Aktuelle Presseschau

Hier werden wir Sie künftig über relevante Veröffentlichungen zum Kraftwerk Moorburg, zum Bezirk Moorburg sowie allgemein zur Energiepolitik auf dem Laufenden halten.

  • Presseschau vom 17.08.2018

    Die Zukunft der Fernwärmeversorgung scheint laut eines Beitrags des Hamburger Abendblatts weiter unklar. Ob es überhaupt zu dem 2013 per Volksentscheid beschlossenen Rückkauf des Netzes und der Kraftwerke Wedel und Tiefstack komme, sei schon seit dem Frühjahr unsicher. Das Netz sei mittlerweile deutlich weniger wert, Eigentümer Vattenfall bestehe aber auf dem 2014 garantierten Mindestpreis von 950 Millionen Euro. Nun werde laut des Abendblatt-Artikels klar, dass es auch bis heute keine konkrete Planung für die Elbquerung gäbe, die für das Fernwärmekonzept von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) nötig wäre. Denn bei der so genannten „Südvariante“ würde ein großer Teil der im Nordwesten der Stadt benötigten Wärme südlich der Elbe entstehen (ohne Anbindung des Kraftwerks Moorburg) und müsste durch Rohre unter der Elbe geleitet werden. Der Behörde lägen aber bisher keine „Antragsunterlagen“ für den Rohrbau unter der Elbe im Rahmen der „Südvariante“ vor, heißt es in einer aktuellen Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage des FDP-Fraktionsvorsitzenden Michael Kruse. Dafür sei das Planfeststellungsverfahren von Vattenfall (zur sogenannten Moorburgtrasse inklusive der Anbindung des Kraftwerks Moorburg) aber offiziell noch anhängig, so der Senat. Die Grünen in der Bürgerschaft lehnen ein solches Projekt aber weiter kategorisch ab:

    Abendblatt

    In zwölf Punkten erläutert ebenfalls das Abendblatt die aktuelle Diskussion um die Fernwärmeversorgung Hamburgs und die politische Gemengelage bei den nun zu treffenden Entscheidungen:

    Abendblatt

    In einem Interview mit der WELT kritisiert der Geschäftsführer des Ökostromanbieters Lichtblick die Bundeskanzlerin, den Wirtschaftsminister sowie fossile Kraftwerke. Das Kraftwerk Moorburg bezeichnet er als „Schandfleck“ für Hamburg und behauptet, auch ohne das Kraftwerk und das KKW Brokdorf könne Hamburg ausreichend durch regenerative Energiegewinnung mit Strom versorgt werden. Die Einspeisung von Strom aus Moorburg und anderen Kohlekraftwerken „verstopfe die Netze“ und verhindere die Nutzung von Ökostrom. Auf die Frage, wie Erneuerbare alleine die Stromversorgung sicherstellen sollen, entgegnet er, dass zuerst der Ausstieg aus der Kohle vorangetrieben werden solle, im Zuge dessen werde dann auch deutlich, welche neuen Kapazitäten man bei Netzen und Energiespeichern benötige:

    DIE WELT

    Dagegen analysiert das Handelsblatt, dass fossile Kraftwerke eben noch lange nicht verzichtbar sind. Die Hitzewelle der vergangenen Wochen habe das größte Problem der Erneuerbaren Energien deutlich gemacht. Mehr Sonne heiße eben nicht gleich mehr Strom: Die Hitzewelle zeige, wie wetterabhängig die Erneuerbaren sind. Windkrafterzeugung sei zum Teil zum Erliegen gekommen, zudem nehme der Wirkungsgrad von Solarmodulen bei steigenden Temperaturen ab. Erste Versorgungsunternehmen nutzen diese Erkenntnis bereits, um wieder für die Kohle zu werben:

    Handelsblatt

    Vermutlich wegen der Hitzewelle mussten laut taz Ende Juli zwölf Kohle-, Gas- und Kernkraftwerke ihre Leistung um insgesamt 1,6 Gigawatt reduzieren; das entspräche der Leistung von zwei großen Kohleblöcken. Dies gehe aus der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor. Grund für die hitzebedingten Abschaltungen von Kraftwerken seien der große Bedarf an Kühlwasser, der aus Flüssen gedeckt wird. Wenn deren Temperatur über 28 Grad steigt, muss die Kühlwasserentnahme normalerweise reduziert werden. Allerdings haben die Behörden in vielen Fällen Ausnahmegenehmigungen erteilt, damit die Kraftwerke weiterlaufen können, was wegen der damit verbundenen Gefahren für das Leben in den Flüssen bei Umweltverbänden auf Kritik stoße. Im Wirtschaftsministerium sehe man die Situation allerdings gelassen. Die Leistungseinschränkungen der Kraftwerke bewegten sich „auf niedrigem Niveau“, wird Staatssekretär Ulrich Nußbaum zitiert. Die Versorgungssicherheit sei daher nicht gefährdet:

    taz

    Mit dem Zeitpunkt des Ausstiegs aus der Kohleverstromung in Deutschland beschäftigt sich das Handelsblatt. Dabei werde ein Modell der „befristeten Sicherheitsbereitschaft“ den kurzfristigen Stilllegungen gegenübergestellt: Dies sei bereits für einige Braunkohlewerke vorgeschlagen worden. In dieser Sicherheitsbereitschaft seien die Kraftwerke zwar vorläufig stillgelegt. Nur in Extremsituationen können sie wieder aktiviert werden. Nach vier Jahren ist die Sicherheitsbereitschaft beendet, und das Kraftwerk werde endgültig stillgelegt. Insgesamt acht Braunkohle-Kraftwerksblöcke wurden seit 2016 schrittweise in die Sicherheitsreserve eingebracht. Die Kraftwerke werden von den Stromkunden über die Netzentgelte bezahlt. Laut Handelsblatt unter Berufung auf den Chef des Versorgers Uniper habe dies zwei Vorteile: Anders als bei einer sofortigen Abschaltung stünden die Kraftwerke noch für den Erhalt einer sicheren Versorgung zur Verfügung. Außerdem sei das Modell mit Blick auf die Mitarbeiter „nachvollziehbarer und belastbarer“ als sofortige Komplett-Stilllegungen:

    Handelsblatt

    Das Magazin Focus berichtet aus Hamburg: Die Fernwärmetrasse von der Kupferhütte Aurubis bis zur östlichen Hafencity sei nun auf ihren letzten Baumetern angelangt. 2400 von 2700 Trassenmetern seien gelegt, teilte demnach das hannoversche kommunale Energieunternehmen Enercity als Muttergesellschaft des Bauherren der Trasse mit. Zwei Düker – das sind Rohrleitungen unter Wasser – wurden zur Durchquerung des Peutekanals und des Marktkanals gelegt sowie die Fernwärmeleitungen an der Unterseite der Elbbrücken über die Elbe geführt. Nun fehle noch eine Straßenquerung, die wegen Hindernissen im Untergrund deutlich aufwendiger als geplant ausfallen werde. Durch die Leitungen fließt künftig industrielle Abwärme aus der Kupferhütte Aurubis und heizt Gebäude in der östlichen Hafencity. Beide Partner zusammen investieren mehr als 30 Millionen Euro in das Projekt. Die Leitung soll zur Heizperiode fertig sein und im Oktober offiziell eingeweiht werden. Der ursprünglich geplante Termin April konnte wegen Umplanungen nicht gehalten werden:

    Focus

    Die Energiewende hat enorme Folgen für das Stromnetz, das an seine Kapazitätsgrenze zu kommen drohe. Denn der Windstrom muss von den Küsten in die großen Industriezentren im Süden und Südwesten transportiert werden. Dafür sind Tausende Kilometer neuer Stromleitungen nötig. Nach aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur seien von erforderlichen 7.700 Kilometern beim Netzausbau im Zuge der Energiewende derzeit 1.750 Kilometer genehmigt und nur 950 realisiert. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) wolle den Ausbau der Stromnetze in Deutschland nun deutlich beschleunigen und damit eine „sichere und bezahlbare Energiewende“ gewährleisten. Dafür stellte Altmaier einen Plan vor, der einerseits die bestehenden Netze verbessern und andererseits das Ausbautempo erhöhen soll. Die ZEIT berichtet, dass es gegen diese Pläne aber auch zahlreiche Widerstände gäbe:

    ZEIT

    Als „katastrophal in Verzug“ beschreibt das Handelsblatt den Status des Netzausbaus. Der nun vorgelegte „Aktionsplan Stromnetz“ sei allerdings nicht wirklich neu, so das Blatt. Auch das für dieses Jahr geplante Netzausbaubeschleunigungsgesetz spiegele lediglich eine bereits gelebte Praxis wider:

    Handelsblatt

    Der scheidende Umweltminister Schleswig-Holsteins Dr. Robert Habeck nimmt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk ausführlich Stellung zum Netzausbau. Dieser sei unbedingt notwendig, aber auch erklärungsbedürftig. Man könne nicht schönreden, so Habeck, dass der Bau von Stromnetzen ein großer Eingriff in die Natur sei. Aber diese Leistung müsse man erbringen, wenn man ein hochenergetisches und hochindustrielles Land sein wolle:

    Deutschlandfunk

  • Presseschau vom 03.08.2018

    Zwischen der Stadt Hamburg und Vattenfall wird immer noch über den Rückkauf des Fernwärmegeschäftes verhandelt. Das Hamburger Abendblatt stellt die Positionen dar und wagt einen Ausblick auf zwei mögliche Szenarien zur Ausübung, der noch bis zum Jahresende bestehenden Kaufoption:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    In Hamburg und Schleswig-Holstein fühle man sich von der Bundesregierung im Stich gelassen, berichtet Deutschlandfunk Kultur. Der im Norden erzeugte Strom müsse in die Industriezentren im Süden transportiert werden, doch der Netzausbau stocke, es fehlten die Leitungen. Zu Wort kommt auch der Hamburger Umweltsenator Kerstan, der gerne mehr Landesmittel in den Netzausbau investieren würde, dafür aber regulatorische Vorgaben des Bundes als Voraussetzung sieht:

    DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

    Der Netzausbau brauche klare Ziele und Konsens, so das Öko-Institut. Sowohl mit Blick auf die CO2-Minderungsziele als auch beim weiterenAusbau der Erneuerbaren Energien und des Kohleausstiegs brauche es zeitnahe Entscheidungen, um die Netzentwicklung sachgerecht voranzutreiben. Solange unklar sei, ob 2030 Kohlekraftwerke mit einer Leistung von null oder über 30 Gigawatt Leistung betrieben werden und die Spannweite der erneuerbaren Erzeugungsleistung bei 150 bis 200 Gigawatt liege, könne eine sachgerechte Netzplanung kaum gelingen, so Christof Timpe vom Öko-Institut. Ein Bericht von energate messenger:

    ENERGATE MESSENGER

    Der Kohleausstieg könne laut einer neuen Studie mit nur wenigen betriebsbedingten Kündigungen in den Kohleregionen auskommen, weiß das Informationsportal proplanta. Der Strukturwandel verlaufe in der Branche entlang der natürlichen Altersgrenze. So gingen bis 2030 fast zwei Drittel der Beschäftigten im Braunkohle-Bergbau in den Ruhestand. Nicht erfasst sind jedoch die Arbeitsplätze in den Kraftwerken und der indirekt mit der Industrie verbundenen Arbeitsplätze:

    PROPLANTA

    Die Welt berichtet über eine Studie der RWTH Aachen, welche sich mit dem Ersatz deutscher Braunkohlekraftwerk durch die bestehenden Gaskraftwerke auseinandersetzt, wodurch ein Großteil der CO2-Emissionen eingespart werden könnte. Wenn die Gaskraftwerke ihre Volllaststunden erhöhten, könnten sie die wegfallenden Braunkohlekraftwerke ersetzen, ohne dass der Bau neuer Anlagen nötig sei. Allerdings gebe es auch billigere Methoden, CO2 einzusparen, so das Fazit:

    WELT

  • Presseschau vom 20.07.2018

    Der Wert des Hamburger Fernwärme-Netzes beträgt auch nach einer intensiven Nachprüfung unverändert 645 Millionen Euro. Damit kann die Stadt das Versorgungsnetz nicht zum vereinbarten Mindestpreis von 950 Millionen Euro übernehmen, ohne gegen die Landeshaushaltsordnung zu verstoßen. Wie das Handelsblatt berichtet, habe die städtische Vermögensholding HGV mit Hilfe der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC die methodische und rechnerische Richtigkeit der Unternehmensbewertung bestätigt. Den Unternehmenswert von 645 Millionen Euro hatte zuvor die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO ermittelt.

    >> HANDELSBLATT

    Der NDR beschäftigt sich in einem Namens-Kommentar mit der Diskussion um die Nutzung von Fernwärme aus dem Heizkraftwerk Moorburg. Der Autor kommt dabei zu einem eindeutigen Urteil: Angesichts der vielfältigen Argumente für eine Auskopplung der Fernwärme aus Moorburg wäre es „Unsinn“, die Moorburg-Abwärme aus rein ideologischen Gründen verpuffen zu lassen. Insbesondere die zu erwartenden Mehrkosten durch höhere Wärmepreise bei Nichtnutzung der Moorburger Wärme seien den Hamburger Haushalten nicht zuzumuten. Bezahlbares Wohnen in der Hansestadt müsse Vorrang vor Klimaschutz haben, der hier ohnehin nicht beeinträchtigt würde:

    >> NDR

    In Deutschland ist laut eines Berichts von SPIEGEL online erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt worden als aus Kohle. Im ersten Halbjahr 2018 hätten Wind, Sonne oder Wasser fast 118 Milliarden Kilowattstunden produziert, teilte der Bundesverband der Energiewirtschaft (BDEW) demnach mit. Das entspreche einem Anstieg von über zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Anteil an der Stromerzeugung habe etwa 36 Prozent betragen. Braun- und Steinkohle zusammen produzierten dagegen gut zehn Prozent weniger. Die Erneuerbaren waren damit Deutschlands wichtigste Stromquelle:

    >> SPIEGEL ONLINE

    Berücksichtigt werden in der vom SPIEGEL zitierten Analyse neben der tatsächlichen Einspeisung in die deutschen Stromnetze allerdings auch die Bruttostromerzeugung aller Akteure auf dem Strommarkt. Weitergehende Informationen stellt der BDEW auf seiner Internetseite zur Verfügung:

    >> BDEW

    Nach fast 120 Jahren Betrieb ist nach einem Bericht des WDR das Steinkohle-Kraftwerk im Wuppertaler Stadtteil Elberfeld endgültig abgeschaltet worden. Die Heizwärme für die Haushalte in Wuppertal-Barmen und Elberfeld soll in Zukunft in einer Müllverbrennungsanlage produziert werden. Bei der Eröffnung im Jahr 1900 galt das Wuppertaler Kraftwerk als besonders fortschrittlich. Mit der Energie aus Steinkohle wurde zum Beispiel der Strom für die Schwebebahn erzeugt, gleichzeitig floss die bei der Produktion anfallende Wärme als Fernwärme in die Haushalte:

    >> WDR

    Eine innovative Nachnutzung erfährt das Kohlekraftwerk Elverlingsen. Vor drei Monaten wurde das Steinkohlekraftwerk in Werdohl-Elverlingsen nach über einhundert Jahren der Stromversorgung für die Region außer Betrieb genommen. Nur ein Vierteljahr später geht dort nun ein automobiler Batteriespeicher ans Netz. Federführend verantwortlich für das Speicherprojekt ist die Daimler AG mit ihrer Tochtergesellschaft Mercedes-Benz Energy und Partnern. In eine der alten Kraftwerkshallen wurde eine Speicherhülle gebaut, darin 1920 neue Smart-Batteriemodule installiert und schließlich der Großspeicher an das Stromverteilnetz angeschlossen. Er erfülle zwei Funktionen. Zum einen kann der Smart-Speicher Netzschwankungen ausgleichen, wie sie zunehmend vor allem durch die dezentrale Einspeisung von Erneuerbaren Energien aus Sonnen- und Windstrom verursacht werden. Zum anderen „ wecke“ Daimler auf diese Weise die noch unbenutzten Batteriemodule für Elektro-Smarts der dritten Generation. Es entsteht im Grunde ein Batterieersatzteillager. Hintergrund: Bleiben Batterien länger ungenutzt, verlieren sie an Leistung. Dadurch, dass sie, wie in Werdohl-Elverlingsen, immer wieder Strom aufnehmen und abgeben, also arbeiten müssen, bleiben sie „fit“. Die Westfalenpost berichtet:

    >> WESTFALENPOST

  • Presseschau vom 06.07.2018

    Die Heizkosten für Mieter in Hamburg sollen auch nach dem Rückkauf des Fernwärmenetzes durch die Stadt „ weitgehend“ stabil bleiben. Dies betonte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) im Gespräch mit NDR 90,3. Laut Volksentscheid muss die Stadt das Fernwärmenetz von Vattenfall zurückkaufen. Allerdings dürfe die Stadt „nicht mal eben 300 Millionen Euro zu viel zahlen“, so Dressel. Ein Gutachten hatte ergeben, dass das Fernwärmenetz nur noch einen Wert von 645 Millionen Euro hat. Dies begründet ein Dilemma für den Senat, denn dieser hatte 2013 einen Mindestkaufpreis auf Basis eines Unternehmenswertes von 950 Millionen Euro mit Betreiber und Eigentümer Vattenfall vereinbart. Das Interview mit dem Finanzsenator findet sich in voller Länge auf der Website des Senders:

    >> NDR

    Der Erste Bürgermeister Hamburgs hat im Interview mit dem Hamburger Abendblatt hingegen gefordert, dass die Fermwärme nicht teurer werden dürfe. Dazu hätte es nach seinen Worten allerdings „eines Machtworts“ bedurft, auch, um den grünen Koalitionspartner an die Richtlinienkompetenz des Ersten Bürgermeisters zu erinnern:

    >> Abendblatt

    Eine „verkorkste Klima-Bilanz“ bescheinigt die Hamburger Morgenpost dem Rot-Grünen Senat der Hansestadt. Da die Wärme-Erzeugung ein entscheidender Faktor in der Klimabilanz sei, forciere die Stadt das Einpacken von Fassaden und andere Maßnahmen. Doch der BUND kritisiere, dass die Rate dort mit einem Prozent Bestandssanierung pro Jahr deutlich zu wenig sei. Die Pläne des Umweltsenators lauten, dass zum Heizen und für Warmwasser die Nachfrage um ein Viertel gesenkt werden solle. Der verbleibende Bedarf solle durch erneuerbare Energie bereitgestellt werden. Trotz dieser aus Sicht des Blattes hoch ambitionierten Ziele wolle man aber den Anschluss des Heizkraftwerks Moorburg an das Fernwärmenetz verhindern, obwohl dort Wärme produziert und ungenutzt abgeführt wird:

    >> Mopo

    Die FAZ nennt den geplanten Ausstieg aus der Kohleenergie in Deutschland eine „Jahrhundertfrage“. Das Blatt schildert die schwierige Situation, in der die jüngst berufene „Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (WSB) ihre Aufgabe zu bewältigen habe. Sie soll ein Datum für den klimapolitisch erwünschten Ausstieg aus der Braun- und Steinkohle vorschlagen, aber auch Ideen für neue Arbeitsplätze und zur Verbesserung der Infrastruktur in den betroffenen Regionen finden. Auch die Frage der Versorgungssicherheit sei ein wesentlicher Faktor:

    >> FAZ

    Nach einer Analyse von Ökonomen hat die deutsche Energiepolitik vier Jahre lang „keinen messbaren Fortschritt erzielt“. Auch die Kohlekommission operiere an entscheidenden Problemen vorbei, so die WELT in einem kritischen Bericht. Nach einer Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW Köln) habe sich der Fortschritt der deutschen Energiewende in den vergangenen vier Jahren zum Teil deutlich verlangsamt. Demnach weiche der Stand der meisten Kennzahlen, die erreicht werden sollen, immer weiter von den Zielen ab, die sich die Regierung selbst gesteckt hatte. Zwar habe die Bundesregierung in der vergangenen Legislaturperiode Ausschreibungen für erneuerbare Energien eingeführt und damit „wichtige Wettbewerbselemente bei der Förderung erneuerbarer Energien geschaffen.“ heißt es laut WELT in der IW-Zwischenbilanz 2014–2017. „Im Gegenteil hat sich der Rückstand zu den eigenen Zielvorstellungen auf dem Weg der Energiewende weiter erhöht.“

    >> WELT

  • Presseschau vom 22.06.2018

    Mehr als 22.000 Hamburger haben mit ihrer Unterschrift die Volksinitiative „Tschüss Kohle“ unterstützt. Die Listen wurden laut Hamburger Abendblatt im Rathaus bei der Senatskanzlei eingereicht. Damit muss sich die Bürgerschaft mit einem Gesetzentwurf der Initiative befassen, der einen verbindlichen Ausstieg aus der Kohleverbrennung für Fernwärme bis 2025 und zur Stromproduktion bis 2030 vorsieht – zumindest letzteres liegt jedoch gar nicht in der Entscheidungshoheit der Hamburger Landespolitik. Lehnt die Bürgerschaft die Initiative ab, wäre der Weg für ein Volksbegehren und gegebenenfalls anschließend für einen Volksentscheid frei. Kritik an der Initiative kommt aus den Fraktionen von CDU und FDP in der Bürgerschaft: Die Volksinitiaitve ‚Tschüss Kohle‘ ignoriere die Komplexität des Stromnetzes. Grundlastkraftwerke wie Moorburg würden für die Netzstabilität noch für eine längere Zeit notwendig sein. Die Volksinitiative, so ein Bürgerschaftsmitglied, blende die Öffentlichkeit, denn der langfristig wünschenswerte Kohleausstieg ließe sich „nicht per Gesetzesänderung diktieren“:

    >> Abendblatt

    Ebenfalls das Abendblatt beschäftigt sich mit den Positionen der Hamburger Regierungsparteien SPD und GRÜNE zum Heizkraftwerk Moorburg. Deren Dilemma sei es, einerseits gemeinsam den Ausstieg aus der Kohle umsetzen zu wollen, andererseits aber auch Versorgungssicherheit für die Hansestadt gewährleisten zu müssen. Die GRÜNEN, lautstarke Kritiker des Kraftwerks, müssten sich zudem vorhalten lassen, das Kraftwerk während ihrer Regierungszeit mit der CDU mit genehmigt zu haben:

    >> Abendblatt

    Abendblatt-Chefredakteur Mathias Iken widmet sich dem Thema in einem Kommentar. Er schildert darin die Sinnhaftigkeit der Fernwärmeauskopplung aus Moorburg: „Mit Fernwärme würde der Nutzungsgrad des Kraftwerks Moorburg von rund 45 Prozent auf bis zu 61 Prozent steigen. Und, jetzt wird es interessant, auch klimafreundlicher. Weil die Moorburgtrasse nicht gebaut wurde, musste das alte, ineffiziente Kohlekraftwerk in Wedel weiterlaufen – nach Angaben von Vattenfall werden damit jährlich eine Million Tonnen CO2 mehr emittiert.“ In dem Streit gehe es letztlich nicht um Moorburg, sondern die Zukunft der Kohleverstromung an sich.  Auch wenn der Kohleausstieg im Grundsatz richtig sei, lägen die GRÜNEN laut Iken in ihrer Verhinderungspolitik gegenüber Moorburg falsch:

    >> Abendblatt

    Mit dem Streit über die zukünftige Eignerschaft am Hamburger Fernwärmenetz beschäftigt sich der Deutschlandfunk. Auch dabei wird zum einen darüber diskutiert, ob eine Fernwärmeauskopplung aus dem Heizkraftwerk Moorburg sinnvoll sei. Aktuell wird dort bei der Stromproduktion anfallende Wärme ungenutzt abgeleitet. Zweiter Diskussionspunkt ist der Preis für die Leitungen, durch die diese Energie verteilt werden soll. Vor vier Jahren hatten die Stadt und Vattenfall einen Mindestpreis für den geplanten Rückkauf vertraglich vereinbart: 950 Millionen Euro. Noch in diesem Jahr will die Stadt, der schon 25,1 Prozent des Fernwärmenetzes gehören, auch den Rest der Anteile kaufen. Nach ersten Zahlen aus dem derzeit noch laufenden Wertgutachten sei das Netz aber nur noch 651 Millionen Euro wert. Einen Kauf zu deutlich überhöhten Preisen verbietet aber das Hamburger Haushaltsrecht. Eine Lösung wäre, dass Vattenfall der Stadt beim Preis entgegenkommt. Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka sehe dafür aber keinen Grund: „Das ist vertraglich geregelt. Und wir müssen nicht verkaufen. Die Entscheidung liegt auf der Seite der Stadt“, zitiert der Sender:

    >> Deutschlandfunk

    Die NJW – Neue Juristische Wochenschrift dokumentiert das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 29.05.2018. Das Oberverwaltungsgericht Hamburg muss sich demnach wegen der Wasserentnahme aus der Elbe erneut mit der Klage gegen die wasserrechtliche Erlaubnis für das Kohlekraftwerk Moorburg befassen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) mit diesem Urteil entschieden. Die Richter müssen nun weitere Tatsachen erheben und neue Gutachten berücksichtigen, um dann erneut über die Rechtmäßigkeit der Erlaubnis zu urteilen:

