DIHK vor der kommenden Sitzung der Kohlekommission vor steigenden Strompreisen im Falle eines schnellen Ausstiegs aus der Braunkohle gewarnt. „Die strukturellen Nachteile hoher Stromkosten für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie verschärfen sich“, sagte der Vize-Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Achim Dercks, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, zitiert in der FAZ. Im kommenden Jahr stiegen die Netzentgelte fast flächendeckend und die höheren Zertifikatspreise schlügen auf die Unternehmen durch. Der in der Kohlekommission diskutierte schnellere Kohleausstieg würde die Strompreise noch einmal deutlich nach oben treiben:

    >> FAZ

    Ein schneller Ausstieg aus der Braunkohle mit einer raschen Abschaltung von Kraftwerken gefährdet laut eines Berichts des Handelsblatts bis 2030 bis zu 72.000 Arbeitsplätze. Im Zeitraum von 2020 bis 2040 verursache ein schneller Ausstieg volkswirtschaftliche Zusatzkosten von annähernd 100 Milliarden Euro. Zu diesen Ergebnissen käme eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), auf die sich das Handelsblatt beruft. Das IW hat die Studie im Auftrag des Deutschen Braunkohle-Industrie-Vereins (DEBRIV) angefertigt. Sie liefert den Gegnern eines raschen Kohleausstiegs neue Argumente in einer sich zuspitzenden Debatte. Das Ringen um die Zukunft der Kohleverstromung geht in diesen Wochen in die Schlussphase:

    >> HANDELSBLATT

    Von einer sinnvollen Nutzung der Abwärme des Betriebs eines Kohlekraftwerks berichtet die Süddeutsche Zeitung. Neben dem Kohlekraftwerk des Unternehmens Engie in Anglberg würden in Zukunft jährlich etwa 150 000 Tonnen Schlamm aus Kläranlagen der Umgebung getrocknet und dadurch in Brennstoff verwandelt. Für den Bau und Betrieb der Anlage hat sich Engie mit den Stadtwerken Freising und dem Fernwärmeanbieter Bayernwerk Natur zusammengeschlossen. Die drei Unternehmen arbeiten bereits seit längerem zusammen, die Stadt Freising bezieht beispielsweise Fernwärme aus Zolling. Der Bau wurde nun begonnen:

    >> SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

     

  • Presseschau vom 12.10.2018

    Die Stadt Hamburg wird das Fernwärmenetz zum 01. Januar 2019 zurückkaufen. Das ist das Ergebnis langwieriger und komplizierter Verhandlungen zwischen dem Staat und dem Energiekonzern Vattenfall, der Mehrheitseigner des Fernwärmenetzes ist. Hamburg ist bereits seit 2014 mit 25,1% an der Wärmegesellschaft beteiligt. Bis zum Montagabend sei „hart verhandelt“ worden, berichtete Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) laut taz vor der Landespressekonfernz im Rathaus. Dann erst sei klar gewesen, „dass wir es jetzt alleine machen“, so wird Tschentscher zitiert. Nächste Woche werde der Senat das formal beschließen, danach müsse noch die Bürgerschaft zustimmen:

    >> TAZ

    Die Hamburger Morgenpost schildert die nun anstehenden nächsten Schritte beim Rückkauf des Fernwärmenetzes. In den vergangenen Monaten habe es unterschiedliche Szenarien zur Umsetzung und viele „konstruktive Gespräche“ mit Vattenfall gegeben. Dabei ging es etwa um den Anschluss des Heizkraftwerks Moorburg und um die letztlich nicht gewählte Option, dass der Energiekonzern Vattenfall als Minderheitsgesellschafter Hamburgs Fernwärme weiter mitentwickelt. „Wir respektieren die Entscheidung und werden alles tun, um einen reibungslosen Übergang des Unternehmens an die Stadt sicherzustellen“, zitiert das Blatt Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka. Sollten Hürden für die schnelle Umsetzung bestehen, sei die Stadt aufgefordert, diese auszuräumen. Die Übernahme des kompletten Wärmegeschäftes sei sehr gründlich geprüft worden, betonte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Sie verstoße weder gegen Strafrecht noch gegen das Hamburger Haushaltsrecht oder die EU-Beihilferegelungen, hätten Gutachten ergeben. Während der BUND den Senatsplan lobt, sprächen FDP und CDU laut Mopo von einem wirtschaftlichen Desaster. Der Preis sei zu hoch, Fernwärmekunden müssten mit Preissteigerungen rechnen:

    >> MOPO

    Mit den Gutachten, die zur Bewertung des Fernwärmenetzes erstellt wurden und die zu unterschiedlichen Ergebnissen führten, beschäftigt sich das Hamburger Abendblatt. Neben Rechtsgutachten hatten Finanz- und Umweltbehörde auch neue Gutachten zum Wert der Fernwärme in Auftrag gegeben. Das von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) beauftragte Beratungsbüro kam dabei zu dem Schluss, dass die Fernwärme nicht nur deutlich mehr als 645 Millionen Euro wert sei, sondern sogar mehr als der vereinbarte Mindestpreis von 950 Millionen Euro. Die Wärmegesellschaft, die derzeit noch zu 74,9 Prozent Vattenfall und zu 25,1 Prozent der Stadt gehört, seid demnach zwischen 979 Millionen und fast 1,1 Milliarden Euro wert. Der große Unterschied zum von BDO im Frühjahr ermittelten deutlich niedrigeren Wert ergäbe sich aus den unterschiedlichen Bewertungsmethoden. BDO hatte den Wert nach dem so genannten IDW S1-Bewertungsstandard ermittelt. Dabei wurde laut LBD eine hohe Renditeerwartung des Eigentümers zugrunde gelegt, außerdem konnten staatliche Zuschüsse zum geplanten Bau eines neuen KWK-Kraftwerks und Steuerersparnisse nicht einberechnet werden. Die Finanzbehörde rechne allerdings weitaus vorsichtiger als die Umweltbehörde. Die Beratungsfirma PwC habe das LBD-Gutachten geprüft und kommt zu einem ganz anderen Urteil. Demnach sei die Fernwärme nämlich nur 615 Millionen Euro wert, sogar weniger als es das BDO-Gutachten ergeben hatte. Allerdings rechnet die Finanzbehörde steuerliche Vorteile von 150 Millionen Euro hinzu, die sich aus der Integration die städtische Vermögengesellschaft HGV ergeben. Daher könne die Fernwärme mit 765 Millionen Euro bilanziert werden. Politiker der Opposition bezeichnen das von der Umweltbehörde vorgelegte Gutachten als fragwürdig und ohne Tiefgang:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Die Folgen des Fernwärmedeals für die Mitarbeiter der Betreibergesellschaft, die Wärmekunden in Hamburg und notwendige Modernisierungsarbeiten versucht die Hamburg-Ausgabe der WELT zu prognostizieren. Gegner der nun getroffenen Vereinbarung befürchten insbesondere für die Kunden einen drastischen Peisanstieg für die Fernwärmeversorgung:

    >> WeLT

    Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag warnt vor stark steigenden Strompreisen, falls es zu einem raschen Ausstieg aus der Kohlverstromung kommt. In der Diskussion über das Ende der Kohlekraft in Deutschland warnt DIHK-Präsident Eric Schweitzer in den Deutsche Wirtschafts-Nachrichten vor einem beschleunigten Ausstieg mit weitreichenden Folgen für die Strompreise. „Es geht zum einen um die Perspektiven von Arbeitnehmern und vielen anderen Menschen in den Braunkohlerevieren, die wir vor einem Kohleausstieg entwickeln müssen“, zitiert Reuters. Es gehe aber auch um die wirtschaftliche Zukunft vieler Zulieferer und energieintensiver Unternehmen:

    >> DEUTSCHE WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

    Die Speicherung großer Energiemengen ist ein noch ungelöstes Problem auf dem Weg in ein CO2-neutrales Energiesystem. Zukünftig wollen das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Universität Stuttgart gemeinsam geeignete Energiespeicher entwickeln. Zu diesem Zweck haben die Forschungseinrichtungen nun den Aufbau einer entsprechenden Forschungsinfrastruktur vereinbart, den Nationalen Demonstrator für Isentope Energiespeicher (NADINE). Errichtet werden soll die Versuchsanlage zur Entwicklung von Energiespeichern im Kraftwerksmaßstab in Karlsruhe und Stuttgart:

    >> INNOVATIONSREPORT

     

  • Presseschau vom 28.09.2018
    Juristische Bedenken könnten laut eines Beitrags des Hamburger Abendblatts die Entscheidung über den Rückkauf des Fernwärmenetzes weiter verzögern.  Ein Gutachten der Firma BDO hatte im Frühjahr festgestellt, dass die Fernwärmeanlagen inklusive des Kohlekraftwerks Wedel derzeit nur noch einen Wert von 645 Millionen Euro hätten. Da der SPD-Alleinsenat im Januar 2014 Vattenfall aber einen Mindestpreis von 950 Millionen für das gesamte Netz zugesichert hat, würde dies zu einer massiven Überzahlung an den Energiekonzern führen. Zwar besitzt die Stadt bereits 25,1 Prozent an der Wärmegesellschaft, aber für die verbleibenden 74,9 Prozent müsste mehr Geld fließen, als dieser Anteil an den Anlagen wert sei. Diese Überzahlung könnte aus Sicht von Vattenfall eine unzulässige staatliche Beihilfe darstellen, die nicht ohne Genehmigung der EU möglich sei, schreibt das Unternehmen laut des Berichts: „Die noch notwendigen Verträge zum Vollzug der Kaufoption können erst abgeschlossen werden, nachdem ein entsprechendes Prüfungsverfahren mit positivem Ergebnis durchlaufen ist.“ Auf diese beihilfrerechtliche Problematik hatte zuvor bereits der Hamburger Finanzsenator Dressel (SPD) hingewiesen:

    –> Abendblatt

    In der Diskussion über den Rückkauf der Fernwärme und eine Anbindung des Heizkraftwerks Moorburg an das Hamburger Fernwärmenetz hat Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) zuvor laut eines Berichts des Hamburger Abendblatts auf den drastischen Anstieg der Kosten für Kohlekraftwerke hingewiesen. Das liege vor allem an deren starkem Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid. „Die Preise für CO2-Zertifikate haben sich binnen eines Jahres vervierfacht“, sagte Kerstan dem Abendblatt. Betreiber Vattenfall kommentierte die Äußerungen des Senators. Moorburg sei „eine hocheffiziente Anlage mit einem hohen Wirkungsgrad“, zitiert das Blatt eineUnternehmenssprecherin. Daher sei dieses Heizkraftwerk deutlich weniger von Preissteigerungen bei Kohle und CO2-Zertifikaten betroffen als alte Kohlekraftwerke:

    –> Abendblatt

    Von einer Mehrheit an Befürwortern des Rückkaufs des Hamburger Fernwärmenetzes berichtet die WELT. Eine überwiegende Zahl der Befragten einer aktuellen Umfrage würde sogar einen erhöhten Preis in Kauf nehmen, um das Fernwärmenetz wieder ganz in den Besitz der Stadt zu bringen. 2013 hatten die Hamburger im Rahmen eines Volksentscheids für den Rückkauf gestimmt. Kritische Stimmen zum Umfrageergebnis kämen aus der Hamburger Politik. Michael Kruse, Fraktionschef der FDP, bezeichnete die Umfrage demnach als „undifferenziert“. Sie vernachlässige die hohen Hürden, die Strafrecht und Beihilferecht für das Parlament bedeuten. Kein Volksentscheid der Welt könne Abgeordnete dazu verpflichten, geltendes Recht zu brechen. Der CDU-Abgeordnete Stephan Gamm bezeichnet die Umfrage als „wenig hilfreich“, da es sich inzwischen um eine juristische und nicht mehr um eine politische Frage handele:

    –> WELT

    Der Rückkauf des Fernwärmenetzes beschäftigt erneut die Hamburgische Bürgerschaft. Die FDP-Fraktion hat nach einem Bericht des NDR eine Aktuellen Stunde zum Thema „Bezahlbares Wohnen: Zukunft der Fernwärme nicht den Grünen überlassen“ beantragt. Dabei sollen die Auswirkungen des von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) vorgelegten Konzepts für einen Ersatz des in die Jahre gekommenen Heizkraftwerks Wedel auf die Heizkosten im Mittelpunkt stehen:

    –> NDR

    Der Rückkauf des Hamburger Fernwärmenetzes durch die Stadt droht deutlich teurer zu werden. Mehrkosten können insbesondere entstehen, wenn das marode Heizkraftwerk Wedel nicht rechtzeitig ersetzt werden kann, wie NDR 90,3 berichtet. Ab Juli 2021 müsse in Deutschland eine neue EU-Richtlinie umgesetzt werden, die für Kraftwerke deutlich niedrigere Stickoxid-Grenzwerte vorgibt. Diese wird das in den 1960er-Jahren gebaute Heizkraftwerk Wedel jedoch nicht einhalten. Es müsse deswegen aufwendig nachgerüstet werden, obwohl es bald ersetzt wird. Experten schätzen die Kosten auf einen zwei- bis dreistelligen Millionenbetrag:

    –> NDR

    Ungeachtet der Proteste von Umweltschützern hat Polen nach einem Bericht des Täglichen Anzeigers grünes Licht für den Bau eines großen neuen Kohlekraftwerks gegeben. Der staatliche Energieversorger Enea beschloss endgültig die Errichtung des Tausend-Megawatt-Werks in der nordostpolnischen Ortschaft Ostroleka. Ein Konsortium aus dem US-Unternehmen GE Power und dem französischen Alstom-Konzern soll im Oktober mit dem Bau beginnen, dessen Kosten auf mehr als 1,4 Milliarden Euro geschätzt werden. Polens rechtskonservative Regierung setzt bei der Energieversorgung weiter auf Kohle, weniger auf erneuerbaren Energien. Rund 90 Prozent der polnischen Stromerzeugung stammen aus Kohlekraftwerken. Aus polnischen Bergwerken wurden im vergangenen Jahr rund 65 Millionen Tonnen Kohle gefördert, der Sektor beschäftigt etwa 100.000 Menschen. Das neue Kraftwerk soll mit drei Millionen Tonnen Kohle pro Jahr aus den schlesischen Bergwerksgebieten befeuert werden:

    –> TAH

    Der Deutschlandfunk beschäftigt sich in einem ausführlichen Feature über die Bedeutung von Gutachten und wissenschaftlichen Studien bei der Fragestellung, wie der deutsche Kohleausstieg schnell und kostengünstig gelingen kann. Tatsächlich seien Gutachten im Streit zwischen Kohlekraftwerksbetreibern und Klimaschützern für beide Seiten häufig die schärfste Waffe. Der Beitrag erläutert die Unabhängigkeit gängiger Studien und die Resonanz in der Bevölkerung. Dazu kommen zahlreiche Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Industrie zu Wort:

    –> Deutschlandfunk
  • Presseschau vom 19.09.2018

    In die Verhandlungen um die Rekommunalisierung der Hamburger Fernwärmeversorgung rücke der Energiekonzern Vattenfall laut eines ausführlichen Berichts des Dienstes energie und management von seiner Forderung nach einem Anschluss des Heizkraftwerks Moorburg ab.
     
    Mit einem neuen Vorschlag zur künftigen Fernwärmeversorgung in Hamburg habe Vattenfall sein Interesse an einer Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der Stadt bekräftigt. Das Angebot laute, Vattenfall könnte auf eine Fernwärme-Auskopplung aus dem umstrittenen Kohlekraftwerk Moorburg verzichten. Das Hamburger Abendblatt habe zuvor berichtet, Vattenfall plane im Hamburger Hafen den Neubau eines Gaskraftwerks mit Kraft-Wärme-Kopplung als Ersatz für das Heizkraftwerk Wedel, das 2021 außer Dienst genommen werden soll. Diese Darstellung dementierte eine Vattenfall-Sprecherin. Dem Unternehmen gehe es aber um eine „wirklich effiziente Nutzung des fossilen Energieträgers Gas“, so die Unternehmenssprecherin. Konkrete Pläne für ein neues Gaskraftwerk gebe es indes nicht.

    In den Verhandlungen mit der Stadt suche man eine gemeinsame Lösung, die zu einer deutlichen CO2-Einsparung führe und auf das Erneuerbare-Zeitalter vorbereite. In Hamburg habe Vattenfall vor einigen Tagen eine umfassende Anzeigen- und Plakatkampagne gestartet und unterstreiche darin sein Ziel, innerhalb einer Generation ein fossilfreies Leben ermöglichen zu wollen. Der lange von Vattenfall favorisierte Einsatz des Kohlekraftwerks Moorburg für die Wärmeerzeugung sei zwar noch nicht vom Tisch, so die Sprecherin, allerdings sei diese Option politisch nicht gewollt. Der rot-grüne Hamburger Senat hatte sich in seinem Koalitionsvertrag für einen Verzicht von Moorburg als Wärmequelle ausgesprochen:

    >> ENERGIE UND MANAGEMENT

    Die Diskussion um die mögliche Übernahme des Fernwärmenetzes durch die Stadt Hamburg kreist weiter um dessen Bewertung. Ein von Umweltsenator Jens Kerstan (GRÜNE) bei einer Beratungsgesellschaft beauftragtes Gutachten solle nun laut Hamburger Abendblatt zeigen, dass der Kauf trotzdem vertretbar sei. Begründet werde dies durch Effekte für den Klimaschutz und Synergien bei der gemeinsamen Verwaltung mit Strom-, Gas- und Wassernetz. Allerdings musste der Senat jetzt in einer Antwort auf eine FDP-Anfrage einräumen, dass das LBD-Gutachten keine „quantitative Bewertung“ vornäme, also hierzu keine Summen beziffere. Im Vordergrund stünden „Unternehmensplanungen“. Vorliegen solle das Gutachten Ende September. Ein weiteres Gutachten aus der SPD-geführten Finanzbehörde solle die Plausibilität des LBD-Gutachtens zusätzlich überprüfen (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Die politische Dimension der Diskussion um die Fernwärme verdeutlicht ein weiterer Beitrag aus dem Hamburger Abendblatt. Es sieht das Verhältnis der Koalitionspartner SPD und GRÜNE in Hamburg „an der Schmerzgrenze“ und hält einen Bruch von Volksentscheid und Koalition für möglich. Das Blatt vermutet, Zielsetzung der teils scharf geführten Diskussionen um beiderseitige Gutachten könne ein Spiel auf Zeit bis Ende November sein. Dann laufe die mit Vattenfall vereinbarte Frist zum Rückkauf des Fernwärmenetzes ab. Es sei aber möglich, dass alle Beteiligten sich vorher darauf einigen, sie zu verlängern. Dann behielte die Stadt die Option, die Fernwärme zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen und Vattenfall bliebe vorerst als Partner im Geschäft (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Kritisch äußert sich der Vorstand der EnergieNetz Hamburg AG und Mitinitiator einer lokalen Initiative gegen Kohlekraft Ederhof in einem Meinungsbeitrag im Portal energiezukunft. Er bezichtigt den Konzern Vattenfall des „greenwashings“ und fordert die SPD-Fraktion und deren Vertreter im Senat auf, den Volksentscheid zur Rekommunalisierung der Energienetze von 2013 auch bezüglich des Fernwärmenetzes umzusetzen:

    >> ENERGIEZUKUNFT

    Die Pläne Vattenfalls in Deutschland erläutert der Branchendienst Finanzen.net unter Bezug auf ein Reuters-Interview mit dem Deutschlandchef von Vattenfall, Tuomo Hatakka. Der schwedische Energiekonzern wolle nach dem Verkauf des deutschen Braunkohlegeschäfts hierzulande im Strom- und Gasvertrieb, der Fernwärme und der Elektromobilität zulegen. Ganz auf Kohle verzichte der Versorger in Deutschland aber noch nicht. „Wir haben in Deutschland sechs kohlebasierte KWK-Anlagen. Von diesen sechs haben wir schon eine still gelegt, Klingenberg in Berlin.“ Eine weitere werde bis 2020 und die übrigen bis spätestens 2030 stillgelegt, zitiert der Dienst Hatakka. Teilweise würden sie ersetzt. Ein Verkauf dieser Anlagen sei ebenso wenig geplant wie eine Veräußerung des erst 2015 in Betrieb genommenen Heizkraftwerks Moorburg in Hamburg. Sollte sich die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission für ein rasches Ende dieser Stromerzeugung aussprechen, drohe dem Kraftwerk eine kurze Lebensdauer. „Wie lange Moorburg läuft, hängt maßgeblich davon ab, was die Kohlekommission entscheidet. Wir werden auch Alternativen überprüfen, wie man die Zukunft Moorburgs gestalten kann, z.B. durch den Einsatz von Biomasse“, sagte Hatakka dem Dienst zufolge:

    >> FINANZEN.NET

  • Presseschau vom 31.08.2018

    Im Streit um den Rückkauf des Hamburger Fernwärmenetzes diskutiere Vattenfall laut eines Berichts des NDR mit der Stadt Hamburg nun auch die Option, auf den Anschluss des Kraftwerks Moorburg zu verzichten. Stattdessen überlege der Konzern, Gas möglichst effizient zu nutzen und dafür das Leitungsnetz zu behalten. „Vattenfall möchte an der Weiterentwicklung der Fernwärme weiterarbeiten und ist bereit, sinnvolle Konzepte zu entwicklen und umzusetzen“, zitiert der Sender eine Hamburger Sprecherin des schwedischen Energiekonzerns. Bei dem ins Spiel gebrachten dritten Weg gehe es um eine „wirklich effiziente Nutzung des fossilen Energieträgers Gas“. Nach Informationen von NDR 90,3 sei der Neubau eines Gas-Kraftwerks im Gespräch, das außer Wärme auch Strom produziert. Ein möglicher Standort dafür wäre Waltershof südlich der Elbe. Bei der Stadt sieht man diese Offerte eines dritten Weges unter dauerhafter Einbeziehung von Vattenfall skeptisch. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert trotz des neuen Verstoßes von Vattenfall den Rückkauf des Fernwärmenetzes durch die Stadt aus „Gründen der politischen Glaubwürdigkeit“. Mehrere Stimmen aus der Politik halten dagegen weiterhin die Anbindung des Heizkraftwerks Moorburg an das Fernwärmenetz für die sinnvollere Lösung:

    >> NDR

    Auch das NDR Fernsehen beschäftigt sich mit dem Rückkauf des Fernwärmenetzes und der möglichen Umsetzung des Volksentscheids zur Rekommunalisierung der Energienetze. Im Beitrag kommen Vertreter der rot-grünen Senats, der Opposition und des BUND zu Wort. Kernfrage laut NDR sei, das der Volksentscheid den Senat zum Ergreifen von „zulässigen“ Schritten zum Rückkauf der Energienetze verpflichtet habe – welcher Preis für die Übernahme jedoch „zulässig“ sei, müsse zügig geklärt werden:

    >> NDR

    Die ZEIT schildert in einem ausführlichen Beitrag die politische und wirtschaftliche Gemengelage der Hamburger Diskussion um die Zukunft der Fernwärme (Bezahlinhalt):

    >> DIE ZEIT

    Auch das Hamburger Abendblatt beschäftigt sich mit dem Thema der Zulässigkeit des Rückkaufs und erläutert die Zielsetzungen der aktuell entstehenden oder bereits vorliegenden Gutachten. Während sie in der Öffentlichkeit zuletzt eher unversöhnlich auftreten, hätten Vattenfall und die Stadt sich hinter den Kulissen jedoch bereits auf ein mögliches Kompromiss-Szenario verständigt. Nach Abendblatt-Informationen könnte demnach am Standort Dradenau ein neues modernes Gaskraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung entstehen. Dieses soll einen Teil der Wärme aus der Müllverbrennungsanlage Rugenberger Damm (MVR) ersetzen. Das neue Gaskraftwerk, dessen Kosten von Experten auf 200 bis 300 Millionen Euro geschätzt werden, könne sowohl mit Vattenfall als auch – im Falle des Rückkaufs der gesamten Fernwärme – von der Stadt allein gebaut werden, heißt es in dem Bericht. Ein Anschluss des Heizkraftwerks Moorburg an das Fernwärmenetz sei in diesem Falle hinfällig (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Ein Beitrag in der WELT befasst sich ebenfalls mit dem genannten Alternativszenario und erläutert erneut die aktuell diskutierten, alternativen Modelle:

    >> WELT

    Ein „Schönrechnen“ des Fernwärmedeals zwischen der Stadt Hamburg und Vattenfall befürchtet die BILD Hamburg. Mit einem neuen Gutachten wolle Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) nachweisen, dass 950 Mio. Euro für den Kauf des Fernwärmenetzes von Vattenfall ein angemessener Kaufpreis sei. Nun keime allerdings der Verdacht auf, dass es sich um ein Gefälligkeits-Gutachten handeln könnte, um die politisch gewollte Übernahme in jedem Fall umsetzen zu können:

    >> BILD

    Begleitet von Demonstrationen tagt in Berlin zum vierten Mal die Kommission für die Vorbereitung des Kohleausstiegs. Schon im Oktober sollen erste Ergebnisse vorliegen, aber der erbitterte Streit um die Rodung des Hambacher Forsts in Nordrhein-Westfalen belastet die Verhandlungen über einen Weg aus der Kohlestrom-Produktion und den Strukturwandel in den betroffenen Regionen. Die Kohlekommission soll im Herbst ein Konzept dazu vorlegen, wie die Wirtschaft in den Kohleregionen in Nordrhein-Westfalen und Ostdeutschland so umgebaut werden kann, dass der Kohleausstieg nicht zu Strukturbrüchen führt. Bis Ende des Jahres soll außerdem ein Plan für den Abschied von der Kohle inklusive eines Enddatums vorliegen.
    RWE sieht in der – bereits genehmigten – Rodung im Hambacher Forst eine wirtschaftliche Notwendigkeit, die Umweltverbände dagegen eine Provokation, die die Arbeit der Kommission gefährde. Der Tagesspiegel berichtet:

    >> TAGESSPIEGEL

    Die Wirtschafts- und Energieminister der Kohleländer warnen in einem gemeinsamen Brief vor einem vorzeitigen Ausstieg aus der Kohle. Sie fordern einen Faktencheck zur Versorgungssicherheit und legen diesen gleich selbst vor. Umweltverbände reagieren empört und werfen den Politikern vor, die Arbeit der Kohlekommission untergraben zu wollen, so die Märkische Allgemeine in Ihrem Bericht:

    >> MÄRKISCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

    Der WDR beschäftigt sich in einem ausführlichen Beitrag mit zahlreichen Verweisen mit dem Für und Wider des Kohleausstiegs in Deutschland. Ein Schwerpunkt der Betrachtung liegt dabei regionaltypisch auf der Braunkohle, die beiderseitigen Argumente stehen aber in vielen Punkten auch für die Thematik Steinkohle:

    >> WDR

    Mit den Schwierigkeiten der Energiewende beschäftigt sich die Süddeutsche Zeitung. Um einen hohen Anteil von Erneuerbaren Energien im Strommix zu erreichen, müssten demnach insbesondere die Netze entsprechend gerüstet sein. Doch der Netzausbau stocke. Damit geriete auch der Ausbau der Erneuerbaren in Gefahr. Vorhandene Netze könnten jedoch schon jetzt mehr Strom transportieren. Dazu sei es etwa nötig, die Temperatur der Leitungen besser zu kontrollieren:

    >> SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

  • Presseschau vom 17.08.2018

    Die Zukunft der Fernwärmeversorgung scheint laut eines Beitrags des Hamburger Abendblatts weiter unklar. Ob es überhaupt zu dem 2013 per Volksentscheid beschlossenen Rückkauf des Netzes und der Kraftwerke Wedel und Tiefstack komme, sei schon seit dem Frühjahr unsicher. Das Netz sei mittlerweile deutlich weniger wert, Eigentümer Vattenfall bestehe aber auf dem 2014 garantierten Mindestpreis von 950 Millionen Euro. Nun werde laut des Abendblatt-Artikels klar, dass es auch bis heute keine konkrete Planung für die Elbquerung gäbe, die für das Fernwärmekonzept von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) nötig wäre. Denn bei der so genannten „Südvariante“ würde ein großer Teil der im Nordwesten der Stadt benötigten Wärme südlich der Elbe entstehen (ohne Anbindung des Kraftwerks Moorburg) und müsste durch Rohre unter der Elbe geleitet werden. Der Behörde lägen aber bisher keine „Antragsunterlagen“ für den Rohrbau unter der Elbe im Rahmen der „Südvariante“ vor, heißt es in einer aktuellen Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage des FDP-Fraktionsvorsitzenden Michael Kruse. Dafür sei das Planfeststellungsverfahren von Vattenfall (zur sogenannten Moorburgtrasse inklusive der Anbindung des Kraftwerks Moorburg) aber offiziell noch anhängig, so der Senat. Die Grünen in der Bürgerschaft lehnen ein solches Projekt aber weiter kategorisch ab:

    Abendblatt

    In zwölf Punkten erläutert ebenfalls das Abendblatt die aktuelle Diskussion um die Fernwärmeversorgung Hamburgs und die politische Gemengelage bei den nun zu treffenden Entscheidungen:

    Abendblatt

    In einem Interview mit der WELT kritisiert der Geschäftsführer des Ökostromanbieters Lichtblick die Bundeskanzlerin, den Wirtschaftsminister sowie fossile Kraftwerke. Das Kraftwerk Moorburg bezeichnet er als „Schandfleck“ für Hamburg und behauptet, auch ohne das Kraftwerk und das KKW Brokdorf könne Hamburg ausreichend durch regenerative Energiegewinnung mit Strom versorgt werden. Die Einspeisung von Strom aus Moorburg und anderen Kohlekraftwerken „verstopfe die Netze“ und verhindere die Nutzung von Ökostrom. Auf die Frage, wie Erneuerbare alleine die Stromversorgung sicherstellen sollen, entgegnet er, dass zuerst der Ausstieg aus der Kohle vorangetrieben werden solle, im Zuge dessen werde dann auch deutlich, welche neuen Kapazitäten man bei Netzen und Energiespeichern benötige:

    DIE WELT

    Dagegen analysiert das Handelsblatt, dass fossile Kraftwerke eben noch lange nicht verzichtbar sind. Die Hitzewelle der vergangenen Wochen habe das größte Problem der Erneuerbaren Energien deutlich gemacht. Mehr Sonne heiße eben nicht gleich mehr Strom: Die Hitzewelle zeige, wie wetterabhängig die Erneuerbaren sind. Windkrafterzeugung sei zum Teil zum Erliegen gekommen, zudem nehme der Wirkungsgrad von Solarmodulen bei steigenden Temperaturen ab. Erste Versorgungsunternehmen nutzen diese Erkenntnis bereits, um wieder für die Kohle zu werben:

    Handelsblatt

    Vermutlich wegen der Hitzewelle mussten laut taz Ende Juli zwölf Kohle-, Gas- und Kernkraftwerke ihre Leistung um insgesamt 1,6 Gigawatt reduzieren; das entspräche der Leistung von zwei großen Kohleblöcken. Dies gehe aus der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor. Grund für die hitzebedingten Abschaltungen von Kraftwerken seien der große Bedarf an Kühlwasser, der aus Flüssen gedeckt wird. Wenn deren Temperatur über 28 Grad steigt, muss die Kühlwasserentnahme normalerweise reduziert werden. Allerdings haben die Behörden in vielen Fällen Ausnahmegenehmigungen erteilt, damit die Kraftwerke weiterlaufen können, was wegen der damit verbundenen Gefahren für das Leben in den Flüssen bei Umweltverbänden auf Kritik stoße. Im Wirtschaftsministerium sehe man die Situation allerdings gelassen. Die Leistungseinschränkungen der Kraftwerke bewegten sich „auf niedrigem Niveau“, wird Staatssekretär Ulrich Nußbaum zitiert. Die Versorgungssicherheit sei daher nicht gefährdet:

    taz

    Mit dem Zeitpunkt des Ausstiegs aus der Kohleverstromung in Deutschland beschäftigt sich das Handelsblatt. Dabei werde ein Modell der „befristeten Sicherheitsbereitschaft“ den kurzfristigen Stilllegungen gegenübergestellt: Dies sei bereits für einige Braunkohlewerke vorgeschlagen worden. In dieser Sicherheitsbereitschaft seien die Kraftwerke zwar vorläufig stillgelegt. Nur in Extremsituationen können sie wieder aktiviert werden. Nach vier Jahren ist die Sicherheitsbereitschaft beendet, und das Kraftwerk werde endgültig stillgelegt. Insgesamt acht Braunkohle-Kraftwerksblöcke wurden seit 2016 schrittweise in die Sicherheitsreserve eingebracht. Die Kraftwerke werden von den Stromkunden über die Netzentgelte bezahlt. Laut Handelsblatt unter Berufung auf den Chef des Versorgers Uniper habe dies zwei Vorteile: Anders als bei einer sofortigen Abschaltung stünden die Kraftwerke noch für den Erhalt einer sicheren Versorgung zur Verfügung. Außerdem sei das Modell mit Blick auf die Mitarbeiter „nachvollziehbarer und belastbarer“ als sofortige Komplett-Stilllegungen:

    Handelsblatt

    Das Magazin Focus berichtet aus Hamburg: Die Fernwärmetrasse von der Kupferhütte Aurubis bis zur östlichen Hafencity sei nun auf ihren letzten Baumetern angelangt. 2400 von 2700 Trassenmetern seien gelegt, teilte demnach das hannoversche kommunale Energieunternehmen Enercity als Muttergesellschaft des Bauherren der Trasse mit. Zwei Düker – das sind Rohrleitungen unter Wasser – wurden zur Durchquerung des Peutekanals und des Marktkanals gelegt sowie die Fernwärmeleitungen an der Unterseite der Elbbrücken über die Elbe geführt. Nun fehle noch eine Straßenquerung, die wegen Hindernissen im Untergrund deutlich aufwendiger als geplant ausfallen werde. Durch die Leitungen fließt künftig industrielle Abwärme aus der Kupferhütte Aurubis und heizt Gebäude in der östlichen Hafencity. Beide Partner zusammen investieren mehr als 30 Millionen Euro in das Projekt. Die Leitung soll zur Heizperiode fertig sein und im Oktober offiziell eingeweiht werden. Der ursprünglich geplante Termin April konnte wegen Umplanungen nicht gehalten werden:

    Focus

    Die Energiewende hat enorme Folgen für das Stromnetz, das an seine Kapazitätsgrenze zu kommen drohe. Denn der Windstrom muss von den Küsten in die großen Industriezentren im Süden und Südwesten transportiert werden. Dafür sind Tausende Kilometer neuer Stromleitungen nötig. Nach aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur seien von erforderlichen 7.700 Kilometern beim Netzausbau im Zuge der Energiewende derzeit 1.750 Kilometer genehmigt und nur 950 realisiert. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) wolle den Ausbau der Stromnetze in Deutschland nun deutlich beschleunigen und damit eine „sichere und bezahlbare Energiewende“ gewährleisten. Dafür stellte Altmaier einen Plan vor, der einerseits die bestehenden Netze verbessern und andererseits das Ausbautempo erhöhen soll. Die ZEIT berichtet, dass es gegen diese Pläne aber auch zahlreiche Widerstände gäbe:

    ZEIT

    Als „katastrophal in Verzug“ beschreibt das Handelsblatt den Status des Netzausbaus. Der nun vorgelegte „Aktionsplan Stromnetz“ sei allerdings nicht wirklich neu, so das Blatt. Auch das für dieses Jahr geplante Netzausbaubeschleunigungsgesetz spiegele lediglich eine bereits gelebte Praxis wider:

    Handelsblatt

    Der scheidende Umweltminister Schleswig-Holsteins Dr. Robert Habeck nimmt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk ausführlich Stellung zum Netzausbau. Dieser sei unbedingt notwendig, aber auch erklärungsbedürftig. Man könne nicht schönreden, so Habeck, dass der Bau von Stromnetzen ein großer Eingriff in die Natur sei. Aber diese Leistung müsse man erbringen, wenn man ein hochenergetisches und hochindustrielles Land sein wolle:

    Deutschlandfunk

  • Presseschau vom 03.08.2018

    Zwischen der Stadt Hamburg und Vattenfall wird immer noch über den Rückkauf des Fernwärmegeschäftes verhandelt. Das Hamburger Abendblatt stellt die Positionen dar und wagt einen Ausblick auf zwei mögliche Szenarien zur Ausübung, der noch bis zum Jahresende bestehenden Kaufoption:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    In Hamburg und Schleswig-Holstein fühle man sich von der Bundesregierung im Stich gelassen, berichtet Deutschlandfunk Kultur. Der im Norden erzeugte Strom müsse in die Industriezentren im Süden transportiert werden, doch der Netzausbau stocke, es fehlten die Leitungen. Zu Wort kommt auch der Hamburger Umweltsenator Kerstan, der gerne mehr Landesmittel in den Netzausbau investieren würde, dafür aber regulatorische Vorgaben des Bundes als Voraussetzung sieht:

    DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

    Der Netzausbau brauche klare Ziele und Konsens, so das Öko-Institut. Sowohl mit Blick auf die CO2-Minderungsziele als auch beim weiterenAusbau der Erneuerbaren Energien und des Kohleausstiegs brauche es zeitnahe Entscheidungen, um die Netzentwicklung sachgerecht voranzutreiben. Solange unklar sei, ob 2030 Kohlekraftwerke mit einer Leistung von null oder über 30 Gigawatt Leistung betrieben werden und die Spannweite der erneuerbaren Erzeugungsleistung bei 150 bis 200 Gigawatt liege, könne eine sachgerechte Netzplanung kaum gelingen, so Christof Timpe vom Öko-Institut. Ein Bericht von energate messenger:

    ENERGATE MESSENGER

    Der Kohleausstieg könne laut einer neuen Studie mit nur wenigen betriebsbedingten Kündigungen in den Kohleregionen auskommen, weiß das Informationsportal proplanta. Der Strukturwandel verlaufe in der Branche entlang der natürlichen Altersgrenze. So gingen bis 2030 fast zwei Drittel der Beschäftigten im Braunkohle-Bergbau in den Ruhestand. Nicht erfasst sind jedoch die Arbeitsplätze in den Kraftwerken und der indirekt mit der Industrie verbundenen Arbeitsplätze:

    PROPLANTA

    Die Welt berichtet über eine Studie der RWTH Aachen, welche sich mit dem Ersatz deutscher Braunkohlekraftwerk durch die bestehenden Gaskraftwerke auseinandersetzt, wodurch ein Großteil der CO2-Emissionen eingespart werden könnte. Wenn die Gaskraftwerke ihre Volllaststunden erhöhten, könnten sie die wegfallenden Braunkohlekraftwerke ersetzen, ohne dass der Bau neuer Anlagen nötig sei. Allerdings gebe es auch billigere Methoden, CO2 einzusparen, so das Fazit:

    WELT

  • Presseschau vom 20.07.2018

    Der Wert des Hamburger Fernwärme-Netzes beträgt auch nach einer intensiven Nachprüfung unverändert 645 Millionen Euro. Damit kann die Stadt das Versorgungsnetz nicht zum vereinbarten Mindestpreis von 950 Millionen Euro übernehmen, ohne gegen die Landeshaushaltsordnung zu verstoßen. Wie das Handelsblatt berichtet, habe die städtische Vermögensholding HGV mit Hilfe der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC die methodische und rechnerische Richtigkeit der Unternehmensbewertung bestätigt. Den Unternehmenswert von 645 Millionen Euro hatte zuvor die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO ermittelt.

    >> HANDELSBLATT

    Der NDR beschäftigt sich in einem Namens-Kommentar mit der Diskussion um die Nutzung von Fernwärme aus dem Heizkraftwerk Moorburg. Der Autor kommt dabei zu einem eindeutigen Urteil: Angesichts der vielfältigen Argumente für eine Auskopplung der Fernwärme aus Moorburg wäre es „Unsinn“, die Moorburg-Abwärme aus rein ideologischen Gründen verpuffen zu lassen. Insbesondere die zu erwartenden Mehrkosten durch höhere Wärmepreise bei Nichtnutzung der Moorburger Wärme seien den Hamburger Haushalten nicht zuzumuten. Bezahlbares Wohnen in der Hansestadt müsse Vorrang vor Klimaschutz haben, der hier ohnehin nicht beeinträchtigt würde:

    >> NDR

    In Deutschland ist laut eines Berichts von SPIEGEL online erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt worden als aus Kohle. Im ersten Halbjahr 2018 hätten Wind, Sonne oder Wasser fast 118 Milliarden Kilowattstunden produziert, teilte der Bundesverband der Energiewirtschaft (BDEW) demnach mit. Das entspreche einem Anstieg von über zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Anteil an der Stromerzeugung habe etwa 36 Prozent betragen. Braun- und Steinkohle zusammen produzierten dagegen gut zehn Prozent weniger. Die Erneuerbaren waren damit Deutschlands wichtigste Stromquelle:

    >> SPIEGEL ONLINE

    Berücksichtigt werden in der vom SPIEGEL zitierten Analyse neben der tatsächlichen Einspeisung in die deutschen Stromnetze allerdings auch die Bruttostromerzeugung aller Akteure auf dem Strommarkt. Weitergehende Informationen stellt der BDEW auf seiner Internetseite zur Verfügung:

    >> BDEW

    Nach fast 120 Jahren Betrieb ist nach einem Bericht des WDR das Steinkohle-Kraftwerk im Wuppertaler Stadtteil Elberfeld endgültig abgeschaltet worden. Die Heizwärme für die Haushalte in Wuppertal-Barmen und Elberfeld soll in Zukunft in einer Müllverbrennungsanlage produziert werden. Bei der Eröffnung im Jahr 1900 galt das Wuppertaler Kraftwerk als besonders fortschrittlich. Mit der Energie aus Steinkohle wurde zum Beispiel der Strom für die Schwebebahn erzeugt, gleichzeitig floss die bei der Produktion anfallende Wärme als Fernwärme in die Haushalte:

    >> WDR

    Eine innovative Nachnutzung erfährt das Kohlekraftwerk Elverlingsen. Vor drei Monaten wurde das Steinkohlekraftwerk in Werdohl-Elverlingsen nach über einhundert Jahren der Stromversorgung für die Region außer Betrieb genommen. Nur ein Vierteljahr später geht dort nun ein automobiler Batteriespeicher ans Netz. Federführend verantwortlich für das Speicherprojekt ist die Daimler AG mit ihrer Tochtergesellschaft Mercedes-Benz Energy und Partnern. In eine der alten Kraftwerkshallen wurde eine Speicherhülle gebaut, darin 1920 neue Smart-Batteriemodule installiert und schließlich der Großspeicher an das Stromverteilnetz angeschlossen. Er erfülle zwei Funktionen. Zum einen kann der Smart-Speicher Netzschwankungen ausgleichen, wie sie zunehmend vor allem durch die dezentrale Einspeisung von Erneuerbaren Energien aus Sonnen- und Windstrom verursacht werden. Zum anderen „ wecke“ Daimler auf diese Weise die noch unbenutzten Batteriemodule für Elektro-Smarts der dritten Generation. Es entsteht im Grunde ein Batterieersatzteillager. Hintergrund: Bleiben Batterien länger ungenutzt, verlieren sie an Leistung. Dadurch, dass sie, wie in Werdohl-Elverlingsen, immer wieder Strom aufnehmen und abgeben, also arbeiten müssen, bleiben sie „fit“. Die Westfalenpost berichtet:

    >> WESTFALENPOST

  • Presseschau vom 06.07.2018

    Die Heizkosten für Mieter in Hamburg sollen auch nach dem Rückkauf des Fernwärmenetzes durch die Stadt „ weitgehend“ stabil bleiben. Dies betonte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) im Gespräch mit NDR 90,3. Laut Volksentscheid muss die Stadt das Fernwärmenetz von Vattenfall zurückkaufen. Allerdings dürfe die Stadt „nicht mal eben 300 Millionen Euro zu viel zahlen“, so Dressel. Ein Gutachten hatte ergeben, dass das Fernwärmenetz nur noch einen Wert von 645 Millionen Euro hat. Dies begründet ein Dilemma für den Senat, denn dieser hatte 2013 einen Mindestkaufpreis auf Basis eines Unternehmenswertes von 950 Millionen Euro mit Betreiber und Eigentümer Vattenfall vereinbart. Das Interview mit dem Finanzsenator findet sich in voller Länge auf der Website des Senders:

    >> NDR

    Der Erste Bürgermeister Hamburgs hat im Interview mit dem Hamburger Abendblatt hingegen gefordert, dass die Fermwärme nicht teurer werden dürfe. Dazu hätte es nach seinen Worten allerdings „eines Machtworts“ bedurft, auch, um den grünen Koalitionspartner an die Richtlinienkompetenz des Ersten Bürgermeisters zu erinnern:

    >> Abendblatt

    Eine „verkorkste Klima-Bilanz“ bescheinigt die Hamburger Morgenpost dem Rot-Grünen Senat der Hansestadt. Da die Wärme-Erzeugung ein entscheidender Faktor in der Klimabilanz sei, forciere die Stadt das Einpacken von Fassaden und andere Maßnahmen. Doch der BUND kritisiere, dass die Rate dort mit einem Prozent Bestandssanierung pro Jahr deutlich zu wenig sei. Die Pläne des Umweltsenators lauten, dass zum Heizen und für Warmwasser die Nachfrage um ein Viertel gesenkt werden solle. Der verbleibende Bedarf solle durch erneuerbare Energie bereitgestellt werden. Trotz dieser aus Sicht des Blattes hoch ambitionierten Ziele wolle man aber den Anschluss des Heizkraftwerks Moorburg an das Fernwärmenetz verhindern, obwohl dort Wärme produziert und ungenutzt abgeführt wird:

    >> Mopo

    Die FAZ nennt den geplanten Ausstieg aus der Kohleenergie in Deutschland eine „Jahrhundertfrage“. Das Blatt schildert die schwierige Situation, in der die jüngst berufene „Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (WSB) ihre Aufgabe zu bewältigen habe. Sie soll ein Datum für den klimapolitisch erwünschten Ausstieg aus der Braun- und Steinkohle vorschlagen, aber auch Ideen für neue Arbeitsplätze und zur Verbesserung der Infrastruktur in den betroffenen Regionen finden. Auch die Frage der Versorgungssicherheit sei ein wesentlicher Faktor:

    >> FAZ

    Nach einer Analyse von Ökonomen hat die deutsche Energiepolitik vier Jahre lang „keinen messbaren Fortschritt erzielt“. Auch die Kohlekommission operiere an entscheidenden Problemen vorbei, so die WELT in einem kritischen Bericht. Nach einer Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW Köln) habe sich der Fortschritt der deutschen Energiewende in den vergangenen vier Jahren zum Teil deutlich verlangsamt. Demnach weiche der Stand der meisten Kennzahlen, die erreicht werden sollen, immer weiter von den Zielen ab, die sich die Regierung selbst gesteckt hatte. Zwar habe die Bundesregierung in der vergangenen Legislaturperiode Ausschreibungen für erneuerbare Energien eingeführt und damit „wichtige Wettbewerbselemente bei der Förderung erneuerbarer Energien geschaffen.“ heißt es laut WELT in der IW-Zwischenbilanz 2014–2017. „Im Gegenteil hat sich der Rückstand zu den eigenen Zielvorstellungen auf dem Weg der Energiewende weiter erhöht.“

    >> WELT

  • Presseschau vom 22.06.2018

    Mehr als 22.000 Hamburger haben mit ihrer Unterschrift die Volksinitiative „Tschüss Kohle“ unterstützt. Die Listen wurden laut Hamburger Abendblatt im Rathaus bei der Senatskanzlei eingereicht. Damit muss sich die Bürgerschaft mit einem Gesetzentwurf der Initiative befassen, der einen verbindlichen Ausstieg aus der Kohleverbrennung für Fernwärme bis 2025 und zur Stromproduktion bis 2030 vorsieht – zumindest letzteres liegt jedoch gar nicht in der Entscheidungshoheit der Hamburger Landespolitik. Lehnt die Bürgerschaft die Initiative ab, wäre der Weg für ein Volksbegehren und gegebenenfalls anschließend für einen Volksentscheid frei. Kritik an der Initiative kommt aus den Fraktionen von CDU und FDP in der Bürgerschaft: Die Volksinitiaitve ‚Tschüss Kohle‘ ignoriere die Komplexität des Stromnetzes. Grundlastkraftwerke wie Moorburg würden für die Netzstabilität noch für eine längere Zeit notwendig sein. Die Volksinitiative, so ein Bürgerschaftsmitglied, blende die Öffentlichkeit, denn der langfristig wünschenswerte Kohleausstieg ließe sich „nicht per Gesetzesänderung diktieren“:

    >> Abendblatt

    Ebenfalls das Abendblatt beschäftigt sich mit den Positionen der Hamburger Regierungsparteien SPD und GRÜNE zum Heizkraftwerk Moorburg. Deren Dilemma sei es, einerseits gemeinsam den Ausstieg aus der Kohle umsetzen zu wollen, andererseits aber auch Versorgungssicherheit für die Hansestadt gewährleisten zu müssen. Die GRÜNEN, lautstarke Kritiker des Kraftwerks, müssten sich zudem vorhalten lassen, das Kraftwerk während ihrer Regierungszeit mit der CDU mit genehmigt zu haben:

    >> Abendblatt

    Abendblatt-Chefredakteur Mathias Iken widmet sich dem Thema in einem Kommentar. Er schildert darin die Sinnhaftigkeit der Fernwärmeauskopplung aus Moorburg: „Mit Fernwärme würde der Nutzungsgrad des Kraftwerks Moorburg von rund 45 Prozent auf bis zu 61 Prozent steigen. Und, jetzt wird es interessant, auch klimafreundlicher. Weil die Moorburgtrasse nicht gebaut wurde, musste das alte, ineffiziente Kohlekraftwerk in Wedel weiterlaufen – nach Angaben von Vattenfall werden damit jährlich eine Million Tonnen CO2 mehr emittiert.“ In dem Streit gehe es letztlich nicht um Moorburg, sondern die Zukunft der Kohleverstromung an sich.  Auch wenn der Kohleausstieg im Grundsatz richtig sei, lägen die GRÜNEN laut Iken in ihrer Verhinderungspolitik gegenüber Moorburg falsch:

    >> Abendblatt

    Mit dem Streit über die zukünftige Eignerschaft am Hamburger Fernwärmenetz beschäftigt sich der Deutschlandfunk. Auch dabei wird zum einen darüber diskutiert, ob eine Fernwärmeauskopplung aus dem Heizkraftwerk Moorburg sinnvoll sei. Aktuell wird dort bei der Stromproduktion anfallende Wärme ungenutzt abgeleitet. Zweiter Diskussionspunkt ist der Preis für die Leitungen, durch die diese Energie verteilt werden soll. Vor vier Jahren hatten die Stadt und Vattenfall einen Mindestpreis für den geplanten Rückkauf vertraglich vereinbart: 950 Millionen Euro. Noch in diesem Jahr will die Stadt, der schon 25,1 Prozent des Fernwärmenetzes gehören, auch den Rest der Anteile kaufen. Nach ersten Zahlen aus dem derzeit noch laufenden Wertgutachten sei das Netz aber nur noch 651 Millionen Euro wert. Einen Kauf zu deutlich überhöhten Preisen verbietet aber das Hamburger Haushaltsrecht. Eine Lösung wäre, dass Vattenfall der Stadt beim Preis entgegenkommt. Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka sehe dafür aber keinen Grund: „Das ist vertraglich geregelt. Und wir müssen nicht verkaufen. Die Entscheidung liegt auf der Seite der Stadt“, zitiert der Sender:

    >> Deutschlandfunk

    Die NJW – Neue Juristische Wochenschrift dokumentiert das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 29.05.2018. Das Oberverwaltungsgericht Hamburg muss sich demnach wegen der Wasserentnahme aus der Elbe erneut mit der Klage gegen die wasserrechtliche Erlaubnis für das Kohlekraftwerk Moorburg befassen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) mit diesem Urteil entschieden. Die Richter müssen nun weitere Tatsachen erheben und neue Gutachten berücksichtigen, um dann erneut über die Rechtmäßigkeit der Erlaubnis zu urteilen:

    >> NJW

  • Presseschau vom 08.06.2018

    Der juristische Streit über die Frage, ob das Heizkraftwerk Moorburg Elbwasser für seine Kühlung nutzen darf, dauert seit Jahren an. Im Jahr 2013 erklärte das Hamburgische Oberverwaltungsgericht die sogenannte Wasserrechtliche Erlaubnis für rechtswidrig. Die daraufhin eingelegte Revision hatte Erfolg. Nun verwies das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Sache zur erneuten Entscheidung zurück an das Oberverwaltungsgericht (OVG) Hamburg.
    Wie der NDR berichtet,  bleibe es aber vorerst beim Stand aus dem vorigen Jahr: Das Kraftwerk wird statt mit Elbwasser in einem kostspieligeren Verfahren über einen Kühlturm gekühlt. 2017 hatte die Hamburger Umweltbehörde die sogenannte Durchlaufkühlung untersagt, nachdem in einem anderen Verfahren der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden hatte, dass bei der Genehmigung zur Nutzung von Elbwasser die Umweltfolgen nicht ausreichend geprüft worden seien. Im nun anstehenden Verfahren vor dem Hamburgischen Oberverwaltungsgericht werden all diese Fragen nur bewertet werden müssen:

    >> NDR

    Das Hamburger Fernwärmenetz hat in den vergangenen Jahren deutlich an Wert verloren. Dies belegte laut NDR ein Gutachten, das die Stadt Hamburg gemeinsam mit dem Energieversorger Vattenfall in Auftrag gegeben hat. Demnach sei das Fernwärmenetz 645 Millionen Euro wert. Diese Wertangabe bringe die Stadt Hamburg in eine echte „Zwickmühle“: Sie müsse das Fernwärmenetz von Vattenfall zurückkaufen, so wie es der Volksentscheid von 2013 beschlossen hatte. Doch würde sie das zum vereinbarten Mindestkaufpreis auf Basis des damals angenommenen Unternehmenswertes von 950 Millionen Euro umsetzen, würde die Stadt massiv gegen die Landeshaushaltsordnung verstoßen, die ein solches Geschäft verbietet. Der Beitrag des NDR dokumentiert die Diskussion in der Hamburger Bürgerschaft, darunter auch einen Beitrag der FDP: Die Stadt habe nur noch die Option, auf Vattenfall zuzugehen und über den Mindestkaufpreis zu sprechen. „Dafür muss die Stadt aber etwas anbieten. Aus unserer Sicht könnte das sein, das Kohlekraftwerk Moorburg an das Fernwärmenetz anzuschließen“, wird der Abgeordnete Michael Kruse zitiert:

    >> NDR

    Das Projekt einer Fernwärmetrasse aus Moorburg in die westlichen Stadtteile Hamburgs begegnet weiterem Widerstand. Gegen das Vorhaben wehrt sich laut Elbe Wochenblatt die in Othmarschen gegründete neue Bürgerinitiative „Keine Moorburgtrasse“. Rund 25 Mitglieder gehören laut des Artikels zum harten Kern der Gruppierung. „Die gigantischen Ausmaße des Trassenbaus sind für die Menschen im Stadtteil nicht tragbar“, wird Gründerin Ute Heucke zitiert. Um de rund 70 Zentimeter Umfang messenden Fernwärmerohre zu verlegen, müssen sämtliche betroffenen Straßen aufgerissen werden. Weiterhin werden dem Leitungsbau wohl etliche Bäume entlang von Straßen und in Parks zum Opfer fallen. Laut Vattenfall-Sprecherin Barbara Meyer-Bukow gebe es für den Bau der Fernwärmeleitung noch keinen Zeitplan: „Dazu können wir aktuell nichts sagen, da das Genehmigungsverfahren noch nicht gestartet ist“, so Meyer-Bukow. Bereits jetzt stehe jedoch fest, dass lediglich sechs Straßenbäume gefällt werden müssten. Diese werde man an Ort und Stelle ersetzen. Zudem will Vattenfall nach eigener Auskunft den auf der Trasse liegenden Hindenburg-Park in Othmarschen neu gestalten:

    >> ELBE WOCHENBLATT

    (Bezahlinhalt) Zum Jahresbeginn hat die Stadt nach dem Stromnetz auch das Hamburger Gasnetz wieder übernommen. Die Übernahme erfolgte aufgrund des Volksentscheids von 2013 zum Rückkauf der Energienetze. Nun zeige sich laut Hamburger Abendblatt, mit welch hohen Kosten die Übernahme jedenfalls zunächst verbunden ist.  Nach den jüngsten Senatszahlen, die dem Abendblatt vorlägen, wird das Gasnetz im laufenden Jahr 2018 nach vielen Jahren hoher Gewinne einen Verlust von fünf Millionen Euro machen. Aktuell wird auch über die Übernahme des Fernwärmenetzes durch die Stadt verhandelt:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Nach langer Diskussion hat die Bundesregierung die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (Kohlekommission) eingesetzt. Das Handelsblatt berichtet. Insgesamt 31 Vertreter aus Umweltverbänden, Gewerkschaften, Wirtschaft und Politik, darunter vier Vorsitzende und drei Bundestagsmitglieder mit Rede-, aber ohne Stimmrecht, gehören demnach dem Gremium an. Bis Ende des Jahres soll ein Szenario für die Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung vorbereitet werden.
    Zudem solle die Kommission Vorschläge für eine Strukturentwicklung in den betroffenen Kohleregionen vorlegen, mit denen Wachstum und Beschäftigung gestärkt werden sollen. Vor allem in Nordrhein-Westfalen und in der brandenburgischen Lausitz hängen Tausende von Arbeitsplätzen am Braunkohletagebau. Der Zeitplan sei laut Handelsblatt ambitioniert, bereits im Oktober sollen erste Ergebnisse vorliegen. Die Gruppe werde sich darum bereits Ende Juni zu ihrer ersten Sitzung treffen:

    >> HANDELSBLATT

    Die Diskussion über die Zukunft des Kohlekraftwerks München Nord nach dem dortigen Volksentscheid geht weiter. Der Kohleblock im Kraftwerk Nord soll abgeschaltet werden, davor wollen die Fraktionen von CSU und SPD im Stadtrat aber weitere Fakten sammeln, welche Folgen der Schritt haben könnte. Noch bezweifle man laut Süddeutscher Zeitung im Stadtrat, wie mit dem eigentlich eindeutigen Ergebnis des Bürgerentscheids umgegangen werden solle. Auch die Möglichkeiten der Umsetzung seien fraglich:

    >> SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

     

  • Presseschau vom 25.05.2018

    Deutschlandfunk Kultur widmet sich in einem ausführlichen Beitrag der Diskussion um die Zukunft des Fernewärmenetzes in Hamburg. Das Strom- und das Gasnetz sind bereits wieder in kommunaler Hand, nun wolle der Hamburger Senat auch das Fernwärmenetz zurückkaufen. Aber Streit mit dem Eigentümer Vattenfall gebe es nicht nur über die Höhe des Verkaufspreises, so der Sender. Auch gesamtwirtschaftliche, politische und juristische Hürden bestehen:

    >> DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

    Die Leitung, welche die das Heizkraftwerk Moorburg ans Hamburger Fernwärmenetz anschließen könnte, sorgt weiterhin für Diskussion und Proteste in Hamburg. Wie FOCUS in einem von der MoPo übernommenen Beitrag berichtet, wollen Aktivisten den Bau und damit eine jahrelange Großbaustelle in mehreren Stadtteilen verhindern. Doch um wirklich gehört zu werden, seien die selbst ernannten „Öko-Spinner“ noch zu wenige:

    >> FOCUS ONLINE

    Um den Auftrag der Kohlekommission zur Planung des Braunkohleausstiegs gibt es weiterhin Diskussionen. Der Wirtschaftsflügel der Union fordert laut eines Beitrags des Handelsblatt einen Vorrang für ökonomische Fragen. „Der Umwelt- und Klimaschutz darf die Kommission nicht dominieren“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU), demnach der Deutschen Presseagentur. Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit müssten mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Den Grünen seien die Klimaschutz-Vorgaben dagegen nicht ehrgeizig genug. Das Gremium soll bis Ende dieses Jahres ein Enddatum für den Kohleausstieg festlegen:

    >> HANDELSBLATT

    Den Daten des Öko-Instituts zufolge sei Deutschland trotz der Überkapazitäten in der Stromerzeugung zeitweise Strom-Nettoimporteur gewesen. Grund dafür seien einerseits die Schneeschmelze in den Alpen, die die Preise für den aus Wasserkraft generierten Strom aus den Alpenländern Schweiz, Frankreich und Österreich gedrückt habe. Die Frankfurter Rundschau berichtet:

    >> FRANKFURTER RUNDSCHAU

    Mit der Bedeutung des Netzausbaus für den geplanten Kohleausstieg beschäftigt sich ein Beitrag des SPIEGEL. Kohle könne bei der Energieversorgung in Deutschland nach Ansicht der Bundesetzagentur langfristig eine deutlich geringere Rolle spielen. „Bis 2030 kann die Hälfte der Kohlekraftwerkskapazitäten wegfallen, ohne dass die Versorgungssicherheit in Gefahr gerät“, zitiert das Magazin den Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Dies hätten Berechnungen der Behörde und der Übertragungsnetzbetreiber ergeben. Voraussetzung sei allerdings, dass der Netzausbau bis dahin abgeschlossen sei und die geplanten Ersatz-Gaskraftwerke realisiert seien:

    >> SPIEGEL ONLINE

    Die Ausrichtung der Arbeit der künftigen Expertenkommission zum Kohleausstieg bemängelt die taz. Die Kommission solle sich zuerst um neue Jobs kümmern und erst dann um den Klimaschutz. Die Gruppe solle ein Aktionsprogramm für „neue, zukunftssichere Arbeitsplätze“ erarbeiten und einen „Instrumentenmix“ für „notwendige Investitionen in den Strukturwandel“ mit Geld aus einem öffentlichen Fonds erstellen. So stehe es im Entwurf des Mandats für die Kommission. Dann erst kämen die Klimaziele: Ein Rückgang der CO2-Emissionen aus der Kohle „um ca. 60 Prozent“ bis 2030 im Vergleich zu heute, ein Enddatum für die Kohlenutzung und Maßnahmen, um das Klimaziel für 2020 noch „so weit wie möglich“ zu erreichen:

    >> TAZ

  • Presseschau vom 11.05.2018
    Seit dem Volksentscheid über den Rückkauf der Energienetze 2013 wird in Hamburg über die Zukunft der Fernwärme diskutiert. Noch hält Vattenfall 75 Prozent und die Stadt 25 Prozent am Fernwärmenetz. Der NDR widmet sich dem Thema in einem Kommentar. Der Autor kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Beide Parteien müssten sich eigentlich einigen – und streiten noch darum, ob man Fernwärme aus dem Kohlekraftwerk Moorburg nutzen darf. Der Autor resümiert in seinem Beitrag: „Aus ideologischen Gründen die Moorburg-Abwärme verpuffen zu lassen, statt sie zu nutzen, das ist Unsinn“. Begleitet wird der Kommentar mit einem Videobeitrag:

    • NDR

    Das Hamburger Abendblatt nimmt die Diskussion zum Anlass, die Geschichte des Heizkraftwerks Moorburg erneut darzustellen und schildert die politische Gemengelage zum Zeitpunkt der jeweiligen Entscheidungen. Die Schlussfolgerung des Blattes in einem Meinungsbeitrag ist eindeutig: „Mit Fernwärme würde der Nutzungsgrad des Kraftwerks Moorburg von rund 45 Prozent auf bis zu 61 Prozent steigen. Und, jetzt wird es interessant, auch klimafreundlicher. Weil die Moorburgtrasse nicht gebaut wurde, musste das alte, ineffiziente Kohlekraftwerk in Wedel weiterlaufen – nach Angaben von Vattenfall werden damit jährlich eine Million Tonnen CO2 mehr emittiert.In dem Streit geht es längst nicht mehr um ein Kohlekraftwerk, sondern um Kohle an sich. Mit der Frage nach der Rolle des Brennstoffs mögen die Grünen richtig liegen, in diesem Einzelfall aber falsch.“  

    • Abendblatt

    In einem Interview mit der Zeitung DIE WELT nimmt der Hamburger Umweltsenator Jens Kerstan (GRÜNE) Stellung. Er beruft sich primär auf juristische Gründe, eine Anbindung des Heizkraftwerks Moorburg an die Fernwärmeversorgung Hamburgs abzulehnen, und bestätigt die dadurch wohl steigenden Kosten für die Fernwärmeversorgung:

    • DIE WELT

    Zuvor hatte der Energiekonzern Vattenfall als Betreiber des Heizkraftwerks Moorburg versöhnliche Singale an die Stadt gesendet: Konzernchef Tuomo Hatakka habe in Hamburg dafür plädiert, das Kohlekraftwerke Moorburg in die künftige Fernwärmeversorgung des Hamburger Westens einzubeziehen. Das sei deutlich wirtschaftlicher, als neue Anlagen zur Wärmeerzeugung zu errichten. Auch Vattenfall wolle möglichst zeitnah aus der Kohle aussteigen, dies müsse aber für die Kunden bezahlbar sein. Moorburg sei als Übergangslösung eine Brücke in eine CO2-freie Zukunft. In den Kernfragen, so der NDR, bleibe das Unternehmen aber hart: Insbesondere sei der vereinbarte Kaufpreis für das Fernwärmenetz nicht verhandelbar, zitiert der Sender Konzernchef Hatakka:

    • NDR
     
    Die Vorschläge für eine einvernehmliche Lösung zwischen Vattenfall als Betreiber des Heizkraftwerks Moorburg und der Stadt Hamburg fasst ein weiterer Beitrag der WELT zusammen:
    • DIE WELT

    Das neue Dattelner Kohlekraftwerk wird voraussichtlich erst Jahre später ans Netz angeschlossen. Das hat der Energieversorger Uniper laut WDR mitgeteilt. Schäden an der Kesselanlage führen zu der Verzögerung. Sie muss komplett ersetzt werden. Der darin verbaute Stahl weist Schäden auf. Frühestens im Sommer 2020 könne das Kraftwerk voll in Betrieb gehen:

    • WDR

    Europas größter Versicherungskonzern Allianz steigt laut FAZ aus der Kohle aus. Ab sofort verzichte der Münchner Dax-Konzern auf die Einzelversicherung von Kohlekraftwerken und Kohleabbau. Das sagte Vorstandschef Oliver Bäte dem Blatt zufolge in München. Und bei ihren Kapitalanlagen will die Allianz ebenfalls ab sofort nicht mehr in Unternehmen investieren, die durch umfangreichen Zubau von Kohlekraftwerken das Ziel des Pariser Klimaabkommens gefährden, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen:

    • FAZ
  • Presseschau vom 27.04.2018

    Die Hamburger Umweltbehörde blockiert die Planung einer Fernwärmetrasse von Vattenfall. Für die Leitung zum Heizkraftwerk Moorburg wurde der Erörterungstermin auf unbestimmte Zeit verschoben. Begründet wurde dieser Schritt damit, das eine mögliche Trasse über Grundstücke der Hafenverwaltung laufen müsse und hier keine Zustimmung zu erwarten sei. In einem ausführlichen Bericht des NDR, zu dem auch ein Video gehört, kommt auch die politische Opposition zu Wort: Hier spräche man von einer Diskriminierung von Vattenfall. FDP-Fraktionschef Michael Kruse sagte: „Es wird zunehmend deutlich, dass Umweltsenator Kerstan nicht in der Lage ist, ein vernünftiges Konzept für die Fernwärme in Hamburg zu präsentieren. Alle Deadlines werden gerissen.“ Der Verzicht auf die Abwärme aus Moorburg verteuere die Fernwärme um 10 bis 40 Prozent, so Kruse. Der Verbraucher zahle zukünftig 100 bis 400 Euro mehr im Jahr:

    >> NDR

    Einen Tag später berichtet das Hamburger Abendblatt von einer weiteren Eskalation im Streit um die Fernwärme. Angesichts der absolut gegensätzlichen Interessen und unterschiedlichen Vorstellungen zur Zukunft der Fernwärme scheine es schwer vorstellbar, dass Stadt und Vattenfall weiterhin halbwegs harmonisch kooperieren und ein gemeinsames Konzept zustande bekommen könnten, da beide Parteien über starke Hebel verfügten (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Die WELT kommentiert die energiepolitische Diskussion in der Hansestadt als einen „ Schaukampf ohne Sieger“. Hamburg rühme sich, „Europas Hauptstadt der Windkraft“ zu sein, doch seine Energie sei nicht sauber. Die Initiative, die die Stadt zwingen wolle, die Nutzung der Kohlekraft aufzugeben, schade tatsächlich dem Klimaschutz, da eine längere Auseinandersetzung und Verzögerung dringender Maßnahmen befürchtet wird. Die Debatte um Hamburgs Energieversorgung sei „ideologisch völlig erstarrt“ – ein „gesellschaftlicher Blackout“, der das Klima seit Jahren mehr als alles andere schwer belaste. Das Blatt plädiert dafür, mit allen Beteiligten an Hamburgs Energieversorgung einen optimalen Übergang zu den erneuerbaren Energien zu finden und dabei auch einer zeitlich befristeten Einbindung des Kraftwerks Moorburg in die Hamburger Fernwärme zuzustimmen, um damit schnell die Kraftwerke Wedel und Tiefstack zu ersetzen:

    >> WELT

    Die Süddeutsche Zeitung beschäftigt sich mit den Kosten der Abschaltung des Kohlekraftwerks im Münchener Norden, das aufgrund eines Bürgerentscheids stillgelegt werden soll. Demnach kostet die Stilllegung des Werks die Stadtwerke mindestens 217 Millionen Euro. Im schlimmsten Fall könnten die Kosten auf 358 Millionen Euro steigen. Auch der Zeitrahmen bis 2022 könnte noch zum Problem werden, so das Blatt. Werde bis dahin ein Neubau eines Gaskraftwerks nicht realisiert, verlöre die Stadt die Förderung aus dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, was den Schaden noch beträchtlich erhöhen würde:

    >> SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Deutschland und die Niederlande diskutieren die Stilllegung von Kohlekraftwerken, die Nachbarn im Osten bauen neue Anlagen: Aus Polen berichtet der Branchendienst energate messenger, dass der Technologiekonzern GE den Zuschlag für den Bau des Kohlekraftwerks „Ostroleka C“ erhalten habe. Die Gesellschaft GE Power agiere federführend bei dem Projekt des 1.000-MW-Kraftwerks im Nordosten des Landes, teilte das Unternehmen mit. Den Auftrag erteilt haben die staatlichen polnischen Energieunternehmen Energa und Enea. Das Kraftwerk geht voraussichtlich im Jahr 2023 in Betrieb und soll dann 300.000 Haushalte mit Strom versorgen. Die Investitionskosten betragen laut Enea umgerechnet rund 1,4 Mrd. Euro. Das Kraftwerk werde mit hocheffizienter Technologie ausgestattet, sodass es die EU-Standards erfüllt, erklärte GE Power. Das System von Kessel- und Dampfturbinengenerator soll einen Wirkungsgrad von 46 Prozent erreichen. Es wird das letzte in Polen gebaute Kohlekraftwerk sein:

    >> ENERGATE MESSENGER

     

  • Presseschau vom 13.04.2018

    Die zum Jahreswechsel geplante Übernahme des Fernwärmenetzes und der dazugehörenden Kraftwerke durch die Stadt Hamburg steht möglicherweise vor dem Aus. Damit könnte ein wesentlicher Teil des 2013 per Volksentscheid beschlossenen Rückkaufs der Energienetze nicht umgesetzt werden und die vom Umweltsenator Jens Kerstan (GRÜNE) geplante Wärmewende würde wohl scheitern. Die zentrale Streitfrage bei alldem sei, ob die Stadt Hamburg den seinerzeit vereinbarten Kaufpreis trotz gesunkenem Unternehmenswert bereit ist zu zahlen. Das Abendblatt beschäftigt sich ausführlich mit der Thematik:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Auch die WELT schreibt zum Thema und erläutert die haushaltspolitischen Konsequenzen einer Umsetzung des Volksentscheids:

    >> WELT

    Der oben zitierte Bericht des Abendblatts über den starken Wertverfall des Fernwärmenetzes habe eine Diskussion darüber ausgelöst, wie der Volksentscheid zum Netzerückkauf noch umgesetzt werden kann, so das Blatt in einem späteren Beitrag. CDU, FDP und AfD forderten demnach einen Anschluss des Kohlekraftwerks Moorburg an die Fernwärme. Linke und Umweltschützer warfen der SPD vor, 2014 schlecht mit Vattenfall verhandelt zu haben:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Die SHZ beschäftigt sich mit der Antrittsrede des neuen Hamburger Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und dessen Aussagen zur zukünftigen Energiepolitik. Auffallend beim „Ritt durch die Themenvielfalt“ sei gewesen, was Tschentscher weggelassen habe: Den grünen Koalitionspartner erwähnte er laut SHZ mit keinem Wort, auch fehlte die im Koalitionsvertrag festgehaltene Aussage, auf die Nutzung von Fernwärme aus dem Kohlekraftwerk Moorburg zu verzichten. Dies könne als Umkehr der Senatspolitik zugunsten des Heizkraftwerks Moorburg verstanden werden, so das Blatt:

    >> SHZ

    Mehr als 12.500 Hamburger haben mit ihrer Unterschrift die Volksinitiative „Tschüss Kohle“ unterstützt, die eine gesetzliche Regelung erzwingen möchte, dass in Hamburg ab 2025 keine Wärme und ab 2030 auch kein Strom mehr aus Kohle produziert wird. Damit habe die Initiative die erste Hürde genommen, so das Portal energiezukunft.eu. Die Volksinitiative „Tschüss Kohle“ fordert auch, dass das Heizkraftwerk Moorburg keine Fernwärme liefern dürfe. Mit Erreichung der Mindestanzahl an Unterschriften muss sich nun die Hamburgische Bürgerschaft mit dem Volksbegehren beschäftigen. Gelingen soll dies durch einen Gesetzentwurf, der die Neuregelung im Wegerecht und damit den Klimaschutz als neues Prüfkriterium für die Genehmigung von Wärmeleitungen einführt.

    >> ENERGIEZUKUNFT.EU

    Im Streit um die Führung der Kohleausstiegs-Kommission hat die Bundesregierung einen Kompromiss gefunden: Vier Minister sollen die Arbeit gemeinsam steuern. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) würden „gemeinsam in dieser Kommission arbeiten“, kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) laut einem Beitrag auf Wallstreet Online an. Die Geschäftsstelle für die organisatorischen Aufgaben werde im Wirtschaftsministerium angesiedelt. Schulze und die SPD im Bundestag hatten eine gleichberechtigte Stellung eingefordert. Die Kommission soll laut Koalitionsvertrag unter anderem noch in diesem Jahr ein Enddatum für den Ausstieg aus der Kohlestrom-Produktion in Deutschland festlegen. Außerdem soll sie einen Plan für das schrittweise Abschalten der Kraftwerke erarbeiten, die finanzielle Abfederung des Strukturwandels klären und festlegen, wie Deutschland sein Klimaziel für 2030 einhalten soll:

    >> WALLSTREET:ONLINE

    (Bezahlinhalt) Braunkohlekraftwerke sind für die Netzsicherheit der ostdeutschen Stromnetze mittelfristig unverzichtbar, schreibt der Branchendienst energate messenger. Dies habe eine Kurzstudie der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg ergeben. Das brandenburgische Wirtschaftsministerium hatte diese beauftragt, um „belastbare Aussagen“ in der Diskussion um den Kohleausstieg zu gewinnen. „Die Studie zeigt, dass wir die Braunkohle als Brückentechnologie noch benötigen. Darüber „sollte sich auch die Bundesregierung im Klaren sein“, zitiert der Dienst Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD):

    >> ENERGATE MESSENGER

     

  • Presseschau vom 29.03.2018

    Die Volksinitiative zum geforderten Kohleausstieg, die entsprechenden Diskussionen der Energiepolitiker in Hamburg und die Zukunft der Fernwärme in der Hansestadt sind die beherrschenden Themen der Presseschau in dieser Woche. U.a. richten wir zusätzlich auch einen Blick auf Status und Rezeption der Energiewende in Deutschland.

    Ihnen allen frohe und entspannte Ostertage!

    Der Hamburger Kohleausstieg fand bei der Mitgliederversammlung der GRÜNEN Hamburg breite Zustimmung. Umweltsenator Jens Kerstan rief in der dazugehörigen Aussprache zu einem Antrag dann auch zur Unterstützung der Hamburger Volksinitiative „Tschüss Kohle“ auf. Noch vor Ort unterzeichneten er und die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank die Unterschriften-Initiative für Hamburgs Kohleausstieg, wie das Abendblatt berichtete:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    In einem Leitartikel zum Parteitag der SPD in Hamburg, auf dem u.a. die Nachfolger des scheidenden Ersten Bürgermeisters Scholz gewählt wurden, wird die Unterstützung der Volksinitiative „Tschüss Kohle“ durch die Hamburger GRÜNEN als „kleiner Affront“ gegenüber dem Koalitionspartner SPD bezeichnet. Aufgabe des kommenden SPD-Bürgermeisters Tschentscher werde es hier sein, Führungsstärke auch in der Hamburger Energiepolitik zu zeigen:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Die Diskussionen im Streit um den Partikelausstoß aus dem Wedeler Kraftwerk gehen weiter. Staatssekretär Tobias Goldschmidt aus dem Energiewendeministerium in Kiel hat sich mit Vertretern der Bürgerinitiative (BI) „Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel“ zum Ortstermin getroffen, dann mit Bürgermeister Niels Schmidt diskutiert. Die Einschätzungen lagen danach einem Beitrag des Abendblatts zufolge weit auseinander. Für den Staatssekretär sei die Sachlage klar, er sieht die Probleme eher „im zwischenmenschlichen Bereich“. „Wir sind in Kiel abgeblitzt“, sagte BI-Sprecherin Kerstin Lueckow. Und Schmidt äußerte „ein gewisses Verständnis für die Position der Landesregierung.“ Auslöser des Besuchs ist ein Beschluss des Wedeler Rates aus dem Januar, wonach das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) als zuständige Aufsichtsbehörde aufgefordert wird, „den Verursacher der Lackschäden an den Autos am Elbhochufer zweifelsfrei festzustellen“. Das LLUR ist dem Ministerium des Grünen Robert Habeck untergeordnet:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Der Bau einer neuen Fernwärmeleitung in die Hamburger Hafencity läuft aktuell auf Hochtouren. 6000 Haushalte sollen dort angeschlossen werden. Die Wärme zur Versorgung der Hafencity soll nicht aus einem Kraftwerk, sondern vom Kupfer-Unternehmen Aurubis auf der Veddel kommen. Die Abwärme der Industrieanlage wird bisher nicht genutzt und verpufft derzeit in der Luft. Nötig wird der Bau, weil Hamburg ab 2025 alle Haushalte ohne den Einsatz von Kohle beheizen will. Das alte Kraftwerk Wedel soll 2022 vom Netz. Als Ersatz sollen unterschiedliche, neue Quellen genutzt werden, bislang allerdings nicht die ebenfalls ungenutzte Abwärme aus dem Heizkraftwerk Moorburg. BILD Hamburg berichtet von den Bauarbeiten:

    >> BILD

    Die Hamburger CDU plädiert für eine stärkere Einbeziehung von Erdwärme in die Wärmeversorgung und hat dazu einen Antrag in die Bürgerschaft eingebracht. „Die Nutzung von Erdwärme als innovativer, klimafreundlicher und insbesondere CO2-freier Weg kann einen wertvollen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen und damit zum Klimaschutz liefern“, heißt es darin. „Dieses zeigt die deutlich zunehmende Anzahl von Tiefengeothermie-Anlagen zum Beispiel in der engeren und weiteren Umgebung von München.“ Ein zukünftiger Baustein der Wärmeversorgung in Hamburg könne die Nutzung von Erdwärme sein, zitiert das Abendblatt den CDU-Umweltpolitiker Stephan Gamm. „Doch statt nach wirklich innovativen Lösungen zu suchen, haben SPD und Grüne noch immer kein tragfähiges Wärmekonzept für unsere Stadt. Das Kraftwerk Wedel bleibt noch sehr lange am Netz, es soll ein unsinniges Gaskraftwerk für eine Viertelmilliarde Euro gebaut werden, und es drohen erhebliche Preissteigerungen für alle Wärmekunden.“ Dies seien „die Folgen von Senator Kerstans Energiepolitik der eingeschlafenen Hand.“

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Die juristische Auseinandersetzung um den Bau des umstrittenen Kohlekraftwerks auf dem Gelände des Chemiekonzern Dow in Stade-Bützfleth geht in eine weitere Runde. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg hat Ende vergangenen Jahres eine Klage gegen das geplante Kraftwerk von Dow Chemical in erster Instanz abgewiesen. Die vorgebrachten Gründe zum Schutz von Umwelt und Gesundheit reichten dem Gericht nicht aus, um den Bebauungsplan zu stoppen. Dagegen hat eine Anwohnerin im Bündnis mit Greenpeace und weiteren Umweltgruppen jetzt Beschwerde eingereicht. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wird nun darüber entscheiden, ob es eine Revision zulässt. Dow Stade gilt als Deutschlands zweitgrößter Energrieverbraucher. Die Investition in das Kraftwerk ist mit 1,5 Milliarden Euro erheblich. Technisch gesehen sei es ein integriertes Industriekraftwerk, kein Kohlekraftwerk im engeren Sinne, heißt es von Seiten der Dow. Bei der Stadt findet die von der Dow beabsichtigte Kohle-Gas-Biomasse-Kombination immer wieder positive Erwähnung. Bürgermeisterin Silvia Nieber sieht in dem künftigen Kraftwerk die „Sicherung des Industrie- und Gewerbestandortes Stade“. Die Kreiszeitung Wochenblatt berichtet:

    >> KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    Ein schlechtes Zeugnis stellt eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey der Umsetzung der deutschen Energiewende aus. Wie die WELT berichtet, läge Deutschland im Vergleich aller 116 untersuchten Länder lediglich auf Platz 16. Allein in Europa hätten 11 Länder ein besseres Energiesystem. Wenn Deutschland hier abgeschlagen auf Platz zwölf komme, liege das vor allem an der schlechten Bewertung in der Kategorie „Struktur des Energiesystems“: Hier belegt Deutschland Platz 110 von 114. „Das liegt vor allem an Deutschlands Abhängigkeit vom Kohlestrom: Dessen Anteil beträgt immer noch 42 Prozent – auch weil er seit der Entscheidung zum Kernenergieausstieg einen hohen Beitrag zur Grundlastversorgung leistet“, heißt es in der WEF-McKinsey-Studie: „In der Kategorie ‚Umwelt- und Klimaschutz‘ kommt Deutschland weltweit nur auf Platz 61 – hauptsächlich wegen seines hohen CO2-Ausstoßes.“

    >> WELT

    Mit dem ambivalenten Verhältnis vieler Bürger zur Energiewende beschäftigt sich die Süddeutsche Zeitung. Viele Menschen befürworten demnach die Energiewende, lehnen aber die zwangsläufig damit verbundenen Veränderungen im Landschaftsbild vehement ab. Das Verständnis von Landschaft sei dabei hierzulande stark durch die Romantik geprägt, das Ideal seien vorindustrielle Bilder. Doch die Transformation des Energiesystems stelle Gewohnheiten und Lebensweisen infrage, verlange Anpassungsfähigkeit und fordere Mitarbeit:

    >> SÜDDEUTSCHE

  • Presseschau vom 16.03.2018

    Das Steinkohlekraftwerk Wedel in der Nähe Hamburgs liefert unverzichtbare Fernwärme für 145.000 Haushalte. Deshalb verzögert sich die von verschiedenen Interessengruppen geforderte Abschaltung des Werks, auch mangels Alternativen. Pläne für dezentrale Anlagen lägen zwar schon bereit, seien aber umstritten, so der Deutschlandfunk in seinem Beitrag:

    >> DEUTSCHLANDFUNK

    Ein historischer Zusammenschluss im Energiemarkt beherrscht die Schlagzeilen: Eon wird die RWE-Tochter Innogy übernehmen. RWE bekommt die erneuerbaren Energien von Innogy – und sogar die, die Eon bislang selbst betrieben hat, – während Eon sich auf die Sparten Netz und Vertrieb konzentrieren soll. Der Eon-Konzern wird damit zu einem der größten Energieversorger Europas und beliefert rund 50 Millionen Kunden in Europa. Der RWE-Konzern, der nach der Abspaltung von Innogy nur noch Kern-, Kohle- und Gaskraftwerke betrieben hat, wird wieder selbst grünen Strom produzieren. Das Handelsblatt fasst die wesentlichen Punkte zum Mega-Deal zusammen:

    >> HANDELSBLATT

    Mit dem Wandel in der Energiewirtschaft beschäftigt sich auch das Hamburger Abendblatt. Neben dem RWE und Eon-Deal sei auch der Einstieg eines chinesischen Unternehmens beim ostdeutschen Netzbetreiber 50Hertz bemerkenswert, so das Blatt. Negative Folgen für Verbraucher seien aber nicht zu befürchten, so das Blatt, vielmehr zeige das ausländische Interesse am deutschen Energiemarkt auch dessen Attraktivität und Wertigkeit:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Kraftwerksbetreiber Uniper will laut OP-Online seinen mit Steinkohle befeuerten Block 5 des Großkrotzenburger Kraftwerks Staudinger in Zukunft während der Sommermonate stilllegen. Daran hänge aber auch die Versorgung von tausenden Haushalten in Hanau und Großkrotzenburg mit Fernwärme. Es werden Befürchtungen laut, dass hier die Versorgungssicherheit gefährdet sei:

    >> OP ONLINE

    DAS ERSTE berichtet in einem Fernsehbeitrag:

    >> DAS ERSTE

    Mit einer Investition von 400 Millionen Euro will der Volkswagen-Konzern die Energieproduktion seiner Autowerke von Steinkohle auf Gas- und Dampfturbinen umstellen. So sollen neben Schadstoffen auch die CO2-Emissionen reduziert werden. „Mit den neuen und hocheffizienten Gasturbinen für die Kraftwerke in Wolfsburg werden die CO2-Emissionen in der Strom- und Wärmeerzeugung dauerhaft um rund 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr reduziert. Dies entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von aktuell ca. 870.000 Fahrzeugen“, zitiert das Magazin Focus das Unternehmen.