    >> NJW

  • Presseschau vom 08.06.2018

    Der juristische Streit über die Frage, ob das Heizkraftwerk Moorburg Elbwasser für seine Kühlung nutzen darf, dauert seit Jahren an. Im Jahr 2013 erklärte das Hamburgische Oberverwaltungsgericht die sogenannte Wasserrechtliche Erlaubnis für rechtswidrig. Die daraufhin eingelegte Revision hatte Erfolg. Nun verwies das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Sache zur erneuten Entscheidung zurück an das Oberverwaltungsgericht (OVG) Hamburg.
    Wie der NDR berichtet,  bleibe es aber vorerst beim Stand aus dem vorigen Jahr: Das Kraftwerk wird statt mit Elbwasser in einem kostspieligeren Verfahren über einen Kühlturm gekühlt. 2017 hatte die Hamburger Umweltbehörde die sogenannte Durchlaufkühlung untersagt, nachdem in einem anderen Verfahren der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden hatte, dass bei der Genehmigung zur Nutzung von Elbwasser die Umweltfolgen nicht ausreichend geprüft worden seien. Im nun anstehenden Verfahren vor dem Hamburgischen Oberverwaltungsgericht werden all diese Fragen nur bewertet werden müssen:

    >> NDR

    Das Hamburger Fernwärmenetz hat in den vergangenen Jahren deutlich an Wert verloren. Dies belegte laut NDR ein Gutachten, das die Stadt Hamburg gemeinsam mit dem Energieversorger Vattenfall in Auftrag gegeben hat. Demnach sei das Fernwärmenetz 645 Millionen Euro wert. Diese Wertangabe bringe die Stadt Hamburg in eine echte „Zwickmühle“: Sie müsse das Fernwärmenetz von Vattenfall zurückkaufen, so wie es der Volksentscheid von 2013 beschlossen hatte. Doch würde sie das zum vereinbarten Mindestkaufpreis auf Basis des damals angenommenen Unternehmenswertes von 950 Millionen Euro umsetzen, würde die Stadt massiv gegen die Landeshaushaltsordnung verstoßen, die ein solches Geschäft verbietet. Der Beitrag des NDR dokumentiert die Diskussion in der Hamburger Bürgerschaft, darunter auch einen Beitrag der FDP: Die Stadt habe nur noch die Option, auf Vattenfall zuzugehen und über den Mindestkaufpreis zu sprechen. „Dafür muss die Stadt aber etwas anbieten. Aus unserer Sicht könnte das sein, das Kohlekraftwerk Moorburg an das Fernwärmenetz anzuschließen“, wird der Abgeordnete Michael Kruse zitiert:

    >> NDR

    Das Projekt einer Fernwärmetrasse aus Moorburg in die westlichen Stadtteile Hamburgs begegnet weiterem Widerstand. Gegen das Vorhaben wehrt sich laut Elbe Wochenblatt die in Othmarschen gegründete neue Bürgerinitiative „Keine Moorburgtrasse“. Rund 25 Mitglieder gehören laut des Artikels zum harten Kern der Gruppierung. „Die gigantischen Ausmaße des Trassenbaus sind für die Menschen im Stadtteil nicht tragbar“, wird Gründerin Ute Heucke zitiert. Um de rund 70 Zentimeter Umfang messenden Fernwärmerohre zu verlegen, müssen sämtliche betroffenen Straßen aufgerissen werden. Weiterhin werden dem Leitungsbau wohl etliche Bäume entlang von Straßen und in Parks zum Opfer fallen. Laut Vattenfall-Sprecherin Barbara Meyer-Bukow gebe es für den Bau der Fernwärmeleitung noch keinen Zeitplan: „Dazu können wir aktuell nichts sagen, da das Genehmigungsverfahren noch nicht gestartet ist“, so Meyer-Bukow. Bereits jetzt stehe jedoch fest, dass lediglich sechs Straßenbäume gefällt werden müssten. Diese werde man an Ort und Stelle ersetzen. Zudem will Vattenfall nach eigener Auskunft den auf der Trasse liegenden Hindenburg-Park in Othmarschen neu gestalten:

    >> ELBE WOCHENBLATT

    (Bezahlinhalt) Zum Jahresbeginn hat die Stadt nach dem Stromnetz auch das Hamburger Gasnetz wieder übernommen. Die Übernahme erfolgte aufgrund des Volksentscheids von 2013 zum Rückkauf der Energienetze. Nun zeige sich laut Hamburger Abendblatt, mit welch hohen Kosten die Übernahme jedenfalls zunächst verbunden ist.  Nach den jüngsten Senatszahlen, die dem Abendblatt vorlägen, wird das Gasnetz im laufenden Jahr 2018 nach vielen Jahren hoher Gewinne einen Verlust von fünf Millionen Euro machen. Aktuell wird auch über die Übernahme des Fernwärmenetzes durch die Stadt verhandelt:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Nach langer Diskussion hat die Bundesregierung die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (Kohlekommission) eingesetzt. Das Handelsblatt berichtet. Insgesamt 31 Vertreter aus Umweltverbänden, Gewerkschaften, Wirtschaft und Politik, darunter vier Vorsitzende und drei Bundestagsmitglieder mit Rede-, aber ohne Stimmrecht, gehören demnach dem Gremium an. Bis Ende des Jahres soll ein Szenario für die Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung vorbereitet werden.
    Zudem solle die Kommission Vorschläge für eine Strukturentwicklung in den betroffenen Kohleregionen vorlegen, mit denen Wachstum und Beschäftigung gestärkt werden sollen. Vor allem in Nordrhein-Westfalen und in der brandenburgischen Lausitz hängen Tausende von Arbeitsplätzen am Braunkohletagebau. Der Zeitplan sei laut Handelsblatt ambitioniert, bereits im Oktober sollen erste Ergebnisse vorliegen. Die Gruppe werde sich darum bereits Ende Juni zu ihrer ersten Sitzung treffen:

    >> HANDELSBLATT

    Die Diskussion über die Zukunft des Kohlekraftwerks München Nord nach dem dortigen Volksentscheid geht weiter. Der Kohleblock im Kraftwerk Nord soll abgeschaltet werden, davor wollen die Fraktionen von CSU und SPD im Stadtrat aber weitere Fakten sammeln, welche Folgen der Schritt haben könnte. Noch bezweifle man laut Süddeutscher Zeitung im Stadtrat, wie mit dem eigentlich eindeutigen Ergebnis des Bürgerentscheids umgegangen werden solle. Auch die Möglichkeiten der Umsetzung seien fraglich:

    >> SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

     

  • Presseschau vom 25.05.2018

    Deutschlandfunk Kultur widmet sich in einem ausführlichen Beitrag der Diskussion um die Zukunft des Fernewärmenetzes in Hamburg. Das Strom- und das Gasnetz sind bereits wieder in kommunaler Hand, nun wolle der Hamburger Senat auch das Fernwärmenetz zurückkaufen. Aber Streit mit dem Eigentümer Vattenfall gebe es nicht nur über die Höhe des Verkaufspreises, so der Sender. Auch gesamtwirtschaftliche, politische und juristische Hürden bestehen:

    >> DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

    Die Leitung, welche die das Heizkraftwerk Moorburg ans Hamburger Fernwärmenetz anschließen könnte, sorgt weiterhin für Diskussion und Proteste in Hamburg. Wie FOCUS in einem von der MoPo übernommenen Beitrag berichtet, wollen Aktivisten den Bau und damit eine jahrelange Großbaustelle in mehreren Stadtteilen verhindern. Doch um wirklich gehört zu werden, seien die selbst ernannten „Öko-Spinner“ noch zu wenige:

    >> FOCUS ONLINE

    Um den Auftrag der Kohlekommission zur Planung des Braunkohleausstiegs gibt es weiterhin Diskussionen. Der Wirtschaftsflügel der Union fordert laut eines Beitrags des Handelsblatt einen Vorrang für ökonomische Fragen. „Der Umwelt- und Klimaschutz darf die Kommission nicht dominieren“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU), demnach der Deutschen Presseagentur. Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit müssten mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Den Grünen seien die Klimaschutz-Vorgaben dagegen nicht ehrgeizig genug. Das Gremium soll bis Ende dieses Jahres ein Enddatum für den Kohleausstieg festlegen:

    >> HANDELSBLATT

    Den Daten des Öko-Instituts zufolge sei Deutschland trotz der Überkapazitäten in der Stromerzeugung zeitweise Strom-Nettoimporteur gewesen. Grund dafür seien einerseits die Schneeschmelze in den Alpen, die die Preise für den aus Wasserkraft generierten Strom aus den Alpenländern Schweiz, Frankreich und Österreich gedrückt habe. Die Frankfurter Rundschau berichtet:

    >> FRANKFURTER RUNDSCHAU

    Mit der Bedeutung des Netzausbaus für den geplanten Kohleausstieg beschäftigt sich ein Beitrag des SPIEGEL. Kohle könne bei der Energieversorgung in Deutschland nach Ansicht der Bundesetzagentur langfristig eine deutlich geringere Rolle spielen. „Bis 2030 kann die Hälfte der Kohlekraftwerkskapazitäten wegfallen, ohne dass die Versorgungssicherheit in Gefahr gerät“, zitiert das Magazin den Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Dies hätten Berechnungen der Behörde und der Übertragungsnetzbetreiber ergeben. Voraussetzung sei allerdings, dass der Netzausbau bis dahin abgeschlossen sei und die geplanten Ersatz-Gaskraftwerke realisiert seien:

    >> SPIEGEL ONLINE

    Die Ausrichtung der Arbeit der künftigen Expertenkommission zum Kohleausstieg bemängelt die taz. Die Kommission solle sich zuerst um neue Jobs kümmern und erst dann um den Klimaschutz. Die Gruppe solle ein Aktionsprogramm für „neue, zukunftssichere Arbeitsplätze“ erarbeiten und einen „Instrumentenmix“ für „notwendige Investitionen in den Strukturwandel“ mit Geld aus einem öffentlichen Fonds erstellen. So stehe es im Entwurf des Mandats für die Kommission. Dann erst kämen die Klimaziele: Ein Rückgang der CO2-Emissionen aus der Kohle „um ca. 60 Prozent“ bis 2030 im Vergleich zu heute, ein Enddatum für die Kohlenutzung und Maßnahmen, um das Klimaziel für 2020 noch „so weit wie möglich“ zu erreichen:

    >> TAZ

  • Presseschau vom 11.05.2018
    Seit dem Volksentscheid über den Rückkauf der Energienetze 2013 wird in Hamburg über die Zukunft der Fernwärme diskutiert. Noch hält Vattenfall 75 Prozent und die Stadt 25 Prozent am Fernwärmenetz. Der NDR widmet sich dem Thema in einem Kommentar. Der Autor kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Beide Parteien müssten sich eigentlich einigen – und streiten noch darum, ob man Fernwärme aus dem Kohlekraftwerk Moorburg nutzen darf. Der Autor resümiert in seinem Beitrag: „Aus ideologischen Gründen die Moorburg-Abwärme verpuffen zu lassen, statt sie zu nutzen, das ist Unsinn“. Begleitet wird der Kommentar mit einem Videobeitrag:

    • NDR

    Das Hamburger Abendblatt nimmt die Diskussion zum Anlass, die Geschichte des Heizkraftwerks Moorburg erneut darzustellen und schildert die politische Gemengelage zum Zeitpunkt der jeweiligen Entscheidungen. Die Schlussfolgerung des Blattes in einem Meinungsbeitrag ist eindeutig: „Mit Fernwärme würde der Nutzungsgrad des Kraftwerks Moorburg von rund 45 Prozent auf bis zu 61 Prozent steigen. Und, jetzt wird es interessant, auch klimafreundlicher. Weil die Moorburgtrasse nicht gebaut wurde, musste das alte, ineffiziente Kohlekraftwerk in Wedel weiterlaufen – nach Angaben von Vattenfall werden damit jährlich eine Million Tonnen CO2 mehr emittiert.In dem Streit geht es längst nicht mehr um ein Kohlekraftwerk, sondern um Kohle an sich. Mit der Frage nach der Rolle des Brennstoffs mögen die Grünen richtig liegen, in diesem Einzelfall aber falsch.“  

    • Abendblatt

    In einem Interview mit der Zeitung DIE WELT nimmt der Hamburger Umweltsenator Jens Kerstan (GRÜNE) Stellung. Er beruft sich primär auf juristische Gründe, eine Anbindung des Heizkraftwerks Moorburg an die Fernwärmeversorgung Hamburgs abzulehnen, und bestätigt die dadurch wohl steigenden Kosten für die Fernwärmeversorgung:

    • DIE WELT

    Zuvor hatte der Energiekonzern Vattenfall als Betreiber des Heizkraftwerks Moorburg versöhnliche Singale an die Stadt gesendet: Konzernchef Tuomo Hatakka habe in Hamburg dafür plädiert, das Kohlekraftwerke Moorburg in die künftige Fernwärmeversorgung des Hamburger Westens einzubeziehen. Das sei deutlich wirtschaftlicher, als neue Anlagen zur Wärmeerzeugung zu errichten. Auch Vattenfall wolle möglichst zeitnah aus der Kohle aussteigen, dies müsse aber für die Kunden bezahlbar sein. Moorburg sei als Übergangslösung eine Brücke in eine CO2-freie Zukunft. In den Kernfragen, so der NDR, bleibe das Unternehmen aber hart: Insbesondere sei der vereinbarte Kaufpreis für das Fernwärmenetz nicht verhandelbar, zitiert der Sender Konzernchef Hatakka:

    • NDR
     
    Die Vorschläge für eine einvernehmliche Lösung zwischen Vattenfall als Betreiber des Heizkraftwerks Moorburg und der Stadt Hamburg fasst ein weiterer Beitrag der WELT zusammen:
    • DIE WELT

    Das neue Dattelner Kohlekraftwerk wird voraussichtlich erst Jahre später ans Netz angeschlossen. Das hat der Energieversorger Uniper laut WDR mitgeteilt. Schäden an der Kesselanlage führen zu der Verzögerung. Sie muss komplett ersetzt werden. Der darin verbaute Stahl weist Schäden auf. Frühestens im Sommer 2020 könne das Kraftwerk voll in Betrieb gehen:

    • WDR

    Europas größter Versicherungskonzern Allianz steigt laut FAZ aus der Kohle aus. Ab sofort verzichte der Münchner Dax-Konzern auf die Einzelversicherung von Kohlekraftwerken und Kohleabbau. Das sagte Vorstandschef Oliver Bäte dem Blatt zufolge in München. Und bei ihren Kapitalanlagen will die Allianz ebenfalls ab sofort nicht mehr in Unternehmen investieren, die durch umfangreichen Zubau von Kohlekraftwerken das Ziel des Pariser Klimaabkommens gefährden, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen:

    • FAZ
  • Presseschau vom 27.04.2018

    Die Hamburger Umweltbehörde blockiert die Planung einer Fernwärmetrasse von Vattenfall. Für die Leitung zum Heizkraftwerk Moorburg wurde der Erörterungstermin auf unbestimmte Zeit verschoben. Begründet wurde dieser Schritt damit, das eine mögliche Trasse über Grundstücke der Hafenverwaltung laufen müsse und hier keine Zustimmung zu erwarten sei. In einem ausführlichen Bericht des NDR, zu dem auch ein Video gehört, kommt auch die politische Opposition zu Wort: Hier spräche man von einer Diskriminierung von Vattenfall. FDP-Fraktionschef Michael Kruse sagte: „Es wird zunehmend deutlich, dass Umweltsenator Kerstan nicht in der Lage ist, ein vernünftiges Konzept für die Fernwärme in Hamburg zu präsentieren. Alle Deadlines werden gerissen.“ Der Verzicht auf die Abwärme aus Moorburg verteuere die Fernwärme um 10 bis 40 Prozent, so Kruse. Der Verbraucher zahle zukünftig 100 bis 400 Euro mehr im Jahr:

    >> NDR

    Einen Tag später berichtet das Hamburger Abendblatt von einer weiteren Eskalation im Streit um die Fernwärme. Angesichts der absolut gegensätzlichen Interessen und unterschiedlichen Vorstellungen zur Zukunft der Fernwärme scheine es schwer vorstellbar, dass Stadt und Vattenfall weiterhin halbwegs harmonisch kooperieren und ein gemeinsames Konzept zustande bekommen könnten, da beide Parteien über starke Hebel verfügten (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Die WELT kommentiert die energiepolitische Diskussion in der Hansestadt als einen „ Schaukampf ohne Sieger“. Hamburg rühme sich, „Europas Hauptstadt der Windkraft“ zu sein, doch seine Energie sei nicht sauber. Die Initiative, die die Stadt zwingen wolle, die Nutzung der Kohlekraft aufzugeben, schade tatsächlich dem Klimaschutz, da eine längere Auseinandersetzung und Verzögerung dringender Maßnahmen befürchtet wird. Die Debatte um Hamburgs Energieversorgung sei „ideologisch völlig erstarrt“ – ein „gesellschaftlicher Blackout“, der das Klima seit Jahren mehr als alles andere schwer belaste. Das Blatt plädiert dafür, mit allen Beteiligten an Hamburgs Energieversorgung einen optimalen Übergang zu den erneuerbaren Energien zu finden und dabei auch einer zeitlich befristeten Einbindung des Kraftwerks Moorburg in die Hamburger Fernwärme zuzustimmen, um damit schnell die Kraftwerke Wedel und Tiefstack zu ersetzen:

    >> WELT

    Die Süddeutsche Zeitung beschäftigt sich mit den Kosten der Abschaltung des Kohlekraftwerks im Münchener Norden, das aufgrund eines Bürgerentscheids stillgelegt werden soll. Demnach kostet die Stilllegung des Werks die Stadtwerke mindestens 217 Millionen Euro. Im schlimmsten Fall könnten die Kosten auf 358 Millionen Euro steigen. Auch der Zeitrahmen bis 2022 könnte noch zum Problem werden, so das Blatt. Werde bis dahin ein Neubau eines Gaskraftwerks nicht realisiert, verlöre die Stadt die Förderung aus dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, was den Schaden noch beträchtlich erhöhen würde:

    >> SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Deutschland und die Niederlande diskutieren die Stilllegung von Kohlekraftwerken, die Nachbarn im Osten bauen neue Anlagen: Aus Polen berichtet der Branchendienst energate messenger, dass der Technologiekonzern GE den Zuschlag für den Bau des Kohlekraftwerks „Ostroleka C“ erhalten habe. Die Gesellschaft GE Power agiere federführend bei dem Projekt des 1.000-MW-Kraftwerks im Nordosten des Landes, teilte das Unternehmen mit. Den Auftrag erteilt haben die staatlichen polnischen Energieunternehmen Energa und Enea. Das Kraftwerk geht voraussichtlich im Jahr 2023 in Betrieb und soll dann 300.000 Haushalte mit Strom versorgen. Die Investitionskosten betragen laut Enea umgerechnet rund 1,4 Mrd. Euro. Das Kraftwerk werde mit hocheffizienter Technologie ausgestattet, sodass es die EU-Standards erfüllt, erklärte GE Power. Das System von Kessel- und Dampfturbinengenerator soll einen Wirkungsgrad von 46 Prozent erreichen. Es wird das letzte in Polen gebaute Kohlekraftwerk sein:

    >> ENERGATE MESSENGER

     

  • Presseschau vom 13.04.2018

    Die zum Jahreswechsel geplante Übernahme des Fernwärmenetzes und der dazugehörenden Kraftwerke durch die Stadt Hamburg steht möglicherweise vor dem Aus. Damit könnte ein wesentlicher Teil des 2013 per Volksentscheid beschlossenen Rückkaufs der Energienetze nicht umgesetzt werden und die vom Umweltsenator Jens Kerstan (GRÜNE) geplante Wärmewende würde wohl scheitern. Die zentrale Streitfrage bei alldem sei, ob die Stadt Hamburg den seinerzeit vereinbarten Kaufpreis trotz gesunkenem Unternehmenswert bereit ist zu zahlen. Das Abendblatt beschäftigt sich ausführlich mit der Thematik:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Auch die WELT schreibt zum Thema und erläutert die haushaltspolitischen Konsequenzen einer Umsetzung des Volksentscheids:

    >> WELT

    Der oben zitierte Bericht des Abendblatts über den starken Wertverfall des Fernwärmenetzes habe eine Diskussion darüber ausgelöst, wie der Volksentscheid zum Netzerückkauf noch umgesetzt werden kann, so das Blatt in einem späteren Beitrag. CDU, FDP und AfD forderten demnach einen Anschluss des Kohlekraftwerks Moorburg an die Fernwärme. Linke und Umweltschützer warfen der SPD vor, 2014 schlecht mit Vattenfall verhandelt zu haben:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Die SHZ beschäftigt sich mit der Antrittsrede des neuen Hamburger Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher und dessen Aussagen zur zukünftigen Energiepolitik. Auffallend beim „Ritt durch die Themenvielfalt“ sei gewesen, was Tschentscher weggelassen habe: Den grünen Koalitionspartner erwähnte er laut SHZ mit keinem Wort, auch fehlte die im Koalitionsvertrag festgehaltene Aussage, auf die Nutzung von Fernwärme aus dem Kohlekraftwerk Moorburg zu verzichten. Dies könne als Umkehr der Senatspolitik zugunsten des Heizkraftwerks Moorburg verstanden werden, so das Blatt:

    >> SHZ

    Mehr als 12.500 Hamburger haben mit ihrer Unterschrift die Volksinitiative „Tschüss Kohle“ unterstützt, die eine gesetzliche Regelung erzwingen möchte, dass in Hamburg ab 2025 keine Wärme und ab 2030 auch kein Strom mehr aus Kohle produziert wird. Damit habe die Initiative die erste Hürde genommen, so das Portal energiezukunft.eu. Die Volksinitiative „Tschüss Kohle“ fordert auch, dass das Heizkraftwerk Moorburg keine Fernwärme liefern dürfe. Mit Erreichung der Mindestanzahl an Unterschriften muss sich nun die Hamburgische Bürgerschaft mit dem Volksbegehren beschäftigen. Gelingen soll dies durch einen Gesetzentwurf, der die Neuregelung im Wegerecht und damit den Klimaschutz als neues Prüfkriterium für die Genehmigung von Wärmeleitungen einführt.

    >> ENERGIEZUKUNFT.EU

    Im Streit um die Führung der Kohleausstiegs-Kommission hat die Bundesregierung einen Kompromiss gefunden: Vier Minister sollen die Arbeit gemeinsam steuern. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) würden „gemeinsam in dieser Kommission arbeiten“, kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) laut einem Beitrag auf Wallstreet Online an. Die Geschäftsstelle für die organisatorischen Aufgaben werde im Wirtschaftsministerium angesiedelt. Schulze und die SPD im Bundestag hatten eine gleichberechtigte Stellung eingefordert. Die Kommission soll laut Koalitionsvertrag unter anderem noch in diesem Jahr ein Enddatum für den Ausstieg aus der Kohlestrom-Produktion in Deutschland festlegen. Außerdem soll sie einen Plan für das schrittweise Abschalten der Kraftwerke erarbeiten, die finanzielle Abfederung des Strukturwandels klären und festlegen, wie Deutschland sein Klimaziel für 2030 einhalten soll:

    >> WALLSTREET:ONLINE

    (Bezahlinhalt) Braunkohlekraftwerke sind für die Netzsicherheit der ostdeutschen Stromnetze mittelfristig unverzichtbar, schreibt der Branchendienst energate messenger. Dies habe eine Kurzstudie der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg ergeben. Das brandenburgische Wirtschaftsministerium hatte diese beauftragt, um „belastbare Aussagen“ in der Diskussion um den Kohleausstieg zu gewinnen. „Die Studie zeigt, dass wir die Braunkohle als Brückentechnologie noch benötigen. Darüber „sollte sich auch die Bundesregierung im Klaren sein“, zitiert der Dienst Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD):

    >> ENERGATE MESSENGER

     

  • Presseschau vom 29.03.2018

    Die Volksinitiative zum geforderten Kohleausstieg, die entsprechenden Diskussionen der Energiepolitiker in Hamburg und die Zukunft der Fernwärme in der Hansestadt sind die beherrschenden Themen der Presseschau in dieser Woche. U.a. richten wir zusätzlich auch einen Blick auf Status und Rezeption der Energiewende in Deutschland.

    Ihnen allen frohe und entspannte Ostertage!