    >> FOCUS ONLINE

    Die Leipziger Stadtspitze lehnt einen zeitnahen Abschied der Stadtwerke vom Kohlestrom ab. Als Grund führt Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) laut Branchendienst energate messenger negative Auswirkungen auf das Geschäft der Stadtwerke an. Zuvor hatte die Initiative „Leipzig kohlefrei“ per Petition gefordert, dass das kommunale Unternehmen ab 2018 Kohlestrom aus ihrem Angebot ausschließt und nur noch zertifizierten Ökostrom handeln sollte. Dies sei aber „im Hinblick auf die damit verbunden Kosten nicht vertretbar“, so Jung. So würden im Ergebnis mehr als 200.000 Stromkunden im wettbewerbsintensiven Markt zusätzlich belastet. Ein endgültiger Beschluss zur Petition werde vom Stadtrat voraussichtlich im April gefällt:

    >> ENERGATE MESSENGER

     

  • Presseschau vom 02.03.2018

    Unter dem Namen „Tschüss Kohle“ haben laut WELT 13 Hamburger Organisationen und Vereine und weitere 16 Unterstützer-Organisationen eine Volksinitiative angemeldet. Alle Hamburger seien ab sofort dazu aufgerufen, den Ausstieg der Stadt aus der Kohleverbrennung zu unterstützen, teilten die Organisatoren mit. Die Initiative plane, die notwendigen Unterschriften am 29. März einzureichen. Dafür sind im ersten Schritt 10.000 gültige Unterschriften für die Volksinitiative und später im zweiten Schritt 65.000 Unterschriften für das Volksbegehren nötig:

    >> WELT

    Das Hamburger Abendblatt berichtet differenziert und zitiert verschiedene Stimmen, die sich gegen das angestrebte Volksbegehren aussprechen. Im Großraum Hamburg gibt es nur noch drei Kohlekraftwerke: Wedel, das Heizkraftwerk Moorburg und Tiefstack, alle betrieben von Vattenfall. Der schwedische Energiekonzern und der rot-grüne Senat seien infolge des Netze-Rückkaufs ohnehin dabei, die Energieversorgung in Hamburg umzustellen. Geplant ist, Wedel bis 2022 abzuschalten und Tiefstack kurz darauf auf Gas umzustellen. Knackpunkt in den Verhandlungen wie für die Volksinitiative sei daher Moorburg. Während Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) strikt dagegen ist, Fernwärme aus dem neuen und hochmodernen Kraftwerk zu nutzen, fordert Vattenfall genau das, besonders aus Gründen der Effizienz.

    Die Initiative unterstütze die Pläne der Umweltbehörde, ihre Forderungen gingen aber noch darüber hinaus, fasst der Artikel zusammen. So wolle sie eine Änderung des Weggesetztes mit dem Ziel, dass die Stadt keine öffentlichen Flächen mehr für den Bau von Leitungen zur Verfügung stellt, sofern durch diese Rohre auch arme aus Kohleverbrennung fließen soll. Sollte sie sich damit durchsetzen, würde die Auskopplung von Fernwärme in Moorburg praktisch unmöglich. Darüber hinaus solle sich der Senat dafür einsetzen, dass das Kraftwerk 2030 abgeschaltet werde. Wiebke Hansen, Sprecherin der Initiative, räumte ein, dass die Stadt über keinen „Ausknopf“ verfüge, den sie einfach drücken könne. Aber sie könnte sich auf Bundesebene dafür stark machen, dass kein Strom mehr aus Kohle produziert werden dürfe.

    Die FDP in der Hamburger Bürgerschaft stellt die Legitimität der Forderungen infrage: „Wir haben große Zweifel, ob die Formulierung der Volksinitiative rechtmäßig ist“, sagte Fraktionschef Michael Kruse dem Abendblatt. „Die Initiative steht in ihrer ideologischen Motivation dem grünen Umweltminister in nichts nach. Das bewusste Nicht-Anbinden des Kraftwerks Moorburg an das Fernwärmenetz ist ökonomisch und ökologisch schädlich.“ Auch die CDU hält die Initiative für gesetzeswidrig. Stephan Gamm (CDU) wird zitiert: „Das Vorhaben der Initiative ,Tschüss Kohle‘ ist unseriös, gesetzeswidrig und blendet die Frage nach den Folgekosten für die Fernwärmekunden komplett aus. Insbesondere die vollständig fehlende Benennung der drohenden Preissteigerungen entlarvt die Initiatoren als reine Öko-Ideologen.“ Ausführlich dazu das Abendblatt (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Der verlängerte Betrieb des Kohlekraftwerks Kiel mit einer Leistung von 323 Megawatt (MW) erwies sich als sinnvollste Alternative, um die verzögerte Fertigstellung eines Gaskraftwerks zu überbrücken, so Betreiber Uniper laut des Branchendienstes IWR. Bisher sollte das Kraftwerk zum 31. März 2018 stillgelegt und durch ein neues Gasmotorenheizkraftwerk der Stadtwerke Kiel ersetzt werden. Zum Ende des Jahres 2017 hatte sich jedoch bei diesem Projekt eine zeitliche Verzögerung von einigen Monaten ergeben. Das neue Kraftwerk sollte ursprünglich ab der Heizperiode 2018/ 2019 die Strom- und Fernwärmeversorgung sichern:

    >> IWR

    Sachsen hat sich laut MDR einer Klage von Kohledachverbänden und Kraftwerksbetreiber gegen die EU-Auflagen für strengere Schadstoffgrenzwerte angeschlossen. Das teilte die Staatskanzlei in Dresden mit. Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte demnach, die Forderungen gingen weit über den Stand der Technik hinaus. Für Kohlekraftwerke gelten ab 2021 strengere EU-Auflagen als bisher. Betroffen sind unter anderem die Grenzwerte für Stickoxid, Feinstaub und Quecksilber. Für sächsische Kraftwerksbetreiber bedeutet dass, das sie massiv nachrüsten müssen, um die Grenzwerte einhalten zu können. Doch der Umbau ist aufwändig und teuer. Daher klagen die Unternehmen gegen den Beschluss aus Brüssel:

    >> MDR

  • Presseschau vom 16.02.2018

    Von einer „teuren Luftnummer“ des Hamburger Umweltsenators Kerstan (GRÜNE) spricht die BILD Hamburg in einem Beitrag zum Heizkraftwerk Moorburg. Kerstan wolle das moderne Kraftwerk aus politischem Prinzip heraus nicht an das Hamburger Fernwärmenetz anschließen. Stattdessen plane man ein neues Gaskraftwerk, das ca. € 250 Mio. kosten und einen identischen CO2-Ausstoß wie das Moorburger Kraftwerk aufweisen würde. Das Blatt zitiert auch den CDU-Umweltexperten Gamm. Dieser hält die Pläne des Senators für unsinnig und eine Verschwendung von Steuergeldern. Das Vorhaben grenze „an Irrsinn“:

    >> BILD

    Ebenfalls BILD Hamburg berichtet kurz darauf über die Gründung der Initiative „Tschüss Kohle“, die es sich zur Aufgabe mache, die Schließung der Kraftwerke in Wedel und Tiefstack zu erreichen und – ebenso wie Senator Kerstan – eine Anbindung des Heizkraftwerks Moorburg an das Fernwärmenetz in Hamburg zu verhindern. Im Zuge eines Volksbegehrens solle ein entsprechendes Gesetz durchgesetzt werden. Zu dem Aktionsbündnis zählten rund 50 Aktivisten sowie diverse Umweltverbände:

    >> BILD

    Die langfristigen Ziele des Versorgers Vattenfall fasst das Magazin Klimaretter.info unter Berufung auf ein in BizzEnergy erschienenes Interview mit dem Vattenfall-Deutschlandchef Tuomo Hatakka zusammen. Demnach wolle Vattenfall auf lange Sicht in Deutschland ganz auf fossile Brennstoffe verzichten. Dies sei aber ein langfristiges Ziel; aktuell und mittelfristig sei z.B. das Heizkraftwerk Moorburg nicht entbehrlich:

    >> KLIMARETTER.INFO

    Die WELT wird einen Blick auf das Großprojekt Norddeutsche Energiewende – NEW 4.0. Mit dieser Initiative wollen Hamburg und Schleswig-Holstein bis Ende 2020 im Echtbetrieb Lösungen dafür erarbeiten, um beide Länder im übernächsten Jahrzehnt weitgehend mit erneuerbaren Energien zu versorgen, vor allem aus Windstrom. Das betreffe insgesamt rund 4,5 Millionen Menschen und eine komplexe Wirtschaftsstruktur. NEW 4.0 sei eines von bundesweit fünf so genannten Schaufensterprojekten, die das Bundeswirtschaftsministerium finanziell fördert. An NEW 4.0 beteiligen sich rund 60 norddeutsche Unternehmen und Institutionen. Investiert werden insgesamt bis zu 130 Millionen Euro, darunter rund 45 Millionen Euro Fördermittel des Bundes. Der Elektronenheizkessel von Vattenfall z.B. sei eines von etwa 30 größeren Teilprojekten bei NEW 4.0, den so genannten Demonstratoren.

    Wie erfolgreich all diese Projekte von NEW 4.0 letztlich seien, hänge derzeit weniger von der technischen Seite, sondern von der gesetzlichen Regulierung ab. Strom ist weit teurer als die Brennstoffe Kohle und Erdgas, vor allem deshalb, weil Strom im Rahmen der Energiewende mit hohen Sonderabgaben belastet wird, neben der regulären Stromsteuer ist das vor allem die EEG-Umlage. Die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom aus einer älteren, bereits abgeschriebenen Windkraftanlage kostet etwa drei Cent. Der Haushaltskunde aber zahle derzeit 30 Cent als Strom-Endpreis:

    >> WELT

    Der unter dem Vorbehalt der Zustimmung der SPD-Mitgliedschaft stehende Koalitionsvertrag enthält auch umfangreiche Passagen zu Klima und Energie. Der Branchendienst IWR hat diese Passagen und die Abweichungen vom Ergebnis der vorangegangenen Sondierungsgespräche zusammengefasst:

    >> IWR

  • Presseschau vom 02.02.2018

    Zwischen der Stadt Hamburg und dem Energiekonzern Vattenfall ist ein Streit um den Verkauf des Fernwärmenetzes im Jahr 2019 ausgebrochen. Vattenfall beziehe sich auf eine Bewertung des Netzes im Jahr 2012, die einen Unternehmenswert von 1,3 Milliarden Euro ergab, teilte die Hamburger Finanzbehörde laut FOCUS Online mit. Dieser Wert liege deutlich höher als der bereits vereinbarte Mindestkaufpreis von 950 Millionen Euro. Seitdem hätten sich allerdings verschiedene Faktoren verändert, die den Wert des Fernwärmenetzes sowohl nach oben wie nach unten beeinflussen würden. Die städtische Beteiligungsgesellschaft HGV lehne diesen Wertvorschlag ab, heißt es in der Mitteilung. Nun werde eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als gemeinsam von Vattenfall und HGV beauftragter Schiedsgutachter den Unternehmenswert ermitteln:

    >> FOCUS ONLINE

    Das Hamburger Abendblatt weist im selben Zusammenhang auf den bereits bestehenden Konflikt zwischen Vattenfall und der Stadt um die Einbeziehung des Kohlekraftwerks Moorburg in die künftige Fernwärmeversorgung der Stadt hin. Vattenfall will auch Wärme aus Moorburg, die bei der Stromproduktion ohnehin anfällt, in das Netz einspeisen, die Stadt lehnt das ab und will komplett bis 2025 aus der Kohle aussteigen. Dazu hat Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) ein Konzept vorgelegt, das vor allem auf die Nutzung von industrieller Abwärme und Kläranlagen im Süden der Hansestadt setzt, die Wärme aus Moorburg aber negiert (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) empfindet es laut eines Interviews mit der WELT als „ärgerlich“, dass bei den Sondierungsgesprächen mit der Union der Eindruck entstanden sei, die Sozialdemokraten wären beim Klimaschutz eingeknickt. Das sei falsch. Sie verteidigt die Beschlüsse, die auch für die Zukunft der Kohle in Deutschland Relevanz haben, vielmehr als einen großen Schritt nach vorn. Dabei bestätigte sie allerdings auch, dass man bei der Erreichung der Klimaziele realistisch sein müsse. Niemand fordere „ernsthaft den Kohleausstieg vor 2030“, zitiert das Blatt die Ministerin:

    >> WELT

    Im Streit um Emissionen aus dem Heizkraftwerk Wedel und im Umkreis durch Bewohner beklagte Schäden an Autolacken wird die Stadt Wedel laut SHZ jetzt selbst aktiv: Mit breiter Mehrheit bei drei Enthaltungen hat der Rat einen Antrag von Bündnis 90 / Die Grünen beschlossen, wonach der Bürgermeister das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) als zuständige Aufsichtsbehörde für den Kraftwerksbetrieb auffordern soll, „den Verursacher der Lackschäden an den Autos am Elbhochufer zweifelsfrei festzustellen“. Die SPD war zuvor mit einem ähnlichen Antrag gescheitert:

    >> SHZ

    Die Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen hat Schleswig-Holsteins Umweltminister Dr. Robert Habeck zu einem der beiden Parteivorsitzenden gewählt. Zusammen mit Annalena Baerbock bildet er nun die Doppelspitze der Grünen-Bundespartei. Die Wahl Habecks hatten die Delegierten durch ihre Entscheidung möglich gemacht, ihre Satzung so zu ändern, dass Habeck für eine Übergangszeit von acht Monaten gleichzeitig Minister und Parteivorsitzender sein darf. Bisher galt bei den Grünen die strikte Trennung von Amt und Mandat. Für Schleswig-Holstein beutete dies, dass in 8 Monaten ein Wechsel an der Spitze des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) erfolgen muss, so der NDR:

    >> NDR

    Das Handelsblatt lässt in einem „verbalen Schlagabtausch“ den CEO von RWE und den Chef eines Unternehmens, das als virtuelles Kraftwerk Ökostromanalagen vernetzt, gegeneinander antreten. Der Bericht über das kontroverse Gespräch bietet einen komprimierten Überblick über die wesentlichen Argumente beider Seiten:

    >> HANDELSBLATT

     

  • Presseschau vom 19.01.2018

    Der Energiekonzern Vattenfall setzt sich in Deutschland für eine verlässliche Planung des Ausstiegs aus der Stromerzeugung mit Kohle ein. „Wenn die Bundesregierung es ernst meint mit der Energiewende, brauchen wir einen geregelten Kohleausstieg“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Vattenfall, Tuomo Hatakka, u.a. dem Hamburger Abendblatt und den Zeitungen der Funke Mediengruppe, zitiert bei FOCUS online. Ein modernes Steinkohlekraftwerk werde Vattenfall jedoch unbedingt haben: Das Heizkraftwerk Moorburg in Hamburg stehe nicht zur Disposition, da Moorburg als das modernste und effizienteste Kraftwerk dieser Art Europas unverzichtbar für die Versorgungssicherheit im Norden Deutschlands sei. Das Werk werde zudem noch wichtiger, wenn das letzte Kernkraftwerk in der Region abgeschaltet sei:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    >> FOCUS ONLINE

    Das Zusammenspiel von Kernkraft- und Kohlekraftwerken mit Erzeugern regenerativer Energien schildert ein Beitrag des Deutschlandfunk. Wichtiger Faktor dabei sei die Auslastung der Netze ohne „Energiestau“. Ein solcher würde das Netz überlasten. Deswegen müssten Betreiber von Kern- und Kohlekraftwerken täglich melden, wie viel Strom sie am Folgetag zu welchen Preisen produzieren können; dazu kommen Wind- und Sonnenvorhersagen. Deutet sich dabei an, dass beispielsweise im Norden mehr Strom produziert werden wird als die Überlandleitungen nach Süden verkraften können – wo aber dringend Strom gebraucht wird – müsse der Netzbetreiber eingreifen. Dieser „Redispatch“ führe aber häufig zu Entschädigungszahlungen an die Kraftwerksbetreiber. Diese Kosten würden auf die Verbrauchen umgelegt:

    >> DEUTSCHLANDFUNK

    Mit dem Netzausbau beschäftigt sich auch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und bietet einen aktuellen Überblick zu den wichtigsten Fragen rund um dieses Thema:

    >> FAZ

    Vom „Irrsinn der Energiewende“ spricht die WELT und kritisiert die Entwicklung an den Strombörsen, die immer häufiger zu negativen Preisen führe. Das bedeutet, dass Großhandels-Abnehmer vom Strom nicht nur nichts bezahlen, sondern sogar für die Abnahme von Strom vergütet werden. Der Beitrag kritisiert, dass dieses Thema im Sondierungspapier für eine mögliche Große Koalition nicht hinreichend berücksichtigt und trotz „ambitionierter Klimaziele“ keine Lösung geboten werde:

    >> WELT

    Im Rahmen der aktuellen Ausstellung im Bergedorfer Schloss wird erneut eine „Spurensuche nach Energiequellen“ in Form von Führungen u.a. durch Kraftwerke angeboten. Am Freitag, 19. Januar, steht Hamburgs modernstes Kraftwerk Moorburg auf dem Plan, Anmeldungen können auch kurzfristig telefonisch erfolgen, so die Bergedorfer Zeitung:

    >> BERGEDORFER ZEITUNG

     

  • Presseschau vom 05.01.2018

    Die vom Hamburger Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) angekündigte Wärmewende stößt beim Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) laut Hamburger Abendblatt auf heftige Kritik: Es dürfe nicht sein, dass am Ende die Hamburger Mieter „die Zeche“ dafür zahlen, sagte VNW-Verbandschef Andreas Breitner der Zeitung. Er warnte vor einem massiven Anstieg der sogenannten zweiten Miete durch steigende Energiekosten, sollte Kerstans Fernwärme-Konzept umgesetzt werden. Schon jetzt, so Breitner, würden die Heizkosten die VNW-Haushalte bei der Miete mit im Durchschnitt einem Euro pro Quadratmeter belasten. Seit dem Jahr 2000 habe es bei diesen Energiekosten ohne Strom ein Plus von 72 Prozent gegeben. Die Erzeugung aus Kohle im Vergleich zu Gas und erneuerbaren Energien sei „deutlich günstiger“. Sollte Kohle künftig bei der Fernwärme-Erzeugung ausfallen, könne das den Preis nach oben treiben. Breitner: „Es darf nicht darum gehen, ob Moorburg einem gefällt oder nicht, sondern darum, was für Hamburg am wirtschaftlichsten ist.“

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Die Äußerungen des VNW-Verbandschefs führten zu umgehenden Reaktionen aus der Hamburger Politik, die wiederum das Abendblatt dokumentierte. Das Blatt zitiert den Umweltexperten Stephan Jersch (Die Linke): „Eine Einbeziehung von Kohlewärme wäre für das Klima, die angestrebte Vorreiterrolle Hamburgs bei der Energiewende und die Einhaltung des Volksentscheids völlig inakzeptabel“. Dagegen rede „der VNW unter Beteiligung der städtischen Saga dem Bruch des Volksentscheids das Wort“. Denn nur dieser lege fest, dass Hamburgs Energie aus erneuerbaren Energien kommen müsse. Zu der aufgeworfenen Kostenfrage äußerte sich der Sprecher der LINKEN allerdings nicht (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    In Wedel gibt es weitere Diskussionen über den Partikelausstoß aus dem dortigen Kraftwerk. Die ZEIT Online hat dazu Bilder und die Stellungnahmen des Betreibers und der gegen den Weiterbetrieb des Werkes aktiven Bürgerinitiative in ihrer Hamburg-Ausgabe im Wortlaut veröffentlicht (Bezahlinhalt):

    >> ZEIT ONLINE

    Mit dem Status der Diskussion um den Kohleausstieg in Deutschland und die Positionen der daran beteiligten Parteien, Unternehmen, Verbände und Arbeitnehmervertreter beschäftigt sich die Frankfurter Rundschau:

    >> FRANKFURTER RUNDSCHAU

     

  • Sonderpresseschau vom 22.12.2017

    Um die Zukunft der Hamburger Fernwärme-Versorgung ist ein Streit zwischen dem rot-grünen Senat und dem Energieversorger Vattenfall entbrannt. Die Gesellschafterversammlung der Vattenfall Wärme Hamburg GmbH, an der die Stadt Hamburg zu 25,1 und Vattenfall zu 74,9 Prozent beteiligt sind, konnte sich bei einem Treffen nicht auf das von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) vorgestellte Konzept einigen. Die Presse berichtet ausführlich zum Thema:

    Das Hamburger Abendblatt schildert die unterschiedlichen Auffassungen der Verhandlungspartner. Während der grüne Umweltsenator Jens Kerstan fordert, auf eine Anbindung des Heizkraftwerks Moorburg an die Fernwärmeversorgung der Stadt zu verzichten, betont Vattenfall, dass alle vorhandenen Wärmequellen zur Versorgung der Stadt genutzt werden sollen, also auch das Heizkraftwerk Moorburg. Das Blatt dokumentiert auch den Hintergrund des Streits: 2013 hatten die Hamburger per Volksentscheid den damaligen SPD-Senat aufgefordert, die Strom-, Gas- und Fernwärmenetze zurück in staat­liche Hand zu holen. Das Stromnetz hat Hamburg bereits für rund 500 Millionen Euro wieder von Vattenfall übernommen, 2018 folgt das Gasnetz vom Mehrheitsgesellschafter E.on für 275 Millionen Euro. Für die Fernwärme war 2014 eine Kaufoption für 2018 vereinbart worden, wobei sich Vattenfall einen Mindestverkaufspreis von 950 Millionen Euro vertraglich zusichern ließ:

    –> Abendblatt

    Auch die Hamburger Morgenpost widmet sich dem Thema:

    –> Morgenpost

    Die taz weist in ihrem Beitrag darauf hin, dass sich aufgrund des Hamburger Haushaltsrechts eine Patt-Situation ergeben könne, sofern Vattenfall auf dem nach dem Volksentscheid garantierten Mindestkaufpreis von 950 Mio. Euro bestehen solle. Da das Fernwärmenetz aktuell wohl weniger wert sei, schreibt die Landeshaushaltsordnung vor, das ein solcher Kauf dann nicht statthaft sei, da kein Unternehmen über Wert gekauft werden dürfe:

    –> taz

    Auf ZEIT online finden sich die Presseerklärungen der Stadt sowie Vattenfalls, die nach der gescheiterten Gesellschafterversammlung getrennt veröffentlicht wurden:

    –> ZEIT

    Ein Filmbeitrag aus dem Hamburg Journal kann auf der Website des NDR abgerufen werden:

    –> NDR

     

  • Presseschau vom 15.12.2017

    Wegen technischer Probleme mit Schweißnähten im Dampferzeuger verzögere sich der Start des wohl letzten großen Kohlekraftwerkneubaus in Deutschland in Datteln. Wie die Rheinische Post berichtet, sei die Inbetriebnahme vorsorglich vom zweiten Quartal 2018 auf das vierte Quartal nächsten Jahres verschoben worden. Ursprünglich sei die Inbetriebnahme bereits für 2011 geplant gewesen, hat sich aber insbesondere durch juristische Auseinandersetzungen zu Bau- und Betriebsgenehmigungen wiederholt verzögert:

    >> RP ONLINE

    Vor einem Kohleausstieg „mit der Brechstange“ warnt der Chef des Energieversorgers RWE in einem Beitrag des Handelsblatts. Der Manager wendet sich vor allem gegen Umweltverbände, die einen schnellen Ausstieg um jeden Preis würden durchsetzen wollen. Dies gefährde allerdings die Versorgungssicherheit in Deutschland massiv und hätte auch starke Preissteigerungen für Energie zur Folge. Als Konsequenz fordere er bei den aktuellen Gesprächen über eine große Koalition im Bund eine Politik des Augenmaßes mit Blick auf Klima und Energie:

    >> HANDELSBLATT

    Vor einem Ausstieg aus der Braunkohle warnt auch ein Vertreter der technischen Holding EPH, die bei den Lausitzer Unternehmen LEAG und MIBRAG investiert ist. Man werde, zitiert CAPITAL den Manager, in Deutschland noch mindestens 25 bis 30 Jahre auf Kohle während der Transformationsphase in der Energieversorgung angewiesen sein. EPH hatte im vergangenen Jahr die ostdeutsche Braunkohle-Sparte des Energiekonzerns Vattenfall übernommen. Seitdem kontrolliert der Konzern fast die Hälfte der deutschen Braunkohleförderung. Ein vorzeitiger Ausstieg aus der Kohleverstromung würde die EPH-Tochterfirmen in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier schwer treffen, so das Blatt:

    >> CAPITAL

    Anlässlich des Klimagipfels in Paris beschäftigt sich auch der Tagesspiegel mit dem Kohleausstieg und dessen Bedeutung für die nationale und internationale Wirtschaft. Das Blatt lässt Vertreter der Energiewirtschaft, aber auch aus dem Finanzsektor zu Wort kommen. Geschildert wird auch eine Eigenheit in der französischen Gesetzgebung: Dort würden börsenorientierte Unternehmen, Banken und institutionelle Investoren verpflichtet, ihre Pflichtberichte um Informationen zu Klimarisiken zu ergänzen:

    >> TAGESSPIEGEL

    Nach dem Regierungswechsel in Polen will auch der neue Ministerpräsident Morawiecki weiter auf Kohle als zentrale Form der Energiegewinnung setzen. Man könne darauf nicht verzichten, so das Handelsblatt, auch wenn der internationale Druck unter Gesichtspunkten des Klimaschutzes groß sei. Polen setze zudem auf Kernkraft: Das geplante erste eigene Kernkraftwerk, seit 2009 angekündigt, liege zwar im Bauzeitplan zurück, man halte aber an dem Vorhaben fest:

    >> HANDELSBLATT

     

  • Presseschau vom 01.12.2017

    Kurz vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung von Vattenfall-Fernwärme-Hamburg (VWH) am 15. Dezember versuchen Umweltaktivisten zu verhindern, dass „durch die Hintertür“ doch Fernwärme aus dem Heizkraftwerk Moorburg ins Netz gelangt und dass eine Lage entsteht, in der der Rückkauf des Fernwärmenetzes abgeblasen werden könnte. Bei dem Streit geht es darum, wie das veraltete Kohleheizkraftwerk im schleswig-holsteinischen Wedel, das einen großen Teil der Hamburger Fernwärme liefert, ersetzt werden soll. Eine Anbindung einiger Wärmelieferanten südlich der Elbe könnte eine Vorbereitung dafür sein, auch aktuell ungenutzte Wärme aus Moorburg auszukoppeln – was von zahlreichen politischen Stimmen in Hamburg befürwortet wird. Die taz berichtet:

    >> TAZ

    Auch bei einem anderen Projekt könnte Fernwärme aus Moorburg sinnvoll verwendet werden: Das nahe gelegene Spezialchemieunternehmen Hansen & Rosenthal (H&R Ölwerke Schindler) hat in seiner Raffinerie in Neuhof die „weltgrößte regelflexible Elektrolyse-Wasserstoff-Anlage“ in Betrieb genommen. Die Fünf-Megawatt-Einheit nutzt überschüssigen Windstrom, um das energiereiche Gas aus Wasser zu gewinnen und dieses bei der Herstellung von Chemieprodukten zu verwenden. Laut SHZ wolle H&R Fernwärme aus Moorburg zukaufen – dies stößt bei Kritikern auf politisch motivierte Gegenwehr:

    >> SHZ

    Die Frage des möglichen Anschlusses des Heizkraftwerks Moorburg an das Hamburger Fernwärmenetz stellt auch die ZEIT in ihrem ausführlichen Interview mit dem Generalbevollmächtigten des Betreibers Vattenfall in den Mittelpunkt. In dem Gespräch wird zudem erörtert, wie Versorgungssicherheit auch bei Umsetzung der aktuellen Pläne des Hamburger Senats gewährleistet werden kann, die Preisstabilität erhalten bleibt und welche Konsequenzen eine kurzfristige Abschaltung des Kraftwerks in Wedel hätte (Bezahlinhalt):

    >> ZEIT ONLINE

    Weitere Eskalation im Streit um Partikelauswurf durch das Heizkraftwerk Wedel: Nun hätten Anwohner Klage beim Oberverwaltungsgericht Schleswig auf Unterbindung der Emissionen eingereicht, berichtet die SHZ unter Berufung auf eine Bürgerinitiative:

    >> SHZ

    Weiter festhalten an der Versorgung durch Kohlekraftwerke möchte die Stadt Frankfurt – mindestens bis 2030. Das Heizkraftwerk West mit seinen beiden turmhohen Blöcken sei eine hocheffiziente Anlage, die dem Industrie- und Wirtschaftsstandort Frankfurt Versorgungssicherheit biete und den Frankfurter Bürgern günstigen Strom und bezahlbare Wärme, zitiert die FAZ den Stadtkämmerer Frankfurts. Allein der Umbau von einem Kohle- auf ein Gaskraftwerk würde nach Angaben von Fachleuten die Betreibergesellschaft Mainova jährlich 20 Millionen Euro kosten:

    >> FAZ

    Mit dem Status der Energiewende beschäftigt sich die ZEIT: Laut der deutschen Wissenschaftsakademie zeigte sich in einer Studie, wie die Energiewende 2.0 konkret aussähe. Tausende Quadratkilometer würden für Solar- und Windparks gebraucht. Deutschland wäre in 30 Jahren kaum wiederzuerkennen, so das Blatt (Bezahlinhalt):

    >> ZEIT ONLINE

  • Presseschau vom 17.11.2017

    Nach der Vorstellung des neuen Hamburger Fernwärmekonzepts durch Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) wachse die Angst vor massiven Preiserhöhungen für Hunderttausende Wärmekunden, so das Hamburger Abendblatt. „Kerstans Wärmekonzept wird das Wohnen für Hunderttausende Hamburger dramatisch verteuern“, wird CDU-Energiepolitiker Stephan Gamm zitiert. „Sollte es so umgesetzt werden, hätte es mittelfristig für mehr als 250.000 Haushalte, die an das Fernwärmenetz von Vattenfall angeschlossen sind, erhebliche Preissteigerungen zur Folge.“ Der Politiker verwies auf Kiel, wo es zu mehr als 30% Preissteigerung für Fernwärme gekommen sei. Es sei politisch und ökonomisch unsinnig, die im Heizkraftwerk Moorburg produzierte Wärme ungenutzt zu lassen. Auch die Verbraucherzentrale Hamburg, die die Volksinitiative um Rückkauf der Energienetze mit initiiert hatte, warne jetzt vor Preissteigerungen, so das Blatt (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Ein eigenes Bild vom Heizkraftwerk Moorburg konnten sich im Rahmen der zehnten langen Nacht der Industrie in Hamburg etwas 100 Besucher im Zuge einer Führung durch das Werk machen. Das Abendblatt berichtet von den Stationen der Tour durch alle relevanten Bereiche der Anlage und dem besseren Verständnis, das die Besucher nach Erläuterung der Details zur Energieversorgung in Hamburg der Notwendigkeit des Kraftwerks entgegenbrachten. Das Abendblatt weist darauf hin, dass Führungen durch das Heizkraftwerk Moorburg interessierten Gruppe ganzjährig offenstehen:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    In Wedel blieben die Partikelausstöße des dortigen Kraftwerks Dauerthema. Wie der NDR meldet, habe jetzt ein Gutachter attestiert, dass die Partikel dauerhafte Schäden an Fahrzeuglackierungen verursachen könnten. Es handele sich allerdings lediglich um Anhaftungen und z.B. nicht um Verätzungen. Das Kraftwerk sollte ursprünglich in Kürze stillgelegt werden, wird aber nun doch länger für die Fernwärmeversorgung des Hamburger Westens benötigt und dazu vom Betreiber Vattenfall durch Modernisierungsmaßnahmen ertüchtigt:

    >> NDR

    Der auch überregional beachtete Bürgerentscheid zum weiteren Betrieb des Kraftwerks München Nord ist entschieden. Die Mehrheit sprach sich für eine Abschaltung aus. Nach dem Entscheid muss nun die Bundesnetzagentur über weitere Schritte entscheiden. Von deren Prüfung hänge ab, ob der Meiler im Heizkraftwerk Nord tatsächlich stillgelegt werden darf. Die Grünen fordern, dass die SWM in Unterföhring ein Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk anstelle des Kohlemeilers errichten. Die Süddeutsche Zeitung fasst das Ergebnis des Bürgerentscheids und dessen Konsequenzen zusammen:

    >> SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Deutschlands größter Stromproduzent RWE habe die Krise gemeistert und sei wieder in der Gewinnzone, meldet das Handelsblatt. RWE könne „wieder angreifen“, wenn derzeit nicht in Berlin über die Zukunft seiner Kohlekraftwerke verhandelt würde. Ein beschleunigter Ausstieg aus der Kohle würde den Konzern besonders hart treffen:

    >> HANDELSBLATT

    Die Energiewende in Deutschland wird in der Bevölkerung kontrovers diskutiert – das sei das Ergebnis einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), über die die FAZ berichtet. Über den Ausstieg aus der Kernkraft herrsche dabei mehrheitlich Einvernehmen, etwas weniger deutlich auch zum Ausstieg der Kohle, kontrovers seien aber die Meinungen zu Wind- und Solarenergie und deren Standorten im Land. Bevorzugt würden Offshore-Standorte. Jeder zweite sei mit der Umsetzung der Energiewende unzufrieden, insbesondere sei diese „zu teuer“:

    >> FAZ

     

  • Presseschau vom 17.11.2017

    Nach der Vorstellung des neuen Hamburger Fernwärmekonzepts durch Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) wachse die Angst vor massiven Preiserhöhungen für Hunderttausende Wärmekunden, so das Hamburger Abendblatt. „Kerstans Wärmekonzept wird das Wohnen für Hunderttausende Hamburger dramatisch verteuern“, wird CDU-Energiepolitiker Stephan Gamm zitiert. „Sollte es so umgesetzt werden, hätte es mittelfristig für mehr als 250.000 Haushalte, die an das Fernwärmenetz von Vattenfall angeschlossen sind, erhebliche Preissteigerungen zur Folge.“ Der Politiker verwies auf Kiel, wo es zu mehr als 30% Preissteigerung für Fernwärme gekommen sei. Es sei politisch und ökonomisch unsinnig, die im Heizkraftwerk Moorburg produzierte Wärme ungenutzt zu lassen. Auch die Verbraucherzentrale Hamburg, die die Volksinitiative um Rückkauf der Energienetze mit initiiert hatte, warne jetzt vor Preissteigerungen, so das Blatt (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Ein eigenes Bild vom Heizkraftwerk Moorburg konnten sich im Rahmen der zehnten langen Nacht der Industrie in Hamburg etwas 100 Besucher im Zuge einer Führung durch das Werk machen. Das Abendblatt berichtet von den Stationen der Tour durch alle relevanten Bereiche der Anlage und dem besseren Verständnis, das die Besucher nach Erläuterung der Details zur Energieversorgung in Hamburg der Notwendigkeit des Kraftwerks entgegenbrachten. Das Abendblatt weist darauf hin, dass Führungen durch das Heizkraftwerk Moorburg interessierten Gruppe ganzjährig offenstehen:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    In Wedel blieben die Partikelausstöße des dortigen Kraftwerks Dauerthema. Wie der NDR meldet, habe jetzt ein Gutachter attestiert, dass die Partikel dauerhafte Schäden an Fahrzeuglackierungen verursachen könnten. Es handele sich allerdings lediglich um Anhaftungen und z.B. nicht um Verätzungen. Das Kraftwerk sollte ursprünglich in Kürze stillgelegt werden, wird aber nun doch länger für die Fernwärmeversorgung des Hamburger Westens benötigt und dazu vom Betreiber Vattenfall durch Modernisierungsmaßnahmen ertüchtigt:

    >> NDR

    Der auch überregional beachtete Bürgerentscheid zum weiteren Betrieb des Kraftwerks München Nord ist entschieden. Die Mehrheit sprach sich für eine Abschaltung aus. Nach dem Entscheid muss nun die Bundesnetzagentur über weitere Schritte entscheiden. Von deren Prüfung hänge ab, ob der Meiler im Heizkraftwerk Nord tatsächlich stillgelegt werden darf. Die Grünen fordern, dass die SWM in Unterföhring ein Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk anstelle des Kohlemeilers errichten. Die Süddeutsche Zeitung fasst das Ergebnis des Bürgerentscheids und dessen Konsequenzen zusammen:

    >> SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Deutschlands größter Stromproduzent RWE habe die Krise gemeistert und sei wieder in der Gewinnzone, meldet das Handelsblatt. RWE könne „wieder angreifen“, wenn derzeit nicht in Berlin über die Zukunft seiner Kohlekraftwerke verhandelt würde. Ein beschleunigter Ausstieg aus der Kohle würde den Konzern besonders hart treffen:

    >> HANDELSBLATT

    Die Energiewende in Deutschland wird in der Bevölkerung kontrovers diskutiert – das sei das Ergebnis einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), über die die FAZ berichtet. Über den Ausstieg aus der Kernkraft herrsche dabei mehrheitlich Einvernehmen, etwas weniger deutlich auch zum Ausstieg der Kohle, kontrovers seien aber die Meinungen zu Wind- und Solarenergie und deren Standorten im Land. Bevorzugt würden Offshore-Standorte. Jeder zweite sei mit der Umsetzung der Energiewende unzufrieden, insbesondere sei diese „zu teuer“:

    >> FAZ

    In der Schlussphase der Jamaika-Sondierung zeichne sich laut SHZ noch keine Einigung beim Kernthema Klimaschutz ab. Ein Kompromissangebot der Union gehe den Grünen nicht weit genug. Die Unterhändler von CDU, CSU, FDP und Grünen streiten weiter darüber, wieviele Kohlekraftwerk-Blöcke abgeschaltet werden müssen, um die deutschen Klimaziele zu erreichen:

    >> SHZ

     

  • Presseschau vom 03.11.2017

    Mit den Plänen des grünen Hamburger Umweltsenators Kerstan für die künftige Fernwärmevorsorgung der Stadt beschäftigt sich ein ausführlicher Artikel der ZEIT. Die dort geschilderten Vorhaben, u.a. die Kohlekraftwerke in Wedel und Tiefstack abzuschalten und stattdessen die Fernwärmeversorgung der Hansestadt durch ein Mischkonzept zu ersetzen, nennt das Blatt eine „Revolution“. Plan sei, Abwärme der Industrie, in einem neuen Werk zur Wärmeerzeugung aus Müll und Biomasse erzeugte Wärme sowie unterirdische Speicherwärme zu nutzen, Pläne dafür lägen bereits im Detail vor. Der Beitrag schildert in jeweils separaten Statements die möglichen Auswirkungen dieses Konzepts für Verbraucher, Parteien und auch für das Heizkraftwerk Moorburg. Demnach wäre eine zukünftige Nutzung von Moorburg zur Wärmeversorgung Hamburgs unwahrscheinlicher geworden, da politisch nur schwer durchsetzbar und bei Erfolg der Pläne auch nicht erforderlich. Moorburg verbliebe die überregionale Rolle als Stromversorger, zumal das Kraftwerk Brokdorf in spätestens vier Jahren abgeschaltet würde. Gegen die Pläne von Senator Kerstan gäbe es allerdings auch Bedenken, insbesondere, was die Kosten, die Schrittfolge des Ausstiegs aus der Kohle und die Kooperation mit den Hamburger Industriebetrieben betrifft (Bezahlinhalt):

    >> ZEIT ONLINE

    Das Abendblatt berichtet nach Vorstellung der Pläne von Senator Kerstan ebenfalls ausführlich und beleuchtet die zukünftigen Optionen für das Heizkraftwerk Moorburg:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Die taz bezieht sich in ihrem Beitrag zum Thema auf den Artikel der ZEIT und dokumentiert die Bedenken von Umweltschützern gegen die Pläne. Zwar sei der Ausstieg aus der Kohle aus deren Sicht wünschenswert, man könne aber noch nicht abschätzen, ob die Alternativlösung gangbar sei und nicht doch zur Notwendigkeit der Auskopplung von Fernwärme aus Moorburg führen könne, um die Versorgung Hamburgs zu gewährleisten:

    >> TAZ

    Zur Zukunft des Kraftwerks in Wedel äußerte sich der Betreiber Vattenfall im Rahmen eines Pressegesprächs in Wedel. Man gehe, so zitiert die SHZ den Generalbevollmächtigten des Unternehmens, von einer Betriebsdauer mindestens bis 2021 aus. Jede alternative Lösung brauche einen ausreichenden Planungs- und Umsetzungsvorlauf von wenigstens 5 Jahren, innerhalb derer die Versorgung sichergestellt sein müsse. Ein neues Kraftwerk für Wedel sei allerdings keine Option mehr, lediglich die unter Denkmalschutz stehende Maschinenhalle werde eine Nachnutzung, u.U. als Wedeler Stadthalle, erfahren:

    >> SHZ

    Parallel zur Diskussion um die Zukunft der Hamburger Wärmeversorgung hat die Stadt in Umsetzung des Volksentscheids von 2013 das Preisermittlungsverfahren für die Kraftwerke Wedel und Tiefstack sowie das Fernwärmenetz in Gang gesetzt. Ziel des Verfahrens ist die vereinbarte Übernahme des Fernwärmenetzes bis zum Jahr 2019. Das Abendblatt fasst den Stand zusammen:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Auf Sparkurs bliebe der Betreiber des Heizkraftwerks Moorburg Vattenfall, ebenfalls laut Hamburger Abendblatt. Trotz zufriedenstellender Ergebnisse sei mit Personalabbau in Deutschland zu rechnen, u.a. wegen des zu erwartenden Rückkaufs der Fernwärmeleitungen in Hamburg:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Am 5. November wird in München über die seit Monaten diskutierte Abschaltung des Kohlekraftwerks Nord im Rahmen eines Bürgerentscheids entschieden. Die Stadtwerke München betreiben im Münchener Norden ein Steinkohlekraftwerk, in dem Strom und Wärme erzeugt werden. Block 2 (in den beiden anderen Blöcken wird Müll verbrannt) ging 1991 in Betrieb und galt wegen seiner Kraft-Wärme-Kopplung damals als besonders effizient und modern. Pro Jahr werden dort rund 800 000 Tonnen Steinkohle verfeuert. Ein Zusammenschluss von mehr als 50 Vereinen, Initiativen und Parteien fordert nun, die Anlage bis 2022 stillzulegen. Die Alternative im Falle einer Abschaltung wäre allerdings ebenfalls eine Versorgung Münchens aus fossilen Quellen, womit die Gegner der Abschaltung argumentieren. Die Süddeutsche Zeitung fasst zusammen:

    >> SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Den „Wahnsinn der Energiewende“ habe laut der WELT der Sturm „Herwart“ am vergangenen Wochenende offenbart. Erstmals seit 5 Jahren seien wegen des starken Windes die Strompreise ins Negative abgerutscht, so das Blatt. Für die Verbraucher ergäben sich dadurch allerdings nicht etwa günstigere sondern höhere Preise. Grund dafür sei die in solchen Fällen höhere EEG-Umlage, mit der der subventionierte und mit Abnahmegarantien abgesicherte Strompreis finanziert werde. Profitieren würden Abnehmer aus dem Ausland, die deutschen Strom günstig abnehmen und z.B. in Österreich zum Hochpumpen von Wasser in Speicherseen verwenden könnten:

    >> WELT

     

  • Presseschau vom 20.10.2017

    Ein Fehlschlag war eine Protestaktion von Greenpeace-Aktivisten, die mit einer Lichtprojektion einer „Jamaikaflagge“ an der Fassade des Heizkraftwerks Moorburg für einen Wechsel in der Energiepolitik demonstrieren wollten. Schon nach wenigen Minuten versagten die Projektoren, laut Hamburger Morgenpost wurde der Protest daraufhin mündlich formuliert. Die Situation blieb insgesamt friedlich:

    Mopo

    Ein geteiltes Ergebnis zeigt sich nach dem achtwöchigen Test eines unterirdischen Wärmespeichers, der auf dem Gelände des Hamburger Klärwerks Dradenau unternommen wurde: Laut BILD ging bei dem Versuch, bei dem erhitztes, salzhaltiges Grundwasser gespeichert wird, zwar weniger Wärme als angenommen verloren, die Speicher-Wärme müsse aber nochmals aufgeheizt werden, bevor sie in das Fernwärmenetz eingespeist werden könne. Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) sprach deshalb auch von „Neuland“ in der Hamburger Energiepolitik:

    Bild

    Der unterirdische Wärmespeicher ist ein Versuch, die aktuell aus dem Kraftwerk Wedel stammende Fernwärme nach dessen geplanter Abschaltung zu ersetzen. Laut Hamburger Abendblatt ist die Kapazität des jetzt getesteten Speichersystems aber deutlich geringer als die in Wedel produzierte Energie. Vorschläge, das Heizkraftwerk Moorburg über eine Trasse in die Fernwärmeversorgung der Hansestadt zu integrieren, scheiterten bislang an politischer Argumentation:

    Abendblatt

    Derweil wächst der Widerstand gegen das Kraftwerk Wedel. Die Wedeler Grünen stellen sich aktuell zusammen mit der dortigen Bürgerinitiative gegen den grünen Umweltminister Dr. Robert Habeck, der die Entscheidung über eine Betriebsstillegung zu treffen hätte. Eine alternative Lösung zur Versorgung des Hamburger Westens bieten sie allerdings nicht an:

    SHZ

    Keine Hoffnung auf sinkende Strompreise dürfen sich laut eines Beitrags der WELT deutsche Verbraucher in 2018 machen. Die sog. EEG-Umlage, die etwa 25% der Stromkosten ausmacht, sinke nur geringfügig, gleichzeitig habe sich aber der Ausbau der Stromnetze zu einem wesentlichen Kostentreiber der Energiewende entwickelt. Erneuerbare Energien würden auch weiterhin hoch subventioniert:

    WELT

    Im Vorfeld des für November geplanten Bürgerentscheids über die Zukunft des Münchener Kohlekraftwerks Nord nimmt die Diskussion an Schärfe zu. Laut SZ wird insbesondere diskutiert, ob für den Fall der Abschaltung des Kohlekraftwerks ein als Ersatz geplantes Gaskraftwerk überhaupt bis 2019 planungsrechtlich auf den Weg gebracht werden könne. Außerdem sei der Ersatz eines fossilen Energieträgers durch einen anderen, der dann eine Laufzeit von 30 Jahren beanspruchen könne, unter Umweltgesichtspunkten nicht sinnvoll:

    Süddeutsche

     

     

  • Presseschau vom 06.10.2017

    Die Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern ist in Hamburg im vergangenen Jahr um 20 Prozent gestiegen. Dabei erhöhte sich die Menge des aus Kohle erzeugten Stroms gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Millionen Megawattstunden (das ist fast exakt die Erhöhung der Stromproduktion im Heizkraftwerk Moorburg) auf 8,5 Millionen MWh, teilte das Statistikamt Nord mit. Grund hierfür sei laut Hamburger Abendblatt ein „schwaches Windjahr“. Insgesamt betrage der Anteil der Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern 94% der Gesamtproduktion.

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Mit dem Kohlekraftwerk des Chemieunternehmens Dow in Stade ist das vielleicht letzte Neubauprojekt für ein Steinkohlekraftwerk in Norddeutschland genehmigt worden, das OVG Lüneburg wies eine dagegen gerichtete Klage endgültig ab. Das Werk soll zukünftig das Unternehmen Dow, nach der Bundesbahn der größte Stromverbraucher Deutschlands, unabhängig von Drittversorgern machen. Technisch ist das geplante Kraftwerk in der Lage, neben Kohle auch Biomasse und Wasserstoff zu verfeuern. Durch Auskopplung von Dampf für die Dow-Fabriken erhöhe sich der Wirkungsgrad des Werks auf 60 Prozent. Gleichwohl regte sich Protest gegen den Neubau, den die taz dokumentiert:

    >> TAZ

    Auch der NDR beschäftigt sich mit der Thematik. Der Beitrag bietet neben einem ausführlichen Bericht auch einen Link zur TV-Berichterstattung zur Planung des Werks und dem jetzt ergangenen Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg:

    >> NDR

    Nicht nur ein neues Steinkohlekraftwerk, auch ein neuer Braunkohleblock wird derzeit in NRW geplant:

    >> RP ONLINE

    Die Stadtwerke Hannover haben ihr Kohlekraftwerk in Mehrum an das tschechische Unternehmen EPH verkauft. EPH ist in nur wenigen Jahren von einem lokalen Versorger in Tschechien zum siebtgrößten Stromproduzenten in Europa aufgestiegen. Die HAZ berichtet und vermutet, dass EPH mit dem Aufkauf zahlreicher Kraftwerke gerade in Deutschland auf ein Scheitern der Energiewende spekuliere, was dann aus Furcht vor Blackouts eine staatliche Preisgarantie für die Betreiber konventioneller Kraftwerke erbringen könnte:

    >> HANNOVERSCHE ALLGEMEINE 

    Die Frage nach der Energiepolitik einer möglichen Jamaika-Koalition im Bund stellt der Bayerische Rundfunk und fasst die zum Teil kontroversen Pläne von CDU, FDP und GRÜNEN zusammen:

    >> BR

    Einen ähnlichen Service bietet Antenne Niedersachsen zu den bevorstehenden Landtagswahlen in Niedersachsen und dokumentiert die energiepolitischen Programme der dort antretenden Parteien:

    >> ANTENNE NIEDERSACHSEN

    In unmittelbarer Nähe des Heizkraftwerks Moorburg entsteht aktuell die „Neue Bahnbrücke Kattwyk“, die die bisherige Straßen- und Eisenbahnbrücke entlasten soll. Das südliche Ende des Bauwerks grenzt unmittelbar an das Kraftwerksgelände. Vom aktuellen Status des als „Jahrhundertbauwerk“ gepriesenen Projekts berichtet das Magazin „Business People“:

    >> BUSINESS & PEOPLE

     

  • Presseschau vom 22.09.2017

    Das Orkantief „Sebastian“ hat deutsche Netzbetreiber unter Druck gesetzt. Aufgrund der hohen Stromproduktion durch Windkraft am Sturmtag fielen die Preise an den Strombörsen massiv, außerdem mussten die Leitungsnetze dem Druck angepasst und konventionelle Kraftwerke vom Netz genommen werden. Das Heizkraftwerk Moorburg war an diesem Tag mit beiden Blöcken außer Betrieb, da niedrige Strompreise und die Absicherung des Stromnetzes in Norddeutschland durch den Betrieb des KKW Brokdorf gesichert waren. Die Rheinische Post berichtete:

    >> RP ONLINE

    „Schnellstmöglich abschalten“ wolle der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck das Kohlekraftwerk in Wedel. Laut eines Beitrags des Hamburger Abendblatts seien Grund hierfür die wiederholten Ausstöße von Rußpartikeln, die dem Kraftwerk zugeschrieben würden, und die hohen CO2-Emissionen des Werks. Allerdings stehen der Forderung Sachzwänge entgegen: Die Ruß-Emissionen seien erwiesenermaßen nicht gesundheitsschädlich, so dass ein juristisches Verfahren keinen Erfolg verspricht. Vor allem aber müsse die Stadt Hamburg Ersatz für das Werk in Wedel schaffen, bevor es abgeschaltet werden könne. Die mögliche Einbindung des Heizkraftwerks Moorburg in die Fernwärmeversorgung der Stadt Hamburg scheitert bislang an politischen Erwägungen. Das Abendblatt schreibt:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Für die Abschaltung von Wedel protestierten einige Anwohner. Aus den Reihen der Vertreter der organisierenden Initiativen wurde dabei auch Kritik am Umweltminister Habeck laut. Die SHZ beschäftigt sich in ihrem Beitrag dazu mit der Problematik unterschiedlicher Länderzuständigkeiten, da das Werk in Schleswig-Holstein läge, aber im wesentlichen Hamburg beliefere:

    >> SHZ

    Auf den Ausstieg aus der konventionellen Stromproduktion bereite sich laut eines Artikels des Manager Magazins der Versorger EnBW vor. Man gehe davon aus, dass die Kohlekraftwerke „auf das politisch gewollte Ende zusteuern“, zitiert das Blatt einen Sprecher. Aktuell betreibt EnBW noch acht Kohlekraftwerke, zwei Kernkraftwerke sowie zwei Gaskraftwerke:

    >> MANAGER MAGAZIN

    Anders als Deutschland will Polen auch langfristig an Kohle als Energiequelle festhalten. Zwar werde versucht, das Beheizen von Wohnungen durch Kohle zu reduzieren bzw. Emissionen durch modernere Technik zu verringern, bei der Energiegewinnung plane das Land aber bis 2050 und darüber hinaus mit der Steinkohle. Der Deutschlandfunk hat die Geschichte:

    >> DEUTSCHLANDFUNK

    Das digitale Magazin „Krautreporter“ beschäftigt sich in einem erklärenden Artikel mit dem Status der Energiewende in Deutschland und bietet zahlreiche Links zu vertiefenden Quellen. Das Fazit des Beitrags lautet, dass zahlreiche Ziele der Energiepolitik nicht erreicht wurden und auch die Klimaschutzziele verfehlt wurden. Lediglich die Stromgewinnung aus Kernenergie werde zukünftig durch erneuerbare Energiequellen ersetzt, während das Volumen der Verstromung mit fossilen Brennstoffen gleich bleibe:

    >> KRAUTREPORTER

  • Presseschau vom 08.09.2017

    Klima- und Energiepolitik sind viel diskutierte Themenfelder und nehmen daher auch im Bundestagswahlkampf einen großen Raum ein. Der MDR hat sich mit den Standpunkten der Parteien beschäftigt und dabei insbesondere die Aspekte Kohlausstieg und Klimawandel angesehen:

    >> MDR

    Die NZZ am Sonntag sprach mit Benjamin Sporton, Chef der Weltkohlevereinigung.  Demnach sei Kohle in vielen Schwellenländern und in der Stahlproduktion unerlässlich, neue Techniken sollen sie in Zukunft klimafreundlich machen (Bezahlinhalt):

    >> NZZ AM SONNTAG

    Aufatmen im Kraftwerk Mehrum bei Braunschweig: das als unwirtschaftlich eingestufte Kohlekraftwerk Mehrum bleibt am Netz, der Betrieb sei durch den Verkauf an den tschechischen Energieversorger EPH gesichert:

    >> NEW38

    Umbruch in Finnland: das Land sei auf dem Weg in eine entkarbonisierte Zukunft, plane die Erhöhung der Kohlendioxidsteuern sowie die Einführung entsprechender Gesetze im Jahr 2018. Um die daraus resultierende Lücke in der Energieversorgung zu schließen, setze man fortan vermehrt auf Kernenergie, wie das Portal euractiv weiß:

    >> EURACTIV

     

  • Presseschau vom 25.08.2017

    Wie das Kieler Umweltministerium laut Hamburger Abendblatt mitteilte, haben die am Kraftwerk Wedel genommenen und untersuchten Proben der dortigen Partikelausstöße bestätigt, dass es sich um Absonderungen aus dem Kraftwerk handele. Für eine „Gegenprobe“ zum Zweck weiterer Untersuchengen werde nun das Kraftwerk heruntergefahren. Ob und welche zusätzlichen Maßnahmen und Untersuchungen erfolgen müssten, werde nach Auswertung dieser Ergebnisse entschieden, so das Blatt:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Zuvor hatte auch der NDR aus Wedel berichtet und die bisherigen Ereignisse zusammengefasst. Das alte Kohlekraftwerk Wedel versorgt den Hamburger Westen mit Fernwärme, soll aber möglichst bald abgeschaltet werden, sobald eine Versorgungsalternative gefunden ist:

    >> NDR

    Mit der kulturellen Nachnutzung alter Kraftwerksanlagen beschäftigt sich die WELT am Beispiel des stillgelegten Hamburger Kohlekraftwerks Bille. Ähnlich wie bereits bei Industriedenkmälern im Rhein- und Ruhrgebiet entstehe in Hammerbrook, aktuell über ein Kunstfestival, neuer Raum für die Kunst- und Kulturszene der Stadt. Die ehemalige Kohlekraftanlage steht heute unter Denkmalschutz:

    >> WELT

    Die Dattelner Morgenpost besuchte die Baustelle des modernen Steinkohlekraftwerks Datteln 4. Vor 10 Jahren erfolgte dort der erste Spatenstich, jetzt werde mit Hochdruck an der Fertigstellung gearbeitet, damit wie geplant ab 2018 Strom produziert werden kann (Bezahlinhalt):

    >> DATTELNER MORGENPOST 

    Einen „Wahlcheck“ mit Blick auf die Energiepolitik bietet die Münchner Abendzeitung an. Das Blatt dokumentiert die energiepolitischen Zielsetzungen der für die Bundestagswahl kandidierenden Parteien und resümiert vorab, dass die ambitioniert geplante Energiewende stocken würde:

    >> ABENDZEITUNG MÜNCHEN

    Zur Gewaltfreiheit bei geplanten Demonstrationen gegen Kohlekraftwerke des Betreibers RWE rufen die Auszubildenden des Konzerns auf. Wie die Rheinische Post berichtet, wendet sich die Gesamt-Jugend-und Auszubildenden-Vertretung (GJAV) von RWE Power an die Demonstranten und Kohlegegner des aktuellen Klimacamps. Mit dem Schriftzug „Wir bringen Licht ins Dunkel. Gewalt stoppen. Perspektive sichern“, werde das Kohlekraftwerk Neurath beleuchtet:

    >> RHEINISCHE POST

  • Presseschau vom 11.08.2017

    Erneut ist es am Kraftwerk Wedel zum Ausstoß von Aschepartikeln gekommen. Mitarbeiter des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume haben die Verschmutzungen umgehend in Augenschein genommen und mit der Prüfung begonnen, ob das Kraftwerk für den Ausstoß verantwortlich sei, so das Hamburger Abendblatt. Da sich der Block 2 des Werks, den man bislang für den Ausstoß von Asche ursächlich sah, gegenwärtig abgeschaltet in Revision befindet, stelle sich die Frage, ob die Emissionen aus Block 1 oder von anderen Verursachern stammen:

    >> ABENDBLATT

    Das im Februar wegen rostiger Brennstäbe vom Netz genommene Kernkraftwerk Brokdorf darf wieder hochgefahren werden. Die Atomaufsicht des Landes Schleswig-Holstein hat die Zustimmung dazu erteilt. Allerdings gelten Beschränkungen. So wird die Leistung des AKW zunächst auf 88 Prozent reduziert. Später darf sie maximal 95 Prozent erreichen. Voraussetzung dafür ist, dass die mittlere Kühlmitteltemperatur abgesenkt wird. Das Heizkraftwerk Moorburg hat während des Stillstands des KKW Brokdorfs dessen Leistung zu hohen Teilen kompensiert:Die Lübecker Nachrichten schreiben dazu:

    >> LN ONLINE

    In München soll voraussichtlich am 5. November ein Bürgerentscheid über die mögliche Abschaltung des Kohleblocks im dortigen Kraftwerk Nord stattfinden. Der anstehende Bürgerentscheid „Raus aus der Steinkohle“ sei zwar zulässig, so die Süddeutsche Zeitung, könnte aber ohne jede Folge verpuffen. Zu diesem Schluss käme die Rechtsabteilung des städtischen Direktoriums. Denn nach dem Energiewirtschaftsgesetz dürften systemrelevante Kraftwerke nicht einfach stillgelegt werden. Selbst ein überwältigendes Ja der Münchner könnte demnach von den Bundesbehörden kassiert werden. Der Kohleblock des Heizkraftwerks München-Nord bliebe dann trotzdem am Netz:

    >> SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Ebenfalls in der Süddeutschen Zeitung beschäftigt sich ein Kommentar mit dem Bürgerentscheid. Der Autor hält die Thematik für zu komplex, um im Rahmen einer schlichten Entscheidung zwischen „ja“ oder „nein“ entschieden zu werden. Stattdessen bestehe die Gefahr, eine unseriöse und letztlich nicht umsetzbare Entscheidung zu treffen:

    >> SÜDDEUTCHE ZEITUNG

    Das Handelsblatt berichtet über die Bilanzpressekonferenz des Energieversorger Eon und nimmt dies zum Anlass, die größten deutschen und internationalen Energieversorger aufzulisten und kurz zu erläutern:

    >> HANDELSBLATT

    Eine Zwischenbilanz der Energiewende zieht SPIEGEL ONLINE und erläutert detailliert den Strommix in Deutschland nach Gewinnungsarten. Das Fazit des Artikels ist durchwachsen: Zwar sei es gelungen, die Versorgung mit erneuerbaren Energien deutlich zu forcieren, allerdings hätte dies weit weniger Auswirkungen auf die Klimabilanz, da die erneuerbaren Energien im wesentlichen Strom aus Kernkraftwerken ersetzten, während die Erzeugung insbesondere durch besonders klimaschädliche Braunkohle nur geringfügig zurückgegangen sei:

    >> SPIEGEL 

    Auch das ZDF beschäftigt sich mit der Energiewende. Der Beitrag auf heute.de beschäftigt sich insbesondere mit dem Strukturwandel, den der Wechsel von zentralen Erzeugungsanlagen hin zu dezentralen Einheiten mit sich bringen werde. Verlinkt ist eine 40-minütige Filmdokumentation, in der zur Frage, ob die Energiewende realistisch zu schaffen sei, zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft zu Wort kommen:

    >> HEUTE.DE

     

  • Presseschau vom 28.07.2017
    Die Stadt Hamburg kauft das Gasnetz der Stadt zum 1. Januar 2018 vollständig zurück. Das hat laut NDR der Senat beschlossen. Damit werde der Volksentscheid vom September 2013 weiter umgesetzt. Hamburg kauft 74,9 Prozent vom bisherigen Mehrheitsgesellschafter E.ON für den festgelegten Kaufpreis von 275 Millionen Euro und hält damit 100 Prozent der Anteile an der Hamburg Netz GmbH. Noch ausstehend ist die ebenfalls im Rahmen des Volksentscheides beschlossene Übernahme des Fernwärmenetzes. Diese wird u.a. von der Entscheidung über die Zukunft des Kraftwerks in Wedel abhängen, für das aktuell alternative Lösungen zur Fernwärmeversorgung des Hamburger Westens gesucht werden. Eine denkbare Einbindung des Heizkraftwerks Moorburg wird dabei von Interessenverbänden aus ideologischen Gründen weiterhin abgelehnt:
    >> NDR  
    Der Grund für die Oxidation an Brennstäben im Kernkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg), die zu einer Abschaltung des Werks geführt hatten, ist laut eines Berichts des NDR gefunden. Im Februar hatten Experten die auffälligen Korrosionsschichten festgestellt. Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) gab nun bekannt, dass ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren zu der starken Korrosion geführt habe. Erhöhte Leistung und das ständige Hoch- und Runterfahren hätten die Oxidation verstärkt. Das KKW an der Unterelbe darf jetzt nur noch mit gedrosselter Leistung wieder ans Netz. Die Atomaufsicht hat der Beladung eines neuen Reaktorkerns zugestimmt. Damit sei aber noch nicht automatisch die Zustimmung zum Wiederanfahren verbunden. Das Heizkraftwerk Moorburg hat während des Stillstands des KKW Brokdorfs dessen Leistung zu hohen Teilen kompensiert:
    >> NDR
    Mit der Herkunft der Kohle, die in deutschen Kohlekraftwerken verfeuert wird, beschäftigt sich ein Beitrag der Wirtschaftswoche. Demnach werde auch aufgrund der Zechenschließungen in Deutschland mit steigender Tendenz Kohle aus dem Ausland importiert. Deutschland sei die größte Importnation für Steinkohle in Europa. Zwar erwarte man in Zukunft rückläufige Importzahlen, dies sei nach Auffassung des Thinktanks Agora Energiewende aber vom endgültigen Ausstiegs Deutschlands aus der Braunkohle und der Entwicklung der Gaspreise abhängig:
    >> WIWO
    Mit einem „staatlich verordneten Etikettenschwindel“ in der Energieversorgung beschäftigt sich die Hannoversche Allgemeine. Da in Deutschland mehr Energiekunden „grüne“ Energie beziehen möchten, als die heimischen Windkraft- Solar- und Biostromanlagen zertifiziert liefern können, würden viele Versorger über ein norwegisches Testat konventionell erzeugten Strom zu Ökostrom umdeklarieren. So werde das ursprünglich zur Förderung erneuerbarer Energien gedachte Zertifikate-System ad absurdum geführt: 
    >> HAZ
    Mit den Wahlprogrammen der Parteien, insbesondere von CDU und SPD, in Bezug auf die Braunkohle in Deutschland beschäftigt sich die Süddeutsche Zeitung. Das Blatt wertet das Bekenntnis der CDU zum Ausstieg aus der Braunkohle als primär politisches Manöver und attestiert der SPD dagegen eine zunehmend kohlefreundliche Politik, insbesondere auf Länderebene. Alle Parteien, so das Blatt, würden sich aber in den kommenden Jahren an den harten Zahlen der vereinbarten Klimaziele messen lassen müssen:
  • Presseschau vom 14.07.2017

    Für Empörung unter den Anwohnern des Kraftwerks Wedel sorgen laut Hamburger Abendblatt Pläne der Umweltbehörde. Dort lasse man gegenwärtig drei neue Kraftwerkskonzepte für den alten Standort prüfen, darunter für ein neuartiges Strohkraftwerk. Seitens der Anwohner befürchtet man fortgesetzte Lärmbelästigung, u.a. durch die Anlieferung von Brennmaterial. Für den Bau einer ebenfalls diskutierten Großwärmepumpe gäbe es mit Dradenau auch einen alternativen Standort. Allerdings befürchten hier einige Umweltverbände, dies könne den Weg zu einer Anbindung des Heizkraftwerks Moorburg an die Fernwärmeversorgung ebnen, was aus politischen Gründen bekämpft wird:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Beim wohl letzten neu gebauten Kohlekraftwerk Deutschlands in Datteln (Kreis Recklinghausen) werden laut des Lokalblatts Die Glocke die Vorbereitungen für die Aufnahme des Betriebs immer konkreter. Zum ersten Mal wurde Kohle für das Kraftwerk am Rande des Ruhrgebiets geliefert. Die Aufnahme des Betriebs des Werks ist nach Durchführung verschiedener Tests, u.a. der Förderbänder, für den Herbst geplant:

    >> DIE GLOCKE ONLINE

    Von großen Verlusten beim Betrieb des Trainel Kraftwerks berichtet der WDR. Hauptgrund für die Verluste seien die niedrigen Strompreise und das Kohlekraftwerk in Lünen, so das Unternehmen. Die Millionen-Verluste der Stadtwerke-Gesellschaft belaste nicht nur die Dachgesellschaft Trainel, sondern auch die beteiligten Stadtwerke Lünen und Hamm:

    >> WDR

    Innerhalb „einer Generation“ wolle der Energieversorger Vattenfall, der auch das Heizkraftwerk Moorburg betreibt, auf eine klimaneutrale Energienutzung umsteigen, zitiert der Branchendienst Heise den Konzernchef Magnus Hall, der auch gesellschaftliche Verantwortung als Motiv für diese Strategie nennt. Dabei setzt der Konzern auf erneuerbare Energien, Offshore-Windenergie und jedenfalls in Schweden auch auf Kernkraft:

    >> HEISE ONLINE

    In Frankreich wolle man laut des französischen Staatsministers für Umwelt, Klimawandel und Energiewende bis 2022 keinen Strom mehr aus Kohlekraftwerken beziehen. Laut taz macht der Anteil der Kohle aktuell allerdings ohnehin nur noch 5% des Energieverbrauchs in Frankreich aus, im ganzen Land laufen nur noch vier Werke. Frankreich hat allerdings einen besonders hohen Anteil an Kernenergie im Energiemix:

    >> TAZ

     

  • Presseschau vom 30.06.2017

    Die diskutierten Pläne zum möglichen Bau einer Fernwärmeleitung unter der Elbe sorgen für kontroverse Diskussionen. Laut Hamburger Abendblatt (Bezahlinhalt), soll zwischen der südelbischen Müllverbrennungsanlage Rugenberger Damm und dem Einspeisepunkt an der Trabrennbahn in Bahrenfeld eine neue Fernwärmeleitung gebaut werden, mit der der Hamburger Westen versorgt und ein Ersatz für das Kraftwerk in Wedel geschaffen werden könne. Dieses Szenario wird auch vom Hamburger Umweltsenator Kerstan (GRÜNE) favorisiert. Kritiker befürchten, mit dem Bau der Fernwärmetrasse könnten auch die Voraussetzungen für eine spätere Anbindung des Heizkraftwerks Moorburg ans Fernwärmenetz der Hansestadt geschaffen werden, was primär aus ideologischen Gründen verhindert werden müsse:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Auch die WELT beschäftigt sich mit dem Thema. Das Blatt stellt die Frage, wem eine Wärmetrasse unter der Elbe nutzen würde, und lässt den energiepolitischen Sprecher der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft zu Wort kommen. Dieser betont, dass das Heizkraftwerk Moorburg die benötigte Wärme für hunderttausende Haushalte in Hamburg liefern könne und dies den Wirkungsgrad des Kraftwerks noch deutlich erhöhen könne, was zusammen mit einer Abschaltung des alten Kraftwerks in Wedel die Klimabilanz Hamburgs deutlich verbessern würde:

    >> WELT

    Die alternativen Pläne für eine nachhaltige Fernwärmeversorgung Hamburgs beschäftigen die taz. Das Blatt sieht ein Paradoxon darin, dass die Idee, industrielle Abwärme im damit erhitzten Grundwasser zu speichern, der geplanten Fernwärmeversorgung aus erneuerbaren Quellen zuwider laufen könne. Verhalten kommentiert die taz den Verzicht der Koalitionspartner auf die Auskopplung von Wärme aus dem Heizkraftwerk Moorburg im Koalitionsvertrag – diese könne die Effizienz und Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks erhöhen und jetzt ungenutzte Abwärme nutzbar machen:

    >> TAZ

    Kompromisslos gegen die Nutzung von Kohle zur Energiegewinnung haben sich die GRÜNEN auf ihrem Bundesparteitag in Berlin ausgesprochen. Bis 2030, so berichtet das ZDF in „heute“, wolle man komplett aus der Kohleenergie aussteigen. Über Alternativen findet sich in den Beschlüssen keine Aussage:

    >> ZDF HEUTE

    International wird wieder mehr Steinkohle gefördert. Nach einem Bericht der Wirtschaftswoche habe die Förderung in China und den USA, aber auch in Indien in den vergangenen Monaten wieder deutlich zugelegt. Gründe hierfür seien z.B. besonders hoher Energiebedarf (Indien), der über andere Energieträger nicht befriedigt werden könne, oder ein Anstieg der Preise für Erdgas (USA). Kritiker warnen vor den Auswirkungen auf das Klima:

    >> WIWO

  • Presseschau vom 16.06.2017

    Nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) gegen die Freie und Hansestadt Hamburg zur Rechtmäßigkeit der wasserrechtlichen Erlaubnis des Kraftwerks Moorburg beschäftigt sich die Welt mit den Konsequenzen der Entscheidung und beantwortet die wesentlichen Fragen. Dabei schildert das Blatt u.a. auch die besonderen technischen Eigenschaften des Kraftwerks, die Hintergründe zum in dieser Form gebauten Kühlturm und die gewachsene Bedeutung des Werks angesichts des aktuellen Stillstands des Kernkraftwerks Brokdorf:

    >> WELT

    Umweltaktivisten haben aus Protest gegen das Kohlekraftwerk Moorburg im Hamburger Hafen eine Brücke blockiert und für Beeinträchtigungen im Schiffsverkehr gesorgt. Zwei Aktivisten seilten sich von der Kattwykbrücke ab, sodass die Hubbrücke nach Angaben einer Sprecherin der Gruppe Gegenstrom Hamburg nicht hochgezogen werden konnte. So war die Passage für große Schiffe nicht befahrbar. Das Hamburger Abendblatt berichtete:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Aktuell aus Brokdorf berichtet der Weser Kurier. Dort ist das Kernkraftwerk weiterhin abgeschaltet, nachdem im Frühjahr Rostbefall auf Brennstäben entdeckt wurde. Das vom Betreiber vorgelegte Gutachten zum Schaden befände sich weiterhin in der Prüfung durch die zuständige Aufsichtsbehörde; in der Zwischenzeit falle für den Betreiber täglich ein geschätzter Verlust von bis zu einer Million Euro pro Tag an. Ob Brokdorf überhaupt wieder ans Netz gehen werde, lässt das Blatt offen. Brokdorf lieferte einen wesentlichen Teil der Energie für Hamburg, was aktuell besonders vom Kraftwerk Moorburg kompensiert wird:

    >> WESER KURIER

    Aus Wedel berichtet das Hamburger Abendblatt. Dort könnte in der Ratssitzung am 29.06. eine von allen Ratsfraktionen getragene Resolution eingebracht werden, mit der die Freie und Hansestadt Hamburg aufgefordert werden soll, das alte Kohlekraftwerk Wedel nur noch in der Heizperiode und nicht ganzjährig zur Stromerzeugung zu nutzen. Parallel solle „schnellstmöglich“ ein Ersatz für das Kraftwerk realisiert werden“, und dies „auch unter Nutzung der bereits vorhandenen Fernwärmeanlagen in Hamburg“, zitiert das Blatt:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Der Start des „wohl letzten Kohlekraftwerksneubaus in Deutschland“ steht einem Bericht des WDR zufolge in Datteln bevor. Aktuell werde der Kessel des 1.100-Megawatt-Großkraftwerks mit Ölbrennern von außen erhitzt, um den Stahl zu entspannen. Für den Herbst sei die Aufnahme des Probebetriebs geplant:

    >> WDR

    Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, mit der die von 2011 bis 2016 erhobene Kernbrennelementesteuer von den Konzernen erhoben wurde, die neben Kohlekraftwerken noch aktive Kernkraftwerke betrieben haben, war als beherrschendes energiepolitisches Thema Gegenstand umfangreicher Berichterstattung in vielen Medien. Einen Überblick über die Hintergründe der Entscheidung liefert die Tagesschau:

    >> TAGESSCHAU

    Eine Übersicht zu Pressestimmen zur Entscheidung bietet FOCUS:

    >> FOCUS

    Ein Beitrag der FAZ beschäftigt sich mit der zunehmenden Bedeutung fossiler Kraftwerke zur Sicherung der Netzstabilität und Versorgung. Das deutsche Stromnetz, so das Blatt, befände sich in einem „besorgniserregenden“ Zustand, der Ausbau komme nur schleppend voran und es käme zu regelmäßigen Störungen. Zitiert wird ein Sprecher des Energieversorgers Amprion, der die Situation als 2am Limit“ bezeichnet:

    >> FAZ

    Einigkeit über die zukünftige Regierungskoalition in Schleswig-Holstein meldet der Deutschlandfunk. Demnach sei der Weg frei für das sog. Jamaika-Bündnis aus CDU, FDP und GRÜNE:

    >> DEUTSCHLANDFUNK

    Bereits zuvor hatte das Hamburger Abendblatt über die künftige Ressortverteilung im Kabinett des neuen Ministerpräsidenten Daniel Günther berichtet. Dabei werde das für die Energiewirtschaft zuständige Ministerium MELUR auch weiterhin durch Dr. Robert Habeck (GRÜNE) geführt werden. Die schleswig-holsteinische Landespolitik ist auch von Relevanz für Hamburg, u.a. da das Hamburg versorgende Kraftwerk in Wedel und damit in Schleswig-Holstein liegt:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

     

  • Presseschau vom 02.06.2017

    Das Heizkraftwerk Moorburg sorgt für positive Zahlen für den Hamburger Hafen. Dank des gestiegenen Umsatzes mit Kohle, so Ingo Egloff, Geschäftsführer von Hafen Hamburg Marketing in der WELT, sei der Umschlag im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das Kraftwerk laufe auf Volllast, zusammen mit umgeschlagener Kohle für das Stahlwerk Salzgitter, dass ebenfalls über Hamburg versorgt wird, wirke sich dies positiv aus:

    >> WELT

    Zur Umsetzung des EuGH-Urteiles vom 26. April 2017 durch die Stadt Hamburg berichtet die WELT. Das Gericht hatte verfahrensrechtliche Fehler im Zeitpunkt der Erteilung der sog. wasserrechtlichen Erlaubnis im Jahr 2008 gerügt. Die Stadt hat nun darauf reagiert und die Nutzung von Elbwasser zu Zwecken der Durchlaufkühlung untersagt. Das Heizkraftwerk Moorburg wird jetzt über den Kühlturm betrieben:

    >> WELT

    Bilanz zweier Regierungsjahre unter der rot-grünen Regierung in Hamburg zieht das Hamburger Abendblatt und beleuchtet dabei auch den Status der Energiepolitik. Diese sieht das Blatt kritisch: Von einer ökologisch-sozialen Wärmepolitik, wie im Koalitionsvertrag angekündigt, sei wenig zu sehen. Obwohl vereinbart wurde, dass kohlebefeuerte Erzeugungsanlagen nicht an das Fernwärmenetz angeschlossen werden sollen, gäbe es auch im rot-grünen Regierungslager einige Stimmen, die das Kohlekraftwerk Moorburg und die sinnvolle Nutzung der dort anfallenden Wärme wieder ins Spiel bringen wollen:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Nach dem Volksentscheid zur Rekommunalisierung der Energienetze in Hamburg wurde zur Überwachung dessen Umsetzung ein Beirat gebildet, der sich aus Mitgliedern unterschiedlicher Interessengruppen zusammensetzt, darunter die Initiatoren des Volksentscheids. An der Arbeit dieses Beirats wird jetzt Kritik laut, so die WELT. Vertreter von CDU und FDP sehen in dem Beirat lediglich eine „politische Belohnung“ für die Initiatoren. Bemängelt wird vor allem die mangelnde Fachkenntnis vieler Mitglieder. Dabei sei der Beirat gerade bei der anstehenden Entscheidung zur Zukunft des Kraftwerks in Wedel wichtig:

    >> WELT

    Das seitens der Befürworter des Volksentscheids und entsprechender Aktivisten das Thema „Moorburg-Trasse“ weiterhin ein besonders emotional belegtes Symbol ist, zeigt die Berichterstattung der Agentur „Nonstop News“ zu entsprechenden Protestaktionen am Hamburger Rathaus. Dort wurden Plakate mit Protestparolen aufgehängt:

    >> NONSTOPNEWS

    Die WAZ beschäftigt sich mit den Zukunftsplänen von Vattenfall in Deutschland und zitiert ausführlich Deutschland-Chef Tuomo Hatakka zu den kommenden Schwerpunkten der Strategie des Unternehmens. Dabei geht der Manager auch auf die Situation des Heizkraftwerkes Moorburg ein. Dessen Betrieb erwirtschafte trotz widriger Marktbedingungen einen positiven Cash-Flow, es sei aber auch klar, dass Moorburg „keine gute Investition“ für Vattenfall sein werde, da auch in Zukunft ein Überangebot an Strom zu befürchten sei. Die moderne Anlage liefere aber in jedem Fall einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Norddeutschland:

    >> WAZ

    Endgültig beendet ist die Braunkohleverbrennung im Berliner Heizkraftwerk Klingenberg: Das dortige Kraftwerk, seit 1926 in Betrieb, ist stillgelegt worden. Wie die Berliner Zeitung berichtet, waren sich bei der begleitenden Gedenkveranstaltung Vertreter des Betreibers Vattenfall wie auch politische Vertreter des Landes Berlin, darunter der regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) einig, dass es sich bei der Schließung um einen „Meilenstein“ und „Beginn einer neuen Ära“ der Energieerzeugung in Berlin handeln würde. Vattenfall setzt mit der Schließung eine 2009 mit Berlin vereinbarte Klimaschutzvereinbarung um:

    >> BERLINER ZEITUNG

    Im Interview mit der WAZ erläutert der Chef des Versorgers Uniper die Situation und Pläne seines Unternehmens, auch im Lichte der Ergebnisse der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, und trifft Aussagen zur Zukunft der Steinkohlekraftwerke in NRW sowie deren genereller Nutzung im Zuge der Energiewende. Am Beispiel des Werkes Datteln 4, dem er eine Laufzeitkapazität von bis zu 50 Jahren voraussagt, schildert der Manager, wie sich ein solches Werk in die klimapolitischen Ziele einordnen kann:

    >> WAZ

  • Presseschau vom 19. Mai 2017

    Aus einer Studie, über die Euractiv und Reuters berichten, gehe hervor, dass striktere Emissionsgrenzen in der EU zu teuren Nachrüstungen oder auch Schließungen von rund einem Drittel der europäischen Kohlekraftwerke führen können. Die europäische Kohleenergie habe bereits jetzt Probleme, konkurrenzfähig zu bleiben. Gründe dafür seien niedrige Groβhandelspreise für Energie, schwache Nachfrage und das fortlaufende Wachstum der Erneuerbaren Energien. Letztes Jahr wurden bereits Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 10 Gigawatt geschlossen, und mehrere europäische Regierungen planten, bis 2030 komplett aus der Kohle auszusteigen:

    >> EURACTIV

    Am Beispiel des Großkraftwerks Mannheim beschäftigt sich die Rhein-Neckar-Zeitung mit den Kosten der Energieproduktion. Die aktuellen Großhandelspreise seien verantwortlich dafür, dass selbst intensiv produzierende Werke wie das Werk in Mannheim nicht kostendeckend arbeiten. Die Großhandelspreise entwickeln sich in Abhängigkeit von der vorhandenen Angebotsmenge, wenn wie gegenwärtig der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstromverbrauch in Deutschland bei 53% läge, würde damit theoretisch der gesamte Bedarf abgedeckt werden können. Allerdings sei das nicht immer der Fall: Bei einer „Dunkelflaute“ wie sie z.B. im Januar vorkam, würden Kohlekraftwerke als Reserve einspringen können und müssen dann auch profitabel produzieren:

    >> RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

    Die Frankfurter Rundschau beschäftigt sich mit dem Ergebnis der Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen und deren Konsequenzen für die Energiepolitik dieser Länder. Das Blatt befürchtet bei den erwarteten Regierungskoalitionen in beiden Ländern die Fortsetzung einer „Pro-Kohle-Politik“ und eine Verlangsamung der Energiewende, dokumentiert jedoch auch Sachargumente für eine solche Richtung:

    >> FRANKFURTER RUNDSCHAU

    Den Blick nach Großbritannien richtet die Süddeutsche Zeitung. Dort sei im April erstmals seit 1882 24 Stunden lang kein Strom aus Kohleverstromung genutzt worden, da im fraglichen Zeitraum geringer Bedarf geherrscht hätte und ausreichend Windenergie verfügbar gewesen sei. Die dortige konservative Regierung fördere auch auf Basis solcher Ereignisse die Abschaltung aller Kohlekraftwerke, allerdings zu Gunsten der Nutzung von Kernkraft, die ausgebaut werden solle:

    >> SÜDDEUTSCHE

  • Presseschau vom 05.05.2017

    Am 26.04.2017 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass die Stadt Hamburg bei der Genehmigung des Kraftwerks Moorburg „keine korrekte und vollständige Verträglichkeitsprüfung durchgeführt“ habe. Dennoch werde der Kraftwerksbetrieb ohne Unterbrechung weitergehen, da das Heizkraftwerk Moorburg auch mit seinem Hybridkühlturm betrieben werden kann. Mehr Hintergründe und Informationen zu diesem Thema finden Sie zum Beispiel in diesem Artikel des Hamburger Abendblatts:

    >> ABENDBLATT

    Auch die SHZ beschäftigt sich mit dem Thema und legt besonderes Augenmerk auf die Relevanz der durch das Urteil für nötig befundenen, zusätzlichen Umweltschutzauflagen. Das Urteil bewerte die Lage zum Zeitpunkt der Genehmigung 2008. Mittlerweile habe sich aber herausgestellt, dass nur wenige Fische der Kühlung des Kraftwerks zum Opfer gefallen seien. Im ersten Betriebsjahr bis März 2016 seien es weniger als 100 Exemplare der geschützten Arten. Dagegen war die Fischtreppe in Geesthacht ein voller Erfolg, der allein 34.000 der geschützten Fische den Aufstieg ermöglichte und dazu zwei Millionen weiteren. Die Fischfauna habe erheblich profitiert, hieße es auch vom Betreiber des Werks:

    >> SHZ

    In einem Kommentar beschäftigt sich der NDR mit dem Urteil aus Brüssel und kommt zu dem Ergebnis, der Ausgang des Verfahrens sei „doppelt bitter“. Für die von Grünen geführte Umweltbehörde sei die Genehmigung durch eine grüne Umweltsenatorin eine „Ironie des Schicksals“, für die Betreiber des Kraftwerks die Behandlung durch die Behörde eine „finale Demütigung“. Der Beitrag geht auch auf das Ausbleiben der ursprünglich geplanten Fernwärmeleitung unter der Elbe ein: Jetzt werde Wärme, die bei der Stromerzeugung anfalle, sinnlos „in die Luft gepustet“:

    >> NDR

    Ein Videobeitrag aus Sicht des lokalen TV-Senders Hamburg 1 zum Thema findet sich hier:

    >> HAMBURG1

    Aus juristischer Sicht befasst sich die Fachpublikation Juve mit dem Urteil zum Kraftwerk Moorburg. Der Verfasser übt deutliche Kritik an der Bestimmtheit des Urteilsspruches: Für den Betrieb mit Elbwasser sei eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen. Dies dürfte aus Sicht des Blattes nicht unproblematisch sein, denn das Urteil werfe laut Fachleuten zwei wesentliche Fragen rund um die zukünftige naturschutzrechtliche Prüfung von Infrastrukturprojekten auf. Sie betreffen die vorgesehene Möglichkeit der Schadensbegrenzung durch Ausgleichsmaßnahmen sowie die kumulative Prüfung von bestehenden Anlagen als Vor- und nicht als Zusatzbelastung:

    >> JUVE

    Vor der anstehenden Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 07.05. lässt das Hamburger Abendblatt die Kandidaten des Wahlkreises 23, zu dem auch die Stadt Wedel gehört, u.a. Stellung nehmen zur Zukunft des Kohlekraftwerks in Wedel und mögliche Auswirkungen auf das Kraftwerk Moorburg. Der Vertreter der Partei Die Linke vertritt dabei die Auffassung, die Bevölkerung lege generell auf alte Verbrennungsanlagen keinen Wert, es ständen neue technische Möglichkeiten zur Verfügung, die er aber nicht spezifiziert. Ähnlich der Repräsentant der GRÜNEN, der das Thema als Hamburger Problem definiert, so das man in Wedel selbst nicht zuständig sei. Der SPD-Vertreter fordert die Abschaltung von Wedel, man könne aber das Kraftwerk nicht durch das Kraftwerk Moorburg ersetzen, da dies im Widerspruch zum Volksentscheid zur Rekommunalisierung der Energienetze stände. Anders argumentiert die Kandidatin der CDU: Wedel solle stillgelegt werden, es könne aber nicht sein, das in Moorburg Überschusswärme produziert werde, die lediglich aus ideologischen Gründen nicht genutzt würde:

    >> ABENDBLATT

    Drei Parteien – SPD, Grüne und Linke – fordern zum Kraftwerk Wedel im Entwurf einer Resolution die Nutzung des Werks ab 2019 deutlich einzuschränken. Alternative Konzepte finden sich dazu allerdings nicht. Die Petitionssteller schlössen aber die Möglichkeit der Umsetzung der sog. „Moorburgtrasse“ aus, das Planungsverfahren sei zu langwierig und das Vorhaben politisch nicht durchsetzbar, so das Hamburger Abendblatt:

    >> ABENDBLATT

    NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) will in den kommenden drei Jahren zehn Kohlekraftwerke in Nordrhein-Westfalen vom Netz nehmen, insgesamt stehen 20 Werke bundesweit zur Disposition. Das sieht eine „Düsseldorfer Erklärung“ vor, die am Samstag von den vier grünen Umweltministern von Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und NRW veröffentlicht wurde. Darin wird ein Ausstieg aus der Kohleverstromung gefordert. RP Online berichtet über die darauf ausgebrochenen Diskussionen insbesondere in der nordrhein-westfälischen Landesregierung:

    >> RP ONLINE

    Am letzten April-Wochenende seien in Deutschland laut Focus unter Berufung auf die Denkfabrik Aurora Energiewende so wenige Kohlekraftwerke wie noch nie in der jüngeren Geschichte am Netz gewesen. Zeitgleich seien aufgrund negativer Preise an den Strombörsen Verluste bei der verbleibenden Produktion der Kraftwerke angefallen:

    >> FOCUS ONLINE

    Hierzu eine Anmerkung seitens des Heizkraftwerks Mooburg: Am Samstag, den 29.04. war das Heizkraftwerk Moorburg fast durchgehend mit Volllast in Betrieb und war dabei wegen seines hohen Wirkungsgrades auch profitabel, am Sonntag, den 30.04. war das Heizkraftwerk Moorburg dagegen wegen der sehr niedrigen Strompreise und der hohen Windeinspeisung nicht am Netz.

  • Presseschau vom 21.04.2017

    Über das dortige Uniper-Steinkohlekraftwerk berichtet die Wilhelmshavener Zeitung. Das 1976 in Betrieb genommene Werk, eines der leistungsstärksten in Deutschland, stehe seit einigen Wochen still, da der Bedarf an Strom gerade durch die Energie aus regenerativen Energien gedeckt sei. Geplant sei, das Werk 2021 zu schließen, dessen Leiter sieht aber insbesondere in Hinblick auf die Versorgungssicherheit und die dort tätigen 120 Mitarbeiter gute Gründe für einen längeren Betrieb, sofern „die richtigen Rahmenbedingungen“ geschaffen würden:

    >> WZ ONLINE

    In Wedel verzögert sich der Beginn der dort geplanten Schadstoffmessungen am Kraftwerk. Laut Hamburger Abendblatt sei der Aufbau von vier Messstationen auf einen Zeitpunkt „nach Ostern“ verschoben worden. Da dies nahe an einen Zeitpunkt rücke, zu dem der zu messende Block 2 wegen Wartungsarbeiten runtergefahren werden solle, regt sich Unmut bei der Bürgerinitiative, die die Messungen fordert:

    >> ABENDBLATT

    In den Diskussionen um die Nachfolgelösung für das Kraftwerk Wedel nach dessen geplanter Stilllegung ist durch einen Vorschlag der Hamburger CDU überraschend Bewegung gekommen. Wie die SHZ meldet, sei ein Bürgerschaftsantrag gestellt worden, die Moorburgtrasse wieder als Option zur Fernwärmeversorgung des Hamburger Westens in Betracht zu ziehen und dafür Wärme aus dem Heizkraftwerk Moorburg auszukoppeln. Damit könne die aktuell ungenutzte Abwärme des Kraftwerks sinnvoll nutzbar gemacht werden:

    >> SHZ

    Die Stuttgarter Nachrichten berichten vom Baustart eines neuen Gasheizkraftwerks in Gaisburg, welches das alte Kohlekraftwerk direkt neben der Baufläche ablösen solle. Mit dem klimafreundlichen Erdgas reduziere man den Ausstoß von Kohlenmonoxid um 30 Prozent, so der Landesumweltminister Franz Untersteller (Bündnis 90/die Grünen). Erdgas sei eine wichtige „Brückentechnologie“, und langfristig könne man Gas aus kohlendioxidfreien Quellen nutzen.
    Allerdings werde die Menge an ausgestoßenen Stickstoffoxiden größer sein als beim alten Kraftwerk, was auf erweiterte Betriebszeiten zurückzuführen sei, so  Projektleiterin van den Bergh und der EnBW-Sprecher Hans-Jörg Groscurth:

    >> STUTTGARTER NACHRICHTEN

    „Kostenmäßig aus dem Ruder gelaufen“ sei die Finanzierung der Energiewende, zitiert FOCUS den Chef des Energieversorger RheinEnergie Dieter Steinkamp. Steuern, Umlagen und Entgelte machten inzwischen fast die Hälfte des Strompreises aus und verteuerten Strom für Verbraucher unverhältnismäßig. Der Manager fordert eine „komplette Neugestaltung“ der Finanzierung der Energiewende:

    >> FOCUS ONLINE

    Von 2020 an wollen die Energiekonzerne in der EU nicht mehr in den Neubau von Kohlekraftwerken investieren. Mit dieser gemeinsamen Erklärung sei laut Badischer Zeitung das Ende der Kohleverstromung in weiten Teilen Europas absehbar. Eurelectic, der Verband der europäischen Stromerzeuger, habe dies beschlossen. Ausnahme seien Polen und Griechenland, die sich die Selbstverpflichtung des Verbands nicht zu eigen gemacht hätten:

    >> BADISCHE ZEITUNG

    Die EU-Kommission habe Bedenken gegen die geplanten Subventionen für Kraftwerke in Reserve, so das Handelsblatt. Die durch erneuerbare Energien verursachten Schwankungen in den Stromnetzen müssen durch Reservekraftwerke aufgefangen werden – die EU vermute, dass Deutschland zu viele sog. Kapazitätsreserven vorhalte und werde sie genauer prüfen:

    >> HANDELSBLATT

     

  • Presseschau vom 07.04.2017

    Die WELT vermutet politisches Taktieren von Umweltschützern als Hintergrund für die massive Verschwendung von Energie,  die im Kraftwerk Moorburg gewonnen wird. Obwohl die nötige Infrastruktur zur Nutzung der beim Verstromungsprozess anfallenden Wärme als Fernwärme zur Verfügung stehe, werde die Anbindung des Kraftwerks an den Hamburger Westen verhindert. Die produzierte Wärme wird weitgehend ungenutzt entsorgt. Gleichzeitig werde Moorburg, das zeitweise drei Viertel des Hamburger Strombedarfs decke, für die Versorgung der Hansestadt immer wichtiger, aktuell auch wegen des länger anhaltenden Stillstands des Kernkraftwerks Brokdorf:

    >> WELT 

    Mit der Situation der Kohlekraftwerke im Ruhrgebiet beschäftigt sich ein Artikel in der Print-Ausgabe der WELT AM SONNTAG (Link zu pdf). Demnach verschärfe sich die finanzielle Lage vieler Ruhrgebietskommunen dramatisch, da immer mehr Kohlekraftwerke mangels Rentabilität vom Netz genommen werden und eingeplante Dividenden ausfallen. Zuletzt wurde das Steag-Kraftwerk in Voerde am Niederrhein, eines der größten Werke Deutschlands, vom Netz genommen, dort fallen 300 Arbeitsplätze weg. Hintergrund sind die Veränderungen am Energiemarkt, auf dem Strom aus erneuerbaren Energien seit Jahren bevorzugt wird:

    >> WELT AM SONNTAG

    Aktuell berichtet zum selben Thema die Rheinische Post und verdeutlicht die Dramatik der Situation. Demnach zahle der Versorger STEAG an seine Gesellschafter, ein Stadtwerke-Konsortium, eine Dividende aus, da diese sonst nicht mehr in der Lage wären, laufende Kredite zu bedienen. Die Dividende entnehme der Konzern dabei trotz hoher Verluste seinen Reserven:

    >> RP ONLINE

    Die angekündigte Schadstoffmessung am Kohlekraftwerk Wedel beginnen laut Hamburger Abendblatt in Kürze (Bezahlinhalt). Hintergrund sind regelmäßig über den angrenzenden Wohngebieten niedergehende Partikel, deren Herkunft und Inhaltsstoffe jetzt analysiert werden sollen.

    >> ABENDBLATT

    Zuvor hatte das Abendblatt bereits mehrfach zu Wedel berichtet (Bezahlinhalt), so am 26.03.:

    >> ABENDBLATT

    Ein weiterer Beitrag am 29.03. thematisierte die Sitzung des Hamburger Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschusses, in dem die Anlage in Wedel Thema war (Bezahlinhalt):

    >> ABENDBLATT

    Aktien von Energiekonzernen, die auf konventionelle Kraftwerke setzen, erleben aktuell einen starken Wertzuwachs an den Börsen. Das Manager-Magazin beschäftigt sich mit dieser Entwicklung und analysiert die Hintergründe für diese positiven Kursentwicklungen:

    >> MANAGER MAGAZIN

    Mit der Börsenzeitung beschäftigt sich ein weiterer Finanz- und Wirtschaftstitel mit konventioneller Energiegewinnung und insbesondere Kohlekraftwerken. Das Blatt kommt dabei zu dem Ergebnis, dass konventionelle Kraftwerke auch zukünftig das „Fundament“ der Energiegewinnung bilden würden und unabdingbar für die Versorgungssicherheit seien. Gründe dafür seien u.a. die gute Regelfähigkeit der Kraftwerke, steigender Strombedarf und die sog. Sektorenkopplung im Braunkohlebereich:

    >> BÖRSEN-ZEITUNG

    Kritisch mit dem Status der Energiewende setzt sich ein Gastbeitrag im Handelsblatt auseinander (Bezahlinhalt). Die Energiepolitik habe sich verzettelt und erfordere Nachbesserungen an vielen Stellen. Besonders schädlich, so der Autor, sei aber die mangelnde Akzeptanz:

    >> HANDELSBLATT

     

  • Presseschau vom 24.03.2017

    Von einer ideologisch und nicht inhaltlich begründeten Entscheidung, das Kraftwerk Moorburg nicht an das Hamburger Fernwärmenetz anzuschliessen, spricht der Spitzenkandidat der CDU in der kommenden Landtagswahl in Schleswig-Holstein, Daniel Günther. Es habe bereits 2008 eine Vereinbarung zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein gegeben, die Fernwärme aus Wedel durch die aus Moorburg zu ersetzen, dies werde aber laut SHZ „nicht weiter verfolgt“:

    >> SHZ

    Auch in den Kieler Nachrichten plädieren Daniel Günther und der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck (GRÜNE) für eine Aufgabe des Kraftwerks in Wedel.Auf die der Hamburger Regierung angebotene Unterstützung bei der Findung von alternativen Konzepten sei bislang noch keine konkrete Aussage erfolgt, man habe die schleswig-holsteinischen Argumente „ins Leere“ laufen lassen, so das Blatt:

    >> KIELER NACHRICHTEN ONLINE

    Über das Kohlekraftwerk in Lünen berichten die Ruhrnachrichten und lassen einen Sprecher des Betreibers Trianel zu Wort kommen. Demnach werde Lünen aufgrund der Tendenz zum Ausstieg aus der Kohleverstromung seine mögliche Betriebszeit von 60 Jahren wohl nicht erreichen, sei aber mindestens bis in die 30er-Jahre als Brückentechnologie erforderlich. Wirtschaftlich sei der Betrieb schwierig, die Preissituation sei sehr angespannt und könne sich in einem weiterhin regulierten Energiemarkt nur schwierig erholen:

    >> RUHRNACHRICHTEN

    Mit den Konsequenzen der Energiewende beschäftigt sich die Ausgburger Allgemeine. Zwar steige der Anteil grünen Stroms, aber die Entwicklung der Stromkosten für Verbraucher sei dramatisch. Nach der Umsetzung des Atomausstiegs sei die Versorgungssicherheit ein wesentliches Thema, dazu werde mehr und mehr Strom importiert werden müssen:

    >> AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Komplett auf Gaskraftwerke umgestellt ist seit dem letzten Wochenende Chinas Hauptstadt Beijing (Peking). Dort wurde mit dem Huanneng Beijing Thermal Power plant, das 1999 in Betrieb genommen worden war, das letzte Kohlekraftwerk der Stadt stillgelegt, wie China.org in seinem deutschsprachigen Dienst meldet:

    >> CHINA.ORG

     

  • Presseschau vom 10.03.2017

    Herzlich Willkommen zu unserer aktuellen Presseschau, die sich diese Woche unter anderem mit den Diskussionen um die weitere Vorgehensweise im Fall der Kohlekraftwerke Wedel und des nordrhein-westfälischen Frimmersdorf befasst. Andere Artikel behandeln die Auswirkung des Rohstoffbedarfs auf die norddeutsche Hafenindustrie, die Inbetriebnahme eines neuen Windparks und eines „ökologischen Desasters” beim Thema Energiewende.

    Die Abhängigkeit der norddeutschen Hafenindustrie auch vom Umschlag mit Kohle und Öl beleuchtet ein Beitrag des NDR. Der zurückgehende Rohstoffbedarf führten zu entsprechend sinkenden Frachtraten etwa bei Rohöl, Kohle und Erzen:

    NDR

    Im Hamburger Hafen werden inzwischen über neu errichtete Windparks relevante Strommengen zur Versorgung der Hansestadt erzeugt. Auf dem Gebiet der Aluminiumhütte Trimet wurde jüngst ein neuer Windpark mit drei Windrädern in Betrieb genommen, so der Branchendienst stadt+werk:

    STADT UND WERK

    Nach zahlreichen Querelen und anhaltenden Diskussionen über das an der Elbe gelegene Kohlekraftwerk Wedel haben sich die dort aktive Bürgerinitiative und das Land auf Messungen am Kraftwerk verständigt. Einige Fragen, so das Hamburger Abendblatt, seien aber noch offen (Bezahlinhalt):

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Auch die SHZ in ihrer Lokalausgabe Wedel-Schulauer Tageblatt sieht zu Wedel einen „Kompromiss in Sicht“. Im Mai werde die Anlage zur Revision runtergefahren, schon parallel dazu eine neue Langzeitmessung in unmittelbarer Nähe des Kraftwerks gestartet werden:

    SHZ

    Konkretere Forderungen kommen aus der schleswig-holsterinischen CDU: Deren Spitzenkandidat Günther fordert laut Kieler Nachrichten die Abschaltung des Kohlekraftwerks Wedel und stattdessen die Nutzung des Kühlwassers aus dem Kraftwerk Moorburg zur Fernwärmeerzeugung. Dazu sei auch der Bau einer entsprechenden Fernwärmetrasse unter der Elbe nach Altona erforderlich. Statt „nur das Elbwasser aufzuheizen“, könnten auf diesem Wege 180.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden. Umweltminister Robert Habeck teilt die Auffassung, Wedel müsse abgestellt werden: „Der Ball“ liege jetzt beim Hamburger Umweltsenator, so Habeck:

    KIELER NACHRICHTEN ONLINE

    Das Kohlekraftwerk im nordrhein-westfälischen Frimmersdorf gehörte einst zu den größten Kraftwerken der Welt. Jetzt wird das Werk vom Netz genommen und die Blöcke „kalt gestellt“. Für einen Zeitraum von 4 Jahren bleibt Frimmersdorf aber noch in der sogenannten Sicherheitsbereitschaft, wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet:

    KÖLNER STADTANZEIGER

    Vor einem „ökonomischen Desaster“ bei der Umsetzung der Energiewende warnt die WELT unter Berufung auf ein Gutachten der Unternehmensberatung McKinsey. Demnach hätten sich alle relevanten Kennzahlen, mit denen der Fortschritt und die Relevanz der Energiewende messen ließen, gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr deutlich verschlechtert. Das sich die Energiewende rechne, so die Berater, sei bis auf Weiteres nicht absehbar:

    WELT

  • Presseschau vom 24.02.2017

    Fernwärme aus dem Werk des Hamburger Kupferproduzenten Aurubis soll zukünftig zur Versorgung der Hafencity-Ost genutzt werden. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten laut dem Nachrichtenportal Stadt und Werk Aurubis und der Contracting-Anbieter enercity im Beisein des Hamburger Senators für Umwelt und Energie Jens Kerstan. Dazu werde u.a. eine neue Wärmetransportleitung vom Werksgelände Aurubis in die Hafencity Ost und eine dort ebenfalls neu zu schaffende Energiezentrale gelegt:

    STADT + WERK

    Mit einer weiteren Klage versucht der westfälische Landesverband des BUND den Bau des neuen Kohlekraftwerks Datteln erneut zu verzögern. Wie das Handelsblatt berichtet, richtet sich die Klage gegen die erst kürzlich erteilte immissionsschutzrechtliche Genehmigung:

    HANDELSBLATT

    In Hamm-Uentrop steht ein Block des dortigen Kohlekraftwerks zum Verkauf. Der Block ist bereits stillgegegt, die einzelnen Teile wie Turbinen, Generatoren oder Reinigungsanlagen seien laut WDR aber weltweit nachgefragt. Das Werk Hamm-Uentrop hatte seit seiner Inbetriebnahme 2013 immer wieder durch Pannen von sich reden gemacht:

    WDR

    Aus Wilhelmshaven berichtet die WZ Online. Das dortige Kohlekraftwerk der Engie-Gruppe gehöre zu  den weltweit modernsten und saubersten Kohlekraftwerken der Welt. Dennoch macht der Auslastungsgrad den Betreibern Sorgen, so dass jetzt zusätzlich ergänzende Investitionen u.a. in ein benachbartes Projekt für Erneuerbare Energien geprüft würden (Bezahlinhalt):

    WZ ONLINE

    Kurz vor dem Start des Testbetriebs steht die laut Berliner Morgenpost wohl größte Batterie Deutschlands in Karlsruhe. Die Kapazität des vom Fraunhofer-Institut entwickelten Energiespeichers soll 20 Megawattstunden Strom betragen und könne damit eine kleine Ortschaft etwa 10 Stunden lang mit Strom versorgen:

    BERLINER MORGENPOST

    Im Norden wird über Pläne für eine frühere Stilllegung des KKW Brokdorf diskutiert. Dies würde auch das Heizkraftwerk Moorburg betreffen, das schon heute selbst bei niedrigen Strompreisen nicht vom Netz gehen darf, wenn das KKW Brokdorf nicht verfügbar ist, wie während der aktuellen, gerade verlängerten Revisionsarbeiten. Grund ist, dass immer mindestens ein großer Erzeuger zur Stabilisierung des Stromnetzes in Norddeutschland benötigt wird.

    SHZ

    Mit Frank Mastiaux vom Energieversorgers EnBW habe sich laut Berliner Morgenpost unter Berufung auf ein SPIEGEL-Interview erstmals ein Chef eines der großen Versorger gegen eine Zukunft der Kohleverstromung ausgesprochen. Die ehrgeizigen Klimavorgaben in Deutschland würden dies grundsätzlich infrage stellen, die Lücke will Mastiaux durch konsequenten Ausbau regenerativer Energien schließen:

    BERLINER MORGENPOST

    Aus Australien berichtet die ZEIT. Dort herrschte unlängst eine extreme Hitzewelle, die auch dazu führte, dass es vielfach zu Stromausfällen kam. Laut australischer Regierung seien diese Ausfälle darauf zurückzuführen, dass aufgrund der Schließung vieler Kohlekraftwerke und Ersatz durch alternative Energien wie Windkraft eine wenig verlässliche Versorgungssituation geschaffen worden sei. Man plädiere deshalb für den Bau neuer Kohlekraftwerke:

    ZEIT ONLINE

    Wie aus Kohle Strom wird beschreibt zum Abschluss ein kurzer Beitrag des NDR:

    NDR

     

  • Presseschau vom 10.02.2017

    Mit den Plänen für ein neues Energiekonzept für die Stadt Hamburg beschäftigt sich das Manager Magazin. Der Beitrag schildert die als „Revolution“ avisierte Planung der Nutzung eines Mixes aus völlig unterschiedlichen Energiequellen zur Versorgung der Hansestadt und der bislang einmaligen Idee eines umfangreichen Grundwasser-Wärmespeichers unter der Stadt. Kritiker befürchten, das geplante „Energie-Potpourri“ könne Hamburg überfordern, die Speicherlösung erfordere zudem teure neue Fernwärmeleitungen:

    MANAGER MAGAZIN

    Die Kosten der Planungen des Senats stehen im Fokus der Berichterstattung im Hamburger Abendblatt. Allein für die Planung der verschiedenen Szenarien seien bereits 6 Mio. Euro vom Aufsichtsrat der Wärmegesellschaft freigegeben worden. Die Kosten für eine möglicherweise erforderliche Fernwärmetrasse mit Elbquerung schätzt das Blatt unter Berufung auf einen Gutachter auf 100 Mio. Euro:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Über den Klimaschutzplan der Bundesregierung und dessen Auswirkungen auf die deutsche Energiewirtschaft beschäftigt sich die Süddeutsche Zeitung. Um die im jüngst vorgelegten Plan skizzierten Ziele beim Ausstoß von Kohlendioxid einzuhalten, sei die Schließung von 60% der aktiven Kohlekraftwerke binnen 14 Jahren erforderlich. Prioritär betroffen wären alte Anlagen, der Schwerpunkt müsse dabei auf Braunkohlekraftwerken liegen:

    SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Einen Ausblick auf die internationale Energienachfrage bietet der jüngst veröffentlichte BP Energy Outlook, über den das Fachportal top agrar online berichtet. Demnach werden in den kommenden 20 Jahren trotz steigenden Anteils nicht-fossiler Energieträger Öl, Erdgas und Kohle weiterhin wichtige Energieträger bleiben, für 2035 wird ein Anteil von 75% an der weltweiten Energieversorgung prognostiziert. Der Kohleverbrauch werde in den 2020er Jahren seinen Höchststand erreichen:

    • TOP AGRAR

    Von einer „Dunkelflaute“ im Januar und insbesondere am 24. Januar, an dem aufgrund mangelnden Windes und Sonnenlicht mehr als 90% des deutschen Energiebedarfs von Kohle-, Gas- und Kernkraftwerken geliefert wurden, berichtet die WELT. Mit Sorge sähen Verbandsfunktionäre das „Kraftwerkesterben“, dass zu Versorgungsengpässen in kritischen Monaten wie dem letzten Januar führen könne:

    WELT

    Dem widerspricht der SPIEGEL als „Panikmache“ – selbst am 24. Januar seien noch ausreichende Reserven vorhanden gewesen und Strom sei sogar exportiert worden:

    SPIEGEL ONLINE

    Jetzt auch online verfügbar ist ein Artikel aus der Print-Ausgabe der Zeit vom 29.12., der sich mit den Quellen der Wärmeversorgung Hamburgs beschäftigt und auflistet, welche Einrichtungen aktuell die Hansestadt mit Wärme versorgen:

    • ZEIT ONLINE

  • Presseschau vom 27.01.2017

    Einen Überblick über die Themen des Jahres 2017 in Bezug auf die Hamburger Wärmeversorgung bringt die ZEIT. Das Blatt betrachtet die Rolle des Heizkraftwerks Moorburg dabei differenziert und spricht sowohl von einer „Anti-Moorburg-Verschwörung“ als auch von einer „Moorburg-Verschwörung“. Zusätzlich richtet sich der Blick auf das Kraftwerk in Wedel und die mögliche Nutzung von Abwärme aus dem Kupferwerk von Aurubis, ebenfalls unter dem Gesichtspunkt um diese Themen kreisender Verschwörungstheorien. Als Quintessenz warnt der Artikel vor der „kuriosen Pointe“, wenn eine fortschrittliche Wärmepolitik ausgerechnet an „linken Ökos“ scheitern sollte:

    ZEIT ONLINE

    Von einer Zweckentfremdung des Kühlturms des Kraftwerks Moorburg berichtet das Hamburger Abendblatt. Gegner der geplanten Autobahn A26-Ost hatten – anders als hier behauptet übrigens ohne Zustimmung des Kraftwerksbetreibers – mehrere Bilder mit Protestmotiven auf dessen Außenseiten projiziert (Bezahlinhalt):

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Die Hamburger Morgenpost berichtet über Pläne des grünen Umweltsenators Kerstan für ein neues Fernwärmekonzept, dass u.a. das mehr als 50 Jahre alte Kohlekraftwerk Wedel ersetzen soll. Kernelement dieses Konzepts sei ein Wärmespeicher unter der Stadt, in dem aus verschieden Quellen erhitztes Wasser (u.a. aus den Aluminium- und Stahlwerken Arcelor Mittal und Trimet südlich der Elbe) langfristig gespeichert werden solle. Die mögliche Anbindung des Kraftwerks Moorburg an ein solches System , begegnet dabei erneut Kritik seitens der Partei Die Linke:

    MOPO

    Das in Datteln geplante und bereits zum Teil errichtete Kohlekraftwerk Datteln 4 wird nach Erteilung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung durch die Bezirksregierung Münster nun fertiggebaut werden. Der Betreiber Uniper, die Eon-Kraftwerkstochter, plant mit einer Inbetriebnahme in 2018. Laut Handelsblatt sei aber mit weiteren Protesten gegen das Projekt zu rechnen:

    HANDELSBLATT

    Zum selben Thema kommentiert die lokale Westfalenpost:

    WESTFALENPOST

    Weiter in Betrieb bleiben entgegen der bisherigen Planung die Steinkohlekraftwerke Bexbach und Weiher im Saarland. Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion stufte beide Werke als sytemrelevant ein. Geplant ist, die Werke bis mindestens November 2019 betriebsbereit zu halten, so BILD. Aus der lokalen Politik gab es überwiegend Zustimmung zu diesem Schritt:

    BILD

    Mit dem Status und insbesondere den Kosten der Energiewende beschäftigt sich die Wirtschaftswoche und wirft auch einen vergleichenden Blick auf andere Länder. Dabei moniert das Blatt, dass viele Fragen, insbesondere zu zeitlichen Fahrplänen, weiterhin ungelöst seien:

    WIWO

  • Presseschau vom 13.01.2017

    Die aktuelle Bestandsaufnahme der Energiewende unternimmt die Wirtschaftswoche unter Bezug auf ein Gutachten der Berliner Denkfabrik Agora Energiewende für 2016. Demnach werde die Stromerzeugung in Deutschland klimafreundlicher. Börsenstrom, Erdgas und Heizöl würden billiger, die Haushalte müssten allerdings für Strom deutlich mehr Geld ausgeben. Grund seien steigende Abgaben und Umlagen. Gas sei der „Gewinner“ im Energiemix und habe fast den Anteil der Kernkraft an der Energiegewinnung (13,1%) erreicht, Braun- und Steinkohle hätten leicht verloren:

    WIWO

    Das Hamburger Abendblatt beschäftigt sich ebenfalls mit der Studie:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Auch das Branchenportal Solarify beschäftigt sich mit dem Gutachten und fasst dessen Ergebnisse in 10 Punkten zusammen. Für 2017 erwarte man erneut einen leichten Rückgang des Anteils von Kohle und Kernenergie und prognostiziert einen Rückgang der Kosten für erneuerbare Energieträger aufgrund erstmals bei Windkraft und Biomasse geplanter Auktionen. Der Strompreis für Haushaltskunden wird aufgrund höherer Abgaben und Umlagen in 2017 wohl die Marke von 0,30€ pro Kilowattstunde übersteigen.