    Der Hamburger Kohleausstieg fand bei der Mitgliederversammlung der GRÜNEN Hamburg breite Zustimmung. Umweltsenator Jens Kerstan rief in der dazugehörigen Aussprache zu einem Antrag dann auch zur Unterstützung der Hamburger Volksinitiative „Tschüss Kohle“ auf. Noch vor Ort unterzeichneten er und die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank die Unterschriften-Initiative für Hamburgs Kohleausstieg, wie das Abendblatt berichtete:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    In einem Leitartikel zum Parteitag der SPD in Hamburg, auf dem u.a. die Nachfolger des scheidenden Ersten Bürgermeisters Scholz gewählt wurden, wird die Unterstützung der Volksinitiative „Tschüss Kohle“ durch die Hamburger GRÜNEN als „kleiner Affront“ gegenüber dem Koalitionspartner SPD bezeichnet. Aufgabe des kommenden SPD-Bürgermeisters Tschentscher werde es hier sein, Führungsstärke auch in der Hamburger Energiepolitik zu zeigen:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Die Diskussionen im Streit um den Partikelausstoß aus dem Wedeler Kraftwerk gehen weiter. Staatssekretär Tobias Goldschmidt aus dem Energiewendeministerium in Kiel hat sich mit Vertretern der Bürgerinitiative (BI) „Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel“ zum Ortstermin getroffen, dann mit Bürgermeister Niels Schmidt diskutiert. Die Einschätzungen lagen danach einem Beitrag des Abendblatts zufolge weit auseinander. Für den Staatssekretär sei die Sachlage klar, er sieht die Probleme eher „im zwischenmenschlichen Bereich“. „Wir sind in Kiel abgeblitzt“, sagte BI-Sprecherin Kerstin Lueckow. Und Schmidt äußerte „ein gewisses Verständnis für die Position der Landesregierung.“ Auslöser des Besuchs ist ein Beschluss des Wedeler Rates aus dem Januar, wonach das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) als zuständige Aufsichtsbehörde aufgefordert wird, „den Verursacher der Lackschäden an den Autos am Elbhochufer zweifelsfrei festzustellen“. Das LLUR ist dem Ministerium des Grünen Robert Habeck untergeordnet:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Der Bau einer neuen Fernwärmeleitung in die Hamburger Hafencity läuft aktuell auf Hochtouren. 6000 Haushalte sollen dort angeschlossen werden. Die Wärme zur Versorgung der Hafencity soll nicht aus einem Kraftwerk, sondern vom Kupfer-Unternehmen Aurubis auf der Veddel kommen. Die Abwärme der Industrieanlage wird bisher nicht genutzt und verpufft derzeit in der Luft. Nötig wird der Bau, weil Hamburg ab 2025 alle Haushalte ohne den Einsatz von Kohle beheizen will. Das alte Kraftwerk Wedel soll 2022 vom Netz. Als Ersatz sollen unterschiedliche, neue Quellen genutzt werden, bislang allerdings nicht die ebenfalls ungenutzte Abwärme aus dem Heizkraftwerk Moorburg. BILD Hamburg berichtet von den Bauarbeiten:

    >> BILD

    Die Hamburger CDU plädiert für eine stärkere Einbeziehung von Erdwärme in die Wärmeversorgung und hat dazu einen Antrag in die Bürgerschaft eingebracht. „Die Nutzung von Erdwärme als innovativer, klimafreundlicher und insbesondere CO2-freier Weg kann einen wertvollen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen und damit zum Klimaschutz liefern“, heißt es darin. „Dieses zeigt die deutlich zunehmende Anzahl von Tiefengeothermie-Anlagen zum Beispiel in der engeren und weiteren Umgebung von München.“ Ein zukünftiger Baustein der Wärmeversorgung in Hamburg könne die Nutzung von Erdwärme sein, zitiert das Abendblatt den CDU-Umweltpolitiker Stephan Gamm. „Doch statt nach wirklich innovativen Lösungen zu suchen, haben SPD und Grüne noch immer kein tragfähiges Wärmekonzept für unsere Stadt. Das Kraftwerk Wedel bleibt noch sehr lange am Netz, es soll ein unsinniges Gaskraftwerk für eine Viertelmilliarde Euro gebaut werden, und es drohen erhebliche Preissteigerungen für alle Wärmekunden.“ Dies seien „die Folgen von Senator Kerstans Energiepolitik der eingeschlafenen Hand.“

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Die juristische Auseinandersetzung um den Bau des umstrittenen Kohlekraftwerks auf dem Gelände des Chemiekonzern Dow in Stade-Bützfleth geht in eine weitere Runde. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg hat Ende vergangenen Jahres eine Klage gegen das geplante Kraftwerk von Dow Chemical in erster Instanz abgewiesen. Die vorgebrachten Gründe zum Schutz von Umwelt und Gesundheit reichten dem Gericht nicht aus, um den Bebauungsplan zu stoppen. Dagegen hat eine Anwohnerin im Bündnis mit Greenpeace und weiteren Umweltgruppen jetzt Beschwerde eingereicht. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wird nun darüber entscheiden, ob es eine Revision zulässt. Dow Stade gilt als Deutschlands zweitgrößter Energrieverbraucher. Die Investition in das Kraftwerk ist mit 1,5 Milliarden Euro erheblich. Technisch gesehen sei es ein integriertes Industriekraftwerk, kein Kohlekraftwerk im engeren Sinne, heißt es von Seiten der Dow. Bei der Stadt findet die von der Dow beabsichtigte Kohle-Gas-Biomasse-Kombination immer wieder positive Erwähnung. Bürgermeisterin Silvia Nieber sieht in dem künftigen Kraftwerk die „Sicherung des Industrie- und Gewerbestandortes Stade“. Die Kreiszeitung Wochenblatt berichtet:

    >> KREISZEITUNG WOCHENBLATT

    Ein schlechtes Zeugnis stellt eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey der Umsetzung der deutschen Energiewende aus. Wie die WELT berichtet, läge Deutschland im Vergleich aller 116 untersuchten Länder lediglich auf Platz 16. Allein in Europa hätten 11 Länder ein besseres Energiesystem. Wenn Deutschland hier abgeschlagen auf Platz zwölf komme, liege das vor allem an der schlechten Bewertung in der Kategorie „Struktur des Energiesystems“: Hier belegt Deutschland Platz 110 von 114. „Das liegt vor allem an Deutschlands Abhängigkeit vom Kohlestrom: Dessen Anteil beträgt immer noch 42 Prozent – auch weil er seit der Entscheidung zum Kernenergieausstieg einen hohen Beitrag zur Grundlastversorgung leistet“, heißt es in der WEF-McKinsey-Studie: „In der Kategorie ‚Umwelt- und Klimaschutz‘ kommt Deutschland weltweit nur auf Platz 61 – hauptsächlich wegen seines hohen CO2-Ausstoßes.“

    >> WELT

    Mit dem ambivalenten Verhältnis vieler Bürger zur Energiewende beschäftigt sich die Süddeutsche Zeitung. Viele Menschen befürworten demnach die Energiewende, lehnen aber die zwangsläufig damit verbundenen Veränderungen im Landschaftsbild vehement ab. Das Verständnis von Landschaft sei dabei hierzulande stark durch die Romantik geprägt, das Ideal seien vorindustrielle Bilder. Doch die Transformation des Energiesystems stelle Gewohnheiten und Lebensweisen infrage, verlange Anpassungsfähigkeit und fordere Mitarbeit:

    >> SÜDDEUTSCHE

  • Presseschau vom 16.03.2018

    Das Steinkohlekraftwerk Wedel in der Nähe Hamburgs liefert unverzichtbare Fernwärme für 145.000 Haushalte. Deshalb verzögert sich die von verschiedenen Interessengruppen geforderte Abschaltung des Werks, auch mangels Alternativen. Pläne für dezentrale Anlagen lägen zwar schon bereit, seien aber umstritten, so der Deutschlandfunk in seinem Beitrag:

    >> DEUTSCHLANDFUNK

    Ein historischer Zusammenschluss im Energiemarkt beherrscht die Schlagzeilen: Eon wird die RWE-Tochter Innogy übernehmen. RWE bekommt die erneuerbaren Energien von Innogy – und sogar die, die Eon bislang selbst betrieben hat, – während Eon sich auf die Sparten Netz und Vertrieb konzentrieren soll. Der Eon-Konzern wird damit zu einem der größten Energieversorger Europas und beliefert rund 50 Millionen Kunden in Europa. Der RWE-Konzern, der nach der Abspaltung von Innogy nur noch Kern-, Kohle- und Gaskraftwerke betrieben hat, wird wieder selbst grünen Strom produzieren. Das Handelsblatt fasst die wesentlichen Punkte zum Mega-Deal zusammen:

    >> HANDELSBLATT

    Mit dem Wandel in der Energiewirtschaft beschäftigt sich auch das Hamburger Abendblatt. Neben dem RWE und Eon-Deal sei auch der Einstieg eines chinesischen Unternehmens beim ostdeutschen Netzbetreiber 50Hertz bemerkenswert, so das Blatt. Negative Folgen für Verbraucher seien aber nicht zu befürchten, so das Blatt, vielmehr zeige das ausländische Interesse am deutschen Energiemarkt auch dessen Attraktivität und Wertigkeit:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Kraftwerksbetreiber Uniper will laut OP-Online seinen mit Steinkohle befeuerten Block 5 des Großkrotzenburger Kraftwerks Staudinger in Zukunft während der Sommermonate stilllegen. Daran hänge aber auch die Versorgung von tausenden Haushalten in Hanau und Großkrotzenburg mit Fernwärme. Es werden Befürchtungen laut, dass hier die Versorgungssicherheit gefährdet sei:

    >> OP ONLINE

    DAS ERSTE berichtet in einem Fernsehbeitrag:

    >> DAS ERSTE

    Mit einer Investition von 400 Millionen Euro will der Volkswagen-Konzern die Energieproduktion seiner Autowerke von Steinkohle auf Gas- und Dampfturbinen umstellen. So sollen neben Schadstoffen auch die CO2-Emissionen reduziert werden. „Mit den neuen und hocheffizienten Gasturbinen für die Kraftwerke in Wolfsburg werden die CO2-Emissionen in der Strom- und Wärmeerzeugung dauerhaft um rund 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr reduziert. Dies entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von aktuell ca. 870.000 Fahrzeugen“, zitiert das Magazin Focus das Unternehmen.

    >> FOCUS ONLINE

    Die Leipziger Stadtspitze lehnt einen zeitnahen Abschied der Stadtwerke vom Kohlestrom ab. Als Grund führt Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) laut Branchendienst energate messenger negative Auswirkungen auf das Geschäft der Stadtwerke an. Zuvor hatte die Initiative „Leipzig kohlefrei“ per Petition gefordert, dass das kommunale Unternehmen ab 2018 Kohlestrom aus ihrem Angebot ausschließt und nur noch zertifizierten Ökostrom handeln sollte. Dies sei aber „im Hinblick auf die damit verbunden Kosten nicht vertretbar“, so Jung. So würden im Ergebnis mehr als 200.000 Stromkunden im wettbewerbsintensiven Markt zusätzlich belastet. Ein endgültiger Beschluss zur Petition werde vom Stadtrat voraussichtlich im April gefällt:

    >> ENERGATE MESSENGER

     

  • Presseschau vom 02.03.2018

    Unter dem Namen „Tschüss Kohle“ haben laut WELT 13 Hamburger Organisationen und Vereine und weitere 16 Unterstützer-Organisationen eine Volksinitiative angemeldet. Alle Hamburger seien ab sofort dazu aufgerufen, den Ausstieg der Stadt aus der Kohleverbrennung zu unterstützen, teilten die Organisatoren mit. Die Initiative plane, die notwendigen Unterschriften am 29. März einzureichen. Dafür sind im ersten Schritt 10.000 gültige Unterschriften für die Volksinitiative und später im zweiten Schritt 65.000 Unterschriften für das Volksbegehren nötig:

    >> WELT

    Das Hamburger Abendblatt berichtet differenziert und zitiert verschiedene Stimmen, die sich gegen das angestrebte Volksbegehren aussprechen. Im Großraum Hamburg gibt es nur noch drei Kohlekraftwerke: Wedel, das Heizkraftwerk Moorburg und Tiefstack, alle betrieben von Vattenfall. Der schwedische Energiekonzern und der rot-grüne Senat seien infolge des Netze-Rückkaufs ohnehin dabei, die Energieversorgung in Hamburg umzustellen. Geplant ist, Wedel bis 2022 abzuschalten und Tiefstack kurz darauf auf Gas umzustellen. Knackpunkt in den Verhandlungen wie für die Volksinitiative sei daher Moorburg. Während Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) strikt dagegen ist, Fernwärme aus dem neuen und hochmodernen Kraftwerk zu nutzen, fordert Vattenfall genau das, besonders aus Gründen der Effizienz.

    Die Initiative unterstütze die Pläne der Umweltbehörde, ihre Forderungen gingen aber noch darüber hinaus, fasst der Artikel zusammen. So wolle sie eine Änderung des Weggesetztes mit dem Ziel, dass die Stadt keine öffentlichen Flächen mehr für den Bau von Leitungen zur Verfügung stellt, sofern durch diese Rohre auch arme aus Kohleverbrennung fließen soll. Sollte sie sich damit durchsetzen, würde die Auskopplung von Fernwärme in Moorburg praktisch unmöglich. Darüber hinaus solle sich der Senat dafür einsetzen, dass das Kraftwerk 2030 abgeschaltet werde. Wiebke Hansen, Sprecherin der Initiative, räumte ein, dass die Stadt über keinen „Ausknopf“ verfüge, den sie einfach drücken könne. Aber sie könnte sich auf Bundesebene dafür stark machen, dass kein Strom mehr aus Kohle produziert werden dürfe.

    Die FDP in der Hamburger Bürgerschaft stellt die Legitimität der Forderungen infrage: „Wir haben große Zweifel, ob die Formulierung der Volksinitiative rechtmäßig ist“, sagte Fraktionschef Michael Kruse dem Abendblatt. „Die Initiative steht in ihrer ideologischen Motivation dem grünen Umweltminister in nichts nach. Das bewusste Nicht-Anbinden des Kraftwerks Moorburg an das Fernwärmenetz ist ökonomisch und ökologisch schädlich.“ Auch die CDU hält die Initiative für gesetzeswidrig. Stephan Gamm (CDU) wird zitiert: „Das Vorhaben der Initiative ,Tschüss Kohle‘ ist unseriös, gesetzeswidrig und blendet die Frage nach den Folgekosten für die Fernwärmekunden komplett aus. Insbesondere die vollständig fehlende Benennung der drohenden Preissteigerungen entlarvt die Initiatoren als reine Öko-Ideologen.“ Ausführlich dazu das Abendblatt (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Der verlängerte Betrieb des Kohlekraftwerks Kiel mit einer Leistung von 323 Megawatt (MW) erwies sich als sinnvollste Alternative, um die verzögerte Fertigstellung eines Gaskraftwerks zu überbrücken, so Betreiber Uniper laut des Branchendienstes IWR. Bisher sollte das Kraftwerk zum 31. März 2018 stillgelegt und durch ein neues Gasmotorenheizkraftwerk der Stadtwerke Kiel ersetzt werden. Zum Ende des Jahres 2017 hatte sich jedoch bei diesem Projekt eine zeitliche Verzögerung von einigen Monaten ergeben. Das neue Kraftwerk sollte ursprünglich ab der Heizperiode 2018/ 2019 die Strom- und Fernwärmeversorgung sichern:

    >> IWR

    Sachsen hat sich laut MDR einer Klage von Kohledachverbänden und Kraftwerksbetreiber gegen die EU-Auflagen für strengere Schadstoffgrenzwerte angeschlossen. Das teilte die Staatskanzlei in Dresden mit. Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte demnach, die Forderungen gingen weit über den Stand der Technik hinaus. Für Kohlekraftwerke gelten ab 2021 strengere EU-Auflagen als bisher. Betroffen sind unter anderem die Grenzwerte für Stickoxid, Feinstaub und Quecksilber. Für sächsische Kraftwerksbetreiber bedeutet dass, das sie massiv nachrüsten müssen, um die Grenzwerte einhalten zu können. Doch der Umbau ist aufwändig und teuer. Daher klagen die Unternehmen gegen den Beschluss aus Brüssel:

    >> MDR

  • Presseschau vom 16.02.2018

    Von einer „teuren Luftnummer“ des Hamburger Umweltsenators Kerstan (GRÜNE) spricht die BILD Hamburg in einem Beitrag zum Heizkraftwerk Moorburg. Kerstan wolle das moderne Kraftwerk aus politischem Prinzip heraus nicht an das Hamburger Fernwärmenetz anschließen. Stattdessen plane man ein neues Gaskraftwerk, das ca. € 250 Mio. kosten und einen identischen CO2-Ausstoß wie das Moorburger Kraftwerk aufweisen würde. Das Blatt zitiert auch den CDU-Umweltexperten Gamm. Dieser hält die Pläne des Senators für unsinnig und eine Verschwendung von Steuergeldern. Das Vorhaben grenze „an Irrsinn“:

    >> BILD

    Ebenfalls BILD Hamburg berichtet kurz darauf über die Gründung der Initiative „Tschüss Kohle“, die es sich zur Aufgabe mache, die Schließung der Kraftwerke in Wedel und Tiefstack zu erreichen und – ebenso wie Senator Kerstan – eine Anbindung des Heizkraftwerks Moorburg an das Fernwärmenetz in Hamburg zu verhindern. Im Zuge eines Volksbegehrens solle ein entsprechendes Gesetz durchgesetzt werden. Zu dem Aktionsbündnis zählten rund 50 Aktivisten sowie diverse Umweltverbände:

    >> BILD

    Die langfristigen Ziele des Versorgers Vattenfall fasst das Magazin Klimaretter.info unter Berufung auf ein in BizzEnergy erschienenes Interview mit dem Vattenfall-Deutschlandchef Tuomo Hatakka zusammen. Demnach wolle Vattenfall auf lange Sicht in Deutschland ganz auf fossile Brennstoffe verzichten. Dies sei aber ein langfristiges Ziel; aktuell und mittelfristig sei z.B. das Heizkraftwerk Moorburg nicht entbehrlich:

    >> KLIMARETTER.INFO

    Die WELT wird einen Blick auf das Großprojekt Norddeutsche Energiewende – NEW 4.0. Mit dieser Initiative wollen Hamburg und Schleswig-Holstein bis Ende 2020 im Echtbetrieb Lösungen dafür erarbeiten, um beide Länder im übernächsten Jahrzehnt weitgehend mit erneuerbaren Energien zu versorgen, vor allem aus Windstrom. Das betreffe insgesamt rund 4,5 Millionen Menschen und eine komplexe Wirtschaftsstruktur. NEW 4.0 sei eines von bundesweit fünf so genannten Schaufensterprojekten, die das Bundeswirtschaftsministerium finanziell fördert. An NEW 4.0 beteiligen sich rund 60 norddeutsche Unternehmen und Institutionen. Investiert werden insgesamt bis zu 130 Millionen Euro, darunter rund 45 Millionen Euro Fördermittel des Bundes. Der Elektronenheizkessel von Vattenfall z.B. sei eines von etwa 30 größeren Teilprojekten bei NEW 4.0, den so genannten Demonstratoren.

    Wie erfolgreich all diese Projekte von NEW 4.0 letztlich seien, hänge derzeit weniger von der technischen Seite, sondern von der gesetzlichen Regulierung ab. Strom ist weit teurer als die Brennstoffe Kohle und Erdgas, vor allem deshalb, weil Strom im Rahmen der Energiewende mit hohen Sonderabgaben belastet wird, neben der regulären Stromsteuer ist das vor allem die EEG-Umlage. Die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom aus einer älteren, bereits abgeschriebenen Windkraftanlage kostet etwa drei Cent. Der Haushaltskunde aber zahle derzeit 30 Cent als Strom-Endpreis:

    >> WELT

    Der unter dem Vorbehalt der Zustimmung der SPD-Mitgliedschaft stehende Koalitionsvertrag enthält auch umfangreiche Passagen zu Klima und Energie. Der Branchendienst IWR hat diese Passagen und die Abweichungen vom Ergebnis der vorangegangenen Sondierungsgespräche zusammengefasst:

    >> IWR

  • Presseschau vom 02.02.2018

    Zwischen der Stadt Hamburg und dem Energiekonzern Vattenfall ist ein Streit um den Verkauf des Fernwärmenetzes im Jahr 2019 ausgebrochen. Vattenfall beziehe sich auf eine Bewertung des Netzes im Jahr 2012, die einen Unternehmenswert von 1,3 Milliarden Euro ergab, teilte die Hamburger Finanzbehörde laut FOCUS Online mit. Dieser Wert liege deutlich höher als der bereits vereinbarte Mindestkaufpreis von 950 Millionen Euro. Seitdem hätten sich allerdings verschiedene Faktoren verändert, die den Wert des Fernwärmenetzes sowohl nach oben wie nach unten beeinflussen würden. Die städtische Beteiligungsgesellschaft HGV lehne diesen Wertvorschlag ab, heißt es in der Mitteilung. Nun werde eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als gemeinsam von Vattenfall und HGV beauftragter Schiedsgutachter den Unternehmenswert ermitteln:

    >> FOCUS ONLINE

    Das Hamburger Abendblatt weist im selben Zusammenhang auf den bereits bestehenden Konflikt zwischen Vattenfall und der Stadt um die Einbeziehung des Kohlekraftwerks Moorburg in die künftige Fernwärmeversorgung der Stadt hin. Vattenfall will auch Wärme aus Moorburg, die bei der Stromproduktion ohnehin anfällt, in das Netz einspeisen, die Stadt lehnt das ab und will komplett bis 2025 aus der Kohle aussteigen. Dazu hat Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) ein Konzept vorgelegt, das vor allem auf die Nutzung von industrieller Abwärme und Kläranlagen im Süden der Hansestadt setzt, die Wärme aus Moorburg aber negiert (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) empfindet es laut eines Interviews mit der WELT als „ärgerlich“, dass bei den Sondierungsgesprächen mit der Union der Eindruck entstanden sei, die Sozialdemokraten wären beim Klimaschutz eingeknickt. Das sei falsch. Sie verteidigt die Beschlüsse, die auch für die Zukunft der Kohle in Deutschland Relevanz haben, vielmehr als einen großen Schritt nach vorn. Dabei bestätigte sie allerdings auch, dass man bei der Erreichung der Klimaziele realistisch sein müsse. Niemand fordere „ernsthaft den Kohleausstieg vor 2030“, zitiert das Blatt die Ministerin:

    >> WELT

    Im Streit um Emissionen aus dem Heizkraftwerk Wedel und im Umkreis durch Bewohner beklagte Schäden an Autolacken wird die Stadt Wedel laut SHZ jetzt selbst aktiv: Mit breiter Mehrheit bei drei Enthaltungen hat der Rat einen Antrag von Bündnis 90 / Die Grünen beschlossen, wonach der Bürgermeister das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) als zuständige Aufsichtsbehörde für den Kraftwerksbetrieb auffordern soll, „den Verursacher der Lackschäden an den Autos am Elbhochufer zweifelsfrei festzustellen“. Die SPD war zuvor mit einem ähnlichen Antrag gescheitert:

    >> SHZ

    Die Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen hat Schleswig-Holsteins Umweltminister Dr. Robert Habeck zu einem der beiden Parteivorsitzenden gewählt. Zusammen mit Annalena Baerbock bildet er nun die Doppelspitze der Grünen-Bundespartei. Die Wahl Habecks hatten die Delegierten durch ihre Entscheidung möglich gemacht, ihre Satzung so zu ändern, dass Habeck für eine Übergangszeit von acht Monaten gleichzeitig Minister und Parteivorsitzender sein darf. Bisher galt bei den Grünen die strikte Trennung von Amt und Mandat. Für Schleswig-Holstein beutete dies, dass in 8 Monaten ein Wechsel an der Spitze des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) erfolgen muss, so der NDR:

    >> NDR

    Das Handelsblatt lässt in einem „verbalen Schlagabtausch“ den CEO von RWE und den Chef eines Unternehmens, das als virtuelles Kraftwerk Ökostromanalagen vernetzt, gegeneinander antreten. Der Bericht über das kontroverse Gespräch bietet einen komprimierten Überblick über die wesentlichen Argumente beider Seiten:

    >> HANDELSBLATT

     

  • Presseschau vom 19.01.2018

    Der Energiekonzern Vattenfall setzt sich in Deutschland für eine verlässliche Planung des Ausstiegs aus der Stromerzeugung mit Kohle ein. „Wenn die Bundesregierung es ernst meint mit der Energiewende, brauchen wir einen geregelten Kohleausstieg“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Vattenfall, Tuomo Hatakka, u.a. dem Hamburger Abendblatt und den Zeitungen der Funke Mediengruppe, zitiert bei FOCUS online. Ein modernes Steinkohlekraftwerk werde Vattenfall jedoch unbedingt haben: Das Heizkraftwerk Moorburg in Hamburg stehe nicht zur Disposition, da Moorburg als das modernste und effizienteste Kraftwerk dieser Art Europas unverzichtbar für die Versorgungssicherheit im Norden Deutschlands sei. Das Werk werde zudem noch wichtiger, wenn das letzte Kernkraftwerk in der Region abgeschaltet sei:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    >> FOCUS ONLINE

    Das Zusammenspiel von Kernkraft- und Kohlekraftwerken mit Erzeugern regenerativer Energien schildert ein Beitrag des Deutschlandfunk. Wichtiger Faktor dabei sei die Auslastung der Netze ohne „Energiestau“. Ein solcher würde das Netz überlasten. Deswegen müssten Betreiber von Kern- und Kohlekraftwerken täglich melden, wie viel Strom sie am Folgetag zu welchen Preisen produzieren können; dazu kommen Wind- und Sonnenvorhersagen. Deutet sich dabei an, dass beispielsweise im Norden mehr Strom produziert werden wird als die Überlandleitungen nach Süden verkraften können – wo aber dringend Strom gebraucht wird – müsse der Netzbetreiber eingreifen. Dieser „Redispatch“ führe aber häufig zu Entschädigungszahlungen an die Kraftwerksbetreiber. Diese Kosten würden auf die Verbrauchen umgelegt:

    >> DEUTSCHLANDFUNK

    Mit dem Netzausbau beschäftigt sich auch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und bietet einen aktuellen Überblick zu den wichtigsten Fragen rund um dieses Thema:

    >> FAZ

    Vom „Irrsinn der Energiewende“ spricht die WELT und kritisiert die Entwicklung an den Strombörsen, die immer häufiger zu negativen Preisen führe. Das bedeutet, dass Großhandels-Abnehmer vom Strom nicht nur nichts bezahlen, sondern sogar für die Abnahme von Strom vergütet werden. Der Beitrag kritisiert, dass dieses Thema im Sondierungspapier für eine mögliche Große Koalition nicht hinreichend berücksichtigt und trotz „ambitionierter Klimaziele“ keine Lösung geboten werde:

    >> WELT

    Im Rahmen der aktuellen Ausstellung im Bergedorfer Schloss wird erneut eine „Spurensuche nach Energiequellen“ in Form von Führungen u.a. durch Kraftwerke angeboten. Am Freitag, 19. Januar, steht Hamburgs modernstes Kraftwerk Moorburg auf dem Plan, Anmeldungen können auch kurzfristig telefonisch erfolgen, so die Bergedorfer Zeitung:

    >> BERGEDORFER ZEITUNG

     

  • Presseschau vom 05.01.2018

    Die vom Hamburger Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) angekündigte Wärmewende stößt beim Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) laut Hamburger Abendblatt auf heftige Kritik: Es dürfe nicht sein, dass am Ende die Hamburger Mieter „die Zeche“ dafür zahlen, sagte VNW-Verbandschef Andreas Breitner der Zeitung. Er warnte vor einem massiven Anstieg der sogenannten zweiten Miete durch steigende Energiekosten, sollte Kerstans Fernwärme-Konzept umgesetzt werden. Schon jetzt, so Breitner, würden die Heizkosten die VNW-Haushalte bei der Miete mit im Durchschnitt einem Euro pro Quadratmeter belasten. Seit dem Jahr 2000 habe es bei diesen Energiekosten ohne Strom ein Plus von 72 Prozent gegeben. Die Erzeugung aus Kohle im Vergleich zu Gas und erneuerbaren Energien sei „deutlich günstiger“. Sollte Kohle künftig bei der Fernwärme-Erzeugung ausfallen, könne das den Preis nach oben treiben. Breitner: „Es darf nicht darum gehen, ob Moorburg einem gefällt oder nicht, sondern darum, was für Hamburg am wirtschaftlichsten ist.“

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Die Äußerungen des VNW-Verbandschefs führten zu umgehenden Reaktionen aus der Hamburger Politik, die wiederum das Abendblatt dokumentierte. Das Blatt zitiert den Umweltexperten Stephan Jersch (Die Linke): „Eine Einbeziehung von Kohlewärme wäre für das Klima, die angestrebte Vorreiterrolle Hamburgs bei der Energiewende und die Einhaltung des Volksentscheids völlig inakzeptabel“. Dagegen rede „der VNW unter Beteiligung der städtischen Saga dem Bruch des Volksentscheids das Wort“. Denn nur dieser lege fest, dass Hamburgs Energie aus erneuerbaren Energien kommen müsse. Zu der aufgeworfenen Kostenfrage äußerte sich der Sprecher der LINKEN allerdings nicht (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    In Wedel gibt es weitere Diskussionen über den Partikelausstoß aus dem dortigen Kraftwerk. Die ZEIT Online hat dazu Bilder und die Stellungnahmen des Betreibers und der gegen den Weiterbetrieb des Werkes aktiven Bürgerinitiative in ihrer Hamburg-Ausgabe im Wortlaut veröffentlicht (Bezahlinhalt):

    >> ZEIT ONLINE

    Mit dem Status der Diskussion um den Kohleausstieg in Deutschland und die Positionen der daran beteiligten Parteien, Unternehmen, Verbände und Arbeitnehmervertreter beschäftigt sich die Frankfurter Rundschau:

    >> FRANKFURTER RUNDSCHAU

     

  • Sonderpresseschau vom 22.12.2017

    Um die Zukunft der Hamburger Fernwärme-Versorgung ist ein Streit zwischen dem rot-grünen Senat und dem Energieversorger Vattenfall entbrannt. Die Gesellschafterversammlung der Vattenfall Wärme Hamburg GmbH, an der die Stadt Hamburg zu 25,1 und Vattenfall zu 74,9 Prozent beteiligt sind, konnte sich bei einem Treffen nicht auf das von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) vorgestellte Konzept einigen. Die Presse berichtet ausführlich zum Thema:

    Das Hamburger Abendblatt schildert die unterschiedlichen Auffassungen der Verhandlungspartner. Während der grüne Umweltsenator Jens Kerstan fordert, auf eine Anbindung des Heizkraftwerks Moorburg an die Fernwärmeversorgung der Stadt zu verzichten, betont Vattenfall, dass alle vorhandenen Wärmequellen zur Versorgung der Stadt genutzt werden sollen, also auch das Heizkraftwerk Moorburg. Das Blatt dokumentiert auch den Hintergrund des Streits: 2013 hatten die Hamburger per Volksentscheid den damaligen SPD-Senat aufgefordert, die Strom-, Gas- und Fernwärmenetze zurück in staat­liche Hand zu holen. Das Stromnetz hat Hamburg bereits für rund 500 Millionen Euro wieder von Vattenfall übernommen, 2018 folgt das Gasnetz vom Mehrheitsgesellschafter E.on für 275 Millionen Euro. Für die Fernwärme war 2014 eine Kaufoption für 2018 vereinbart worden, wobei sich Vattenfall einen Mindestverkaufspreis von 950 Millionen Euro vertraglich zusichern ließ:

    –> Abendblatt

    Auch die Hamburger Morgenpost widmet sich dem Thema:

    –> Morgenpost

    Die taz weist in ihrem Beitrag darauf hin, dass sich aufgrund des Hamburger Haushaltsrechts eine Patt-Situation ergeben könne, sofern Vattenfall auf dem nach dem Volksentscheid garantierten Mindestkaufpreis von 950 Mio. Euro bestehen solle. Da das Fernwärmenetz aktuell wohl weniger wert sei, schreibt die Landeshaushaltsordnung vor, das ein solcher Kauf dann nicht statthaft sei, da kein Unternehmen über Wert gekauft werden dürfe:

    –> taz

    Auf ZEIT online finden sich die Presseerklärungen der Stadt sowie Vattenfalls, die nach der gescheiterten Gesellschafterversammlung getrennt veröffentlicht wurden:

    –> ZEIT

    Ein Filmbeitrag aus dem Hamburg Journal kann auf der Website des NDR abgerufen werden:

    –> NDR

     

  • Presseschau vom 15.12.2017

    Wegen technischer Probleme mit Schweißnähten im Dampferzeuger verzögere sich der Start des wohl letzten großen Kohlekraftwerkneubaus in Deutschland in Datteln. Wie die Rheinische Post berichtet, sei die Inbetriebnahme vorsorglich vom zweiten Quartal 2018 auf das vierte Quartal nächsten Jahres verschoben worden. Ursprünglich sei die Inbetriebnahme bereits für 2011 geplant gewesen, hat sich aber insbesondere durch juristische Auseinandersetzungen zu Bau- und Betriebsgenehmigungen wiederholt verzögert:

    >> RP ONLINE

    Vor einem Kohleausstieg „mit der Brechstange“ warnt der Chef des Energieversorgers RWE in einem Beitrag des Handelsblatts. Der Manager wendet sich vor allem gegen Umweltverbände, die einen schnellen Ausstieg um jeden Preis würden durchsetzen wollen. Dies gefährde allerdings die Versorgungssicherheit in Deutschland massiv und hätte auch starke Preissteigerungen für Energie zur Folge. Als Konsequenz fordere er bei den aktuellen Gesprächen über eine große Koalition im Bund eine Politik des Augenmaßes mit Blick auf Klima und Energie:

    >> HANDELSBLATT

    Vor einem Ausstieg aus der Braunkohle warnt auch ein Vertreter der technischen Holding EPH, die bei den Lausitzer Unternehmen LEAG und MIBRAG investiert ist. Man werde, zitiert CAPITAL den Manager, in Deutschland noch mindestens 25 bis 30 Jahre auf Kohle während der Transformationsphase in der Energieversorgung angewiesen sein. EPH hatte im vergangenen Jahr die ostdeutsche Braunkohle-Sparte des Energiekonzerns Vattenfall übernommen. Seitdem kontrolliert der Konzern fast die Hälfte der deutschen Braunkohleförderung. Ein vorzeitiger Ausstieg aus der Kohleverstromung würde die EPH-Tochterfirmen in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier schwer treffen, so das Blatt:

    >> CAPITAL

    Anlässlich des Klimagipfels in Paris beschäftigt sich auch der Tagesspiegel mit dem Kohleausstieg und dessen Bedeutung für die nationale und internationale Wirtschaft. Das Blatt lässt Vertreter der Energiewirtschaft, aber auch aus dem Finanzsektor zu Wort kommen. Geschildert wird auch eine Eigenheit in der französischen Gesetzgebung: Dort würden börsenorientierte Unternehmen, Banken und institutionelle Investoren verpflichtet, ihre Pflichtberichte um Informationen zu Klimarisiken zu ergänzen:

    >> TAGESSPIEGEL

    Nach dem Regierungswechsel in Polen will auch der neue Ministerpräsident Morawiecki weiter auf Kohle als zentrale Form der Energiegewinnung setzen. Man könne darauf nicht verzichten, so das Handelsblatt, auch wenn der internationale Druck unter Gesichtspunkten des Klimaschutzes groß sei. Polen setze zudem auf Kernkraft: Das geplante erste eigene Kernkraftwerk, seit 2009 angekündigt, liege zwar im Bauzeitplan zurück, man halte aber an dem Vorhaben fest:

    >> HANDELSBLATT

     

  • Presseschau vom 01.12.2017

    Kurz vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung von Vattenfall-Fernwärme-Hamburg (VWH) am 15. Dezember versuchen Umweltaktivisten zu verhindern, dass „durch die Hintertür“ doch Fernwärme aus dem Heizkraftwerk Moorburg ins Netz gelangt und dass eine Lage entsteht, in der der Rückkauf des Fernwärmenetzes abgeblasen werden könnte. Bei dem Streit geht es darum, wie das veraltete Kohleheizkraftwerk im schleswig-holsteinischen Wedel, das einen großen Teil der Hamburger Fernwärme liefert, ersetzt werden soll. Eine Anbindung einiger Wärmelieferanten südlich der Elbe könnte eine Vorbereitung dafür sein, auch aktuell ungenutzte Wärme aus Moorburg auszukoppeln – was von zahlreichen politischen Stimmen in Hamburg befürwortet wird. Die taz berichtet:

    >> TAZ

    Auch bei einem anderen Projekt könnte Fernwärme aus Moorburg sinnvoll verwendet werden: Das nahe gelegene Spezialchemieunternehmen Hansen & Rosenthal (H&R Ölwerke Schindler) hat in seiner Raffinerie in Neuhof die „weltgrößte regelflexible Elektrolyse-Wasserstoff-Anlage“ in Betrieb genommen. Die Fünf-Megawatt-Einheit nutzt überschüssigen Windstrom, um das energiereiche Gas aus Wasser zu gewinnen und dieses bei der Herstellung von Chemieprodukten zu verwenden. Laut SHZ wolle H&R Fernwärme aus Moorburg zukaufen – dies stößt bei Kritikern auf politisch motivierte Gegenwehr:

    >> SHZ

    Die Frage des möglichen Anschlusses des Heizkraftwerks Moorburg an das Hamburger Fernwärmenetz stellt auch die ZEIT in ihrem ausführlichen Interview mit dem Generalbevollmächtigten des Betreibers Vattenfall in den Mittelpunkt. In dem Gespräch wird zudem erörtert, wie Versorgungssicherheit auch bei Umsetzung der aktuellen Pläne des Hamburger Senats gewährleistet werden kann, die Preisstabilität erhalten bleibt und welche Konsequenzen eine kurzfristige Abschaltung des Kraftwerks in Wedel hätte (Bezahlinhalt):

    >> ZEIT ONLINE

    Weitere Eskalation im Streit um Partikelauswurf durch das Heizkraftwerk Wedel: Nun hätten Anwohner Klage beim Oberverwaltungsgericht Schleswig auf Unterbindung der Emissionen eingereicht, berichtet die SHZ unter Berufung auf eine Bürgerinitiative:

    >> SHZ

    Weiter festhalten an der Versorgung durch Kohlekraftwerke möchte die Stadt Frankfurt – mindestens bis 2030. Das Heizkraftwerk West mit seinen beiden turmhohen Blöcken sei eine hocheffiziente Anlage, die dem Industrie- und Wirtschaftsstandort Frankfurt Versorgungssicherheit biete und den Frankfurter Bürgern günstigen Strom und bezahlbare Wärme, zitiert die FAZ den Stadtkämmerer Frankfurts. Allein der Umbau von einem Kohle- auf ein Gaskraftwerk würde nach Angaben von Fachleuten die Betreibergesellschaft Mainova jährlich 20 Millionen Euro kosten:

    >> FAZ

    Mit dem Status der Energiewende beschäftigt sich die ZEIT: Laut der deutschen Wissenschaftsakademie zeigte sich in einer Studie, wie die Energiewende 2.0 konkret aussähe. Tausende Quadratkilometer würden für Solar- und Windparks gebraucht. Deutschland wäre in 30 Jahren kaum wiederzuerkennen, so das Blatt (Bezahlinhalt):

    >> ZEIT ONLINE

  • Presseschau vom 17.11.2017

    Nach der Vorstellung des neuen Hamburger Fernwärmekonzepts durch Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) wachse die Angst vor massiven Preiserhöhungen für Hunderttausende Wärmekunden, so das Hamburger Abendblatt. „Kerstans Wärmekonzept wird das Wohnen für Hunderttausende Hamburger dramatisch verteuern“, wird CDU-Energiepolitiker Stephan Gamm zitiert. „Sollte es so umgesetzt werden, hätte es mittelfristig für mehr als 250.000 Haushalte, die an das Fernwärmenetz von Vattenfall angeschlossen sind, erhebliche Preissteigerungen zur Folge.“ Der Politiker verwies auf Kiel, wo es zu mehr als 30% Preissteigerung für Fernwärme gekommen sei. Es sei politisch und ökonomisch unsinnig, die im Heizkraftwerk Moorburg produzierte Wärme ungenutzt zu lassen. Auch die Verbraucherzentrale Hamburg, die die Volksinitiative um Rückkauf der Energienetze mit initiiert hatte, warne jetzt vor Preissteigerungen, so das Blatt (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Ein eigenes Bild vom Heizkraftwerk Moorburg konnten sich im Rahmen der zehnten langen Nacht der Industrie in Hamburg etwas 100 Besucher im Zuge einer Führung durch das Werk machen. Das Abendblatt berichtet von den Stationen der Tour durch alle relevanten Bereiche der Anlage und dem besseren Verständnis, das die Besucher nach Erläuterung der Details zur Energieversorgung in Hamburg der Notwendigkeit des Kraftwerks entgegenbrachten. Das Abendblatt weist darauf hin, dass Führungen durch das Heizkraftwerk Moorburg interessierten Gruppe ganzjährig offenstehen:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    In Wedel blieben die Partikelausstöße des dortigen Kraftwerks Dauerthema. Wie der NDR meldet, habe jetzt ein Gutachter attestiert, dass die Partikel dauerhafte Schäden an Fahrzeuglackierungen verursachen könnten. Es handele sich allerdings lediglich um Anhaftungen und z.B. nicht um Verätzungen. Das Kraftwerk sollte ursprünglich in Kürze stillgelegt werden, wird aber nun doch länger für die Fernwärmeversorgung des Hamburger Westens benötigt und dazu vom Betreiber Vattenfall durch Modernisierungsmaßnahmen ertüchtigt:

    >> NDR

    Der auch überregional beachtete Bürgerentscheid zum weiteren Betrieb des Kraftwerks München Nord ist entschieden. Die Mehrheit sprach sich für eine Abschaltung aus. Nach dem Entscheid muss nun die Bundesnetzagentur über weitere Schritte entscheiden. Von deren Prüfung hänge ab, ob der Meiler im Heizkraftwerk Nord tatsächlich stillgelegt werden darf. Die Grünen fordern, dass die SWM in Unterföhring ein Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk anstelle des Kohlemeilers errichten. Die Süddeutsche Zeitung fasst das Ergebnis des Bürgerentscheids und dessen Konsequenzen zusammen:

    >> SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Deutschlands größter Stromproduzent RWE habe die Krise gemeistert und sei wieder in der Gewinnzone, meldet das Handelsblatt. RWE könne „wieder angreifen“, wenn derzeit nicht in Berlin über die Zukunft seiner Kohlekraftwerke verhandelt würde. Ein beschleunigter Ausstieg aus der Kohle würde den Konzern besonders hart treffen:

    >> HANDELSBLATT

    Die Energiewende in Deutschland wird in der Bevölkerung kontrovers diskutiert – das sei das Ergebnis einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), über die die FAZ berichtet. Über den Ausstieg aus der Kernkraft herrsche dabei mehrheitlich Einvernehmen, etwas weniger deutlich auch zum Ausstieg der Kohle, kontrovers seien aber die Meinungen zu Wind- und Solarenergie und deren Standorten im Land. Bevorzugt würden Offshore-Standorte. Jeder zweite sei mit der Umsetzung der Energiewende unzufrieden, insbesondere sei diese „zu teuer“:

    >> FAZ

     

  • Presseschau vom 17.11.2017

    Nach der Vorstellung des neuen Hamburger Fernwärmekonzepts durch Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) wachse die Angst vor massiven Preiserhöhungen für Hunderttausende Wärmekunden, so das Hamburger Abendblatt. „Kerstans Wärmekonzept wird das Wohnen für Hunderttausende Hamburger dramatisch verteuern“, wird CDU-Energiepolitiker Stephan Gamm zitiert. „Sollte es so umgesetzt werden, hätte es mittelfristig für mehr als 250.000 Haushalte, die an das Fernwärmenetz von Vattenfall angeschlossen sind, erhebliche Preissteigerungen zur Folge.“ Der Politiker verwies auf Kiel, wo es zu mehr als 30% Preissteigerung für Fernwärme gekommen sei. Es sei politisch und ökonomisch unsinnig, die im Heizkraftwerk Moorburg produzierte Wärme ungenutzt zu lassen. Auch die Verbraucherzentrale Hamburg, die die Volksinitiative um Rückkauf der Energienetze mit initiiert hatte, warne jetzt vor Preissteigerungen, so das Blatt (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Ein eigenes Bild vom Heizkraftwerk Moorburg konnten sich im Rahmen der zehnten langen Nacht der Industrie in Hamburg etwas 100 Besucher im Zuge einer Führung durch das Werk machen. Das Abendblatt berichtet von den Stationen der Tour durch alle relevanten Bereiche der Anlage und dem besseren Verständnis, das die Besucher nach Erläuterung der Details zur Energieversorgung in Hamburg der Notwendigkeit des Kraftwerks entgegenbrachten. Das Abendblatt weist darauf hin, dass Führungen durch das Heizkraftwerk Moorburg interessierten Gruppe ganzjährig offenstehen:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    In Wedel blieben die Partikelausstöße des dortigen Kraftwerks Dauerthema. Wie der NDR meldet, habe jetzt ein Gutachter attestiert, dass die Partikel dauerhafte Schäden an Fahrzeuglackierungen verursachen könnten. Es handele sich allerdings lediglich um Anhaftungen und z.B. nicht um Verätzungen. Das Kraftwerk sollte ursprünglich in Kürze stillgelegt werden, wird aber nun doch länger für die Fernwärmeversorgung des Hamburger Westens benötigt und dazu vom Betreiber Vattenfall durch Modernisierungsmaßnahmen ertüchtigt:

    >> NDR

    Der auch überregional beachtete Bürgerentscheid zum weiteren Betrieb des Kraftwerks München Nord ist entschieden. Die Mehrheit sprach sich für eine Abschaltung aus. Nach dem Entscheid muss nun die Bundesnetzagentur über weitere Schritte entscheiden. Von deren Prüfung hänge ab, ob der Meiler im Heizkraftwerk Nord tatsächlich stillgelegt werden darf. Die Grünen fordern, dass die SWM in Unterföhring ein Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk anstelle des Kohlemeilers errichten. Die Süddeutsche Zeitung fasst das Ergebnis des Bürgerentscheids und dessen Konsequenzen zusammen:

    >> SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Deutschlands größter Stromproduzent RWE habe die Krise gemeistert und sei wieder in der Gewinnzone, meldet das Handelsblatt. RWE könne „wieder angreifen“, wenn derzeit nicht in Berlin über die Zukunft seiner Kohlekraftwerke verhandelt würde. Ein beschleunigter Ausstieg aus der Kohle würde den Konzern besonders hart treffen:

    >> HANDELSBLATT

    Die Energiewende in Deutschland wird in der Bevölkerung kontrovers diskutiert – das sei das Ergebnis einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), über die die FAZ berichtet. Über den Ausstieg aus der Kernkraft herrsche dabei mehrheitlich Einvernehmen, etwas weniger deutlich auch zum Ausstieg der Kohle, kontrovers seien aber die Meinungen zu Wind- und Solarenergie und deren Standorten im Land. Bevorzugt würden Offshore-Standorte. Jeder zweite sei mit der Umsetzung der Energiewende unzufrieden, insbesondere sei diese „zu teuer“:

    >> FAZ

    In der Schlussphase der Jamaika-Sondierung zeichne sich laut SHZ noch keine Einigung beim Kernthema Klimaschutz ab. Ein Kompromissangebot der Union gehe den Grünen nicht weit genug. Die Unterhändler von CDU, CSU, FDP und Grünen streiten weiter darüber, wieviele Kohlekraftwerk-Blöcke abgeschaltet werden müssen, um die deutschen Klimaziele zu erreichen:

    >> SHZ

     

  • Presseschau vom 03.11.2017

    Mit den Plänen des grünen Hamburger Umweltsenators Kerstan für die künftige Fernwärmevorsorgung der Stadt beschäftigt sich ein ausführlicher Artikel der ZEIT. Die dort geschilderten Vorhaben, u.a. die Kohlekraftwerke in Wedel und Tiefstack abzuschalten und stattdessen die Fernwärmeversorgung der Hansestadt durch ein Mischkonzept zu ersetzen, nennt das Blatt eine „Revolution“. Plan sei, Abwärme der Industrie, in einem neuen Werk zur Wärmeerzeugung aus Müll und Biomasse erzeugte Wärme sowie unterirdische Speicherwärme zu nutzen, Pläne dafür lägen bereits im Detail vor. Der Beitrag schildert in jeweils separaten Statements die möglichen Auswirkungen dieses Konzepts für Verbraucher, Parteien und auch für das Heizkraftwerk Moorburg. Demnach wäre eine zukünftige Nutzung von Moorburg zur Wärmeversorgung Hamburgs unwahrscheinlicher geworden, da politisch nur schwer durchsetzbar und bei Erfolg der Pläne auch nicht erforderlich. Moorburg verbliebe die überregionale Rolle als Stromversorger, zumal das Kraftwerk Brokdorf in spätestens vier Jahren abgeschaltet würde. Gegen die Pläne von Senator Kerstan gäbe es allerdings auch Bedenken, insbesondere, was die Kosten, die Schrittfolge des Ausstiegs aus der Kohle und die Kooperation mit den Hamburger Industriebetrieben betrifft (Bezahlinhalt):

    >> ZEIT ONLINE

    Das Abendblatt berichtet nach Vorstellung der Pläne von Senator Kerstan ebenfalls ausführlich und beleuchtet die zukünftigen Optionen für das Heizkraftwerk Moorburg:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Die taz bezieht sich in ihrem Beitrag zum Thema auf den Artikel der ZEIT und dokumentiert die Bedenken von Umweltschützern gegen die Pläne. Zwar sei der Ausstieg aus der Kohle aus deren Sicht wünschenswert, man könne aber noch nicht abschätzen, ob die Alternativlösung gangbar sei und nicht doch zur Notwendigkeit der Auskopplung von Fernwärme aus Moorburg führen könne, um die Versorgung Hamburgs zu gewährleisten:

    >> TAZ

    Zur Zukunft des Kraftwerks in Wedel äußerte sich der Betreiber Vattenfall im Rahmen eines Pressegesprächs in Wedel. Man gehe, so zitiert die SHZ den Generalbevollmächtigten des Unternehmens, von einer Betriebsdauer mindestens bis 2021 aus. Jede alternative Lösung brauche einen ausreichenden Planungs- und Umsetzungsvorlauf von wenigstens 5 Jahren, innerhalb derer die Versorgung sichergestellt sein müsse. Ein neues Kraftwerk für Wedel sei allerdings keine Option mehr, lediglich die unter Denkmalschutz stehende Maschinenhalle werde eine Nachnutzung, u.U. als Wedeler Stadthalle, erfahren:

    >> SHZ

    Parallel zur Diskussion um die Zukunft der Hamburger Wärmeversorgung hat die Stadt in Umsetzung des Volksentscheids von 2013 das Preisermittlungsverfahren für die Kraftwerke Wedel und Tiefstack sowie das Fernwärmenetz in Gang gesetzt. Ziel des Verfahrens ist die vereinbarte Übernahme des Fernwärmenetzes bis zum Jahr 2019. Das Abendblatt fasst den Stand zusammen:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Auf Sparkurs bliebe der Betreiber des Heizkraftwerks Moorburg Vattenfall, ebenfalls laut Hamburger Abendblatt. Trotz zufriedenstellender Ergebnisse sei mit Personalabbau in Deutschland zu rechnen, u.a. wegen des zu erwartenden Rückkaufs der Fernwärmeleitungen in Hamburg:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Am 5. November wird in München über die seit Monaten diskutierte Abschaltung des Kohlekraftwerks Nord im Rahmen eines Bürgerentscheids entschieden. Die Stadtwerke München betreiben im Münchener Norden ein Steinkohlekraftwerk, in dem Strom und Wärme erzeugt werden. Block 2 (in den beiden anderen Blöcken wird Müll verbrannt) ging 1991 in Betrieb und galt wegen seiner Kraft-Wärme-Kopplung damals als besonders effizient und modern. Pro Jahr werden dort rund 800 000 Tonnen Steinkohle verfeuert. Ein Zusammenschluss von mehr als 50 Vereinen, Initiativen und Parteien fordert nun, die Anlage bis 2022 stillzulegen. Die Alternative im Falle einer Abschaltung wäre allerdings ebenfalls eine Versorgung Münchens aus fossilen Quellen, womit die Gegner der Abschaltung argumentieren. Die Süddeutsche Zeitung fasst zusammen:

    >> SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Den „Wahnsinn der Energiewende“ habe laut der WELT der Sturm „Herwart“ am vergangenen Wochenende offenbart. Erstmals seit 5 Jahren seien wegen des starken Windes die Strompreise ins Negative abgerutscht, so das Blatt. Für die Verbraucher ergäben sich dadurch allerdings nicht etwa günstigere sondern höhere Preise. Grund dafür sei die in solchen Fällen höhere EEG-Umlage, mit der der subventionierte und mit Abnahmegarantien abgesicherte Strompreis finanziert werde. Profitieren würden Abnehmer aus dem Ausland, die deutschen Strom günstig abnehmen und z.B. in Österreich zum Hochpumpen von Wasser in Speicherseen verwenden könnten:

    >> WELT

     

  • Presseschau vom 20.10.2017

    Ein Fehlschlag war eine Protestaktion von Greenpeace-Aktivisten, die mit einer Lichtprojektion einer „Jamaikaflagge“ an der Fassade des Heizkraftwerks Moorburg für einen Wechsel in der Energiepolitik demonstrieren wollten. Schon nach wenigen Minuten versagten die Projektoren, laut Hamburger Morgenpost wurde der Protest daraufhin mündlich formuliert. Die Situation blieb insgesamt friedlich:

    Mopo

    Ein geteiltes Ergebnis zeigt sich nach dem achtwöchigen Test eines unterirdischen Wärmespeichers, der auf dem Gelände des Hamburger Klärwerks Dradenau unternommen wurde: Laut BILD ging bei dem Versuch, bei dem erhitztes, salzhaltiges Grundwasser gespeichert wird, zwar weniger Wärme als angenommen verloren, die Speicher-Wärme müsse aber nochmals aufgeheizt werden, bevor sie in das Fernwärmenetz eingespeist werden könne. Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) sprach deshalb auch von „Neuland“ in der Hamburger Energiepolitik:

    Bild

    Der unterirdische Wärmespeicher ist ein Versuch, die aktuell aus dem Kraftwerk Wedel stammende Fernwärme nach dessen geplanter Abschaltung zu ersetzen. Laut Hamburger Abendblatt ist die Kapazität des jetzt getesteten Speichersystems aber deutlich geringer als die in Wedel produzierte Energie. Vorschläge, das Heizkraftwerk Moorburg über eine Trasse in die Fernwärmeversorgung der Hansestadt zu integrieren, scheiterten bislang an politischer Argumentation:

    Abendblatt

    Derweil wächst der Widerstand gegen das Kraftwerk Wedel. Die Wedeler Grünen stellen sich aktuell zusammen mit der dortigen Bürgerinitiative gegen den grünen Umweltminister Dr. Robert Habeck, der die Entscheidung über eine Betriebsstillegung zu treffen hätte. Eine alternative Lösung zur Versorgung des Hamburger Westens bieten sie allerdings nicht an:

    SHZ

    Keine Hoffnung auf sinkende Strompreise dürfen sich laut eines Beitrags der WELT deutsche Verbraucher in 2018 machen. Die sog. EEG-Umlage, die etwa 25% der Stromkosten ausmacht, sinke nur geringfügig, gleichzeitig habe sich aber der Ausbau der Stromnetze zu einem wesentlichen Kostentreiber der Energiewende entwickelt. Erneuerbare Energien würden auch weiterhin hoch subventioniert:

    WELT

    Im Vorfeld des für November geplanten Bürgerentscheids über die Zukunft des Münchener Kohlekraftwerks Nord nimmt die Diskussion an Schärfe zu. Laut SZ wird insbesondere diskutiert, ob für den Fall der Abschaltung des Kohlekraftwerks ein als Ersatz geplantes Gaskraftwerk überhaupt bis 2019 planungsrechtlich auf den Weg gebracht werden könne. Außerdem sei der Ersatz eines fossilen Energieträgers durch einen anderen, der dann eine Laufzeit von 30 Jahren beanspruchen könne, unter Umweltgesichtspunkten nicht sinnvoll:

    Süddeutsche

     

     

  • Presseschau vom 06.10.2017

    Die Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern ist in Hamburg im vergangenen Jahr um 20 Prozent gestiegen. Dabei erhöhte sich die Menge des aus Kohle erzeugten Stroms gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Millionen Megawattstunden (das ist fast exakt die Erhöhung der Stromproduktion im Heizkraftwerk Moorburg) auf 8,5 Millionen MWh, teilte das Statistikamt Nord mit. Grund hierfür sei laut Hamburger Abendblatt ein „schwaches Windjahr“. Insgesamt betrage der Anteil der Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern 94% der Gesamtproduktion.

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Mit dem Kohlekraftwerk des Chemieunternehmens Dow in Stade ist das vielleicht letzte Neubauprojekt für ein Steinkohlekraftwerk in Norddeutschland genehmigt worden, das OVG Lüneburg wies eine dagegen gerichtete Klage endgültig ab. Das Werk soll zukünftig das Unternehmen Dow, nach der Bundesbahn der größte Stromverbraucher Deutschlands, unabhängig von Drittversorgern machen. Technisch ist das geplante Kraftwerk in der Lage, neben Kohle auch Biomasse und Wasserstoff zu verfeuern. Durch Auskopplung von Dampf für die Dow-Fabriken erhöhe sich der Wirkungsgrad des Werks auf 60 Prozent. Gleichwohl regte sich Protest gegen den Neubau, den die taz dokumentiert:

    >> TAZ

    Auch der NDR beschäftigt sich mit der Thematik. Der Beitrag bietet neben einem ausführlichen Bericht auch einen Link zur TV-Berichterstattung zur Planung des Werks und dem jetzt ergangenen Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg:

    >> NDR

    Nicht nur ein neues Steinkohlekraftwerk, auch ein neuer Braunkohleblock wird derzeit in NRW geplant:

    >> RP ONLINE

    Die Stadtwerke Hannover haben ihr Kohlekraftwerk in Mehrum an das tschechische Unternehmen EPH verkauft. EPH ist in nur wenigen Jahren von einem lokalen Versorger in Tschechien zum siebtgrößten Stromproduzenten in Europa aufgestiegen. Die HAZ berichtet und vermutet, dass EPH mit dem Aufkauf zahlreicher Kraftwerke gerade in Deutschland auf ein Scheitern der Energiewende spekuliere, was dann aus Furcht vor Blackouts eine staatliche Preisgarantie für die Betreiber konventioneller Kraftwerke erbringen könnte:

    >> HANNOVERSCHE ALLGEMEINE 

    Die Frage nach der Energiepolitik einer möglichen Jamaika-Koalition im Bund stellt der Bayerische Rundfunk und fasst die zum Teil kontroversen Pläne von CDU, FDP und GRÜNEN zusammen:

    >> BR

    Einen ähnlichen Service bietet Antenne Niedersachsen zu den bevorstehenden Landtagswahlen in Niedersachsen und dokumentiert die energiepolitischen Programme der dort antretenden Parteien:

    >> ANTENNE NIEDERSACHSEN

    In unmittelbarer Nähe des Heizkraftwerks Moorburg entsteht aktuell die „Neue Bahnbrücke Kattwyk“, die die bisherige Straßen- und Eisenbahnbrücke entlasten soll. Das südliche Ende des Bauwerks grenzt unmittelbar an das Kraftwerksgelände. Vom aktuellen Status des als „Jahrhundertbauwerk“ gepriesenen Projekts berichtet das Magazin „Business People“:

    >> BUSINESS & PEOPLE

     

  • Presseschau vom 22.09.2017

    Das Orkantief „Sebastian“ hat deutsche Netzbetreiber unter Druck gesetzt. Aufgrund der hohen Stromproduktion durch Windkraft am Sturmtag fielen die Preise an den Strombörsen massiv, außerdem mussten die Leitungsnetze dem Druck angepasst und konventionelle Kraftwerke vom Netz genommen werden. Das Heizkraftwerk Moorburg war an diesem Tag mit beiden Blöcken außer Betrieb, da niedrige Strompreise und die Absicherung des Stromnetzes in Norddeutschland durch den Betrieb des KKW Brokdorf gesichert waren. Die Rheinische Post berichtete:

    >> RP ONLINE

    „Schnellstmöglich abschalten“ wolle der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck das Kohlekraftwerk in Wedel. Laut eines Beitrags des Hamburger Abendblatts seien Grund hierfür die wiederholten Ausstöße von Rußpartikeln, die dem Kraftwerk zugeschrieben würden, und die hohen CO2-Emissionen des Werks. Allerdings stehen der Forderung Sachzwänge entgegen: Die Ruß-Emissionen seien erwiesenermaßen nicht gesundheitsschädlich, so dass ein juristisches Verfahren keinen Erfolg verspricht. Vor allem aber müsse die Stadt Hamburg Ersatz für das Werk in Wedel schaffen, bevor es abgeschaltet werden könne. Die mögliche Einbindung des Heizkraftwerks Moorburg in die Fernwärmeversorgung der Stadt Hamburg scheitert bislang an politischen Erwägungen. Das Abendblatt schreibt:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Für die Abschaltung von Wedel protestierten einige Anwohner. Aus den Reihen der Vertreter der organisierenden Initiativen wurde dabei auch Kritik am Umweltminister Habeck laut. Die SHZ beschäftigt sich in ihrem Beitrag dazu mit der Problematik unterschiedlicher Länderzuständigkeiten, da das Werk in Schleswig-Holstein läge, aber im wesentlichen Hamburg beliefere:

    >> SHZ

    Auf den Ausstieg aus der konventionellen Stromproduktion bereite sich laut eines Artikels des Manager Magazins der Versorger EnBW vor. Man gehe davon aus, dass die Kohlekraftwerke „auf das politisch gewollte Ende zusteuern“, zitiert das Blatt einen Sprecher. Aktuell betreibt EnBW noch acht Kohlekraftwerke, zwei Kernkraftwerke sowie zwei Gaskraftwerke:

    >> MANAGER MAGAZIN

    Anders als Deutschland will Polen auch langfristig an Kohle als Energiequelle festhalten. Zwar werde versucht, das Beheizen von Wohnungen durch Kohle zu reduzieren bzw. Emissionen durch modernere Technik zu verringern, bei der Energiegewinnung plane das Land aber bis 2050 und darüber hinaus mit der Steinkohle. Der Deutschlandfunk hat die Geschichte:

    >> DEUTSCHLANDFUNK

    Das digitale Magazin „Krautreporter“ beschäftigt sich in einem erklärenden Artikel mit dem Status der Energiewende in Deutschland und bietet zahlreiche Links zu vertiefenden Quellen. Das Fazit des Beitrags lautet, dass zahlreiche Ziele der Energiepolitik nicht erreicht wurden und auch die Klimaschutzziele verfehlt wurden. Lediglich die Stromgewinnung aus Kernenergie werde zukünftig durch erneuerbare Energiequellen ersetzt, während das Volumen der Verstromung mit fossilen Brennstoffen gleich bleibe:

    >> KRAUTREPORTER

  • Presseschau vom 08.09.2017

    Klima- und Energiepolitik sind viel diskutierte Themenfelder und nehmen daher auch im Bundestagswahlkampf einen großen Raum ein. Der MDR hat sich mit den Standpunkten der Parteien beschäftigt und dabei insbesondere die Aspekte Kohlausstieg und Klimawandel angesehen:

    >> MDR

    Die NZZ am Sonntag sprach mit Benjamin Sporton, Chef der Weltkohlevereinigung.  Demnach sei Kohle in vielen Schwellenländern und in der Stahlproduktion unerlässlich, neue Techniken sollen sie in Zukunft klimafreundlich machen (Bezahlinhalt):

    >> NZZ AM SONNTAG

    Aufatmen im Kraftwerk Mehrum bei Braunschweig: das als unwirtschaftlich eingestufte Kohlekraftwerk Mehrum bleibt am Netz, der Betrieb sei durch den Verkauf an den tschechischen Energieversorger EPH gesichert:

    >> NEW38

    Umbruch in Finnland: das Land sei auf dem Weg in eine entkarbonisierte Zukunft, plane die Erhöhung der Kohlendioxidsteuern sowie die Einführung entsprechender Gesetze im Jahr 2018. Um die daraus resultierende Lücke in der Energieversorgung zu schließen, setze man fortan vermehrt auf Kernenergie, wie das Portal euractiv weiß:

    >> EURACTIV

     

  • Presseschau vom 25.08.2017

    Wie das Kieler Umweltministerium laut Hamburger Abendblatt mitteilte, haben die am Kraftwerk Wedel genommenen und untersuchten Proben der dortigen Partikelausstöße bestätigt, dass es sich um Absonderungen aus dem Kraftwerk handele. Für eine „Gegenprobe“ zum Zweck weiterer Untersuchengen werde nun das Kraftwerk heruntergefahren. Ob und welche zusätzlichen Maßnahmen und Untersuchungen erfolgen müssten, werde nach Auswertung dieser Ergebnisse entschieden, so das Blatt:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Zuvor hatte auch der NDR aus Wedel berichtet und die bisherigen Ereignisse zusammengefasst. Das alte Kohlekraftwerk Wedel versorgt den Hamburger Westen mit Fernwärme, soll aber möglichst bald abgeschaltet werden, sobald eine Versorgungsalternative gefunden ist:

    >> NDR

    Mit der kulturellen Nachnutzung alter Kraftwerksanlagen beschäftigt sich die WELT am Beispiel des stillgelegten Hamburger Kohlekraftwerks Bille. Ähnlich wie bereits bei Industriedenkmälern im Rhein- und Ruhrgebiet entstehe in Hammerbrook, aktuell über ein Kunstfestival, neuer Raum für die Kunst- und Kulturszene der Stadt. Die ehemalige Kohlekraftanlage steht heute unter Denkmalschutz:

    >> WELT

    Die Dattelner Morgenpost besuchte die Baustelle des modernen Steinkohlekraftwerks Datteln 4. Vor 10 Jahren erfolgte dort der erste Spatenstich, jetzt werde mit Hochdruck an der Fertigstellung gearbeitet, damit wie geplant ab 2018 Strom produziert werden kann (Bezahlinhalt):

    >> DATTELNER MORGENPOST 

    Einen „Wahlcheck“ mit Blick auf die Energiepolitik bietet die Münchner Abendzeitung an. Das Blatt dokumentiert die energiepolitischen Zielsetzungen der für die Bundestagswahl kandidierenden Parteien und resümiert vorab, dass die ambitioniert geplante Energiewende stocken würde:

    >> ABENDZEITUNG MÜNCHEN

    Zur Gewaltfreiheit bei geplanten Demonstrationen gegen Kohlekraftwerke des Betreibers RWE rufen die Auszubildenden des Konzerns auf. Wie die Rheinische Post berichtet, wendet sich die Gesamt-Jugend-und Auszubildenden-Vertretung (GJAV) von RWE Power an die Demonstranten und Kohlegegner des aktuellen Klimacamps. Mit dem Schriftzug „Wir bringen Licht ins Dunkel. Gewalt stoppen. Perspektive sichern“, werde das Kohlekraftwerk Neurath beleuchtet:

    >> RHEINISCHE POST

  • Presseschau vom 11.08.2017

    Erneut ist es am Kraftwerk Wedel zum Ausstoß von Aschepartikeln gekommen. Mitarbeiter des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume haben die Verschmutzungen umgehend in Augenschein genommen und mit der Prüfung begonnen, ob das Kraftwerk für den Ausstoß verantwortlich sei, so das Hamburger Abendblatt. Da sich der Block 2 des Werks, den man bislang für den Ausstoß von Asche ursächlich sah, gegenwärtig abgeschaltet in Revision befindet, stelle sich die Frage, ob die Emissionen aus Block 1 oder von anderen Verursachern stammen:

    >> ABENDBLATT

    Das im Februar wegen rostiger Brennstäbe vom Netz genommene Kernkraftwerk Brokdorf darf wieder hochgefahren werden. Die Atomaufsicht des Landes Schleswig-Holstein hat die Zustimmung dazu erteilt. Allerdings gelten Beschränkungen. So wird die Leistung des AKW zunächst auf 88 Prozent reduziert. Später darf sie maximal 95 Prozent erreichen. Voraussetzung dafür ist, dass die mittlere Kühlmitteltemperatur abgesenkt wird. Das Heizkraftwerk Moorburg hat während des Stillstands des KKW Brokdorfs dessen Leistung zu hohen Teilen kompensiert:Die Lübecker Nachrichten schreiben dazu:

    >> LN ONLINE

    In München soll voraussichtlich am 5. November ein Bürgerentscheid über die mögliche Abschaltung des Kohleblocks im dortigen Kraftwerk Nord stattfinden. Der anstehende Bürgerentscheid „Raus aus der Steinkohle“ sei zwar zulässig, so die Süddeutsche Zeitung, könnte aber ohne jede Folge verpuffen. Zu diesem Schluss käme die Rechtsabteilung des städtischen Direktoriums. Denn nach dem Energiewirtschaftsgesetz dürften systemrelevante Kraftwerke nicht einfach stillgelegt werden. Selbst ein überwältigendes Ja der Münchner könnte demnach von den Bundesbehörden kassiert werden. Der Kohleblock des Heizkraftwerks München-Nord bliebe dann trotzdem am Netz:

    >> SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Ebenfalls in der Süddeutschen Zeitung beschäftigt sich ein Kommentar mit dem Bürgerentscheid. Der Autor hält die Thematik für zu komplex, um im Rahmen einer schlichten Entscheidung zwischen „ja“ oder „nein“ entschieden zu werden. Stattdessen bestehe die Gefahr, eine unseriöse und letztlich nicht umsetzbare Entscheidung zu treffen:

    >> SÜDDEUTCHE ZEITUNG

    Das Handelsblatt berichtet über die Bilanzpressekonferenz des Energieversorger Eon und nimmt dies zum Anlass, die größten deutschen und internationalen Energieversorger aufzulisten und kurz zu erläutern:

    >> HANDELSBLATT

    Eine Zwischenbilanz der Energiewende zieht SPIEGEL ONLINE und erläutert detailliert den Strommix in Deutschland nach Gewinnungsarten. Das Fazit des Artikels ist durchwachsen: Zwar sei es gelungen, die Versorgung mit erneuerbaren Energien deutlich zu forcieren, allerdings hätte dies weit weniger Auswirkungen auf die Klimabilanz, da die erneuerbaren Energien im wesentlichen Strom aus Kernkraftwerken ersetzten, während die Erzeugung insbesondere durch besonders klimaschädliche Braunkohle nur geringfügig zurückgegangen sei:

    >> SPIEGEL 

    Auch das ZDF beschäftigt sich mit der Energiewende. Der Beitrag auf heute.de beschäftigt sich insbesondere mit dem Strukturwandel, den der Wechsel von zentralen Erzeugungsanlagen hin zu dezentralen Einheiten mit sich bringen werde. Verlinkt ist eine 40-minütige Filmdokumentation, in der zur Frage, ob die Energiewende realistisch zu schaffen sei, zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft zu Wort kommen:

    >> HEUTE.DE

     

  • Presseschau vom 28.07.2017
    Die Stadt Hamburg kauft das Gasnetz der Stadt zum 1. Januar 2018 vollständig zurück. Das hat laut NDR der Senat beschlossen. Damit werde der Volksentscheid vom September 2013 weiter umgesetzt. Hamburg kauft 74,9 Prozent vom bisherigen Mehrheitsgesellschafter E.ON für den festgelegten Kaufpreis von 275 Millionen Euro und hält damit 100 Prozent der Anteile an der Hamburg Netz GmbH. Noch ausstehend ist die ebenfalls im Rahmen des Volksentscheides beschlossene Übernahme des Fernwärmenetzes. Diese wird u.a. von der Entscheidung über die Zukunft des Kraftwerks in Wedel abhängen, für das aktuell alternative Lösungen zur Fernwärmeversorgung des Hamburger Westens gesucht werden. Eine denkbare Einbindung des Heizkraftwerks Moorburg wird dabei von Interessenverbänden aus ideologischen Gründen weiterhin abgelehnt:
    >> NDR  
    Der Grund für die Oxidation an Brennstäben im Kernkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg), die zu einer Abschaltung des Werks geführt hatten, ist laut eines Berichts des NDR gefunden. Im Februar hatten Experten die auffälligen Korrosionsschichten festgestellt. Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) gab nun bekannt, dass ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren zu der starken Korrosion geführt habe. Erhöhte Leistung und das ständige Hoch- und Runterfahren hätten die Oxidation verstärkt. Das KKW an der Unterelbe darf jetzt nur noch mit gedrosselter Leistung wieder ans Netz. Die Atomaufsicht hat der Beladung eines neuen Reaktorkerns zugestimmt. Damit sei aber noch nicht automatisch die Zustimmung zum Wiederanfahren verbunden. Das Heizkraftwerk Moorburg hat während des Stillstands des KKW Brokdorfs dessen Leistung zu hohen Teilen kompensiert:
    >> NDR
    Mit der Herkunft der Kohle, die in deutschen Kohlekraftwerken verfeuert wird, beschäftigt sich ein Beitrag der Wirtschaftswoche. Demnach werde auch aufgrund der Zechenschließungen in Deutschland mit steigender Tendenz Kohle aus dem Ausland importiert. Deutschland sei die größte Importnation für Steinkohle in Europa. Zwar erwarte man in Zukunft rückläufige Importzahlen, dies sei nach Auffassung des Thinktanks Agora Energiewende aber vom endgültigen Ausstiegs Deutschlands aus der Braunkohle und der Entwicklung der Gaspreise abhängig:
    >> WIWO
    Mit einem „staatlich verordneten Etikettenschwindel“ in der Energieversorgung beschäftigt sich die Hannoversche Allgemeine. Da in Deutschland mehr Energiekunden „grüne“ Energie beziehen möchten, als die heimischen Windkraft- Solar- und Biostromanlagen zertifiziert liefern können, würden viele Versorger über ein norwegisches Testat konventionell erzeugten Strom zu Ökostrom umdeklarieren. So werde das ursprünglich zur Förderung erneuerbarer Energien gedachte Zertifikate-System ad absurdum geführt: 
    >> HAZ
    Mit den Wahlprogrammen der Parteien, insbesondere von CDU und SPD, in Bezug auf die Braunkohle in Deutschland beschäftigt sich die Süddeutsche Zeitung. Das Blatt wertet das Bekenntnis der CDU zum Ausstieg aus der Braunkohle als primär politisches Manöver und attestiert der SPD dagegen eine zunehmend kohlefreundliche Politik, insbesondere auf Länderebene. Alle Parteien, so das Blatt, würden sich aber in den kommenden Jahren an den harten Zahlen der vereinbarten Klimaziele messen lassen müssen:
  • Presseschau vom 14.07.2017

    Für Empörung unter den Anwohnern des Kraftwerks Wedel sorgen laut Hamburger Abendblatt Pläne der Umweltbehörde. Dort lasse man gegenwärtig drei neue Kraftwerkskonzepte für den alten Standort prüfen, darunter für ein neuartiges Strohkraftwerk. Seitens der Anwohner befürchtet man fortgesetzte Lärmbelästigung, u.a. durch die Anlieferung von Brennmaterial. Für den Bau einer ebenfalls diskutierten Großwärmepumpe gäbe es mit Dradenau auch einen alternativen Standort. Allerdings befürchten hier einige Umweltverbände, dies könne den Weg zu einer Anbindung des Heizkraftwerks Moorburg an die Fernwärmeversorgung ebnen, was aus politischen Gründen bekämpft wird:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Beim wohl letzten neu gebauten Kohlekraftwerk Deutschlands in Datteln (Kreis Recklinghausen) werden laut des Lokalblatts Die Glocke die Vorbereitungen für die Aufnahme des Betriebs immer konkreter. Zum ersten Mal wurde Kohle für das Kraftwerk am Rande des Ruhrgebiets geliefert. Die Aufnahme des Betriebs des Werks ist nach Durchführung verschiedener Tests, u.a. der Förderbänder, für den Herbst geplant:

    >> DIE GLOCKE ONLINE

    Von großen Verlusten beim Betrieb des Trainel Kraftwerks berichtet der WDR. Hauptgrund für die Verluste seien die niedrigen Strompreise und das Kohlekraftwerk in Lünen, so das Unternehmen. Die Millionen-Verluste der Stadtwerke-Gesellschaft belaste nicht nur die Dachgesellschaft Trainel, sondern auch die beteiligten Stadtwerke Lünen und Hamm:

    >> WDR

    Innerhalb „einer Generation“ wolle der Energieversorger Vattenfall, der auch das Heizkraftwerk Moorburg betreibt, auf eine klimaneutrale Energienutzung umsteigen, zitiert der Branchendienst Heise den Konzernchef Magnus Hall, der auch gesellschaftliche Verantwortung als Motiv für diese Strategie nennt. Dabei setzt der Konzern auf erneuerbare Energien, Offshore-Windenergie und jedenfalls in Schweden auch auf Kernkraft:

    >> HEISE ONLINE

    In Frankreich wolle man laut des französischen Staatsministers für Umwelt, Klimawandel und Energiewende bis 2022 keinen Strom mehr aus Kohlekraftwerken beziehen. Laut taz macht der Anteil der Kohle aktuell allerdings ohnehin nur noch 5% des Energieverbrauchs in Frankreich aus, im ganzen Land laufen nur noch vier Werke. Frankreich hat allerdings einen besonders hohen Anteil an Kernenergie im Energiemix:

    >> TAZ

     

  • Presseschau vom 30.06.2017

    Die diskutierten Pläne zum möglichen Bau einer Fernwärmeleitung unter der Elbe sorgen für kontroverse Diskussionen. Laut Hamburger Abendblatt (Bezahlinhalt), soll zwischen der südelbischen Müllverbrennungsanlage Rugenberger Damm und dem Einspeisepunkt an der Trabrennbahn in Bahrenfeld eine neue Fernwärmeleitung gebaut werden, mit der der Hamburger Westen versorgt und ein Ersatz für das Kraftwerk in Wedel geschaffen werden könne. Dieses Szenario wird auch vom Hamburger Umweltsenator Kerstan (GRÜNE) favorisiert. Kritiker befürchten, mit dem Bau der Fernwärmetrasse könnten auch die Voraussetzungen für eine spätere Anbindung des Heizkraftwerks Moorburg ans Fernwärmenetz der Hansestadt geschaffen werden, was primär aus ideologischen Gründen verhindert werden müsse:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Auch die WELT beschäftigt sich mit dem Thema. Das Blatt stellt die Frage, wem eine Wärmetrasse unter der Elbe nutzen würde, und lässt den energiepolitischen Sprecher der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft zu Wort kommen. Dieser betont, dass das Heizkraftwerk Moorburg die benötigte Wärme für hunderttausende Haushalte in Hamburg liefern könne und dies den Wirkungsgrad des Kraftwerks noch deutlich erhöhen könne, was zusammen mit einer Abschaltung des alten Kraftwerks in Wedel die Klimabilanz Hamburgs deutlich verbessern würde:

    >> WELT

    Die alternativen Pläne für eine nachhaltige Fernwärmeversorgung Hamburgs beschäftigen die taz. Das Blatt sieht ein Paradoxon darin, dass die Idee, industrielle Abwärme im damit erhitzten Grundwasser zu speichern, der geplanten Fernwärmeversorgung aus erneuerbaren Quellen zuwider laufen könne. Verhalten kommentiert die taz den Verzicht der Koalitionspartner auf die Auskopplung von Wärme aus dem Heizkraftwerk Moorburg im Koalitionsvertrag – diese könne die Effizienz und Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks erhöhen und jetzt ungenutzte Abwärme nutzbar machen:

    >> TAZ

    Kompromisslos gegen die Nutzung von Kohle zur Energiegewinnung haben sich die GRÜNEN auf ihrem Bundesparteitag in Berlin ausgesprochen. Bis 2030, so berichtet das ZDF in „heute“, wolle man komplett aus der Kohleenergie aussteigen. Über Alternativen findet sich in den Beschlüssen keine Aussage:

    >> ZDF HEUTE

    International wird wieder mehr Steinkohle gefördert. Nach einem Bericht der Wirtschaftswoche habe die Förderung in China und den USA, aber auch in Indien in den vergangenen Monaten wieder deutlich zugelegt. Gründe hierfür seien z.B. besonders hoher Energiebedarf (Indien), der über andere Energieträger nicht befriedigt werden könne, oder ein Anstieg der Preise für Erdgas (USA). Kritiker warnen vor den Auswirkungen auf das Klima:

    >> WIWO

  • Presseschau vom 16.06.2017

    Nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) gegen die Freie und Hansestadt Hamburg zur Rechtmäßigkeit der wasserrechtlichen Erlaubnis des Kraftwerks Moorburg beschäftigt sich die Welt mit den Konsequenzen der Entscheidung und beantwortet die wesentlichen Fragen. Dabei schildert das Blatt u.a. auch die besonderen technischen Eigenschaften des Kraftwerks, die Hintergründe zum in dieser Form gebauten Kühlturm und die gewachsene Bedeutung des Werks angesichts des aktuellen Stillstands des Kernkraftwerks Brokdorf:

    >> WELT

    Umweltaktivisten haben aus Protest gegen das Kohlekraftwerk Moorburg im Hamburger Hafen eine Brücke blockiert und für Beeinträchtigungen im Schiffsverkehr gesorgt. Zwei Aktivisten seilten sich von der Kattwykbrücke ab, sodass die Hubbrücke nach Angaben einer Sprecherin der Gruppe Gegenstrom Hamburg nicht hochgezogen werden konnte. So war die Passage für große Schiffe nicht befahrbar. Das Hamburger Abendblatt berichtete:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Aktuell aus Brokdorf berichtet der Weser Kurier. Dort ist das Kernkraftwerk weiterhin abgeschaltet, nachdem im Frühjahr Rostbefall auf Brennstäben entdeckt wurde. Das vom Betreiber vorgelegte Gutachten zum Schaden befände sich weiterhin in der Prüfung durch die zuständige Aufsichtsbehörde; in der Zwischenzeit falle für den Betreiber täglich ein geschätzter Verlust von bis zu einer Million Euro pro Tag an. Ob Brokdorf überhaupt wieder ans Netz gehen werde, lässt das Blatt offen. Brokdorf lieferte einen wesentlichen Teil der Energie für Hamburg, was aktuell besonders vom Kraftwerk Moorburg kompensiert wird:

    >> WESER KURIER

    Aus Wedel berichtet das Hamburger Abendblatt. Dort könnte in der Ratssitzung am 29.06. eine von allen Ratsfraktionen getragene Resolution eingebracht werden, mit der die Freie und Hansestadt Hamburg aufgefordert werden soll, das alte Kohlekraftwerk Wedel nur noch in der Heizperiode und nicht ganzjährig zur Stromerzeugung zu nutzen. Parallel solle „schnellstmöglich“ ein Ersatz für das Kraftwerk realisiert werden“, und dies „auch unter Nutzung der bereits vorhandenen Fernwärmeanlagen in Hamburg“, zitiert das Blatt:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Der Start des „wohl letzten Kohlekraftwerksneubaus in Deutschland“ steht einem Bericht des WDR zufolge in Datteln bevor. Aktuell werde der Kessel des 1.100-Megawatt-Großkraftwerks mit Ölbrennern von außen erhitzt, um den Stahl zu entspannen. Für den Herbst sei die Aufnahme des Probebetriebs geplant:

    >> WDR

    Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, mit der die von 2011 bis 2016 erhobene Kernbrennelementesteuer von den Konzernen erhoben wurde, die neben Kohlekraftwerken noch aktive Kernkraftwerke betrieben haben, war als beherrschendes energiepolitisches Thema Gegenstand umfangreicher Berichterstattung in vielen Medien. Einen Überblick über die Hintergründe der Entscheidung liefert die Tagesschau:

    >> TAGESSCHAU

    Eine Übersicht zu Pressestimmen zur Entscheidung bietet FOCUS:

    >> FOCUS

    Ein Beitrag der FAZ beschäftigt sich mit der zunehmenden Bedeutung fossiler Kraftwerke zur Sicherung der Netzstabilität und Versorgung. Das deutsche Stromnetz, so das Blatt, befände sich in einem „besorgniserregenden“ Zustand, der Ausbau komme nur schleppend voran und es käme zu regelmäßigen Störungen. Zitiert wird ein Sprecher des Energieversorgers Amprion, der die Situation als 2am Limit“ bezeichnet:

    >> FAZ

    Einigkeit über die zukünftige Regierungskoalition in Schleswig-Holstein meldet der Deutschlandfunk. Demnach sei der Weg frei für das sog. Jamaika-Bündnis aus CDU, FDP und GRÜNE:

    >> DEUTSCHLANDFUNK

    Bereits zuvor hatte das Hamburger Abendblatt über die künftige Ressortverteilung im Kabinett des neuen Ministerpräsidenten Daniel Günther berichtet. Dabei werde das für die Energiewirtschaft zuständige Ministerium MELUR auch weiterhin durch Dr. Robert Habeck (GRÜNE) geführt werden. Die schleswig-holsteinische Landespolitik ist auch von Relevanz für Hamburg, u.a. da das Hamburg versorgende Kraftwerk in Wedel und damit in Schleswig-Holstein liegt:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

     

  • Presseschau vom 02.06.2017

    Das Heizkraftwerk Moorburg sorgt für positive Zahlen für den Hamburger Hafen. Dank des gestiegenen Umsatzes mit Kohle, so Ingo Egloff, Geschäftsführer von Hafen Hamburg Marketing in der WELT, sei der Umschlag im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das Kraftwerk laufe auf Volllast, zusammen mit umgeschlagener Kohle für das Stahlwerk Salzgitter, dass ebenfalls über Hamburg versorgt wird, wirke sich dies positiv aus:

    >> WELT

    Zur Umsetzung des EuGH-Urteiles vom 26. April 2017 durch die Stadt Hamburg berichtet die WELT. Das Gericht hatte verfahrensrechtliche Fehler im Zeitpunkt der Erteilung der sog. wasserrechtlichen Erlaubnis im Jahr 2008 gerügt. Die Stadt hat nun darauf reagiert und die Nutzung von Elbwasser zu Zwecken der Durchlaufkühlung untersagt. Das Heizkraftwerk Moorburg wird jetzt über den Kühlturm betrieben:

    >> WELT

    Bilanz zweier Regierungsjahre unter der rot-grünen Regierung in Hamburg zieht das Hamburger Abendblatt und beleuchtet dabei auch den Status der Energiepolitik. Diese sieht das Blatt kritisch: Von einer ökologisch-sozialen Wärmepolitik, wie im Koalitionsvertrag angekündigt, sei wenig zu sehen. Obwohl vereinbart wurde, dass kohlebefeuerte Erzeugungsanlagen nicht an das Fernwärmenetz angeschlossen werden sollen, gäbe es auch im rot-grünen Regierungslager einige Stimmen, die das Kohlekraftwerk Moorburg und die sinnvolle Nutzung der dort anfallenden Wärme wieder ins Spiel bringen wollen:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Nach dem Volksentscheid zur Rekommunalisierung der Energienetze in Hamburg wurde zur Überwachung dessen Umsetzung ein Beirat gebildet, der sich aus Mitgliedern unterschiedlicher Interessengruppen zusammensetzt, darunter die Initiatoren des Volksentscheids. An der Arbeit dieses Beirats wird jetzt Kritik laut, so die WELT. Vertreter von CDU und FDP sehen in dem Beirat lediglich eine „politische Belohnung“ für die Initiatoren. Bemängelt wird vor allem die mangelnde Fachkenntnis vieler Mitglieder. Dabei sei der Beirat gerade bei der anstehenden Entscheidung zur Zukunft des Kraftwerks in Wedel wichtig:

    >> WELT

    Das seitens der Befürworter des Volksentscheids und entsprechender Aktivisten das Thema „Moorburg-Trasse“ weiterhin ein besonders emotional belegtes Symbol ist, zeigt die Berichterstattung der Agentur „Nonstop News“ zu entsprechenden Protestaktionen am Hamburger Rathaus. Dort wurden Plakate mit Protestparolen aufgehängt:

    >> NONSTOPNEWS

    Die WAZ beschäftigt sich mit den Zukunftsplänen von Vattenfall in Deutschland und zitiert ausführlich Deutschland-Chef Tuomo Hatakka zu den kommenden Schwerpunkten der Strategie des Unternehmens. Dabei geht der Manager auch auf die Situation des Heizkraftwerkes Moorburg ein. Dessen Betrieb erwirtschafte trotz widriger Marktbedingungen einen positiven Cash-Flow, es sei aber auch klar, dass Moorburg „keine gute Investition“ für Vattenfall sein werde, da auch in Zukunft ein Überangebot an Strom zu befürchten sei. Die moderne Anlage liefere aber in jedem Fall einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Norddeutschland:

    >> WAZ

    Endgültig beendet ist die Braunkohleverbrennung im Berliner Heizkraftwerk Klingenberg: Das dortige Kraftwerk, seit 1926 in Betrieb, ist stillgelegt worden. Wie die Berliner Zeitung berichtet, waren sich bei der begleitenden Gedenkveranstaltung Vertreter des Betreibers Vattenfall wie auch politische Vertreter des Landes Berlin, darunter der regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) einig, dass es sich bei der Schließung um einen „Meilenstein“ und „Beginn einer neuen Ära“ der Energieerzeugung in Berlin handeln würde. Vattenfall setzt mit der Schließung eine 2009 mit Berlin vereinbarte Klimaschutzvereinbarung um:

    >> BERLINER ZEITUNG

    Im Interview mit der WAZ erläutert der Chef des Versorgers Uniper die Situation und Pläne seines Unternehmens, auch im Lichte der Ergebnisse der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, und trifft Aussagen zur Zukunft der Steinkohlekraftwerke in NRW sowie deren genereller Nutzung im Zuge der Energiewende. Am Beispiel des Werkes Datteln 4, dem er eine Laufzeitkapazität von bis zu 50 Jahren voraussagt, schildert der Manager, wie sich ein solches Werk in die klimapolitischen Ziele einordnen kann:

    >> WAZ

  • Presseschau vom 19. Mai 2017

    Aus einer Studie, über die Euractiv und Reuters berichten, gehe hervor, dass striktere Emissionsgrenzen in der EU zu teuren Nachrüstungen oder auch Schließungen von rund einem Drittel der europäischen Kohlekraftwerke führen können. Die europäische Kohleenergie habe bereits jetzt Probleme, konkurrenzfähig zu bleiben. Gründe dafür seien niedrige Groβhandelspreise für Energie, schwache Nachfrage und das fortlaufende Wachstum der Erneuerbaren Energien. Letztes Jahr wurden bereits Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 10 Gigawatt geschlossen, und mehrere europäische Regierungen planten, bis 2030 komplett aus der Kohle auszusteigen:

    >> EURACTIV

    Am Beispiel des Großkraftwerks Mannheim beschäftigt sich die Rhein-Neckar-Zeitung mit den Kosten der Energieproduktion. Die aktuellen Großhandelspreise seien verantwortlich dafür, dass selbst intensiv produzierende Werke wie das Werk in Mannheim nicht kostendeckend arbeiten. Die Großhandelspreise entwickeln sich in Abhängigkeit von der vorhandenen Angebotsmenge, wenn wie gegenwärtig der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstromverbrauch in Deutschland bei 53% läge, würde damit theoretisch der gesamte Bedarf abgedeckt werden können. Allerdings sei das nicht immer der Fall: Bei einer „Dunkelflaute“ wie sie z.B. im Januar vorkam, würden Kohlekraftwerke als Reserve einspringen können und müssen dann auch profitabel produzieren:

    >> RHEIN-NECKAR-ZEITUNG

    Die Frankfurter Rundschau beschäftigt sich mit dem Ergebnis der Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen und deren Konsequenzen für die Energiepolitik dieser Länder. Das Blatt befürchtet bei den erwarteten Regierungskoalitionen in beiden Ländern die Fortsetzung einer „Pro-Kohle-Politik“ und eine Verlangsamung der Energiewende, dokumentiert jedoch auch Sachargumente für eine solche Richtung:

    >> FRANKFURTER RUNDSCHAU

    Den Blick nach Großbritannien richtet die Süddeutsche Zeitung. Dort sei im April erstmals seit 1882 24 Stunden lang kein Strom aus Kohleverstromung genutzt worden, da im fraglichen Zeitraum geringer Bedarf geherrscht hätte und ausreichend Windenergie verfügbar gewesen sei. Die dortige konservative Regierung fördere auch auf Basis solcher Ereignisse die Abschaltung aller Kohlekraftwerke, allerdings zu Gunsten der Nutzung von Kernkraft, die ausgebaut werden solle:

    >> SÜDDEUTSCHE

  • Presseschau vom 05.05.2017

    Am 26.04.2017 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass die Stadt Hamburg bei der Genehmigung des Kraftwerks Moorburg „keine korrekte und vollständige Verträglichkeitsprüfung durchgeführt“ habe. Dennoch werde der Kraftwerksbetrieb ohne Unterbrechung weitergehen, da das Heizkraftwerk Moorburg auch mit seinem Hybridkühlturm betrieben werden kann. Mehr Hintergründe und Informationen zu diesem Thema finden Sie zum Beispiel in diesem Artikel des Hamburger Abendblatts:

    >> ABENDBLATT

    Auch die SHZ beschäftigt sich mit dem Thema und legt besonderes Augenmerk auf die Relevanz der durch das Urteil für nötig befundenen, zusätzlichen Umweltschutzauflagen. Das Urteil bewerte die Lage zum Zeitpunkt der Genehmigung 2008. Mittlerweile habe sich aber herausgestellt, dass nur wenige Fische der Kühlung des Kraftwerks zum Opfer gefallen seien. Im ersten Betriebsjahr bis März 2016 seien es weniger als 100 Exemplare der geschützten Arten. Dagegen war die Fischtreppe in Geesthacht ein voller Erfolg, der allein 34.000 der geschützten Fische den Aufstieg ermöglichte und dazu zwei Millionen weiteren. Die Fischfauna habe erheblich profitiert, hieße es auch vom Betreiber des Werks:

    >> SHZ

    In einem Kommentar beschäftigt sich der NDR mit dem Urteil aus Brüssel und kommt zu dem Ergebnis, der Ausgang des Verfahrens sei „doppelt bitter“. Für die von Grünen geführte Umweltbehörde sei die Genehmigung durch eine grüne Umweltsenatorin eine „Ironie des Schicksals“, für die Betreiber des Kraftwerks die Behandlung durch die Behörde eine „finale Demütigung“. Der Beitrag geht auch auf das Ausbleiben der ursprünglich geplanten Fernwärmeleitung unter der Elbe ein: Jetzt werde Wärme, die bei der Stromerzeugung anfalle, sinnlos „in die Luft gepustet“:

    >> NDR

    Ein Videobeitrag aus Sicht des lokalen TV-Senders Hamburg 1 zum Thema findet sich hier:

    >> HAMBURG1

    Aus juristischer Sicht befasst sich die Fachpublikation Juve mit dem Urteil zum Kraftwerk Moorburg. Der Verfasser übt deutliche Kritik an der Bestimmtheit des Urteilsspruches: Für den Betrieb mit Elbwasser sei eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen. Dies dürfte aus Sicht des Blattes nicht unproblematisch sein, denn das Urteil werfe laut Fachleuten zwei wesentliche Fragen rund um die zukünftige naturschutzrechtliche Prüfung von Infrastrukturprojekten auf. Sie betreffen die vorgesehene Möglichkeit der Schadensbegrenzung durch Ausgleichsmaßnahmen sowie die kumulative Prüfung von bestehenden Anlagen als Vor- und nicht als Zusatzbelastung:

    >> JUVE

    Vor der anstehenden Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 07.05. lässt das Hamburger Abendblatt die Kandidaten des Wahlkreises 23, zu dem auch die Stadt Wedel gehört, u.a. Stellung nehmen zur Zukunft des Kohlekraftwerks in Wedel und mögliche Auswirkungen auf das Kraftwerk Moorburg. Der Vertreter der Partei Die Linke vertritt dabei die Auffassung, die Bevölkerung lege generell auf alte Verbrennungsanlagen keinen Wert, es ständen neue technische Möglichkeiten zur Verfügung, die er aber nicht spezifiziert. Ähnlich der Repräsentant der GRÜNEN, der das Thema als Hamburger Problem definiert, so das man in Wedel selbst nicht zuständig sei. Der SPD-Vertreter fordert die Abschaltung von Wedel, man könne aber das Kraftwerk nicht durch das Kraftwerk Moorburg ersetzen, da dies im Widerspruch zum Volksentscheid zur Rekommunalisierung der Energienetze stände. Anders argumentiert die Kandidatin der CDU: Wedel solle stillgelegt werden, es könne aber nicht sein, das in Moorburg Überschusswärme produziert werde, die lediglich aus ideologischen Gründen nicht genutzt würde:

    >> ABENDBLATT

    Drei Parteien – SPD, Grüne und Linke – fordern zum Kraftwerk Wedel im Entwurf einer Resolution die Nutzung des Werks ab 2019 deutlich einzuschränken. Alternative Konzepte finden sich dazu allerdings nicht. Die Petitionssteller schlössen aber die Möglichkeit der Umsetzung der sog. „Moorburgtrasse“ aus, das Planungsverfahren sei zu langwierig und das Vorhaben politisch nicht durchsetzbar, so das Hamburger Abendblatt:

    >> ABENDBLATT

    NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) will in den kommenden drei Jahren zehn Kohlekraftwerke in Nordrhein-Westfalen vom Netz nehmen, insgesamt stehen 20 Werke bundesweit zur Disposition. Das sieht eine „Düsseldorfer Erklärung“ vor, die am Samstag von den vier grünen Umweltministern von Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und NRW veröffentlicht wurde. Darin wird ein Ausstieg aus der Kohleverstromung gefordert. RP Online berichtet über die darauf ausgebrochenen Diskussionen insbesondere in der nordrhein-westfälischen Landesregierung:

    >> RP ONLINE

    Am letzten April-Wochenende seien in Deutschland laut Focus unter Berufung auf die Denkfabrik Aurora Energiewende so wenige Kohlekraftwerke wie noch nie in der jüngeren Geschichte am Netz gewesen. Zeitgleich seien aufgrund negativer Preise an den Strombörsen Verluste bei der verbleibenden Produktion der Kraftwerke angefallen:

    >> FOCUS ONLINE

    Hierzu eine Anmerkung seitens des Heizkraftwerks Mooburg: Am Samstag, den 29.04. war das Heizkraftwerk Moorburg fast durchgehend mit Volllast in Betrieb und war dabei wegen seines hohen Wirkungsgrades auch profitabel, am Sonntag, den 30.04. war das Heizkraftwerk Moorburg dagegen wegen der sehr niedrigen Strompreise und der hohen Windeinspeisung nicht am Netz.