    SOLARIFY

    Das Kraftwerk Moorburg findet Erwähnung in einer Jahresbilanz 2016 des Magazins Erneuerbare Energien. Dort wird gemutmaßt, bei der Einspeisung der Energie aus großen Kraftwerken wie Brokdorf oder Moorburg ins Netz werde den Erneuerbaren nicht der Platz eingeräumt, der technisch möglich werde komplexere Fragestellungen wie Begrenzungen des Übertragungsnetzes und Erfordernisse der Netzstabilität werden dabei jedoch komplett ausgeklammert.

    ERNEUERBARE ENERGIEN

    In unmittelbarer Nachbarschaft zu Moorburg könnte sich laut DIE WELT ein „Silicon Valley für erneuerbare Energien“ entwickeln. Schlüsselprojekt dazu sei ein neuartiger Energiespeicher, den Siemens dort aktuell entwickelt und dessen Basis ein Gestein ist, das Wärme nach Erhitzung durch Strom speichern kann. Diese Wärme könne dann zu Dampf gewandelt und über eine Turbine zur Stromrückerzeugung genutzt werden. Der Wirkungsgrad liege allerdings noch bei „unter 30%“:

    WELT

    Die Flexibilität der Lausitzer Kohlekraftwerke im Dezember lobt die Lausitzer Rundschau. Auf Sturmlagen, die die Windkrafterzeugung gefördert hätten, sei besonders schnell reagiert worden, nach Abklingen der Wetterlage konnten alle Kraftwerksblöcke ebenso schnell wieder hochgefahren werden, um den traditionell hohen Energiebedarf während der Ferientage zu bedienen.

    LAUSITZER RUNDSCHAU

    Von einem ungewöhnlichen Nebenprodukt bei der Abscheidung von CO2 in einem Kohlekraftwerk nahe der südindischen Stadt Thoothukudi berichtet die Osnabrücker Zeitung: Dort werde ein neues Lösungsmittel eingesetzt, dass die Isolierung von Kohlenstoffoxid effizienter mache, aus dem eingefangenen Kohlenstoffoxid ließe sich zum Beispiel Backpulver, aber auch Waschmittel und Seife herstellen:

    NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG

    Ein Luftbild des Kraftwerks Moorburg wurde als „Foto des Monats“ im Magazin „Hamburger Wirtschaft“ der Handelskammer Hamburg ausgewählt. Das Bild, aufgrund der Dampfentwicklung wahrscheinlich an einem frühen Morgen bei kalter, feuchter Luft aufgenommen, zeigt u.a. ein anliegendes Kohleschiff und ein Ascheschiff während des Anlegevorgangs:

    HAMBURGER WIRTSCHAFT

  • Presseschau vom 23.12.2016

    Die zukünftige Versorgung Hamburgs mit Fernwärme beschäftigt die Hamburger Medien. Nach der Vorstellung möglicher Szenarien durch den Umweltsenator Jens Kerstan haben Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der Vattenfall Wärme Hamburg GmbH, an der die Freie und Hansestadt Hamburg mit 25,1% beteiligt ist, Planungsmittel für Umsetzungskonzepte und die Vorplanung für eine Wärmeleitung aus dem Süden freigegeben. Diese Leitung soll südlich der Elbe existierende Energiequellen aus Müllverbrennung und industrieller Abwärme sowie aus dort möglichen innovativen Projekten wie z.B. einem Wärmetauscher im Klärwerk Dradenau für die Fernwärmeversorgung im Hamburger Zentrum nutzbar machen. Die WELT lässt den Sprecher des „Hamburger Energietisches“ (HET), Gilbert Siegler, zu Wort kommen, der befürchtet, dass durch diese Wärmeleitung aus dem Süden auch Wärme aus Moorburg ins Hamburger Fernwärmesystem gelangen könnte:

    WELT

    Proteste von „rund zwanzig Aktivisten und Aktivistinnen“ gegen den Bau einer Wärmeleitung und die mögliche Anbindung des Kraftwerks Moorburg protokolliert das Hamburger Abendblatt (Bezahlinhalt):

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Eine Verschwörungstheorie vermutet hingegen die ZEIT in einem Kommentar zu den Energieplänen des Senats und den Warnrufen vor der Wärme aus Moorburg. Die Befürchtung, die ambitionierten Pläne des Energiekonzepts seien lediglich eine Kaschierung des eigentlichen Plans, die Moorburgtrasse umsetzen zu können, wertet der Beitrag als „Legende“ und moniert die Skepsis, die der Politik Jens Kerstans besonders aus dem ökologisch geprägten Lager begegne:

    BLOG.ZEIT

    Den Hamburger Umweltsenator Jens Kerstan (GRÜNE) lässt die taz zum selben Thema ausführlich zu Wort kommen. Kerstan bevorzuge die „Süd-Variante“, da sie das Potenzial für erneuerbare Energien, das im Süden Hamburgs stärker gegeben sei, besser zum Tragen kommen ließe. Auch er betont, dass das Kraftwerk Moorburg und dessen ungenutzte Wärmekapazitäten in den diskutierten Szenarien „keine Rolle“ spielten:

    TAZ

    Das alte Kohlekraftwerk in Wedel stellt der NDR in das Zentrum seiner Berichterstattung zum Thema. Der vor Jahren an „politischen Fragen“ gescheiterte Ersatz des Werks durch das die Nutzung der Wärme aus dem Kraftwerk Moorburg verzögerte die geplante Stilllegung, die nun aber zumindest teilweise bis „Ende 2021“ erfolgen solle, so der Sender:

    NDR

    Auch die Hamburger Morgenpost bringt das Thema. Der Forderung des BUND, das Kraftwerk Moorburg „niemals“ an die neue Leitung anzubinden, stellt das Blatt eine Gegenmeinung aus der Politik entgegen: Im Falle des Nichtanschlusses würde viel Wärme „ungenutzt verpuffen“:

    MOPO

  • Presseschau vom 09.12.2016

    Diskussionen über den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg aus der Kohleverstromung prägten den Landesparteitag der GRÜNEN in Nordrhein-Westfalen. In Gegenposition zur Bundespartei, die erst kürzlich auf ihrem jüngsten Parteitag einen Ausstieg Deutschlands für 2025 gefordert hatte, vertrat der Angeordnete und ehemalige Fraktionsvorsitzende in NRW Priggen die Auffassung, ein Ausstieg frühestens in 2037 sei „realistisch“:

    >> RP-ONLINE

    Die Westdeutsche Zeitung berichtet ebenfalls: Für den nordrhein-westfälischen Umweltminister Remmel (GRÜNE) sei der Kohleausstieg „das Megaprojekt der Transformation“ und müsse für eine Koalition mit seiner Partei zwingend verbindlich geregelt sein. Dabei habe auch er einen Zeitraum von 20 Jahren im Auge, so die WZ:

    >> WESTDEUTSCHE ZEITUNG

    Nicht festlegen auf einen Zeitraum für den Ausstieg aus der Kohle möchte sich hingegen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Wie das Handelsblatt dokumentiert, äußerte sich Gabriel dazu im Bundestag und forderte eine Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten der Branche und nicht nur ausschließlich klimapolitische Erwägungen:

    >> HANDELSBLATT

    Ähnliche Überlegungen finden aktuell in Finnland statt: Dort sehe laut Branchendienst Heise Online ein Gesetzesentwurf, der allerdings das Parlament noch nicht passiert habe, einen Ausstiegszeitpunkt für 2030 vor. Allerdings sei in Finnland im Gegensatz zu Deutschland die Nutzung regenerativer Energien schon deutlich weiter fortgeschritten. Zudem unterhalte das Land auch weiterhin Kernkraftwerke, die gegenwärtig ca. 25% des Energiebedarfs decken:

    >> HEISE

    Zahlreiche Medien berichten zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtmäßigkeit des Atomausstiegs und eventueller Schadensersatzforderungen der beteiligten Energiekonzerne. Das Hamburger Abendblatt fasst das Ergebnis zusammen:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Der SPIEGEL sieht im Ergebnis des Verfahrens nur einen geringen Vorteil für die Konzerne. Die im Urteil genannte „angemessene Entschädigung“ sei eine Formulierung mit großem Spielraum:

    >> SPIEGEL

    Die ZEIT interpretiert das Urteil dahingehend, das jedwede Entschädigungsregelung hätte vermieden werden können, wenn der Ausstieg damals weniger überstürzt erfolgt wäre:

    >> DIE ZEIT

    Von einem „Trostpreis“ zugunsten der Energiekonzerne spricht die Deutsche Welle und schildert ausführlich die juristischen Erwägungen, die zu den nun gebotenen Ausgleichsregelungen führten:

    >> DEUTSCHE WELLE

    Hintergrundinformationen zu den Restlaufzeiten sämtlicher deutscher KKW liefert das Handelsblatt in seiner Berichterstattung zum Urteil:

    >> HANDELSBLATT

  • Presseschau vom 25.11.2016

    Über den Vorschlag des Hamburger Umweltsenators Jens Kerstan (Die Grünen), mit einer Fernwärme-Trasse „Moorburg-Light“ den Hamburger Westen zu versorgen, berichtete die BILD Hamburg. Diese Trasse solle Wärme von der Müllverbrennungsanlage unter der Köhlbrandbrücke unter der Elbe hindurch nach Altona leiten. Eine Anbindung des Kraftwerks Moorburg, das ebenfalls freie Wärmekapazitäten hätte, sei aber derzeit nicht geplant:

    >> BILD

     

    Von einem „Paukenschlag“ spricht in diesem Zusammenhang die Internetzeitung „Aktuelles aus Süderelbe“ und berichtet von einer gemeinsamen Pressemitteilung der CDU- und FDP-Fraktionen in der hamburgischen Bürgerschaft, mit der diese den in einer Sitzung des Energiebeirats präsentierten Vorschlag des Senators Kerstan kommentieren. Dieser, so die Erklärung, werde „von der energiepolitischen Realität eingeholt“:

    >> AKTUELLES AUS SÜDERELBE

     

    Die Fernwärmeversorgung des Hamburger Westens wird aktuell noch überwiegend durch das Kohlekraftwerk in Wedel gewährleistet. Dieses Kraftwerk ist jedoch veraltet, es kommt seit einiger Zeit zu Störungen, die mit dem Kraftwerk in Verbindung gebracht werden. Der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck besuchte nun Wedel und versprach Abhilfe für das in Wedel aufgetretene Partikelproblem. So solle laut Hamburger Abendblatt u.a. der Schornstein des Werkes innen verkleidet und mit einem Filter ausgestattet werden (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

     

    Für Hamburger Kunden des Ökostrom-Anbieters Lichtblick wird Strom in Zukunft teurer, so das Abendblatt. Begründet werden die Erhöhungen von Lichtblick und anderen Anbietern mit steigenden Abgaben an die Stromnetzbetreiber sowie höhere Umlagen zur Förderung erneuerbarer Energien. Vattenfall und Hamburg Energie würden ihre Preise aber stabil halten (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

     

    Über den Stand der Dinge drei Jahre nach dem Volksentscheid über die Hamburger Rekommunalisierung der Energienetze berichtet das „Magazin zur Energiewende“ Energyload. Dabei werden auch der für 2019 geplante Ankauf der Fernwärmenetze durch die Stadt und dessen Kosten betrachtet. Noch unklar sei, ob sich zukünftig wirklich der gesamte Wärmebedarf Hamburgs aus erneuerbaren Energien realisieren lasse:

    >> ENERGYLOAD

     

    Zum Ende der Klimakonferenz in Marrakesch haben Dutzende armer Staaten den Ausstieg aus der Energiegewinnung durch Kohle, Öl und Gas angekündigt, wie das Abendblatt berichtet. In einer gemeinsamen, als „Marrakesch-Vision“ bezeichneten Erklärung verpflichteten sich 48 Staaten dazu, künftig stärker auf erneuerbare Energien zu setzen. Unsicherheit herrsche aber über die zukünftige Ausrichtung der Energiepolitik der USA nach der dortigen Wahl; das Land sei immerhin der größte Emittent von Treibhausgasen weltweit:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

     

    Der Branchendienst Ingenieur.de berichtet über ein neuartiges Verfahren, das von Kraftwerken emittierte Rauchgase zu Bioplastik verarbeiten könne. Ingenieure hätten ein Verfahren entwickelt, das die Abgase als Rohstoff nutzt. Mikroben produzieren dann aus dem Rauch Bioplastik. Ein bedeutsamer Nebeneffekt des Verfahrens sei, das auf diese Weise auch das klimaschädliche CO2 beseitigt würde:

    >> INGENIEUR.DE

     

  • Presseschau vom 11.11.2016

    Nach wie vor wird die Diskussion, um die künftige Fernwärmeversorgung in der Hansestadt auch medial begleitet. Hintergrund ist der notwendige Ersatz des Heizkraftwerkes Wedel. Die taz stellt die Frage, ob die im Volksentscheid zur Rekommunalisierung der Energienetze 2013 vorgesehenen Ziele für eine „ökologische und soziale“ Energieversorgung in städtischer Hand tatsächlich umgesetzt werden. Dabei wird der Blick auf die Nutzung industrieller Abwärme gerichtet. Im Fokus steht dabei der Kupferproduzent Aurubis. Laut dem Unternahmen könne die Einspeisung der Aurubis-Wärme, die grundsätzlich umsetzbar ist, aber nicht den Bedarf im weit entfernten Westen Hamburgs decken:

    >> TAZ

     

    Eine Übersicht über die diskutierten Optionen zum Ersatz des Kraftwerks Wedel bringt das Abendblatt (Bezahlinhalt):

    >> ABENDBLATT

     

    Zuspruch für die Einspeisung der Aurubis-Fernwärme kommt aus der Hamburger Politik. Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) lobt die Einigung über die Lösung für die nun zu versorgende Hafencity (Bezahlinhalt):

    >> ABENDBLATT

     

    Ebenfalls im Nachgang zum Volksentscheid von 2013 ist in Hamburg der Wärmedialog ins Leben gerufen worden, in dem Hamburger Bürger, Spezialisten und Interessierte die Zukunft der städtischen Versorgung mit Wärme diskutieren und Vorschläge erarbeiten. Ähnlich agiert der Netzbeirat, ebenfalls eine offene Plattform. In ihrem Blog stellt die Zeitung DIE ZEIT diese Gremien vor und nennt die Themen der in dieser Woche geplanten Sitzungen. Auch über Moorburg soll dabei diskutiert werden, entsprechende Berichterstattung werden wir hier protokollieren:

    >> BLOG.ZEIT.DE

     

    Hamburg bleibt ein Zentrum der Windkraftbranche in Deutschland. Dies belege, so DIE WELT, eine prominente Neuansiedlung: Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) bekommt am Energie-Campus in Bergedorf eine Testanlage für die Rotorblattlager von Windturbinen. Das Blatt beschäftigt sich anlässlich dieser Meldung auch mit den Problemen im Bereich Windkraft: Die Systemintegration der erneuerbaren Energien gelte derzeit als der schwierigste Teil der Energiewende. Immer mehr Windkraftkapazität werde vor allem in Norddeutschland installiert, an Landstandorten wie auch in Offshore-Windparks auf See. Es fehlten aber noch auf Jahre die nötigen Fernleitungen, um wie geplant auch Süddeutschland zu großen Teilen mit norddeutschem Windstrom zu versorgen:

    >> DIE WELT

     

    Ein Blick in den Westen Deutschlands: Dort gab der Energiekonzern Steag bekannt, fünf Steinkohle-Kraftwerksblöcke stilllegen zu wollen. Grund hierfür seien die dauerhaft niedrigen Börsenstrompreise. Die Stilllegungen gingen mit einem Abbau von 800-1.000 Arbeitsplätzen einher, berichtet der WDR:

    >> WDR

     

    Gute Nachrichten für den Sport im Hamburger Süden. Für das Team der Basketballer Hamburg Towers aus Wilhelmsburg wurde das Sponsoring-Engagement des Energieversorger Vattenfall, der auch das Kraftwerk Moorburg betreibt, um weitere zwei Jahre verlängert. Bestandteil der Unterstützung für den Verein ist auch die Förderung der Basketball-Akademie, die Hamburg-weit in 20 Basketball-Schul-AGs Kinder im Alter von 9 bis 15 Jahren mit Hilfe des Basketballsports an wichtige Themen wie Bewegung, Integration und Ernährung spielerisch heranführt. Die Basketball-Website Schoenen Dunk fasst zusammen:

    >> SCHOENEN DUNK

     

  • Presseschau vom 28.10.2016

    Ein Gutachten bescheinigt der von Vattenfall errichteten und seit 2010 betriebenen Fischtreppe eine positive Bilanz: Seit Inbetriebnahme hätten mehr als 2 Mio. Tiere, jedes einzeln gewogen und erfasst, die Treppe elbaufwärts passiert. Die Anlage wurde zur Begrenzung eines möglichen Schadens durch den Bau und Betrieb des Kraftwerks Moorburg zur Bedingung für dessen Genehmigung gemacht. Da das Kraftwerk Elbwasser zur Kühlung entnimmt, hätten dort u.U. Fische zu Schaden kommen können, so dass dafür eine Kompensation gefordert wurde. Im ersten Betriebsjahr wurde aber sichtbar, dass am Kraftwerk nur eine sehr geringe Anzahl Fische geschädigt wurde. Das Hamburger Abendblatt berichtet (kostenpflichtig):

    >> ABENDBLATT

    Für Diskussionen in Politik und Verbänden sorgt weiterhin die Frage, wie die Zukunft der Hamburger Fernwärme gestaltet werden kam. Erklärtes Ziel ist die Stilllegung des Heizkraftwerkes Wedel, welches den Hamburger Westen mit Fernwärme versorgt und ersetzt werden soll. Vorgestellt wurden nun sechs mögliche Varianten, um die 390 MW Wärmeleistung aus Wedel zu ersetzen. Die taz stellt die verschiedenen Ersatzszenarien für Wedel dar und beleuchtet dabei die Haltung der Partei Die Linke (kostenpflichtig):

    >> TAZ

    Aus Wedel berichtet DIE ZEIT: Dort scheide offensichtlich das alte Kraftwerk regelmäßig Partikel aus, die sich in der Umgebung niedersetzen. Ursprünglich war geplant, das Heizkraftwerk Wedel durch das neue Kraftwerk Moorburg zu ersetzen. Dies scheiterte am Widerstand gegen den Bau der Fernwärmeleitung aus Moorburg. Alternativen zur Fernwärmeerzeugung in Wedel werden derzeit diskutiert:

    >> DIE ZEIT

    Mit einer 58-seitigen Stellungnahme fordern führende Unionspolitiker laut Branchendienst bizz energy zahlreiche Änderungen im Klimaschutzplan von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). „Kein Ausschluss von CCS in der Stromerzeugung“, schreiben die vier für Klimaschutz zuständigen stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden laut bizz energy. Entsprechend will die Unionsspitze eine Forderung von Hendricks streichen, die Stromerzeugung langfristig vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen. Die sogenannte CCS-Technologie erlaubt das Abscheiden des Kohlendioxids und verhindert so dessen Ausbreitung in der Luft:

    >> BIZZ ENERGY

    Dieser Vorstoß habe laut dem Portal Klimaretter.info allerdings zu Unstimmigkeiten innerhalb der Fraktion geführt: Das Vorgehen sei so nicht abgestimmt gewesen und spiegele nicht die Mehrheitsmeinung in der Fraktion wieder:

    >> KLIMARETTER

    Laut eines Berichts der Internationalen Energieagentur sei im Jahr 2015 erstmals mehr als die Hälfte der weltweit neu installierten Stromerzeugungskapazitäten auf Basis erneuerbarer Energieträger gebaut worden. Vor allem seien Wind- und Sonnenenergie im Fokus gestanden; geografisch habe China das stärkste Wachstum dieser Energieträger zu verzeichnen gehabt. Auch in Deutschland sei dieser Trend weiterhin spürbar; Steinkohle und Braunkohle machen hier aber immer noch 42% der Stromversorgung aus:

    >> FAZ

    Einen Überblick über die in Deutschland bis 2020 geplanten Abschaltungen von Kraftwerken aller Typen bietet der Branchendienst IWR. Auch größere Neubauprojekte, die aktuell oder demnächst ans Netz gehen, finden sich dort, u.a. auch das Hamburger Kraftwerk Moorburg:

    >> IWR

    Von einem interessanten Energieprojekt aus Hamburg-Harburg berichtet u.a. der Branchendienst Ingenieur.de. Demnach habe Siemens gemeinsam mit der Technischen Universität Hamburg-Harburg einen Speicher für überschüssigen Wind- und Solarstrom entwickelt, der konkurrenzlos günstig sei. Die elektrische Energie werde in heiße Luft umgewandelt, die einen schlichten Haufen Natursteine auf eine Temperatur von mehr als 600 °C erhitzt. Dieser Steinhaufen könne so isoliert werden, das er die Wärme lange halte und bei Bedarf zum Betrieb von Dampfturbinen wieder abgeben könne:

    >> INGENIEUR.DE

    Zum Abschluss ein Blick nach London: Das alte Kohlekraftwerk Battersea, bekannt u.a. von einem Cover der Band Pink Floyd und als Szenerie für einige Hollywoodfilme und bereits seit 1983 außer Betrieb, wird umgebaut und soll neben Wohnraum als britisches Hauptquartier des Apple-Konzerns genutzt werden. Das größte Backsteingebäude Londons soll in mehreren Phasen umgebaut werden, die Schweizer Handelszeitung zeigt Bilder von der Planung:

    >> HANDELSZEITUNG

  • Presseschau vom 07. Oktober 2016

    Das Kraftwerk Moorburg wird jetzt auch zum Heizkraftwerk. Im Herbst dieses Jahres wird die Anlage mit der Lieferung von Prozessdampf an die benachbarte Holborn Europa Raffinerie GmbH beginnen. Damit wird eine erste Teilmenge der verfügbaren Wärme genutzt und der bereits hohe Wirkungsgrad des aktuell ausschließlich zur Stromerzeugung genutzten Kraftwerks verbessert. U.a. berichteten die Kieler Nachrichten und lokal Harburg Aktuell:

    >> KN-ONLINE

    >> HARBURG AKTUELL

    Ein möglicher Verkauf des Kraftwerks Moorburg war in den vergangenen Wochen vielfach Thema in den Medien. Man wolle sich, so diese Quellen, vom Kraftwerk innerhalb der nächsten 5 Jahre trennen. Diese Meldungen wurden nun vom Betreiber Vattenfall dementiert: Der NDR zitiert einen Unternehmenssprecher, es habe sich hierbei um eine Fehlinterpretation einer Aussage am Rande einer Investorenkonferenz gehandelt. Jedenfalls in den kommenden 5 Jahren sei ein Verkauf keine Option, über die man aktuell nachdenke. Zahlreiche Veröffentlichungen bezogen sich auf ein Interview, das Vattenfall-Konzernchef Magnus Hall der taz gegeben habe. Ein solches Interview gab es jedoch gar nicht, die taz hatte lediglich eine fehlerhafte Meldung der Nachrichtenagentur Reuters aufgegriffen, in dem das Kraftwerk Moorburg als Braunkohlekraftwerk bezeichnet worden war:

    >> NDR

    Andernorts ist von Betreiber Vattenfall dagegen die Einstellung der Verstromung von Kohle beschlossen worden, in diesem Fall allerdings Braunkohle, für 2017. Das Berliner Kraftwerk Klingenberg an der dortigen Rummelsburger Bucht soll anders als geplant bereits 2017 von Braunkohle auf Gas umgestellt werden. rbb online hat die Einzelheiten:

    >> RBB-ONLINE

    Ein Verzicht auf fossile Energien im Rahmen der Energiewende werde „so nicht funktionieren“, zitiert die Wilhelmshavener Zeitung den niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Anlässlich eines Festakts zum 40-jährigen Bestehens des Kohlekraftwerks Wilhelmshaven betonte der Minister, noch Jahrzehnte werde Bedarf an flexibler Energieversorgung bestehen, bei der konventionelle Kraftwerke Bedarfsspitzen abdecken werden:

    >> WZ-ONLINE

    Gleichwohl werden auch in Niedersachsen Kraftwerke stillgelegt. Am 01.10. wurde das Braunkohlekraftwerk Buschhaus im Helmstedter Revier stillgelegt bzw. in einen „Reservemodus“ überführt. In diesem Modus, so das Bundeswirtschaftsministerium, könne das Kraftwerk bei Bedarf in den kommenden Jahren kurzfristig wieder hochgefahren werden, sofern Bedarf bestehe, meldet der Donaukurier:

    >> DONAUKURIER

    Gescheitert ist eine Klage gegen den Neubau eines Kohlekraftwerks im nordrhein-westfälischen Datteln: Eine Klage der Stadt Waltrop, basierend auf planungsrechtlichen Bedenken, wurde verwaltungsgerichtlich abgewiesen. Der Kraftwerksbetreiber Uniper sei nun zuversichtlich, bis Anfang 2018 mit dem Kraftwerk ans Netz zu gegen, so Der Westen:

    >> DER WESTEN

    Diese Entscheidung fällt vor dem Hintergrund einer Ablehnung von Kohlekraftwerken in der Bevölkerung: Das Handelsblatt zitiert eine von der Naturschutzorganisation WWF in Auftrag gegebene Studie, wonach zwei Drittel der Bevölkerung Kohlekraftwerke bald abgeschaltet sehen wolle. Wie Atom- und Kohleausstieg gleichzeitig stattfinden sollen, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden, wird hierbei jedoch nicht thematisiert:

    >> HANDELSBLATT

    Der Verkauf der ostdeutschen Vattenfall-Braunkohlesparte ist vollzogen. Neue Eigentümer seien nun offiziell der tschechische Energiekonzern EPH und dessen Finanzpartner PPF Investments, teilte Vattenfall laut dem Handelsblatt mit. Brandenburgs Wirtschafts- und Energieminister Albrecht Gerber (SPD) setzte nun auf „eine verlässliche Zusammenarbeit“ mit dem Erwerber, der tschechischen EPH-Gruppe:

    >> HANDELSBLATT

    Kritisch betrachtet die WELT den Verkauf und mutmaßt, der Käufer plane eine „Wette gegen die deutsche Energiewende“:

    >> DIE WELT

Kontakt

Vattenfall Heizkraftwerk Moorburg GmbH
Moorburger Schanze 2
21079 Hamburg

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Kraftwerk Moorburg besuchen?
Rufen Sie uns an unter:
040 570 11 32 00

moorburg@vattenfall.de

Über das Unternehmen

Die Vattenfall Heizkraftwerk Moorburg GmbH betreibt am Standort Hamburg Moorburg eines der effizientesten und umweltfreundlichsten Steinkohlekraftwerke Europas. Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 2015 deckt das Kraftwerk ca. 80 % des Hamburger Strombedarfs und leistet als größtes Kraftwerk Norddeutschlands einen entscheidenden Beitrag zu Stromversorgung und Netzstabilität der gesamten Region.