  • Presseschau vom 21.04.2017

    Über das dortige Uniper-Steinkohlekraftwerk berichtet die Wilhelmshavener Zeitung. Das 1976 in Betrieb genommene Werk, eines der leistungsstärksten in Deutschland, stehe seit einigen Wochen still, da der Bedarf an Strom gerade durch die Energie aus regenerativen Energien gedeckt sei. Geplant sei, das Werk 2021 zu schließen, dessen Leiter sieht aber insbesondere in Hinblick auf die Versorgungssicherheit und die dort tätigen 120 Mitarbeiter gute Gründe für einen längeren Betrieb, sofern „die richtigen Rahmenbedingungen“ geschaffen würden:

    >> WZ ONLINE

    In Wedel verzögert sich der Beginn der dort geplanten Schadstoffmessungen am Kraftwerk. Laut Hamburger Abendblatt sei der Aufbau von vier Messstationen auf einen Zeitpunkt „nach Ostern“ verschoben worden. Da dies nahe an einen Zeitpunkt rücke, zu dem der zu messende Block 2 wegen Wartungsarbeiten runtergefahren werden solle, regt sich Unmut bei der Bürgerinitiative, die die Messungen fordert:

    >> ABENDBLATT

    In den Diskussionen um die Nachfolgelösung für das Kraftwerk Wedel nach dessen geplanter Stilllegung ist durch einen Vorschlag der Hamburger CDU überraschend Bewegung gekommen. Wie die SHZ meldet, sei ein Bürgerschaftsantrag gestellt worden, die Moorburgtrasse wieder als Option zur Fernwärmeversorgung des Hamburger Westens in Betracht zu ziehen und dafür Wärme aus dem Heizkraftwerk Moorburg auszukoppeln. Damit könne die aktuell ungenutzte Abwärme des Kraftwerks sinnvoll nutzbar gemacht werden:

    >> SHZ

    Die Stuttgarter Nachrichten berichten vom Baustart eines neuen Gasheizkraftwerks in Gaisburg, welches das alte Kohlekraftwerk direkt neben der Baufläche ablösen solle. Mit dem klimafreundlichen Erdgas reduziere man den Ausstoß von Kohlenmonoxid um 30 Prozent, so der Landesumweltminister Franz Untersteller (Bündnis 90/die Grünen). Erdgas sei eine wichtige „Brückentechnologie“, und langfristig könne man Gas aus kohlendioxidfreien Quellen nutzen.
    Allerdings werde die Menge an ausgestoßenen Stickstoffoxiden größer sein als beim alten Kraftwerk, was auf erweiterte Betriebszeiten zurückzuführen sei, so  Projektleiterin van den Bergh und der EnBW-Sprecher Hans-Jörg Groscurth:

    >> STUTTGARTER NACHRICHTEN

    „Kostenmäßig aus dem Ruder gelaufen“ sei die Finanzierung der Energiewende, zitiert FOCUS den Chef des Energieversorger RheinEnergie Dieter Steinkamp. Steuern, Umlagen und Entgelte machten inzwischen fast die Hälfte des Strompreises aus und verteuerten Strom für Verbraucher unverhältnismäßig. Der Manager fordert eine „komplette Neugestaltung“ der Finanzierung der Energiewende:

    >> FOCUS ONLINE

    Von 2020 an wollen die Energiekonzerne in der EU nicht mehr in den Neubau von Kohlekraftwerken investieren. Mit dieser gemeinsamen Erklärung sei laut Badischer Zeitung das Ende der Kohleverstromung in weiten Teilen Europas absehbar. Eurelectic, der Verband der europäischen Stromerzeuger, habe dies beschlossen. Ausnahme seien Polen und Griechenland, die sich die Selbstverpflichtung des Verbands nicht zu eigen gemacht hätten:

    >> BADISCHE ZEITUNG

    Die EU-Kommission habe Bedenken gegen die geplanten Subventionen für Kraftwerke in Reserve, so das Handelsblatt. Die durch erneuerbare Energien verursachten Schwankungen in den Stromnetzen müssen durch Reservekraftwerke aufgefangen werden – die EU vermute, dass Deutschland zu viele sog. Kapazitätsreserven vorhalte und werde sie genauer prüfen:

    >> HANDELSBLATT

     

  • Presseschau vom 07.04.2017

    Die WELT vermutet politisches Taktieren von Umweltschützern als Hintergrund für die massive Verschwendung von Energie,  die im Kraftwerk Moorburg gewonnen wird. Obwohl die nötige Infrastruktur zur Nutzung der beim Verstromungsprozess anfallenden Wärme als Fernwärme zur Verfügung stehe, werde die Anbindung des Kraftwerks an den Hamburger Westen verhindert. Die produzierte Wärme wird weitgehend ungenutzt entsorgt. Gleichzeitig werde Moorburg, das zeitweise drei Viertel des Hamburger Strombedarfs decke, für die Versorgung der Hansestadt immer wichtiger, aktuell auch wegen des länger anhaltenden Stillstands des Kernkraftwerks Brokdorf:

    >> WELT 

    Mit der Situation der Kohlekraftwerke im Ruhrgebiet beschäftigt sich ein Artikel in der Print-Ausgabe der WELT AM SONNTAG (Link zu pdf). Demnach verschärfe sich die finanzielle Lage vieler Ruhrgebietskommunen dramatisch, da immer mehr Kohlekraftwerke mangels Rentabilität vom Netz genommen werden und eingeplante Dividenden ausfallen. Zuletzt wurde das Steag-Kraftwerk in Voerde am Niederrhein, eines der größten Werke Deutschlands, vom Netz genommen, dort fallen 300 Arbeitsplätze weg. Hintergrund sind die Veränderungen am Energiemarkt, auf dem Strom aus erneuerbaren Energien seit Jahren bevorzugt wird:

    >> WELT AM SONNTAG

    Aktuell berichtet zum selben Thema die Rheinische Post und verdeutlicht die Dramatik der Situation. Demnach zahle der Versorger STEAG an seine Gesellschafter, ein Stadtwerke-Konsortium, eine Dividende aus, da diese sonst nicht mehr in der Lage wären, laufende Kredite zu bedienen. Die Dividende entnehme der Konzern dabei trotz hoher Verluste seinen Reserven:

    >> RP ONLINE

    Die angekündigte Schadstoffmessung am Kohlekraftwerk Wedel beginnen laut Hamburger Abendblatt in Kürze (Bezahlinhalt). Hintergrund sind regelmäßig über den angrenzenden Wohngebieten niedergehende Partikel, deren Herkunft und Inhaltsstoffe jetzt analysiert werden sollen.

    >> ABENDBLATT

    Zuvor hatte das Abendblatt bereits mehrfach zu Wedel berichtet (Bezahlinhalt), so am 26.03.:

    >> ABENDBLATT

    Ein weiterer Beitrag am 29.03. thematisierte die Sitzung des Hamburger Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschusses, in dem die Anlage in Wedel Thema war (Bezahlinhalt):

    >> ABENDBLATT

    Aktien von Energiekonzernen, die auf konventionelle Kraftwerke setzen, erleben aktuell einen starken Wertzuwachs an den Börsen. Das Manager-Magazin beschäftigt sich mit dieser Entwicklung und analysiert die Hintergründe für diese positiven Kursentwicklungen:

    >> MANAGER MAGAZIN

    Mit der Börsenzeitung beschäftigt sich ein weiterer Finanz- und Wirtschaftstitel mit konventioneller Energiegewinnung und insbesondere Kohlekraftwerken. Das Blatt kommt dabei zu dem Ergebnis, dass konventionelle Kraftwerke auch zukünftig das „Fundament“ der Energiegewinnung bilden würden und unabdingbar für die Versorgungssicherheit seien. Gründe dafür seien u.a. die gute Regelfähigkeit der Kraftwerke, steigender Strombedarf und die sog. Sektorenkopplung im Braunkohlebereich:

    >> BÖRSEN-ZEITUNG

    Kritisch mit dem Status der Energiewende setzt sich ein Gastbeitrag im Handelsblatt auseinander (Bezahlinhalt). Die Energiepolitik habe sich verzettelt und erfordere Nachbesserungen an vielen Stellen. Besonders schädlich, so der Autor, sei aber die mangelnde Akzeptanz:

    >> HANDELSBLATT

     

  • Presseschau vom 24.03.2017

    Von einer ideologisch und nicht inhaltlich begründeten Entscheidung, das Kraftwerk Moorburg nicht an das Hamburger Fernwärmenetz anzuschliessen, spricht der Spitzenkandidat der CDU in der kommenden Landtagswahl in Schleswig-Holstein, Daniel Günther. Es habe bereits 2008 eine Vereinbarung zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein gegeben, die Fernwärme aus Wedel durch die aus Moorburg zu ersetzen, dies werde aber laut SHZ „nicht weiter verfolgt“:

    >> SHZ

    Auch in den Kieler Nachrichten plädieren Daniel Günther und der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck (GRÜNE) für eine Aufgabe des Kraftwerks in Wedel.Auf die der Hamburger Regierung angebotene Unterstützung bei der Findung von alternativen Konzepten sei bislang noch keine konkrete Aussage erfolgt, man habe die schleswig-holsteinischen Argumente „ins Leere“ laufen lassen, so das Blatt:

    >> KIELER NACHRICHTEN ONLINE

    Über das Kohlekraftwerk in Lünen berichten die Ruhrnachrichten und lassen einen Sprecher des Betreibers Trianel zu Wort kommen. Demnach werde Lünen aufgrund der Tendenz zum Ausstieg aus der Kohleverstromung seine mögliche Betriebszeit von 60 Jahren wohl nicht erreichen, sei aber mindestens bis in die 30er-Jahre als Brückentechnologie erforderlich. Wirtschaftlich sei der Betrieb schwierig, die Preissituation sei sehr angespannt und könne sich in einem weiterhin regulierten Energiemarkt nur schwierig erholen:

    >> RUHRNACHRICHTEN

    Mit den Konsequenzen der Energiewende beschäftigt sich die Ausgburger Allgemeine. Zwar steige der Anteil grünen Stroms, aber die Entwicklung der Stromkosten für Verbraucher sei dramatisch. Nach der Umsetzung des Atomausstiegs sei die Versorgungssicherheit ein wesentliches Thema, dazu werde mehr und mehr Strom importiert werden müssen:

    >> AUGSBURGER ALLGEMEINE

    Komplett auf Gaskraftwerke umgestellt ist seit dem letzten Wochenende Chinas Hauptstadt Beijing (Peking). Dort wurde mit dem Huanneng Beijing Thermal Power plant, das 1999 in Betrieb genommen worden war, das letzte Kohlekraftwerk der Stadt stillgelegt, wie China.org in seinem deutschsprachigen Dienst meldet:

    >> CHINA.ORG

     

  • Presseschau vom 10.03.2017

    Herzlich Willkommen zu unserer aktuellen Presseschau, die sich diese Woche unter anderem mit den Diskussionen um die weitere Vorgehensweise im Fall der Kohlekraftwerke Wedel und des nordrhein-westfälischen Frimmersdorf befasst. Andere Artikel behandeln die Auswirkung des Rohstoffbedarfs auf die norddeutsche Hafenindustrie, die Inbetriebnahme eines neuen Windparks und eines „ökologischen Desasters” beim Thema Energiewende.

    Die Abhängigkeit der norddeutschen Hafenindustrie auch vom Umschlag mit Kohle und Öl beleuchtet ein Beitrag des NDR. Der zurückgehende Rohstoffbedarf führten zu entsprechend sinkenden Frachtraten etwa bei Rohöl, Kohle und Erzen:

    NDR

    Im Hamburger Hafen werden inzwischen über neu errichtete Windparks relevante Strommengen zur Versorgung der Hansestadt erzeugt. Auf dem Gebiet der Aluminiumhütte Trimet wurde jüngst ein neuer Windpark mit drei Windrädern in Betrieb genommen, so der Branchendienst stadt+werk:

    STADT UND WERK

    Nach zahlreichen Querelen und anhaltenden Diskussionen über das an der Elbe gelegene Kohlekraftwerk Wedel haben sich die dort aktive Bürgerinitiative und das Land auf Messungen am Kraftwerk verständigt. Einige Fragen, so das Hamburger Abendblatt, seien aber noch offen (Bezahlinhalt):

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Auch die SHZ in ihrer Lokalausgabe Wedel-Schulauer Tageblatt sieht zu Wedel einen „Kompromiss in Sicht“. Im Mai werde die Anlage zur Revision runtergefahren, schon parallel dazu eine neue Langzeitmessung in unmittelbarer Nähe des Kraftwerks gestartet werden:

    SHZ

    Konkretere Forderungen kommen aus der schleswig-holsterinischen CDU: Deren Spitzenkandidat Günther fordert laut Kieler Nachrichten die Abschaltung des Kohlekraftwerks Wedel und stattdessen die Nutzung des Kühlwassers aus dem Kraftwerk Moorburg zur Fernwärmeerzeugung. Dazu sei auch der Bau einer entsprechenden Fernwärmetrasse unter der Elbe nach Altona erforderlich. Statt „nur das Elbwasser aufzuheizen“, könnten auf diesem Wege 180.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden. Umweltminister Robert Habeck teilt die Auffassung, Wedel müsse abgestellt werden: „Der Ball“ liege jetzt beim Hamburger Umweltsenator, so Habeck:

    KIELER NACHRICHTEN ONLINE

    Das Kohlekraftwerk im nordrhein-westfälischen Frimmersdorf gehörte einst zu den größten Kraftwerken der Welt. Jetzt wird das Werk vom Netz genommen und die Blöcke „kalt gestellt“. Für einen Zeitraum von 4 Jahren bleibt Frimmersdorf aber noch in der sogenannten Sicherheitsbereitschaft, wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet:

    KÖLNER STADTANZEIGER

    Vor einem „ökonomischen Desaster“ bei der Umsetzung der Energiewende warnt die WELT unter Berufung auf ein Gutachten der Unternehmensberatung McKinsey. Demnach hätten sich alle relevanten Kennzahlen, mit denen der Fortschritt und die Relevanz der Energiewende messen ließen, gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr deutlich verschlechtert. Das sich die Energiewende rechne, so die Berater, sei bis auf Weiteres nicht absehbar:

    WELT

  • Presseschau vom 24.02.2017

    Fernwärme aus dem Werk des Hamburger Kupferproduzenten Aurubis soll zukünftig zur Versorgung der Hafencity-Ost genutzt werden. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten laut dem Nachrichtenportal Stadt und Werk Aurubis und der Contracting-Anbieter enercity im Beisein des Hamburger Senators für Umwelt und Energie Jens Kerstan. Dazu werde u.a. eine neue Wärmetransportleitung vom Werksgelände Aurubis in die Hafencity Ost und eine dort ebenfalls neu zu schaffende Energiezentrale gelegt:

    STADT + WERK

    Mit einer weiteren Klage versucht der westfälische Landesverband des BUND den Bau des neuen Kohlekraftwerks Datteln erneut zu verzögern. Wie das Handelsblatt berichtet, richtet sich die Klage gegen die erst kürzlich erteilte immissionsschutzrechtliche Genehmigung:

    HANDELSBLATT

    In Hamm-Uentrop steht ein Block des dortigen Kohlekraftwerks zum Verkauf. Der Block ist bereits stillgegegt, die einzelnen Teile wie Turbinen, Generatoren oder Reinigungsanlagen seien laut WDR aber weltweit nachgefragt. Das Werk Hamm-Uentrop hatte seit seiner Inbetriebnahme 2013 immer wieder durch Pannen von sich reden gemacht:

    WDR

    Aus Wilhelmshaven berichtet die WZ Online. Das dortige Kohlekraftwerk der Engie-Gruppe gehöre zu  den weltweit modernsten und saubersten Kohlekraftwerken der Welt. Dennoch macht der Auslastungsgrad den Betreibern Sorgen, so dass jetzt zusätzlich ergänzende Investitionen u.a. in ein benachbartes Projekt für Erneuerbare Energien geprüft würden (Bezahlinhalt):

    WZ ONLINE

    Kurz vor dem Start des Testbetriebs steht die laut Berliner Morgenpost wohl größte Batterie Deutschlands in Karlsruhe. Die Kapazität des vom Fraunhofer-Institut entwickelten Energiespeichers soll 20 Megawattstunden Strom betragen und könne damit eine kleine Ortschaft etwa 10 Stunden lang mit Strom versorgen:

    BERLINER MORGENPOST

    Im Norden wird über Pläne für eine frühere Stilllegung des KKW Brokdorf diskutiert. Dies würde auch das Heizkraftwerk Moorburg betreffen, das schon heute selbst bei niedrigen Strompreisen nicht vom Netz gehen darf, wenn das KKW Brokdorf nicht verfügbar ist, wie während der aktuellen, gerade verlängerten Revisionsarbeiten. Grund ist, dass immer mindestens ein großer Erzeuger zur Stabilisierung des Stromnetzes in Norddeutschland benötigt wird.

    SHZ

    Mit Frank Mastiaux vom Energieversorgers EnBW habe sich laut Berliner Morgenpost unter Berufung auf ein SPIEGEL-Interview erstmals ein Chef eines der großen Versorger gegen eine Zukunft der Kohleverstromung ausgesprochen. Die ehrgeizigen Klimavorgaben in Deutschland würden dies grundsätzlich infrage stellen, die Lücke will Mastiaux durch konsequenten Ausbau regenerativer Energien schließen:

    BERLINER MORGENPOST

    Aus Australien berichtet die ZEIT. Dort herrschte unlängst eine extreme Hitzewelle, die auch dazu führte, dass es vielfach zu Stromausfällen kam. Laut australischer Regierung seien diese Ausfälle darauf zurückzuführen, dass aufgrund der Schließung vieler Kohlekraftwerke und Ersatz durch alternative Energien wie Windkraft eine wenig verlässliche Versorgungssituation geschaffen worden sei. Man plädiere deshalb für den Bau neuer Kohlekraftwerke:

    ZEIT ONLINE

    Wie aus Kohle Strom wird beschreibt zum Abschluss ein kurzer Beitrag des NDR:

    NDR

     

  • Presseschau vom 10.02.2017

    Mit den Plänen für ein neues Energiekonzept für die Stadt Hamburg beschäftigt sich das Manager Magazin. Der Beitrag schildert die als „Revolution“ avisierte Planung der Nutzung eines Mixes aus völlig unterschiedlichen Energiequellen zur Versorgung der Hansestadt und der bislang einmaligen Idee eines umfangreichen Grundwasser-Wärmespeichers unter der Stadt. Kritiker befürchten, das geplante „Energie-Potpourri“ könne Hamburg überfordern, die Speicherlösung erfordere zudem teure neue Fernwärmeleitungen:

    MANAGER MAGAZIN

    Die Kosten der Planungen des Senats stehen im Fokus der Berichterstattung im Hamburger Abendblatt. Allein für die Planung der verschiedenen Szenarien seien bereits 6 Mio. Euro vom Aufsichtsrat der Wärmegesellschaft freigegeben worden. Die Kosten für eine möglicherweise erforderliche Fernwärmetrasse mit Elbquerung schätzt das Blatt unter Berufung auf einen Gutachter auf 100 Mio. Euro:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Über den Klimaschutzplan der Bundesregierung und dessen Auswirkungen auf die deutsche Energiewirtschaft beschäftigt sich die Süddeutsche Zeitung. Um die im jüngst vorgelegten Plan skizzierten Ziele beim Ausstoß von Kohlendioxid einzuhalten, sei die Schließung von 60% der aktiven Kohlekraftwerke binnen 14 Jahren erforderlich. Prioritär betroffen wären alte Anlagen, der Schwerpunkt müsse dabei auf Braunkohlekraftwerken liegen:

    SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

    Einen Ausblick auf die internationale Energienachfrage bietet der jüngst veröffentlichte BP Energy Outlook, über den das Fachportal top agrar online berichtet. Demnach werden in den kommenden 20 Jahren trotz steigenden Anteils nicht-fossiler Energieträger Öl, Erdgas und Kohle weiterhin wichtige Energieträger bleiben, für 2035 wird ein Anteil von 75% an der weltweiten Energieversorgung prognostiziert. Der Kohleverbrauch werde in den 2020er Jahren seinen Höchststand erreichen:

    • TOP AGRAR

    Von einer „Dunkelflaute“ im Januar und insbesondere am 24. Januar, an dem aufgrund mangelnden Windes und Sonnenlicht mehr als 90% des deutschen Energiebedarfs von Kohle-, Gas- und Kernkraftwerken geliefert wurden, berichtet die WELT. Mit Sorge sähen Verbandsfunktionäre das „Kraftwerkesterben“, dass zu Versorgungsengpässen in kritischen Monaten wie dem letzten Januar führen könne:

    WELT

    Dem widerspricht der SPIEGEL als „Panikmache“ – selbst am 24. Januar seien noch ausreichende Reserven vorhanden gewesen und Strom sei sogar exportiert worden:

    SPIEGEL ONLINE

    Jetzt auch online verfügbar ist ein Artikel aus der Print-Ausgabe der Zeit vom 29.12., der sich mit den Quellen der Wärmeversorgung Hamburgs beschäftigt und auflistet, welche Einrichtungen aktuell die Hansestadt mit Wärme versorgen:

    • ZEIT ONLINE

  • Presseschau vom 27.01.2017

    Einen Überblick über die Themen des Jahres 2017 in Bezug auf die Hamburger Wärmeversorgung bringt die ZEIT. Das Blatt betrachtet die Rolle des Heizkraftwerks Moorburg dabei differenziert und spricht sowohl von einer „Anti-Moorburg-Verschwörung“ als auch von einer „Moorburg-Verschwörung“. Zusätzlich richtet sich der Blick auf das Kraftwerk in Wedel und die mögliche Nutzung von Abwärme aus dem Kupferwerk von Aurubis, ebenfalls unter dem Gesichtspunkt um diese Themen kreisender Verschwörungstheorien. Als Quintessenz warnt der Artikel vor der „kuriosen Pointe“, wenn eine fortschrittliche Wärmepolitik ausgerechnet an „linken Ökos“ scheitern sollte:

    ZEIT ONLINE

    Von einer Zweckentfremdung des Kühlturms des Kraftwerks Moorburg berichtet das Hamburger Abendblatt. Gegner der geplanten Autobahn A26-Ost hatten – anders als hier behauptet übrigens ohne Zustimmung des Kraftwerksbetreibers – mehrere Bilder mit Protestmotiven auf dessen Außenseiten projiziert (Bezahlinhalt):

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Die Hamburger Morgenpost berichtet über Pläne des grünen Umweltsenators Kerstan für ein neues Fernwärmekonzept, dass u.a. das mehr als 50 Jahre alte Kohlekraftwerk Wedel ersetzen soll. Kernelement dieses Konzepts sei ein Wärmespeicher unter der Stadt, in dem aus verschieden Quellen erhitztes Wasser (u.a. aus den Aluminium- und Stahlwerken Arcelor Mittal und Trimet südlich der Elbe) langfristig gespeichert werden solle. Die mögliche Anbindung des Kraftwerks Moorburg an ein solches System , begegnet dabei erneut Kritik seitens der Partei Die Linke:

    MOPO

    Das in Datteln geplante und bereits zum Teil errichtete Kohlekraftwerk Datteln 4 wird nach Erteilung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung durch die Bezirksregierung Münster nun fertiggebaut werden. Der Betreiber Uniper, die Eon-Kraftwerkstochter, plant mit einer Inbetriebnahme in 2018. Laut Handelsblatt sei aber mit weiteren Protesten gegen das Projekt zu rechnen:

    HANDELSBLATT

    Zum selben Thema kommentiert die lokale Westfalenpost:

    WESTFALENPOST

    Weiter in Betrieb bleiben entgegen der bisherigen Planung die Steinkohlekraftwerke Bexbach und Weiher im Saarland. Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion stufte beide Werke als sytemrelevant ein. Geplant ist, die Werke bis mindestens November 2019 betriebsbereit zu halten, so BILD. Aus der lokalen Politik gab es überwiegend Zustimmung zu diesem Schritt:

    BILD

    Mit dem Status und insbesondere den Kosten der Energiewende beschäftigt sich die Wirtschaftswoche und wirft auch einen vergleichenden Blick auf andere Länder. Dabei moniert das Blatt, dass viele Fragen, insbesondere zu zeitlichen Fahrplänen, weiterhin ungelöst seien:

    WIWO

  • Presseschau vom 13.01.2017

    Die aktuelle Bestandsaufnahme der Energiewende unternimmt die Wirtschaftswoche unter Bezug auf ein Gutachten der Berliner Denkfabrik Agora Energiewende für 2016. Demnach werde die Stromerzeugung in Deutschland klimafreundlicher. Börsenstrom, Erdgas und Heizöl würden billiger, die Haushalte müssten allerdings für Strom deutlich mehr Geld ausgeben. Grund seien steigende Abgaben und Umlagen. Gas sei der „Gewinner“ im Energiemix und habe fast den Anteil der Kernkraft an der Energiegewinnung (13,1%) erreicht, Braun- und Steinkohle hätten leicht verloren:

    WIWO

    Das Hamburger Abendblatt beschäftigt sich ebenfalls mit der Studie:

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Auch das Branchenportal Solarify beschäftigt sich mit dem Gutachten und fasst dessen Ergebnisse in 10 Punkten zusammen. Für 2017 erwarte man erneut einen leichten Rückgang des Anteils von Kohle und Kernenergie und prognostiziert einen Rückgang der Kosten für erneuerbare Energieträger aufgrund erstmals bei Windkraft und Biomasse geplanter Auktionen. Der Strompreis für Haushaltskunden wird aufgrund höherer Abgaben und Umlagen in 2017 wohl die Marke von 0,30€ pro Kilowattstunde übersteigen.

    SOLARIFY

    Das Kraftwerk Moorburg findet Erwähnung in einer Jahresbilanz 2016 des Magazins Erneuerbare Energien. Dort wird gemutmaßt, bei der Einspeisung der Energie aus großen Kraftwerken wie Brokdorf oder Moorburg ins Netz werde den Erneuerbaren nicht der Platz eingeräumt, der technisch möglich werde komplexere Fragestellungen wie Begrenzungen des Übertragungsnetzes und Erfordernisse der Netzstabilität werden dabei jedoch komplett ausgeklammert.

    ERNEUERBARE ENERGIEN

    In unmittelbarer Nachbarschaft zu Moorburg könnte sich laut DIE WELT ein „Silicon Valley für erneuerbare Energien“ entwickeln. Schlüsselprojekt dazu sei ein neuartiger Energiespeicher, den Siemens dort aktuell entwickelt und dessen Basis ein Gestein ist, das Wärme nach Erhitzung durch Strom speichern kann. Diese Wärme könne dann zu Dampf gewandelt und über eine Turbine zur Stromrückerzeugung genutzt werden. Der Wirkungsgrad liege allerdings noch bei „unter 30%“:

    WELT

    Die Flexibilität der Lausitzer Kohlekraftwerke im Dezember lobt die Lausitzer Rundschau. Auf Sturmlagen, die die Windkrafterzeugung gefördert hätten, sei besonders schnell reagiert worden, nach Abklingen der Wetterlage konnten alle Kraftwerksblöcke ebenso schnell wieder hochgefahren werden, um den traditionell hohen Energiebedarf während der Ferientage zu bedienen.

    LAUSITZER RUNDSCHAU

    Von einem ungewöhnlichen Nebenprodukt bei der Abscheidung von CO2 in einem Kohlekraftwerk nahe der südindischen Stadt Thoothukudi berichtet die Osnabrücker Zeitung: Dort werde ein neues Lösungsmittel eingesetzt, dass die Isolierung von Kohlenstoffoxid effizienter mache, aus dem eingefangenen Kohlenstoffoxid ließe sich zum Beispiel Backpulver, aber auch Waschmittel und Seife herstellen:

    NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG

    Ein Luftbild des Kraftwerks Moorburg wurde als „Foto des Monats“ im Magazin „Hamburger Wirtschaft“ der Handelskammer Hamburg ausgewählt. Das Bild, aufgrund der Dampfentwicklung wahrscheinlich an einem frühen Morgen bei kalter, feuchter Luft aufgenommen, zeigt u.a. ein anliegendes Kohleschiff und ein Ascheschiff während des Anlegevorgangs:

    HAMBURGER WIRTSCHAFT

  • Presseschau vom 23.12.2016

    Die zukünftige Versorgung Hamburgs mit Fernwärme beschäftigt die Hamburger Medien. Nach der Vorstellung möglicher Szenarien durch den Umweltsenator Jens Kerstan haben Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der Vattenfall Wärme Hamburg GmbH, an der die Freie und Hansestadt Hamburg mit 25,1% beteiligt ist, Planungsmittel für Umsetzungskonzepte und die Vorplanung für eine Wärmeleitung aus dem Süden freigegeben. Diese Leitung soll südlich der Elbe existierende Energiequellen aus Müllverbrennung und industrieller Abwärme sowie aus dort möglichen innovativen Projekten wie z.B. einem Wärmetauscher im Klärwerk Dradenau für die Fernwärmeversorgung im Hamburger Zentrum nutzbar machen. Die WELT lässt den Sprecher des „Hamburger Energietisches“ (HET), Gilbert Siegler, zu Wort kommen, der befürchtet, dass durch diese Wärmeleitung aus dem Süden auch Wärme aus Moorburg ins Hamburger Fernwärmesystem gelangen könnte:

    WELT

    Proteste von „rund zwanzig Aktivisten und Aktivistinnen“ gegen den Bau einer Wärmeleitung und die mögliche Anbindung des Kraftwerks Moorburg protokolliert das Hamburger Abendblatt (Bezahlinhalt):

    HAMBURGER ABENDBLATT

    Eine Verschwörungstheorie vermutet hingegen die ZEIT in einem Kommentar zu den Energieplänen des Senats und den Warnrufen vor der Wärme aus Moorburg. Die Befürchtung, die ambitionierten Pläne des Energiekonzepts seien lediglich eine Kaschierung des eigentlichen Plans, die Moorburgtrasse umsetzen zu können, wertet der Beitrag als „Legende“ und moniert die Skepsis, die der Politik Jens Kerstans besonders aus dem ökologisch geprägten Lager begegne:

    BLOG.ZEIT

    Den Hamburger Umweltsenator Jens Kerstan (GRÜNE) lässt die taz zum selben Thema ausführlich zu Wort kommen. Kerstan bevorzuge die „Süd-Variante“, da sie das Potenzial für erneuerbare Energien, das im Süden Hamburgs stärker gegeben sei, besser zum Tragen kommen ließe. Auch er betont, dass das Kraftwerk Moorburg und dessen ungenutzte Wärmekapazitäten in den diskutierten Szenarien „keine Rolle“ spielten:

    TAZ

    Das alte Kohlekraftwerk in Wedel stellt der NDR in das Zentrum seiner Berichterstattung zum Thema. Der vor Jahren an „politischen Fragen“ gescheiterte Ersatz des Werks durch das die Nutzung der Wärme aus dem Kraftwerk Moorburg verzögerte die geplante Stilllegung, die nun aber zumindest teilweise bis „Ende 2021“ erfolgen solle, so der Sender:

    NDR

    Auch die Hamburger Morgenpost bringt das Thema. Der Forderung des BUND, das Kraftwerk Moorburg „niemals“ an die neue Leitung anzubinden, stellt das Blatt eine Gegenmeinung aus der Politik entgegen: Im Falle des Nichtanschlusses würde viel Wärme „ungenutzt verpuffen“:

    MOPO

  • Presseschau vom 09.12.2016

    Diskussionen über den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg aus der Kohleverstromung prägten den Landesparteitag der GRÜNEN in Nordrhein-Westfalen. In Gegenposition zur Bundespartei, die erst kürzlich auf ihrem jüngsten Parteitag einen Ausstieg Deutschlands für 2025 gefordert hatte, vertrat der Angeordnete und ehemalige Fraktionsvorsitzende in NRW Priggen die Auffassung, ein Ausstieg frühestens in 2037 sei „realistisch“:

    >> RP-ONLINE

    Die Westdeutsche Zeitung berichtet ebenfalls: Für den nordrhein-westfälischen Umweltminister Remmel (GRÜNE) sei der Kohleausstieg „das Megaprojekt der Transformation“ und müsse für eine Koalition mit seiner Partei zwingend verbindlich geregelt sein. Dabei habe auch er einen Zeitraum von 20 Jahren im Auge, so die WZ:

    >> WESTDEUTSCHE ZEITUNG

    Nicht festlegen auf einen Zeitraum für den Ausstieg aus der Kohle möchte sich hingegen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Wie das Handelsblatt dokumentiert, äußerte sich Gabriel dazu im Bundestag und forderte eine Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten der Branche und nicht nur ausschließlich klimapolitische Erwägungen:

    >> HANDELSBLATT

    Ähnliche Überlegungen finden aktuell in Finnland statt: Dort sehe laut Branchendienst Heise Online ein Gesetzesentwurf, der allerdings das Parlament noch nicht passiert habe, einen Ausstiegszeitpunkt für 2030 vor. Allerdings sei in Finnland im Gegensatz zu Deutschland die Nutzung regenerativer Energien schon deutlich weiter fortgeschritten. Zudem unterhalte das Land auch weiterhin Kernkraftwerke, die gegenwärtig ca. 25% des Energiebedarfs decken:

    >> HEISE

    Zahlreiche Medien berichten zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtmäßigkeit des Atomausstiegs und eventueller Schadensersatzforderungen der beteiligten Energiekonzerne. Das Hamburger Abendblatt fasst das Ergebnis zusammen:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

    Der SPIEGEL sieht im Ergebnis des Verfahrens nur einen geringen Vorteil für die Konzerne. Die im Urteil genannte „angemessene Entschädigung“ sei eine Formulierung mit großem Spielraum:

    >> SPIEGEL

    Die ZEIT interpretiert das Urteil dahingehend, das jedwede Entschädigungsregelung hätte vermieden werden können, wenn der Ausstieg damals weniger überstürzt erfolgt wäre:

    >> DIE ZEIT

    Von einem „Trostpreis“ zugunsten der Energiekonzerne spricht die Deutsche Welle und schildert ausführlich die juristischen Erwägungen, die zu den nun gebotenen Ausgleichsregelungen führten:

    >> DEUTSCHE WELLE

    Hintergrundinformationen zu den Restlaufzeiten sämtlicher deutscher KKW liefert das Handelsblatt in seiner Berichterstattung zum Urteil:

    >> HANDELSBLATT

  • Presseschau vom 25.11.2016

    Über den Vorschlag des Hamburger Umweltsenators Jens Kerstan (Die Grünen), mit einer Fernwärme-Trasse „Moorburg-Light“ den Hamburger Westen zu versorgen, berichtete die BILD Hamburg. Diese Trasse solle Wärme von der Müllverbrennungsanlage unter der Köhlbrandbrücke unter der Elbe hindurch nach Altona leiten. Eine Anbindung des Kraftwerks Moorburg, das ebenfalls freie Wärmekapazitäten hätte, sei aber derzeit nicht geplant:

    >> BILD

     

    Von einem „Paukenschlag“ spricht in diesem Zusammenhang die Internetzeitung „Aktuelles aus Süderelbe“ und berichtet von einer gemeinsamen Pressemitteilung der CDU- und FDP-Fraktionen in der hamburgischen Bürgerschaft, mit der diese den in einer Sitzung des Energiebeirats präsentierten Vorschlag des Senators Kerstan kommentieren. Dieser, so die Erklärung, werde „von der energiepolitischen Realität eingeholt“:

    >> AKTUELLES AUS SÜDERELBE

     

    Die Fernwärmeversorgung des Hamburger Westens wird aktuell noch überwiegend durch das Kohlekraftwerk in Wedel gewährleistet. Dieses Kraftwerk ist jedoch veraltet, es kommt seit einiger Zeit zu Störungen, die mit dem Kraftwerk in Verbindung gebracht werden. Der schleswig-holsteinische Umweltminister Dr. Robert Habeck besuchte nun Wedel und versprach Abhilfe für das in Wedel aufgetretene Partikelproblem. So solle laut Hamburger Abendblatt u.a. der Schornstein des Werkes innen verkleidet und mit einem Filter ausgestattet werden (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

     

    Für Hamburger Kunden des Ökostrom-Anbieters Lichtblick wird Strom in Zukunft teurer, so das Abendblatt. Begründet werden die Erhöhungen von Lichtblick und anderen Anbietern mit steigenden Abgaben an die Stromnetzbetreiber sowie höhere Umlagen zur Förderung erneuerbarer Energien. Vattenfall und Hamburg Energie würden ihre Preise aber stabil halten (Bezahlinhalt):

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

     

    Über den Stand der Dinge drei Jahre nach dem Volksentscheid über die Hamburger Rekommunalisierung der Energienetze berichtet das „Magazin zur Energiewende“ Energyload. Dabei werden auch der für 2019 geplante Ankauf der Fernwärmenetze durch die Stadt und dessen Kosten betrachtet. Noch unklar sei, ob sich zukünftig wirklich der gesamte Wärmebedarf Hamburgs aus erneuerbaren Energien realisieren lasse:

    >> ENERGYLOAD

     

    Zum Ende der Klimakonferenz in Marrakesch haben Dutzende armer Staaten den Ausstieg aus der Energiegewinnung durch Kohle, Öl und Gas angekündigt, wie das Abendblatt berichtet. In einer gemeinsamen, als „Marrakesch-Vision“ bezeichneten Erklärung verpflichteten sich 48 Staaten dazu, künftig stärker auf erneuerbare Energien zu setzen. Unsicherheit herrsche aber über die zukünftige Ausrichtung der Energiepolitik der USA nach der dortigen Wahl; das Land sei immerhin der größte Emittent von Treibhausgasen weltweit:

    >> HAMBURGER ABENDBLATT

     

    Der Branchendienst Ingenieur.de berichtet über ein neuartiges Verfahren, das von Kraftwerken emittierte Rauchgase zu Bioplastik verarbeiten könne. Ingenieure hätten ein Verfahren entwickelt, das die Abgase als Rohstoff nutzt. Mikroben produzieren dann aus dem Rauch Bioplastik. Ein bedeutsamer Nebeneffekt des Verfahrens sei, das auf diese Weise auch das klimaschädliche CO2 beseitigt würde:

    >> INGENIEUR.DE

     

  • Presseschau vom 11.11.2016

    Nach wie vor wird die Diskussion, um die künftige Fernwärmeversorgung in der Hansestadt auch medial begleitet. Hintergrund ist der notwendige Ersatz des Heizkraftwerkes Wedel. Die taz stellt die Frage, ob die im Volksentscheid zur Rekommunalisierung der Energienetze 2013 vorgesehenen Ziele für eine „ökologische und soziale“ Energieversorgung in städtischer Hand tatsächlich umgesetzt werden. Dabei wird der Blick auf die Nutzung industrieller Abwärme gerichtet. Im Fokus steht dabei der Kupferproduzent Aurubis. Laut dem Unternahmen könne die Einspeisung der Aurubis-Wärme, die grundsätzlich umsetzbar ist, aber nicht den Bedarf im weit entfernten Westen Hamburgs decken:

    >> TAZ

     

    Eine Übersicht über die diskutierten Optionen zum Ersatz des Kraftwerks Wedel bringt das Abendblatt (Bezahlinhalt):

    >> ABENDBLATT

     

    Zuspruch für die Einspeisung der Aurubis-Fernwärme kommt aus der Hamburger Politik. Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) lobt die Einigung über die Lösung für die nun zu versorgende Hafencity (Bezahlinhalt):

    >> ABENDBLATT

     

    Ebenfalls im Nachgang zum Volksentscheid von 2013 ist in Hamburg der Wärmedialog ins Leben gerufen worden, in dem Hamburger Bürger, Spezialisten und Interessierte die Zukunft der städtischen Versorgung mit Wärme diskutieren und Vorschläge erarbeiten. Ähnlich agiert der Netzbeirat, ebenfalls eine offene Plattform. In ihrem Blog stellt die Zeitung DIE ZEIT diese Gremien vor und nennt die Themen der in dieser Woche geplanten Sitzungen. Auch über Moorburg soll dabei diskutiert werden, entsprechende Berichterstattung werden wir hier protokollieren:

    >> BLOG.ZEIT.DE

     

    Hamburg bleibt ein Zentrum der Windkraftbranche in Deutschland. Dies belege, so DIE WELT, eine prominente Neuansiedlung: Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) bekommt am Energie-Campus in Bergedorf eine Testanlage für die Rotorblattlager von Windturbinen. Das Blatt beschäftigt sich anlässlich dieser Meldung auch mit den Problemen im Bereich Windkraft: Die Systemintegration der erneuerbaren Energien gelte derzeit als der schwierigste Teil der Energiewende. Immer mehr Windkraftkapazität werde vor allem in Norddeutschland installiert, an Landstandorten wie auch in Offshore-Windparks auf See. Es fehlten aber noch auf Jahre die nötigen Fernleitungen, um wie geplant auch Süddeutschland zu großen Teilen mit norddeutschem Windstrom zu versorgen:

    >> DIE WELT

     

    Ein Blick in den Westen Deutschlands: Dort gab der Energiekonzern Steag bekannt, fünf Steinkohle-Kraftwerksblöcke stilllegen zu wollen. Grund hierfür seien die dauerhaft niedrigen Börsenstrompreise. Die Stilllegungen gingen mit einem Abbau von 800-1.000 Arbeitsplätzen einher, berichtet der WDR:

    >> WDR

     

    Gute Nachrichten für den Sport im Hamburger Süden. Für das Team der Basketballer Hamburg Towers aus Wilhelmsburg wurde das Sponsoring-Engagement des Energieversorger Vattenfall, der auch das Kraftwerk Moorburg betreibt, um weitere zwei Jahre verlängert. Bestandteil der Unterstützung für den Verein ist auch die Förderung der Basketball-Akademie, die Hamburg-weit in 20 Basketball-Schul-AGs Kinder im Alter von 9 bis 15 Jahren mit Hilfe des Basketballsports an wichtige Themen wie Bewegung, Integration und Ernährung spielerisch heranführt. Die Basketball-Website Schoenen Dunk fasst zusammen:

    >> SCHOENEN DUNK

     

  • Presseschau vom 28.10.2016

    Ein Gutachten bescheinigt der von Vattenfall errichteten und seit 2010 betriebenen Fischtreppe eine positive Bilanz: Seit Inbetriebnahme hätten mehr als 2 Mio. Tiere, jedes einzeln gewogen und erfasst, die Treppe elbaufwärts passiert. Die Anlage wurde zur Begrenzung eines möglichen Schadens durch den Bau und Betrieb des Kraftwerks Moorburg zur Bedingung für dessen Genehmigung gemacht. Da das Kraftwerk Elbwasser zur Kühlung entnimmt, hätten dort u.U. Fische zu Schaden kommen können, so dass dafür eine Kompensation gefordert wurde. Im ersten Betriebsjahr wurde aber sichtbar, dass am Kraftwerk nur eine sehr geringe Anzahl Fische geschädigt wurde. Das Hamburger Abendblatt berichtet (kostenpflichtig):

    >> ABENDBLATT

    Für Diskussionen in Politik und Verbänden sorgt weiterhin die Frage, wie die Zukunft der Hamburger Fernwärme gestaltet werden kam. Erklärtes Ziel ist die Stilllegung des Heizkraftwerkes Wedel, welches den Hamburger Westen mit Fernwärme versorgt und ersetzt werden soll. Vorgestellt wurden nun sechs mögliche Varianten, um die 390 MW Wärmeleistung aus Wedel zu ersetzen. Die taz stellt die verschiedenen Ersatzszenarien für Wedel dar und beleuchtet dabei die Haltung der Partei Die Linke (kostenpflichtig):

    >> TAZ

    Aus Wedel berichtet DIE ZEIT: Dort scheide offensichtlich das alte Kraftwerk regelmäßig Partikel aus, die sich in der Umgebung niedersetzen. Ursprünglich war geplant, das Heizkraftwerk Wedel durch das neue Kraftwerk Moorburg zu ersetzen. Dies scheiterte am Widerstand gegen den Bau der Fernwärmeleitung aus Moorburg. Alternativen zur Fernwärmeerzeugung in Wedel werden derzeit diskutiert:

    >> DIE ZEIT

    Mit einer 58-seitigen Stellungnahme fordern führende Unionspolitiker laut Branchendienst bizz energy zahlreiche Änderungen im Klimaschutzplan von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). „Kein Ausschluss von CCS in der Stromerzeugung“, schreiben die vier für Klimaschutz zuständigen stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden laut bizz energy. Entsprechend will die Unionsspitze eine Forderung von Hendricks streichen, die Stromerzeugung langfristig vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen. Die sogenannte CCS-Technologie erlaubt das Abscheiden des Kohlendioxids und verhindert so dessen Ausbreitung in der Luft:

    >> BIZZ ENERGY

    Dieser Vorstoß habe laut dem Portal Klimaretter.info allerdings zu Unstimmigkeiten innerhalb der Fraktion geführt: Das Vorgehen sei so nicht abgestimmt gewesen und spiegele nicht die Mehrheitsmeinung in der Fraktion wieder:

    >> KLIMARETTER

    Laut eines Berichts der Internationalen Energieagentur sei im Jahr 2015 erstmals mehr als die Hälfte der weltweit neu installierten Stromerzeugungskapazitäten auf Basis erneuerbarer Energieträger gebaut worden. Vor allem seien Wind- und Sonnenenergie im Fokus gestanden; geografisch habe China das stärkste Wachstum dieser Energieträger zu verzeichnen gehabt. Auch in Deutschland sei dieser Trend weiterhin spürbar; Steinkohle und Braunkohle machen hier aber immer noch 42% der Stromversorgung aus:

    >> FAZ

    Einen Überblick über die in Deutschland bis 2020 geplanten Abschaltungen von Kraftwerken aller Typen bietet der Branchendienst IWR. Auch größere Neubauprojekte, die aktuell oder demnächst ans Netz gehen, finden sich dort, u.a. auch das Hamburger Kraftwerk Moorburg:

    >> IWR

    Von einem interessanten Energieprojekt aus Hamburg-Harburg berichtet u.a. der Branchendienst Ingenieur.de. Demnach habe Siemens gemeinsam mit der Technischen Universität Hamburg-Harburg einen Speicher für überschüssigen Wind- und Solarstrom entwickelt, der konkurrenzlos günstig sei. Die elektrische Energie werde in heiße Luft umgewandelt, die einen schlichten Haufen Natursteine auf eine Temperatur von mehr als 600 °C erhitzt. Dieser Steinhaufen könne so isoliert werden, das er die Wärme lange halte und bei Bedarf zum Betrieb von Dampfturbinen wieder abgeben könne:

    >> INGENIEUR.DE

    Zum Abschluss ein Blick nach London: Das alte Kohlekraftwerk Battersea, bekannt u.a. von einem Cover der Band Pink Floyd und als Szenerie für einige Hollywoodfilme und bereits seit 1983 außer Betrieb, wird umgebaut und soll neben Wohnraum als britisches Hauptquartier des Apple-Konzerns genutzt werden. Das größte Backsteingebäude Londons soll in mehreren Phasen umgebaut werden, die Schweizer Handelszeitung zeigt Bilder von der Planung:

    >> HANDELSZEITUNG

  • Presseschau vom 07. Oktober 2016

    Das Kraftwerk Moorburg wird jetzt auch zum Heizkraftwerk. Im Herbst dieses Jahres wird die Anlage mit der Lieferung von Prozessdampf an die benachbarte Holborn Europa Raffinerie GmbH beginnen. Damit wird eine erste Teilmenge der verfügbaren Wärme genutzt und der bereits hohe Wirkungsgrad des aktuell ausschließlich zur Stromerzeugung genutzten Kraftwerks verbessert. U.a. berichteten die Kieler Nachrichten und lokal Harburg Aktuell:

    >> KN-ONLINE

    >> HARBURG AKTUELL

    Ein möglicher Verkauf des Kraftwerks Moorburg war in den vergangenen Wochen vielfach Thema in den Medien. Man wolle sich, so diese Quellen, vom Kraftwerk innerhalb der nächsten 5 Jahre trennen. Diese Meldungen wurden nun vom Betreiber Vattenfall dementiert: Der NDR zitiert einen Unternehmenssprecher, es habe sich hierbei um eine Fehlinterpretation einer Aussage am Rande einer Investorenkonferenz gehandelt. Jedenfalls in den kommenden 5 Jahren sei ein Verkauf keine Option, über die man aktuell nachdenke. Zahlreiche Veröffentlichungen bezogen sich auf ein Interview, das Vattenfall-Konzernchef Magnus Hall der taz gegeben habe. Ein solches Interview gab es jedoch gar nicht, die taz hatte lediglich eine fehlerhafte Meldung der Nachrichtenagentur Reuters aufgegriffen, in dem das Kraftwerk Moorburg als Braunkohlekraftwerk bezeichnet worden war:

    >> NDR

    Andernorts ist von Betreiber Vattenfall dagegen die Einstellung der Verstromung von Kohle beschlossen worden, in diesem Fall allerdings Braunkohle, für 2017. Das Berliner Kraftwerk Klingenberg an der dortigen Rummelsburger Bucht soll anders als geplant bereits 2017 von Braunkohle auf Gas umgestellt werden. rbb online hat die Einzelheiten:

    >> RBB-ONLINE

    Ein Verzicht auf fossile Energien im Rahmen der Energiewende werde „so nicht funktionieren“, zitiert die Wilhelmshavener Zeitung den niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Anlässlich eines Festakts zum 40-jährigen Bestehens des Kohlekraftwerks Wilhelmshaven betonte der Minister, noch Jahrzehnte werde Bedarf an flexibler Energieversorgung bestehen, bei der konventionelle Kraftwerke Bedarfsspitzen abdecken werden:

    >> WZ-ONLINE

    Gleichwohl werden auch in Niedersachsen Kraftwerke stillgelegt. Am 01.10. wurde das Braunkohlekraftwerk Buschhaus im Helmstedter Revier stillgelegt bzw. in einen „Reservemodus“ überführt. In diesem Modus, so das Bundeswirtschaftsministerium, könne das Kraftwerk bei Bedarf in den kommenden Jahren kurzfristig wieder hochgefahren werden, sofern Bedarf bestehe, meldet der Donaukurier:

    >> DONAUKURIER

    Gescheitert ist eine Klage gegen den Neubau eines Kohlekraftwerks im nordrhein-westfälischen Datteln: Eine Klage der Stadt Waltrop, basierend auf planungsrechtlichen Bedenken, wurde verwaltungsgerichtlich abgewiesen. Der Kraftwerksbetreiber Uniper sei nun zuversichtlich, bis Anfang 2018 mit dem Kraftwerk ans Netz zu gegen, so Der Westen:

    >> DER WESTEN

    Diese Entscheidung fällt vor dem Hintergrund einer Ablehnung von Kohlekraftwerken in der Bevölkerung: Das Handelsblatt zitiert eine von der Naturschutzorganisation WWF in Auftrag gegebene Studie, wonach zwei Drittel der Bevölkerung Kohlekraftwerke bald abgeschaltet sehen wolle. Wie Atom- und Kohleausstieg gleichzeitig stattfinden sollen, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden, wird hierbei jedoch nicht thematisiert:

    >> HANDELSBLATT

    Der Verkauf der ostdeutschen Vattenfall-Braunkohlesparte ist vollzogen. Neue Eigentümer seien nun offiziell der tschechische Energiekonzern EPH und dessen Finanzpartner PPF Investments, teilte Vattenfall laut dem Handelsblatt mit. Brandenburgs Wirtschafts- und Energieminister Albrecht Gerber (SPD) setzte nun auf „eine verlässliche Zusammenarbeit“ mit dem Erwerber, der tschechischen EPH-Gruppe:

    >> HANDELSBLATT

    Kritisch betrachtet die WELT den Verkauf und mutmaßt, der Käufer plane eine „Wette gegen die deutsche Energiewende“:

    >> DIE WELT

Kontakt

Vattenfall Heizkraftwerk Moorburg GmbH
Moorburger Schanze 2
21079 Hamburg

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Rufen Sie uns an unter:
040 570 11 32 00

moorburg@vattenfall.de

Über das Unternehmen

Die Vattenfall Heizkraftwerk Moorburg GmbH betreibt am Standort Hamburg Moorburg eines der effizientesten und umweltfreundlichsten Steinkohlekraftwerke Europas. Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 2015 deckt das Kraftwerk ca. 80 % des Hamburger Strombedarfs und leistet als größtes Kraftwerk Norddeutschlands einen entscheidenden Beitrag zu Stromversorgung und Netzstabilität der gesamten Region.